Rezension: “New Moon”

Der zweite Teil der „Twilight-Saga“ namens „New Moon“ (deutsch „Bis(s) zur Mittagsstunde“) hat mir sogar noch besser gefallen, als der  Auftakt der Reihe und beginnt gleich mit einem ordentlichen Schock-Effekt, werden die Cullens doch hier erstmals auch klar von ihrer Schattenseite gezeigt und dass ihr Verlangen nach menschlichem Blut bei ihnen (Ausnahme Carlisle) noch immer vorhanden ist. Das ist schon eine ziemlich dramatische Passage, die umso wuchtiger wirkt, weil sie eigentlich aus dem Nichts kommt. Sich ungeschickterweise an Papier zu schneiden kann selbst in der Nähe zivilisierterer Vampire schreckliche Konsequenzen haben.

 

Dem beinahe Desaster folgt die Trennung von Bella und Edward. Ich war selbst überrascht, dass mir dieser Teil der Geschichte größtenteils sogar sehr gut gefallen hat. Ich konnte Bella und ihre Veränderung – zuerst der Fall ins Apathische und dann die Wandlung zum Adrenalin-Junky – eigentlich sehr gut nachvollziehen. Ein Balanceakt, den Autoren Stephenie Meyer sehr gut hinbekommen hat. Zudem kommt hier dann auch erstmals Jacob groß raus. Die Beziehung zwischen ihm und Bella funktioniert eindeutig besser als jene zwischen Bella und Edward. Die Jacob-Beziehung erscheint im Vergleich viel plausibler und natürlicher „gewachsen“. Jacob wirkt auch wesentlich sympathischer als es Edward im ersten Buch war.

Die dramaturgische Wende im Buch kommt dann in Form von Victoria bzw. ihres Vorboten Laurent und dem ersten Kontakt mit den Werwölfen. Leider wird nicht wirklich auf die Werwolf-Werdung eingegangen, was doch einige Fragen offen lässt. Warum verwandelte sich Sam zuerst vor einem Jahr und die anderen später? Durch James‘ Auftauchen?

Wie im ersten Roman gibt es dann aber noch eine ziemlich extreme Wende in der Handlung. Die Reise nach Volterra kommt ziemlich plötzlich und verändert die Szenerie ziemlich stark. Trotzdem ist das wohl der beste Part dieses Romans. Spannend geschrieben – obwohl es eigentlich nur darum geht, Edward am entscheidenden Schritt ins Sonnenlicht zu hindern – ist Bellas Lauf durch die Altstadt und über den großen Platz. Und auch die folgende Begegnung mit den Volturi ist sehr atmosphärisch, die drei Oberhäupter ziemlich differenziert beschrieben. Der Höhepunkt ist dann natürlich, als Heidi mit dem „Futter“ ankommt. 😉

Dem stärkste Part des Romans folgt leider dann auch der schwächste. Nach der Rückkehr aus Italien hängt die Handlung doch und ist das Süßholzraspeln wieder zu penetrant und wirkt zu aufgesetzt. Zum Glück ist dieser schwache Part aber verglichen mit dem Mittelpart von Buch 1 (der vergleiche Schwächen aufwies) aber relativ kurz und geht dann über zur Abstimmung über Bellas Zukunft (auch wenn ich Rosalie hier mit ihrer Begründung etwas out-of-character finde). Und auch der Epilog ist sehr effektiv, als Jacob erklärt, dass Bellas Umwandlung durch einen der Cullens zu einem ganz anderen Problem führen könnte.

Fazit: Meiner Meinung nach ein sehr guter Roman, der 5 von 6 Sternen erhält. Kaum noch zähe Stellen und viel Spannung obwohl es keinen „klassischen“ Showdown gibt. Außerdem vermittelt der Roman viele Informationen über die Vampirwelt. Edwards „Selbst“mord-Versuch macht jetzt sogar das im ersten Buch eingeführte Sonnenglitzern für die Handlung dienlich.

Einzig störend an „New Moon“ ist, dass gewisse Themen nur rudimentär behandelt wurden. Z.B. Victoria oder die Hintergründe der Werwölfe. Da merkt man schon, dass hier mit Bedacht von Meyer einiges verschwiegen wurde, um dann in den Folgebänden abgehandelt zu werden. Im Grunde nicht so schlimm, aber beim Lesen entsprechender Passagen habe ich schon den Eindruck gewonnen, dass „New Moon“ selbst hier nicht weiter auf diese Themen eingehen wird.

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