Rezension: Comic – „Im Bann des Wolfs“

Wir erinnern uns: In der TOS-Folge „Der Wolf im Schafspelz“ decken Captain Kirk und seine Besatzung das Mysterium um „Jack the Ripper“ auf. In Wahrheit handelt es sich bei bei diesem berüchtigten Frauenmörder nicht um ein menschliches Individuum, sondern um ein Energiewesen, das über Jahrhunderte von einem Wirtskörper zum nächsten wechselte und sich von der Angst seiner Opfer ernährte. Durch das Beamen ins All des betäubten Wirtskörpers schien diese Gefahr für immer gebannt. Doch im Comic „Im Bann des Wolfs“ aus dem Jahr 2000 feiert dieses Wesen seine Auferstehung in der Ära von „The next Generation“.

Die Besatzung der Enterprise-D wird nach Enoch-7 geschickt, um einen ungewöhnlichen Ausbruch an Gewalt und Mordlust auf dem sonst so friedlichen Planeten zu untersuchen. Sie kommen gerade rechtzeitig um Zeuge gewaltiger Explosionen zu werden, die den ganzen Planeten verwüsten. Der deprimierende Höhepunkt eines Krieges, für dessen Ausbruch es keine Erklärung zu geben scheint. Das Außenteam der Enterprise tut was es kann um zu helfen. Allen voran Doktor Crusher, die jedoch nach kurzer sehr untypisch handelt: Sie verlässt das Krisengebiet und lässt sich zurück auf die Enterprise beamen wo klar wird, dass sie nicht sie selbst ist.

Das Wesen namens „Redjac“ aka „Jack the Ripper“ hat seine Konfrontation mit Captain Kirk überraschend überlebt und ist nun über den Umweg Enoch-7  an Bord der Enterprise-D gelangt. Und dort macht das Wesen genau das, was es schon an Bord von Kirks Enterprise getan hat: Es übernimmt die Kontrolle über den Bordcomputer. Doch das bedeutend neuere Schiff hat etwas, das es früher nicht gegeben hat: ein Holodeck! Dort kreiert Redjac auf Basis von Datas Sherlock Holmes-Programm das viktorianische London und beamt wahllos Besatzungsmitglieder in das Szenario. Und mit Data, der wieder in die Rolle des berühmten Detektivs schlüpft, findet Redjac einen würdigen Gegner, der keine Angst empfinden kann. Das Spiel beginnt!

Sherlock Holmes gegen Jack the Ripper im Star Trek-Universum als Fortsetzung einer TOS-Episode in einem TNG-Comic. Ein erstaunlicher Mix, der weitgehend gut funktioniert. Allerdings lebt die Geschichte auch sehr lange von ihrer originellen Grundidee, die Auflösung ist leider etwas einfach gestrickt. Weiters negativ anzumerken ist auch der Zeichenstil von Dave Hoover. Die Enterprise ist in Außenaufnahmen kaum wiederzuerkennen. Die Charaktere sind zwar erkennbar, aber hauptsächlich deshalb, weil der Fokus stark auf ihren Identifikationsmerkmalen liegt und weniger auf Details. Sehr schön sind allerdings die Szenarien, wie das nebelige, unheimliche London auf dem Holodeck und zumindest teilweise die bekannten Sets aus der TV-Serie.

Unterm Strich vergebe ich knapp 4 Sterne. Mit etwas weniger gewöhnungsbedürftigen Zeichnungen wäre locker ein Stern mehr drinnen gewesen. Aber wer Data als Sherlock Holmes in der TV-Serie mochte und für eine Fortsetzung von „Der Wolf im Schafspelz“ offen ist, für den ist der Comic „Im Bann des Wolfs“ sicher empfehlenswert.

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