Rezension: „Der Kriegsherr des Mars“

Ein halbes Marsjahr ist vergangen, seitdem John Carter der religiösen Herrschaft der Therns und der Erstgeborenen unter der Führung der falschen Göttin Issus ein Ende gemacht hat. Doch noch immer leidet er darunter, dass seine Frau, Prinzessin Deja Thoris, von Issus in deren schreckliches Verlies gesperrt wurde, in das man nur einen Tag in jedem Jahr Zugang erhalten kann. Seither muss Carter mit der Ungewissheit leben, ob seine Frau noch lebt und wenn ja, ob sie die restliche Zeit im Kerker noch überstehen kann.

 

Doch eines Tages ist John Carter das Glück hold, als er dem Erstgeborenen Thurid heimlich über den Fluss Iss folgt. Der Schwarze Pirat hegt einen Groll gegen Carter und würde sich nur zu gerne an ihm rächen. Und so überrascht es Carter nur kurz, dass sich Thurid mit Matai Shang, dem Oberhaupt der Therns, verbündet. Einst Feinde wegen ihrer religiösen Ansichten verschwören sie sich gegen Carter. Thurid – als ehemaliger Vertrauter von Issus – kennt einen geheimen Weg in das Verlies von Deja Thoris. Zusammen mit Matai Shang und einigen seiner Soldaten begeben sie sich auf den Weg durch ein unterirdisches Labyrinth aus Wasserstraßen, Höhlen und Tunnel, um Deja Thoris zu entführen. Der Prinz von Helium sieht darin auch eine Chance, seine Ehefrau zu befreien und folgt den beiden hinterher.

Zwar kommt Carter zu spät, um Thurid und Matai Shang von Dejas Entführung abzuhalten, aber er bleibt ihnen stets auf den Fersen auf einer Jagd, die vom Südpol des Mars bis zu dessen Nordpol und zu den Einwohnern dort, die noch immer der Religion der Therns anhängen und wo Matai Shang noch immer ein verehrter und willkommener Gast ist.

Fazit: Das dritte Buch der Mars-Saga bietet im Vergleich zu den ersten beiden Romanen leider nicht viel Neues. (Was sich auch deutlich ersichtlich in der Kürze dieser Rezension niederschlägt.) Nachdem man die äquatoriale Gegend des Mars im ersten Buch und die südliche Polarregion im zweiten Buch behandelt hat, geht es nun in Richtung Norden. Doch so wirklich unterschiedlichen sind die dortigen Bewohner – gelbe Menschen die einem mongolischen Klischee entsprechen – auch nicht. Es ist eben auch wieder ein Kriegervolk und solche sind inzwischen ja bereits mehr als bekannt. Natürlich gibt es ein paar kulturelle Eigenheiten (hauptsächlich aber auf Waffen und Foltermethoden reduziert), aber im Grunde werden bei der Beschreibung der gelben Menschen nur Konzepte der ersten beiden Romane gemischt. Es ist wieder ein Volk, das einem falschen Glauben anhängt und das diktatorisch regierende Oberhaupt möchte Deja Thoris, die schönste Frau des Planeten, ehelichen, weshalb ihm John Carter natürlich ein Dorn im Auge ist. John Carter wiederum muss sich hinter die feindlichen Linien schleichen, tarnt sich als Einheimischer und findet Verbündete. Das ist alles schon bekannt.

Was den Roman allerdings dann doch noch ins Mittelmaß rettet, ist der gelungene Abschluss. Im Gegensatz zu den ersten beiden Büchern von Burroughs Mars-Saga spielt „Der Kriegsherr des Mars“ nicht auf eine künftige Fortsetzung an (wenngleich Burroughs noch einige Mars-Romane geschrieben hat), sondern bildet den Schlusspunkt einer drei Romane umfassenden Saga. Und der Schlusspunkt ist auch wirklich sehr gut ausgefallen, wenn John Carter den seltsamen Humor der barsoomischen Jeddaks zu spüren bekommt und am Ende dann doch noch ein Happy End wartet.

Bewertung: Der Schluss macht das Buch eigentlich dann doch noch sehr lesenswert. Endlich endet Carters Suche nach seiner geliebten Deja und alle kehren glücklich nach Helium zurück. Nach so viel Kampf, Blut und Tod war es doch sehr angenehm, hier einen erfreulich friedvollen Abschluss auf den letzten Seiten zu bekommen zusammen mit der Hoffnung, nach dieser kriegerischen Zeit den Mars nun einigermaßen geeint zu haben. Das lässt einen zufrieden aus dieser (ersten) Mars-Saga aussteigen, die am Schluss doch schon ein paar Abnutzungserscheinungen zeigte. Daher erhält „Der Kriegsherr des Mars“ von mir 3 von 6 Sterne.

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