Rezension: Comic – Ongoing #19

Während kürzlich die dritte Ausgabe des Comics „Countdown to Darkness“ erschien (den ich rezensieren werde, sobald alle 4 Ausgaben veröffentlicht worden sind), der ein neues Abenteuer der Enterprise-Crew weitererzählt, wird die Ongoing-Reihe mit einer weiteren Origin-Story fortgesetzt. In Ausgabe #19 steht der Chefingenieur der U.S.S. Enterprise im Mittelpunkt.

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Bevor wir in die Zukunft blicken, wirft der Comic aber einen Blick zurück auf Ereignisse an Bord eines anderen Schiffes namens Enterprise: Wir schreiben das Jahr 1787 und erleben, wie bereits einer der Vorfahren von Montgomery Scott an Bord der H.M.S. Enterprise während eines wüsten Sturms auf See diente und mit einem technischen Problem konfrontiert wurde.

Es ist eine Geschichte, die Scotty bereits in seiner Kindheit gehört hat, als er noch in Linlithgow, Schottland, gelebt hatte und davon geträumt hat, einmal selbst an Bord eines Schiffes zu dienen. Nur seines sollte keine Segel, sondern Warp-Triebwerke haben. Wenngleich es seine Mutter lieber gewesen wäre, wenn ihr Sohn einen weniger gefährlichen Job anstreben würde, zum Beispiel in der Schiffswerft, in der auch sein Vater arbeitete. Denn die Scotts – darauf ist vor allem sein Großvater besonders stolz – gehörten schon immer zu den besten Ingenieuren ihrer Zeit.

Scottys Begabung für die Technik und seine Begeisterung für Raumschiffe sind früh entwickelt, aber ebenso seine Experimentierfreudigkeit, die nicht von jedem gerne gesehen wird – vor allem wenn sie mit der Zerstörung von Schuleigentum endet. Ein Verweis, der Scottys Bewerbung für die Sternenflottenakademie auch im Wege steht (abgesehen davon dass er versehentlich den Rekrutierungsoffizier beleidigt), weshalb es ihn an Bord eines zivilen Frachtschiffs verschlägt – nur um dort eine zweite Chance zu erhalten, die er einige Jahre später aufs Spiel setzt, als ihm in San Francisco ein kleiner Beagle über den Weg läuft …

Fazit: Hat sich die vorangegangene Geschichte um ein bestimmtes Erlebnis von Uhura in ihrer Kindheit gedreht, holt die Ongoing-Reihe bei Scottys Vorgeschichte wieder deutlich weiter aus, beginnt sogar mit einer Sequenz im 18. Jahrhundert auf einem Schiff, dass man als Holodeck-Rekonstruktion aus dem Kinofilm „Star Trek – Treffen der Generationen“ kennt und mit einem von Scottys Vorfahren. Scottys Familie ist allgemein ein sehr wichtiger Bestandteil der Geschichte, der auch ziemlich deutlich macht, woher Scotty seine Umgangsformen und Redewendungen hat. Allgemein ist Ausgabe #19 sehr humorvoll, was zu Scotty und speziell Simon Peggs Interpretation des Charakters sehr gut passt. Den Ton hat Autor Mike Johnson jedenfalls hervorragend getroffen.

Zeichnerisch dürfen wieder Claudia Balboni, Erica Durante und Arianna Florean zeigen, was sie können. Während die Farben und die Schattierungen wieder sehr beeindruckend sind, schleichen sich beim Design allerdings – man möchte fast sagen „wie gewöhnlich“ – einige Anachronismen ein. So erinnert die Brücke eines in Bau befindlichen Schiffes der Constitution-Klasse an die Brücke der Enterprise-E und der Konferenzraum eines Schiffes vom Typ der U.S.S. Kelvin hat verdächtige Ähnlichkeit mit dem Konferenzraum der Voyager. Sicher gibt es für dieses neue Universum noch nicht viele Referenzbilder, aber im Zweifelsfall sollte man da besser auf Designs aus „Enterprise“ oder der „The Original Series“ zurückgreifen und nicht auf die Serien, die im 24. Jahrhundert angesiedelt sind. Design-Entscheidungen sind allgemein ein Schwachpunkt der Ongoing-Reihe, während rein technisch die Zeichnungen allgemein sehr gut sind. Das gilt auch wieder für diese Ausgabe.

Bewertung: Vor allem aufgrund des humorvollen Tons hat mir dieser Comic gut gefallen, es waren einige  interessante Ideen dabei und wir begleiten Scotty im Zeitraffer durch verschiedene Stationen seines Lebens. Obligatorisch dabei sind natürlich auch der Aufenthalt auf Delta Vega (in der wir auch Keenser und Scottys Tribble wiedersehen) wie auch Scottys vorangegangenes Langstrecken-Beam-Experiment. Hierbei ist nur wirklich schade, dass man diese Origin-Story nicht aus der Perspektive von Scotty unmittelbar nach dem Schluss von Ausgabe #12 angesetzt hat. Wer den Schluss von „The Truth about Tribbles – Part 2“ kennt, weiß was ich meine. So ist man leider um einen durchaus möglichen Gastauftritt von Admiral Archer umgefallen. Dennoch: Trotz dieser verpasster Chance und einiger „Fehler“ in den Zeichnungen fühlte ich mich ganz gut unterhalten und vergebe 4 Sterne. Trotzdem schade, dass nicht mehr drinnen war. Gerade auf Scottys Origin hatte ich mich besonders gefreut.

4stars

Anmerkungen:

In seiner Kindheit lebte Scotty laut diesem Comic in Linlithgow. Die schottische Stadt hatte sich vor einigen Jahren zum „offiziellen“ Geburtsort von Montgomery Scott ernannt, basierend auf einem Auszug aus dem 1989 erschienen Roman „Vulkans Ruhm“ von D.C. Fontana. Ich persönlich würde eher von Aberdeen als Geburtsort ausgehen (siehe hierzu die TOS-Episode „Der Wolf im Schafspelz“) oder zumindest von einer Stadt in der Nähe von Aberdeen, was Linlithgow nicht ist. (Aber irgendeinen Grund für einen ausgedehnten Aufenthalt in Aberdeen wird sich wohl dennoch finden lassen ;-))

Die Erwähnung eines Sternenflotten-Commanders namens Marcus ist eine Anspielung auf einen der Charaktere im nächsten Kinofilm.

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