Rezension: ETP – „Daedalus’s Children“

Die Fortsetzung von „Daedalus“ erschien natürlich erst einige Monate nach dem ersten Teil, weshalb am Anfang des Buches einiges erklärt wird, was mir – als jemand der beide Bände hintereinander gelesen hat – natürlich noch frisch in Erinnerung war. Daher sind die ersten 20 oder 30 Seiten etwas stark mit bereits bekannten Hintergrundinfos gestreckt worden.

Während der Trip-Handlungsstrang vorläufig etwas zurückgeschraubt wurde – er und Hoshi vegetieren etwas vor sich hin, sind sie doch dem sicheren Tode ziemlich nahe – erfährt man gleich am Beginn, was mit dem Rest der Besatzung nach Trips und Hoshis Flucht geschehen ist: Sie wurde in eine Gefängnisstation gebracht und während man in Teil 1 noch sah, wie jemand von Außen aus einem Denari-Gefängnis befreit wurde, befreien sich Archer & Co gleich selbst. Und nach zweieinhalb Wochen Haft ist Archers bösartige Ader auch schon deutlich ausgeprägt. Auch wenn die Ereignisse des Daedalus-Zweiteilers vor dem Staffel-2-Finale der TV-Serie angesiedelt sind, ist der „Staffel-3-Archer“ hier schon recht deutlich erkennbar. Die Kenntnis der 3. Staffel dürfte dem Autor hier zugute gekommen sein.

Hellhörig wurde ich bei der Erwähnung, dass nicht alle Führungsoffiziere im Gefängnis waren. Der Verbleib von Travis und vor allem Malcolm (meinem Lieblingscharakter der Serie, mit dem sich Stern ja schon in „Der Preis der Ehre“ intensiv beschäftigt hat) ist neben jenem von Hoshi und Trip ebenfalls unbekannt. Leider hatte dann Reed doch nicht besonders viel zu tun, dafür allerdings Mayweather, der für die Denari an Bord der Enterprise bleiben musste und von dem auch die Zurückeroberung des Schiffes in Gang gesetzt wird.

Auch „Daedalus’s Children“ ist wieder ein gutes Buch von Dave Stern, wenn auch nochmals eine Spur konventioneller als „Daedalus“, was aber wohl hauptsächlich daran liegt, dass nicht mehr nur Trip allein im Mittelpunkt steht und die größten Geheimnisse zusammen mit dem Cliffhanger gelüftet worden sind. Dennoch eine höchst unterhaltsame, action-reiche und flotte Geschichte, in der auch die Charaktere gut getroffen sind.

Der einzige logische Kritikpunkt an der Geschichte ist der Übergang zwischen den Universen. In Teil 2 tut T’Pol so, als wäre es ohne exakte Berechnungen und Datenanalysen nahezu unmöglich, in ihr eigenes Universum zurückzukehren. Allerdings haben die Minen in Teil 1, die von diesem Paralleluniversum in das Prime-Universum gedriftet sind, sicher keine solchen Berechnungen vorgenommen. Trotzdem kam eine Mine durch, beschädigte die Enterprise, die daraufhin durch die Anomalie gedriftet ist und offenbar in das gleiche Universum eindrang, aus dem die Mine kam. Also impliziert Teil 1 eher, dass die Anomalie ein fester Übergang zwischen zwei Universen ist und ein falscher Kurs hindurch nicht wiederum in ein anderes Universum führt. Dieses Problemthema hätte man sehr leicht auslassen können, zumal es ohnehin innerhalb von fünf Seiten im Epilog gelöst wird.

Um zur Bewertung zu kommen: „Daedalus’s Children“ bekommt einen Stern weniger als der Vorgänger und somit 4  von 6 Sterne. Ohne das künstlich aufgebauschte Anomalie-Problem und einen etwas weniger gehetzt wirkenden Schluss der Denari-Handlung ( der aber nachvollziehbar ist) wäre Potenzial für mehr gewesen. Noch einmal: Wirklich bedauerlich, dass Dave Stern den Serien-Relaunch nicht machen durfte.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s