Rezension: TOS – “Errand of Fury – Book 2: Demands of Honor”

Der Planet 7348 liegt im Raum der Föderation, doch seine Bevölkerung besteht aus Klingonen, die offenbar vor Jahrtausenden von einem antiken raumfahrenden Volk dorthin transportiert worden sind. Unbeeinflusst vom Imperium haben sie sich zu einem einfach lebenden Volk entwickelt, das keine Kriege untereinander führt, aber dennoch fähig war, Orioner zu vertreiben, die auf dem Planeten mittels gefährlicher Kernbohrung Dilithium schürfen wollten. Der Bergwerksschacht existiert noch immer und nach erfolgreicher Abwehr der Orioner und Zusammenarbeit mit der Crew der Enterprise beschlossen die auf 7348 einheimischen Klingonen, dass sie keinen weiteren Kontakt mehr mit Wesen von anderen Sternen haben möchten.

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Doch die Ruhe dauert nicht lange an. Eine diplomatische Einigung zwischen der Föderation und dem Klingonischen Imperium sieht vor, dass das Imperium in Kontakt mit den Einheimischen treten darf, die zumindest rein biologisch zum selben Volk gehören. Was die Klingonen als friedliche Annäherung an ihre „Brüder“ verkaufen wollen, wird von der Föderation aber schnell als Versuch durchschaut, sich das Dilithium des Planeten unter den Nagel zu reißen. Ein Grund, warum die Enterprise zur Überwachung der Verhandlungen nach Planet 7348 geschickt wird, vor allem da die Klingonen keinen unbewaffneten Transporter sondern mit einem Schlachtkreuzer anrücken. Doch die Ankunft der Enterprise verzögert sich aufgrund eines Hilferufs und die Klingonen können zuerst Kontakt mit den Einheimischen aufnehmen.

Was die Föderation zu diesem Zeitpunkt noch nicht weiß: Sowohl auf dem Schlachtkreuzer D’k Tahg als auch auf dem Planeten sind die Machtverhältnisse nicht ganz eindeutig. Ratsherr Duras hat das Kommando über die Mission übernommen und eine große Anzahl ihm loyaler Krieger an Bord geholt, was Captain Koloth und seinem Ersten Offizier Karel gar nicht gefällt. Zusammen mit einem Clan-Führer des Planeten, der auch vor Mord an Seinesgleichen nicht zurückschreckt, will Duras das Dilithium abholen, aber auch auf dem Planeten wächst der Widerstand gegen die Anwesenheit der imperialen Klingonen. Zurecht, denn nicht einmal Duras‘ verbündeter Clan-Führer weiß, dass Duras noch viel mehr plant, als nur das Dilithium zu holen.

Fazit: Während Autor Kevin Ryan den ersten Roman seiner Trilogie dazu genutzt hat, die weiteren Ereignisse vorzubereiten, geht es in „Demands of Honor“ so richtig zur Sache. Auf dem Planeten und auf der D’k Tahg ist alles auf Konfrontation ausgelegt und die Ankunft der Enterprise fügt der angespannten Situation ein weiteres Element hinzu. Dass nicht jede Partei über die Absichten der anderen informiert ist und der Leser im Gegensatz zu den Protagonisten die offenen Lügen von Duras erkennt, sorgt für hohe Spannung, die am Ende in eine Konflikt mit seltsamen Verbündeten mündet. Bis es soweit ist, dauert es aber einige Seiten. Die verspätete Ankunft der Enterprise ist zwar für die Geschichte eine sehr gute Idee, da nicht sämtliche Konfliktpunkte gleichzeitig eingefügt werden. Allerdings ist der Grund für die Verspätung ohne besonderen Zusammenhang mit der eigentlichen Geschichte. So wird zwar schon am Beginn des Romans eine Action-Sequenz eingeschoben, in der auch wieder der Charakter Michael Fuller im Mittelpunkt steht. Aber eigentlich steht dieses Gefecht gegen Klingonen, an dem Fuller teilnimmt, etwas im Widerspruch zu seinen Taten am Ende des Romans. Selbst im Kampf gegen die Erzfeinde der Föderation erleben wir ihn hier am Beginn der professionell und gnädig, was ihn sehr sympathisch macht. Am Ende des Romans hat Fuller aber sehr viel Sympathie verspielt. Dennoch ist es interessant, wie gut es dem Autor gelingt, eine so spannende und charakterbasierte Story zu schreiben, in denen die Hauptcharaktere aus der Serie eigentlich nur Nebenrollen spielen. Star Trek-Romane, die nicht auf die Seriencharaktere fokussiert sind, findet man selten und noch seltener sind diese Romane so gut, wie die Romane von Kevin Ryan.

Bewertung: Wie schon bei meiner Rezension des ersten Romans erwähnt, ist „Errand of Fury“ offenbar mehr als Gesamtwerk anzusehen. Zumindest die Bücher 1 und 2 erzählen im Grunde eine Geschichte und als Einleitung hat Buch 1 auch sehr gut funktioniert. Buch 2 steuert bereits auf den Höhepunkt zu und macht das ebenfalls sehr spannend. Alle Handlungsfäden aus dem ersten Buch werden im zweiten verknüpft, was für viel Spannung sorgt. Im Summe also eigentlich ein toller, unterhaltsamer Roman, der aber ein so mancher Nebenfront etwas langatmig ist und ein zwei Handlungsfäden dann doch verloren gehen – die allerdings durchaus im Abschluss der Trilogie wieder aufgenommen werden könnten. Mit dem Ende von „Demands of Honor“ erreicht die Trilogie aber schon mal so etwas wie einen vorläufigen Abschluss und die positiven Aspekte überwiegen schon deutlich, weshalb ich 5 von 6 Sterne vergebe.

5stars

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