Rezension: The 4400 – „Welcome to Promise City“

Die spannende Mystery-TV-Serie „4400 – Die Rückkehrer“ lief zwischen 2004 und 2007 bei USA Network und ist eine absolute Empfehlung meinerseits. Um was geht es im Allgemeinen? Im Verlauf von 60 Jahren verschwinden 4400 Menschen um im Jahr 2004 plötzlich an einem Ort – in der Nähe von Seattle – ohne Erinnerungen an die seit ihrem Verschwinden vergangenen Zeit wieder aufzutauchen. Schon nach kurzer Zeit merken die Rückkehrer, dass sie sich verändert haben und jeder mit unterschiedlichen Fähigkeiten ausgestattet wurde. Bald stellt sich heraus, dass sie alle in die Zukunft geholt wurden und an einem entscheidenden Moment der Geschichte wieder „eingepflanzt“ wurden, und eine drohende apokalyptische Zukunft für die Menschheit zu verhindern.

Im Verlauf der vier Staffeln kristallisieren sich mehrere Fraktionen – sowohl bei den Rückkehrern als auch bei den „normalen“ Menschen – heraus. Im Mittelpunkt der Handlung stehen die beiden NTAC-Agenten Tom Baldwin (gespielt von Joel Gretsch, auch bekannt aus „Taken“ und „V“) und Diana Skouris (Jacqueline McKenzie), die einerseits persönliche Bande zu den einzelnen Fraktionen vorweisen können, anderseits als Homeland-Security-Agenten die Aufgabe  haben, eine Eskalation zu verhindern. Ein Unterfangen, das ihnen nicht leicht gemacht wird und viele Opfer fordert.

Wie die meisten Folgen von „The 4400“ (Originaltitel) ließ auch die finale Folge „Ein großer Sprung nach vorn“ viele Fragen offen und endete in einem für die Serie recht typischen Cliffhanger, der zwar nicht mitten in einer Szene abbricht, aber doch seine Schatten auf die kommende Season vorauswirft. Da die Serie nach vier Staffeln leider eingestellt wurde, obliegt es den Romanen von Greg Cox und David Mack (bekannte Star Trek-Romanautoren), die Serie von u.a. René Echevarria und Ira Steven Behr (bekannte Star Trek-Produzenten) zu einem Abschluss zu bringen. Insgesamt sind vier Romane zur Serie erschienen, aber während die ersten beiden zeitlich während der Serie angesiedelt sind, setzt erst Greg Cox „Welcome to Promise City“ die Serie nach deren Ende auf dem TV-Bildschirm fort.

Eines vorweg: Auch wenn Greg Cox im Eilverfahren gleich auf den ersten 30 Seiten des Romans sehr viele Informationen zum bisherigen Verlauf der Ereignisse vermittelt, ist der Roman sicher vorwiegend für Kenner der Serie geeignet. Uneingeweihte könnten von der Informationsflut der ersten paar Seiten regelrecht erschlagen werden. Da diese Informationen aber auch immer im Zusammenhang mit der sich aufbauenden Handlung des Romans vermittelt werden, wird dem Leser auch schnell klar, dass es sich hierbei nicht um eine „kleine“ Geschichte handelt. Tatsächlich sammelt Greg Cox wirklich so ziemlich jeden Handlungsstrang am Beginn des Romans auf und führt ihn fort. Es geht los mit einer Beschreibung der aktuellen Situation in Seattle, was in der Rückkehr von Direktor Ryland mündet, der Tom Baldwin Geheiminformationen zu Jordan Colliers nächstem Plan anbietet und Baldwin und Skouris zu Shawn und Kevin Burkhoff führt. Und nebenbei hat Maia Skouris auch noch eine Vision vom inhaftierten Richard Tyler, der im Gefängnis getötet werden soll und arrangiert dessen Befreiung.

Ganz schön viel auf einmal, nicht wahr? Aber für den Fan der Serie sind diese 30 Seiten wirklich Gold, zumal damit auch zwei wirklich spannende Geschichten erzählt werden, die parallel laufen. Während Tom Baldwin und Diana Skouris herausfinden wollen, ob Jordan Collier die Menschheit ohne deren Zustimmung mit Promizin infizieren will, sind ihre Kollegen damit beschäftigt, Richard Tyler aus Rylands Gefangenschaft zu befreien, wo dieser gefoltert und zu einem (falschen?) Geständnis gezwungen werden soll, das dem Militär ermöglichen soll, mit Gewalt Seattle zurückzuerobern – oder gleich ganz auszulöschen.

Greg Cox liefert mit „Welcome to Promise City“ einen regelrechten Pageturner ab. Es passiert immer etwas und die 4400-Fähigkeiten sorgen für interessante Wendungen. Die jeweiligen parallelen Handlungen stehen sich in der Hinsicht um nichts nach, wenngleich mir die Entwicklungen rund um Colliers geplante weltweite Promizin-Verteilung noch eine Spur besser gefallen hat, vor allem da diese auch die Hauptcharaktere der Serie in den Vordergrund stellt. Aber beide Geschichten sorgen für interessante Entwicklungen bei den Charakteren und deren Status, was hoffentlich im folgenden Roman noch weiter thematisiert wird. „Welcome to Promise City“ ist aber auch für sich ein echter Genuss für 4400-Fans, wenngleich es doch einen Makel gibt: Die beiden parallelen Handlungen haben so gut wie keine Berührungspunkte. Das ist aber auch der einzige Grund, warum ich diesen Roman nicht mit der Höchstnote, sondern nur mit sehr, sehr guten 5 Sternen adle.

Anmerkung:

Greg Cox hat einige nette Star Trek-Anspielungen in die Geschichte eingebaut. Allerdings hat sich Marco aus dem Theorieraum auch wirklich sehr gut angeboten, zum Trekkie ernannt zu werden.

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