Rezension: Comic – „Khan: Ruling in Hell“

„Lieber in der Hölle regieren als im Himmel dienen.“ Diesem Motto folgend hat Captain James T. Kirk dem ehemaligen Despoten Khan Noonien Singh und seinen Gefolgsleuten erlaubt, sich auf dem unbewohnten Planeten Ceti Alpha V niederzulassen um dort ihr eigenes kleines Reich zu errichten. Und wie Khans Herrschaft über dieses Reich aussah, erzählt das Comic „Ruling in Hell“.

Der Comic ist jedoch nicht der erste Ansatz, die Jahre zwischen den Ereignissen der TOS-Folge „Der schlafende Tiger“ und dem zweiten Kinofilm „Der Zorn des Khan zu überbrücken. Bereits vier Jahre früher war unter dem Titel „To reign in Hell“ ein wirklich hervorragender Roman von Greg Cox‘ erschienen, der sich dieses Themas annahm. Wie der leicht unterschiedliche Titel des Comics jedoch andeutet, ist dieser keine Nacherzählung von Cox‘ Roman, wenngleich es jedoch einige Parallelen gibt.

Die Rahmenhandlung ist soweit bekannt: Khan, sein Gefolge und Marla McGivers werden auf Ceti Alpha V zurückgelassen, einen Planeten, der dem Garten Eden gleicht. Doch das sollte er nicht lange bleiben. Schon nach kurzer Zeit können die neuen Bewohnern von Ceti Alpha V am Himmel ihrer neuen Heimat ein beängstigendes Naturschauspiel verfolgen: Der Nachbarplanet Ceti Alpha VI löst sich in einer spektakulären Explosion auf und nach einigen Monaten wird Khan mit den deren Folgen konfrontiert. Die einst wunderschöne Dschungelwelt verwandelt sich in Ödland, die Hitze nimmt zu, Meteoritenschauer gefährden das Camp und die Tierwelt reduziert sich zusehend, bis nur noch eine ganz besonders gefährliche Spezies überlebt. Aber nicht nur mit den Widrigkeiten der Umwelt muss sich Khan herumschlagen. Auch die Unzufriedenheit unter seinen eigenen Leuten nimmt stetig zu.

Es ist Khans Tragödie, dass er immer wieder an seine Leute appelliert, einfach durchzuhalten und Hoffnung zu haben, dass Kirk zurückkehren wird. Denn Khan und Kirk sind am Beginn der Geschichte nicht als Feinde auseinander gegangen und seine Erwartung, Kirk würde sie alle retten, ist jederzeit aufrichtig. Diese große Enttäuschung erklärt auch, warum Khan später in „Der Zorn des Khan“ so starke Rachegefühle gegen Kirk hegt, obwohl Khans größter Feind eigentlich seine eigenen Leute sind, die sich enttäuscht von ihm abwenden. Für einen Comic, der aufgrund seiner Kürze deutlich weniger Zeit hat, einen Charakter zu beleuchten, hat „Ruling in Hell“ wirkliche ganze Arbeit geleistet. Man kann sich sehr gut in Khans Situation hineinfühlen. (Etwas schwerer jedoch in seine Gegner.)

Dass der Comic der Gebrüder Scott und David Tipton weniger Inhalt vermitteln kann als der Roman von Greg Cox ergibt sich aus der Natur der Sache, ausgeglichen wird dies jedoch durch wunderschöne Zeichnungen von Fabio Mantovani. Vor allem die Landschaften sind ihm hervorragend gelungen. Im ersten Viertel zeichnet er ein wahres Paradies, um dann regelrecht von Bild zu Bild ständig apokalyptischer zu werden. Bei den Charakteren hat er es weniger genau genommen, vor allem die Besatzungsmitglieder der Enterprise sind nur mit recht viel Fantasie zu erkennen. Mit Ausnahme von Marla McGivers natürlich, die schon nach ein paar Seiten ihre rote Uniform gegen einen hautengen Overall eintauscht, der mehr wie ein Body-Painting aussieht. Mit größerer Betonung auf „Body“ als auf „Painting“. 😉

„Ruling in Hell“ möchte ich auf jeden Fall jedem weiterempfehlen, der so wie ich ein großer Fan des zweiten Kinofilms ist und vergebe die Höchstnote! Wer mit Comics jedoch nichts anfangen kann, dem kann ich nur Greg Cox „To Reign in Hell“ nahelegen. Roman und Comic gehören beide zum Besten, was unter dem Titel „Star Trek“ in den jeweiligen Literaturbereichen erschienen ist.

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