Rezension: DS9 – „Offenbarung – Teil 1“

Als großer Fan der TV-Serie freue ich mich natürlich, dass es in Roman-Form mit der Story weitergeht. Bevor ich das beim Cross Cult-Verlag erschienene erste Buch gelesen habe, kannte ich das Original „Avatar“ schon und auch den dritten Relaunch-Roman, der damals im Rahmen der „Sektion 31“-Reihe bei Heyne erschienen ist. Letzterer gefiel mir schon damals sehr gut. „Avatar, 1“ bzw. „Die Offenbarung – Teil 1“ hingegen hat bei mir damals keinen wirklich positiven Eindruck hinterlassen. Allerdings war es auch eines der allerersten Bücher, die ich auf Englisch gelesen habe, weshalb ich es durchaus für möglich hielt, dass es mir deswegen so langatmig erschien. Nun habe ich den ersten Teil von „Offenbarung“ gelesen und leider hat sich mein Verdacht nicht vollständig bestätigt.

Gegen Ende hin wird der Roman definitiv besser und erzeugt auch Spannung für den zweiten Teil. Doch der Beginn von „Offenbarung – Teil 1“ hat sich sehr schleppend lesen lassen. Es dauert ziemlich lang, bis die Handlung wirklich in Schwung gerät. Das passiert meiner Meinung nach erst mit dem Szenenwechsel zur Enterprise-E. Diese Passage hätte sich auch gut als Einstieg angeboten, der im Grunde mit der B’hala-Passage aber auch nicht so schlecht gewählt war. Danach hatte ich allerdings den Eindruck, dass der Roman regelrecht in ein „Pilotfilm-Schema“ verfallen wollte. Dieses typische Schema funktionierte bei Star Trek bisher so gut wie nie und vermittelt eigentlich in Relation zur eigentlichen Handlung viel zu viel unnützes Wissen, das in diesem speziellen Fall auch völlig fehl am Platz ist.

Denn ein „Pilotfilm“ ist am Beginn des Relaunch nicht notwendig. Als Kenner von DS9 – zweifellos die Zielgruppe des Romans – kennt der Leser bereits sämtliche Schauplätze und fast jeden Charakter. Die Autorin beschreibt für meinen Geschmack immer eine bisschen zu viel unnötiges. Es sind nicht lange Absätze voller Informationsübermittlung und Plattitüden (kommt aber auch an einer Stelle vor), aber irgendwie hatte ich ein ständiges Gefühl, S.D. Perry würde immer einen Satz, einen Halbsatz oder gar nur ein Wort zu viel schreiben, was das flüssige Lesen für mich an vielen Stellen erschwerte. Als völlig verschenkt sehe ich auch die eigentlich inhaltlich grandiose Raumschlacht an. Es ist ein Kampf auf Messers Schneide, alles oder nichts, die Station steht vor ihrem Ende. Und doch sprang der Funke einfach nicht über. Ich habe diese langweilige Raumschlacht wohl in drei Etappen lesen müssen, ehe ich endlich durch war.

Den Wendepunkt der Geschichte stellt für mich wie schon vorher erwähnt der Wechsel zur Enterprise und zu Commander Elias Vaughn dar, den Roman-Leser z.B. bereits aus „Die Rache des Dominion“ kennen oder aus den nicht übersetzten „Lost Era“-Romanen. Ich habe mir hier den Rat anderer Leser zu Herzen genommen und mir Sean Connery bildlich vorgestellt. Das funktioniert recht gut. Früher hatte ich angesichts der Cover-Bilder vom Relaunch immer irgendwie einen gealterten Commander Riker vor Augen.

Ab diesem Zeitpunkt funktioniert der Roman sehr gut und baut ab jetzt auch stetig Spannung auf, die aber natürlich erst im 2. Teil von „Offenbarung“ gipfelt. Hier zeigt sich, dass die Aufteilung der Geschichte in zwei Romane nicht wirklich von Vorteil war. Für sich allein stehend ist „Offenbarung – Teil 1“ leider wenig interessant und erhält von mir lediglich 2 von 6 Sternen. Dieser Teil der Geschichte begeht einfach den selben Fehler, wie ein Großteil der Pilotfilme der Star Trek-TV-Serien und vermittelt mehr (für die Handlung irrelevante) Informationen als tatsächliche Handlung.

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3 Kommentare zu “Rezension: DS9 – „Offenbarung – Teil 1“

    • Wow, das ist ja eine sagenhaft umfangreiche Rezension, Kompliment !!!

      Vor allem wohl die erste Rezension eines Romans, die sogar auf das Schriftbild eingeht. 😀 Aber ein guter Tipp mit „Bookman Old Style“, werde ich mal bei meinen Romanen probieren. Ich verwende bislang „Plantagenet Cherokee“.

      • Auf die Schriftart bin ich auch nur gekommen, weil ich sie für meine Manuskripte verwende. 😉 Sonst hätte ich die auch nicht so einfach raus gefunden. 😀

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