Rezension: „Breaking Dawn“

Mit „Breaking Dawn“ (deutscher Titel „Bis(s) zum Ende der Nacht“) findet die „Twilight-Saga“ ihren Höhepunkt. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn der letzte Roman stellt wirklich ein erstklassiges Finale dar und wartet mit einigen interessanten Story-Twists auf, was ihn positiv von der Geradlinigkeit und Vorhersehbarkeit von „Eclipse“ unterscheidet.

 

Teil 1 des dreigeteilten Romans geht’s noch ruhig an, hat einige nette und auch lustige Passagen drinnen und führt weiter zu den durch „Eclipse“ schon angekündigten Ereignissen, konkret Hochzeitsfeier, Flitterwochen und was halt dazu gehört. Die überraschende Offenbarung, dass Bella schwanger ist, hätte man sicher etwas effektiver präsentieren können, wenn man das Thema „Baby“ nicht bereits einige Seiten vorher im Zuge des Themas „Untote Kinder“ und Bellas dazugehörenden Träumen aufgebracht hätte. Dieses Thema wird aber in weiterer Folge noch wichtig werde und ist direkter Ausgangspunkt für den starken 2. Teil der Geschichte.

Teil 2 – aus Sicht von Jacob erzählt – fand ich wirklich stark geschrieben. Der Fokus lag hier für die beschriebenen Ereignisse genau auf der richtigen Person. Nach Jacobs Abrutschen in meiner Beliebtheitsskala in „Eclipse“ kann man dank diesem Teil von „Breaking Dawn“ schön miterleben, wie Jacob endlich zu jener Erkenntnis kommt, die der Leser seit „Twilight“ hat, nämlich dass nicht alle Vampire prinzipiell böse sind.

Einen größeren Kritikpunkt gibt es aber in Teil 2 schon, nämlich Sams sonderbare Wandlung. Anfangs sah der Alpha des Rudels noch kein Problem darin, eine direkte und eindeutige Verletzung des Vertrags (Bellas Umwandlung) zu ignorieren. Als er dann von von Jacob erfährt, dass Bella schwanger ist und zumindest einen Halbvampir gebären wird, ist er sofort auf dem Kriegspfad. Ich weiß nicht, warum Sam den Cullens soweit vertraut, Bella als neugeborene Vampirin in Schach zu halten, aber nicht mit einem tatsächlich Neugeborenen fertig zu werden. Das hätte man leicht umgehen können, indem man das Rudel ganz aus der Story rausgelassen hätte, ehe Jacob die Entdeckung von Bellas Schwangerschaft macht. Trotzdem hat mir der Machtkampf von Jake und Sam und die Spaltung in zwei separate Rudel sehr gut gefallen. So hat sich eine interessante neue Personenkonstellation ergeben und natürlich Jakes Wandlung als Leser sehr gut verfolgen lassen.

Ebenfalls gut rübergebracht wurden seine Sorgen betreffend Bella. Nachdem man als Leser jetzt erstmals so wirklich Bella nur von außen beobachten kann, stellt man sich natürlich die gleichen Fragen wie Jacob und fiebert mit ihm vor und während der – sehr blutigen und regelrecht brutalen – Geburt schön mit. Der Perspektivenwechsel macht sich wirklich auf sehr vielen Erzählebenen bezahlt.

Teil 3 von „Breaking Dawn“ kehrt dann wieder zur Geschichte aus Sicht von Bella zurück. Obwohl Bella dem Leser der Saga bereits mehr als vertraut war, war vor allem der Beginn des dritten Teils sehr interessant. Denn nach ihrer Umwandlung zum Vampir muss sich Bella im Grunde selbst neu kennenlernen und lernen, mit ihren neuen Fähigkeiten und Eigenschaften umzugehen. Zusammen mit dem Kennenlernen von Renesmee und Jacobs Prägung auf sie ist also gleich am Beginn dieses Teils schon viel los und es hat mich als Fan von Charlie auch sehr gefreut,  dass Bellas Vater noch Teil der Handlung ist.

Der entscheidende Story-Twist, der dann zum großen Finale führt, passiert dann, als die Volturi von Renesmee erfahren und die Möglichkeit nutzen wollen, den Cullen-Clan auszulöschen um sich die „Kronjuwelen“ des Clans (jene Mitglieder mit nutzbaren Fähigkeiten) unter den Nagel zu reißen. Als Gegenreaktion auf das Anrücken der Volturi versammelt die Cullens eine große Anzahl verbündeter Vampire.

Fazit: Ein gelungener und spannender Abschluss der Saga, der auch wirklich als Finale und Schlussstrich zu erkennen ist. Alles in allem machen die vier Romane (und die Bree Tanner-Novelle) einen sehr geschlossenen und zusammenhängenden Eindruck und Stephenie Meyer hat hier eine schöne, mitunter auch sehr epische Fantasy-Geschichte abgeliefert. Vielleicht war es von Vorteil, dass mich das Thema „Vampire“ bisher nie wirklich interessiert hat, wodurch ich noch keine so festgefahrenen Vorstellungen davon hatte, wie ein Vampir „zu sein hat“ (offenbar Hauptkritikpunkt der Twilight-Kritiker) und ich so offen für Meyers Interpretation war. „Breaking Dawn“ war jedenfalls eindeutig der beste Roman der Saga und erhält von mir die Höchstnote: 6 Sterne!

Allgemein war die Saga aufgrund der weit verbreiteten Kritik eine positive Überraschung für mich.


Anmerkung:

Die Verfilmung von „Breaking Dawn“ ist zweigeteilt. Der erste Film zum Finale beinhaltet hierbei die Handlung aus dem ersten und zweiten Teil des Romans.

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