Rezension: The 4400 – „Promises Broken“

„Promises Broken“ setzt den Vorgängerroman „Welcome to Promise City“ nicht direkt fort, sondern setzt ein paar Monate später an, weshalb uns Autor David Mack bereits die direkten Auswirkungen jener Entwicklungen zeigt, die Greg Cox in seinem Roman erst angedeutet hat: Die letzten drei „Gezeichneten“ übernehmen neue Körper und verbünden sich mit Dennis Ryland mit dem Versprechen, durch die Hilfe seines Unternehmens eine Waffe herstellen zu können, die großflächig Leute von Promizin befreit. In der Zwischenzeit läuft Maia Skouris völlig zu Jordan Collier über.

Was auf den ersten Blick wie ein Bruch zum Vorgängerroman wirkt: Kyle Baldwin fördert entgegen Colliers Wunsch gewaltsames Vorgehen gegen die Feinde der Promizin-Bewegung, was schließlich im Versenken eines Zerstörers der U.S. Navy mündet. Kyles Wandlung wirkt etwas merkwürdig, war er doch am Ende von „Welcome to Promise City“ sichtlich entsetzt darüber, dass er für den Tod einer Person verantwortlich war. (Was auch sehr konsistent mit dem Finale von Staffel 2 war.) Doch schnell wird ersichtlich, dass Kyle nicht mehr ganz Herr über seine Taten ist. Seine präkognitive Fähigkeit, die sich als eine Frau Namens Cassie für ihn manifestiert hat, scheint ihn nun so ziemlich unter ihrer Kontrolle zu haben. Alle anderen Charaktere hat David Mack aber gut getroffen, wobei er auch Mut zur Veränderung zeigt. Vor allem Maia macht eine starke Wandlung durch, aber Tom Baldwin und Dianna Skouris haben ebenfalls sehr schöne Charaktermomente – aber natürlich sind sie auch an der Action beteiligt. Denn wo David Mack draufsteht, da ist Action drinnen und es wird viel Blut vergossen. Und in „Promisses Broken“ fließt es gleich kübelweise, denn Mack präsentiert uns über mehrere hundert Seiten die absolute Endschlacht um die Zukunft. Rückkehrer, P-Positive, abtrünnige NTAC-Agenten und alles was das US-Militär zu bieten hat liefern sich ein grandioses Gefecht bei Weltuntergangsstimmung, während sich im Hintergrund die restlichen „Gezeichneten“ die Hände reiben und ihre ultimative Waffe auf den Weg schicken, die für den tatsächlichen Weltuntergang sorgen soll.

David Mack ist in diesem Roman voll in seinem Element, darf er hier doch – vor allem in den letzten beiden Dritteln – eine action- und temporeiche Geschichte erzählen und im 4400-Universum die völlige Eskalation einleiten. Und zu Gute halten kann man Mack absolut, dass er trotz des „großen Bilds“ immer den Fokus auf einzelne Charaktere legt. Was mir bei diesem 4400-Roman jedoch über weite Strecken gefehlt hat, war der Mystery-Charakter. Dieser Mangel wird jedoch auf den letzten paar Seiten ausgemerzt. Allerdings ergibt sich daraus ein neues Problem: Der Roman endet mit einem Cliffhanger und den Worten „Here ends the First Saga of The 4400“. Es dürften damals also noch weitere Romane geplant gewesen sein, doch fast 3 Jahre nach der Veröffentlichung von „Promises Broken“ ist wohl leider nicht mehr mit einer Fortsetzung zu rechnen. Wirklich schade, denn die beiden bisherigen fortsetzenden Romane waren beide wirklich hervorragend. Und trotz kleiner Makel verdient sich „Promises Broken“ die Höchstnote: 6 Sterne!

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