Rezension: TNG – “The Stuff of Dreams”

Jedes Jahr erscheinen beim amerikanischen Star Trek-Verlag „Pocket Books“ auch ein oder zwei kürzere Romane bzw. Novellen rein in ebook-Form, von denen ich auf meinem Blog auch schon einige rezensiert habe (in der „Vanguard“-Reihe bzw. „Corps of Engineers“). 2013 ist nun eine weitere Novelle erscheinen, diesmal im Rahmen der Reihe „The Next Generation“ und thematisch knüpft die Geschichte an einen Punkt an, an dem sich diese Serie radikal veränderte. Nämlich an den 7. Kinofilm, als TNG den zu einem Kino-Franchise wurde.

The Stuff of Dreams_cover

Viele Jahre nach dem Absturz der Enterprise-D auf Veridian III wird Captain Picards Crew – nun an Bord der Enterprise-E – wieder mit dem sonderbaren Raumphänomen namens Nexus konfrontiert. Captain Picard kennt aus eigener Erfahrung die Möglichkeiten, die dieses durchs All ziehende Energieband bietet. Aufgenommen in seinem Inneren kann man zeitlos in einer Scheinrealität leben, in dem einem alle Wünsche erfüllt werden können. Sollte man sich aber entscheiden, den Nexus wieder zu verlassen, könnte man dies an jedem Ort und an jedem Zeitpunkt tun. Und gerade diese Zeitreise-Eigenschaft des Nexus bereitet der Föderation einiges Kopfzerbrechen. Denn nach jahrelangem Studium des Energiebands steht es nun kurz davor, neutrales Territorium zu verlassen und ins Gebiet der Kinshaya (Mitglieder des Typhon-Pakts, einer Art Gegenorganisation zur Föderation) einzudringen. Nicht auszudenken, welcher Schaden der Föderation zugefügt werden könnte, wenn die Kinshaya beginnen, gezielt Veränderungen in der Vergangenheit vornehmen. Aus diesem Grund soll die Enterprise zusammen mit dem Raumschiff Newton den Nexus zerstören, bevor er Kinshaya-Territorium erreicht. Eine extreme Maßnahme, die abgesehen von Picard auch einigen anderen nicht gefällt. Und so verwundert es nicht, dass der Versuch fehlschlägt und nur Sabotage als Ursache in Frage kommt.

Fazit: Unter der Vorgabe, eine Geschichte zu schreiben, die in gedruckter Form wohl nur rund 100 Taschenbuchseiten füllen dürfte, hat Autor James Swallow eigentlich gute Arbeit geleistet. Die Story ist weder zu gehetzt, noch zu langweilig, eigentlich wie ein Auszug aus einem viel längeren Roman. Und hier ist das Problem: Aufgrund der Kürze des Geschichte ist sie sehr vorhersehbar. Swallow hat in dieser krimi-artigen Geschichte wenig Möglichkeiten, den Leser auf eine falsche Fährte zu lotsen. In Form der Rolle, die die Kinshaya bei dem Ganzen spielen, gelingt es ihm nur ein bisschen von dem abzulenken, was zwangsläufig passieren muss und das schon früh in der Geschichte angesprochen wurde. Bei einem so kurzen Roman legt man als Leser wohl zwangsläufig jedes Wort der Charaktere auf die Goldwaage und durchschaut leichter, worauf der Autor hinaus will. Ebenfalls der Kürze des Romans geschuldet ist sicher der Eindruck, dass die Auflösung des Problems viel zu schnell und leicht erscheint. Die Geschichte hätte sich wahrlich zumindest die doppelte Länge verdient, dann wäre sicher eine sehr runde Sache rausgekommen.

Dennoch gibt es wie gesagt stilistisch gar nichts auszusetzen, „The Stuff of Dreams“ liest sich sehr flüssig, die bekannten Charaktere sind gut getroffen, die neuen ausreichend eingeführt und besonders gefiel mir der Gastauftritt eines Charakters, den man zuletzt in „Star Trek – Treffen der Generationen“ sah.

Bewertung: Die Kürze der Geschichte hat auch ihren Vorteil: Sobald man sie durchschaut hat, dauert es nicht mehr lange, bis sie auch schon zu Ende ist. 😀 Und ganz unspannend war die Geschichte jetzt auch wieder nicht, vor allem da ich auch die Darstellung der Kinshaya sehr interessant fand. (Da ich die „Typhon Pact“-Reihe noch nicht gelesen habe, wusste ich bislang nur wenig über sie.) Ich gebe daher 4 Sterne. In Romanform hätte man aus der im Grundsatz interessanten Story noch einiges mehr rausholen können. Aber vielleicht kommt ja noch etwas nach, denn gegen Ende wird eine Rückkehr zum Nexus bereits angedeutet.

4stars

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