Rezension: VAN – „In Tempest’s Wake“

Fünf Tage nach der großen Schlacht bei Starbase 47 – allgemein bekannt als „Vanguard“ – liegt die Enterprise zwecks Reparaturen im Raumdock. Im Gegensatz zu anderen an der Schlacht beteiligten Schiffen hat das Schiff von Captain Kirk nur geringe Schäden erlitten und wird bald wieder seine 5-Jahres-Mission fortführen. Doch bevor es soweit ist, wird Captain Kirk von Admiral Nogura, dem Vanguard-Kommandanten während der Schlacht, zu einer inoffiziellen Nachbesprechung der Ereignisse gebeten.

 In Tempest's Wake

Bei einer Flasche saurianischem Brandy schildert Kirk dem Admiral, was die Enterprise vor und während der Schlacht erlebt hat. Das inkludiert auch die Geschehnisse aus der Episode „Das Spinnennetz“, in der das Verschwinden der U.S.S. Defiant und der Kampf gegen die Tholianer mit Ereignissen aus den beiden vorangegangenen Romanen „What Judgments come“ und „Storming Heaven“ verknüpft wird. Insofern löst „In Tempest’s Wake“ auch innerhalb der Vanguard-Reihe noch diese letzte offene Frage auf, wenngleich Kenner der TV-Serie natürlich längst wussten, was aus der Defiant geworden ist.

Fazit: „In Tempest’s Wake“ ist eine Novelle, die lediglich als ebook erschienen ist und in gedruckter Form keine 100 Seiten lang wäre. Der Großteil der Geschichte beschränkt sich wirklich darauf, eine Zusammenfassung des letzten Vanguard-Romans „Storming Heaven“ zu sein, indem man nochmals jene Ereignisse, an denen Kirk selbst persönlich beteiligt war, nochmals aus seiner Perspektive beschreibt. Man erfährt also nicht viel Neues, wenngleich das Gefecht bei der Vanguard-Station von Dayton Ward nicht weniger spannend beschrieben wird als von David Mack, lediglich auf das Wesentlichste zusammengefasst.

Neben des Defiant-Zwischenfalls werden gegen Ende im Rahmen eines Gesprächs zwischen Kirk, Spock und McCoy noch weitere Verknüpfungen mit dem letzten Vanguard-Roman und später angesiedelten Episoden und Filmen hergestellt. So gibt es eine Andeutung über die Schicksale von Diego Reyes – dem ersten Vanguard-Kommandanten – sowie Carol Marcus und das Genesis-Projekt. Im letzten Kapitel, das zeitlich 2 Monate nach dem Ende von Kirks 5-Jahres-Mission angesiedelt ist und sich abermals stark auf das Duo Kirk-Nogura konzentriert, vermisse ich jedoch eine Anspielung auf die Ereignisse des 1. Kinofilms. Wir erinnern uns: Admiral Kirk erwähnte in diesem Film ein extrem kurzes Gespräch, das er mit Nogura führen würde und nach dem er wieder Kommandant der Enterprise sein würde. Wir haben im Film nie erfahren, wie dieses Gespräch ablief, aber da sich die Novelle so stark auf Kirk und Nogura konzentrierte, hätte ich erwartet, hier zumindest eine Andeutung zu lesen, wie dieses Gespräch verlaufen könnte. Ich kann nur spekulieren, dass dieses Gespräch bereits von einem anderen Roman, den Dayton Ward nicht revidieren wollte, abgehandelt wurde. Aber diese fehlende Andeutung ist dann doch etwas schade, vor allem wenn man bedenkt, dass im gesamten Canon von „Star Trek“ Nogura nur dieses eine Mal Erwähnung fand und dies allein schon ausreichte, um von den Autoren der Vanguard-Reihe zu einem Hauptcharakter gemacht zu werden.

Ganz allgemein habe ich auch ein Problem mit der Handlungsweise von Kirk und Nogura im letzten Kapitel. Ich kann mir denken, dass sich hier wohl eine Andeutung auf den vierten Typhon-Pakt-Roman „Paths of Disharmony“ versteckt. Aber das Vanguard-Projekt über die allgemeine 100jährige Informationssperre hinaus tief in den Archiven der Sternenflotte zu vergraben und nicht einsehbar zu machen, passt nicht so wirklich zu einer Handlungsweise, die ein James T. Kirk unterstützen würde. Vor allem da es auch legitim gewesen wäre, diese 100jährige Geheimhaltung gleich auf 150 bis 200 Jahre zu setzen. Diese verdeckte Handlungsweise gerade von Kirk hat mir nicht gefallen. Wenn es hier schon keine Überleitung zum ersten Kinofilm gibt, hätte der Autor dem Charakter Kirk treuer sein können, wenn er ihn aus dieser Sache gleich rausgelassen hätte.

Bewertung: Diese Novelle war ein kurzes Lesevergnügen. Sie erzählt nicht viel Neues, aber ich fand die Rückschau und Zusammenfassung doch durchaus unterhaltsam. Vor allem da ich „Storming Heaven“ vor 8 Monaten gelesen habe und die Erinnerungen nicht mehr ganz frisch waren. All jene, die die Vanguard-Reihe in einem Rutsch lesen, werden sich bei „In Tempest’s Wake“ aber wahrscheinlich etwas langweilen. Das in Betracht gezogen zusammen mit dem Schluss, in dem Kirk für mein Empfinden etwas zu stark out-of-character dargestellt wird, gebe ich 3 von 6 Sterne. Eine Durchschnittswertung für eine Geschichte, die man nicht unbedingt lesen muss, aber als Vanguard-Retrospektive einige Zeit später durchaus unterhält.

3stars

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