Rezension: TNG – „Quintessenz“

Angesichts dessen, dass mir Q-Storys normalerweise nicht so gefallen, war ich von dem Buch doch recht angetan. „Quintessenz“ mag zwar nicht an die tollen Peter David-Romane „Q²“ und „Ich, Q“ heran reichen, aber Keith R.A. DeCandidos Roman (Nummer 2 der „Second Decade“-Reihe von TNG) ist durchaus interessant. Wohl auch deshalb, weil eine neue geheimnisvolle Instanz – schlicht „Sie“ genannt –  eingeführt wird und dadurch dieses „all“mächtige Wesen Q verletzlich wurde.

Allein vom Schreibstil und vom Erzähltempo her ist „Quintessenz“ ein sehr gelungener Roman und auch die Charaktere – Picard, Q und die anderen bekannten Charaktere – waren ziemlich gut getroffen. Bei den neuen Charakteren T’Lana und Leybenzon frage ich mich aber echt, ob die Autoren am Beginn der „Second Decade“ tatsächlich allen ernstes geglaubt haben, dass diese eine Zukunft auf der Enterprise-E haben. Ihren späteren Abgang weine ich keine Träne hinterher. Der neue Sicherheitschef wechselt seinen Charakter ohnehin von Kapitel zu Kapitel (bleibt durch den Erstauftritt aber dauerhaft negativ behaftet) und Counsellor T’Lana ist in diesem Buch nur Nebendarstellerin. Der Geordi-Plot hat sie ins Spiel gebracht, aber dieser verläuft auch ziemlich schnell im Sand. Doch der Hauptplot mit dem „Ende des Universum“ war spannend aufgebaut, auch dank der kurzen Zwischengeschichten in allen Quadranten der Galaxie, die anfangs ja einen Tag früher als die Haupthandlung auf der Enterprise spielen, während der auch die Enterprise selbst mysteriöse Entdeckungen macht.

ABER: Ab dem Zeitpunkt, an dem die Handlung dann diese Zwischengeschichten überholt, geht der Story die Puste aus. Hier muss ich leider ankreiden, dass einiges zu schnell abgehandelt wurde oder überhaupt nachträglich sehr offen erscheint. Mal beginnend davon, dass das einfache Betreten einer Höhle ein Anlass oder gar ein Automatismus ist, mal kurzerhand das Universum auszulöschen. „Sie“ könnten ja auch mal einfach das Universum beobachten und dann mal entscheiden, ob sie es haben wollen oder nicht. Auch wie abgesehen von Picard der Rest vom Außenteam wieder zum Schiff gelangte, wird offen gelassen, wobei extra angemerkt wird, dass es sich nicht um den Q-Transfereffekt handelte. Es war folgend zwar ganz nett, das Quantenriss-Phänomen (siehe TNG „Parallelen“) wieder zu sehen, aber Q jetzt hinter dessen erstes Erscheinen der TNG-Episode zu stellen, wirft die Frage auf, ob er nicht besser hätte Worf rumspringen lassen sollen statt Picard. (Das hätte vor allem den Angriff durch „General Worf“ aus einem anderen Universum verhindert.) Im Grunde war das Rumspringen von Picard absolut unnötig, weil es sich bei den meisten teilnehmenden Schiffen und Crews ohnehin um jene handelte, die bereits am „Parallelen“-Zwischenfall teilgenommen hatten. Erstaunlich, dass abgesehen vom Prime-Universum nirgends mehr einer der Worfs anwesend war. 😉  Hier hat Q wohl schon vorausgeahnt, indem er Picard statt Worf in „Gestern, heute, morgen“ getestet hat. 😀

Tja, am Schluss sammeln sich leider einige Ungereimtheiten und offene Fragen zusammen. Die Verbindung zwischen den bisherigen Q-Auftritten war teils etwas weit hergeholt und wirkte erzwungen. Ich denke, all diese Auftritte hätten auch ohne diese verbindende Hintergrundgeschichte funktioniert. Zumindest glaube ich nicht, dass es wirklich viele Leser gab, die eine solche Hintergrundgeschichte bei den Q-Auftritten vermisst hätten. Ich habe mich ja noch gewundert, wie leicht es Picard – mit weniger Infos als der Leser ausgestattet – fiel, diesen roten Faden selbst nach dem Ende des Universums zu erkennen.

FAZIT: Eine unterhaltsame Geschichte, ohne größere Längen aber mit einigen offenen Fragen. Eine Art „Auflösungs-Kapitel“ wäre nicht schlecht gewesen. Im direkten Vergleich mit der anderen „Q und Das-Ende-des-Universums“-Geschichte „Ich, Q“ sieht „Quintessenz leider etwas blass aus. Dennoch: Unterhalten hat mich die Geschichte gut und bekommt deshalb 4 von 6 Sternen.

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