Rezension: Comic – Ongoing #13

Die 13. Ausgabe der Ongoing-Comic-Reihe hat interessanterweise keinen Titel.* Und eigentlich braucht sie auch keinen, denn um wen sonst sollte es in der Ausgabe mit der Unglückszahl „13“ auch gehen, als um jene Sternenflottenmitglieder, die besonders auf dem Raumschiff Enterprise eine erschreckend geringe Lebenserwartung haben. Die Rede ist von den Sicherheitsoffizieren, aufgrund ihrer Uniformen auch gerne als Rothemden bzw. Red Shirts bezeichnet.

*nachträgliche Ergänzung: Ausgabe #13 wird nun auch „The Redshirt’s Tale“ genannt. Zwar habe ich noch kein Cover mit dieser Titelaufschrift gesehen, aber dieser Worte bilden zumindest den Beginn der offiziellen Inhaltsangabe vom Verlag IDW.

 

Und gleich am Beginn des Hefts regt sich schon Mitleid mit einem dieser Rothemden. Sicher, Mister Hendorff – Spitzname „Cupcake“ bzw. „Schnubbelchen“ – ist uns vorwiegend noch in negativer Erinnerung, hat er doch in seiner Akademiezeit in einer Barschlägerei etwas überreagiert. Doch hier erleben wir ihn, wie er einen netten Brief an seine Eltern nach Hause schreibt und wir erkennen, dass auch Rothemden nur Menschen sind. Und im geschilderten Gespräch zwischen Hendorff und Captain Kirk kurz nach dessen Beförderung lernen wir auch die vernünftige Seite dieses Sicherheitsoffiziers kennen. Aus Hendorffs Perspektive erfahren wir so auch von seiner Bewunderung für die Leistungen des Captains und all seiner Führungsoffiziere. So wird nicht nur Mister Hendorffs Charakter etwas besser beleuchtet, sondern als Leser erhält man auch einige weitere Informationen zu Chekov, Sulu, Uhura & Co. Zum Beispiel warum Hendorff damals in der Bar so schnell zu ihrer Ehrenrettung geeilt ist. 😉

Doch nach diesem Überblick über die Gegebenheiten an Bord der Enterprise kommt natürlich das Unvermeidliche: Ein wenig Philosophie über die Natur der Rothemden und welche Risiken mit dem Tragen einer Uniform der Operationsabteilung verbunden sind. So zum Beispiel auf der gerade beendeten Außenmission, auf die Hendorff mit drei seiner Kollegen ging und die ihm beinahe das Leben gekostet hätte.

Fazit: Ich werde hier nicht verraten, wie viele Rothemden die Mission überlebt haben, aber definitiv entspricht die von Hendorff erzählte Geschichte jenem Abenteuer, das Kirk & Co. in der „Original Series“ in der Episode „Die Stunde der Erkenntnis“/“The Apple“ erlebten. Aber trotz dieser Anlehnung an die TV-Episode ist auch diesmal die Comic-Neuerzählung komplett anders und legt ihren Fokus nicht auf das klassische Abenteuer. Tatsächlich nimmt die Erzählung von der Außenmission nur einen geringen Teil des Comics ein.

Wie erwähnt wird die Geschichte in Briefform erzählt, was eine interessante neue Perspektive offenbart und einen Einblick gewährt, warum sich Leute überhaupt für den Dienst in der Sicherheitsabteilung melden, wenn dieser mit so vielen Gefahren verbunden ist und man – fälschlicherweise – den Eindruck gewinnen könnte, diese Leute wären nur als Kanonenfutter zu gebrauchen. An den Damen und Herren in den roten Uniformen ist weit mehr dran, als man glaubt.

Bewertung: Diese Geschichte ist die erste der Ongoing-Reihe, die nur in einer Ausgabe erzählt wird. Aber das macht nichts. Dank der Briefform und geringer Action-Anteile vermittelt Ausgabe #13 viel Inhalt und man kann gar nicht anders, als Mister Hendorff absolut sympathisch zu finden. Ich freue mich jetzt umso mehr, dass wir ihn im 12. Star Trek-Kinofilm wiedersehen werden und drücke ihm die Daumen, dass er auch dieses Abenteuer gut überstehen wird. Für den Comic vergebe ich gute 5 Sterne. Etwas unspektakulär, dafür sehr originell und durchgehend unterhaltsam und aufschlussreich. Und vor allem mit vielen Bezügen speziell auf den 11. Kinofilm bzw. allgemein auf die Veränderungen der Umstände durch das neue Universum.

Anmerkungen:

Schon in der Original-Serie konnte man sich fragen, warum Kirk, Spock und McCoy mit dem bewaffneten Außenteam auf diesen Planeten mit primitiven Ureinwohnern beamten. Hier erfahren wir von einem mürrischen Captain Kirk, dass dies einfach ein Befehl der Sternenflotte war und dass er sich gar nicht wohlfühlt, ohne Begründungen von einem Planeten zum nächsten dirigiert zu werden und keine weiteren Hintergründe zu erfahren. Dies könnte ein weiterer Hinweis auf den sich seit einigen Ausgaben entwickelnden Handlungsbogen sein, der auf dunkle Machenschaften innerhalb der Sternenflotte hindeutet.

An den Zeichnungen von Stephen Molnar und John Rauch gibt es nichts auszusetzen. Interessant, dass sich ein Außenteam wie im vorangegangenen Abenteuer abermals auf einer Dschungelwelt begibt, es aber sehr gut gelungen ist, diese komplett anders aussehen zu lassen.

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