Rezension: Comic – Ongoing #20 „Red Level Down“

Im 4. und letzten Ongoing-Comic der parallel zum Vierteiler „Countdown to Darkness“ erschienen ist, müssen sich Sulu und Chekov eine Ausgabe teilen. Ist gar nicht so abwegig, immerhin gibt’s die beiden auch in der Classic-Serie oft nur als Doppelpack an der Steuer- und Navigationskonsole zu sehen. Obwohl wir bereits Geschichten über die Vergangenheit von Scotty, Keenser, McCoy und Uhura im Laufe der Ongoing-Reihe serviert bekamen, spielte die Sternenflottenakademie keine große Rolle. Mit Ausgabe #20 ändert sich das und wir erleben Sulu und Chekov während ihrer Akademiezeit.

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Der Föderationstag steht ein, was auch auf der Akademie Anlass für eine feierliche Zeremonie ist. Idealer Rahmen für eine Initiationsprüfung einer Gruppe von Elite-Kadetten, die vor allem den Fans von „Deep Space Nine“ bekannt sein dürfte: Red Squad. Auch Sulu würde gerne zu ihnen gehören, denn mit einer Mitgliedschaft und den dadurch geknüpften Kontakten soll verhindert werden, dass er Jahrzehnte lang nur hinter dem Steuer eines Raumschiffs sitzt anstatt im Kommandosessel. Ein nicht ganz ungefährliches Flugmanöver während der Feierlichkeiten zum Föderationstag soll ihm die Tür öffnen. Zur gleichen Zeit macht der junge Kadett Chekov die Bekanntschaft mit James T. Kirk, der dessen Hilfe bei der Umprogrammierung einer Testsimulation (Trekkies erahnen, um welche es sich handeln dürfte) benötigt.

Fazit: Vorweg gesagt muss man anmerken, dass die Geschichten der Ongoing-Reihe in einer anderen Kontinuität angesiedelt sind als die Romane der „Starfleet Academy“-Reihe (was auch bei früheren Star Trek-Tie-ins so gehandhabt wurde), weshalb ich sagen muss, dass die Romane aufgrund ihrer Ausführlichkeit natürlich mehr Substanz haben und dort das erste Aufeinandertreffen von Kirk und Chekov mir besser gefällt. Aber dennoch hat auch das Aufeinendertreffen in diesem Comic eine sehr sympathische Seite und charakterisiert Kirk und Chekov wirklich gut. Zudem liefert dieser Handlungsstrang viele Anspielungen auf den elften Kinofilm, deutet das Kobayashi Maru-Szenario an und spielt auf die aus dem Film leider rausgeschnittene Szene an, in der Kadettin Gaila Kirk unfreiwillig bei der Lösung des Problems helfen sollte. Auch ganz lustig ist es, in Chekovs Kadettenunterkunft jede Menge Poster zum Thema Schach zu sehen. Zweifellos eine Anspielung auf den Chekov-Darsteller Anton Yelchin, der, so hört man, ein außergewöhnlich guter Schachspieler sein soll und sich während den Dreharbeiten der Filme mit seinen Kollegen in den Drehpausen das eine oder andere Match geliefert hat.

Die Sulu-Geschichte sorgt dann mehr für die Action bzw. gibt Einblick in die Akademie-Politik. Wie heutzutage scheint es darauf anzukommen, in der richtigen Studentenverbindung zu sein, um mal Karriere zu machen. Sulus Ambitionen sind dabei eine interessante Anspielung auf das Prime-Universum, in dem er wirklich jahrzehntelang „nur“ Steuermann der Enterprise gewesen ist und erst im sechsten Kinofilm ein eigenes Kommando erhielt. Aber die Chekov-Geschichte gefiel mir insgesamt doch besser, auch wenn sie an sich wenig spektakulär ist. Aber sie ist bedeutend sympathischer, was natürlich daran liegt, dass die hochnäsigen Red Squad-Typen für diesen Teil der Story nur eine untergeordnete Rolle spielen. Die beiden Storys finden dann erst ganz am Schluss des Comics zusammen.

Ärgerlich sind ein paar Recherche-Schnitzer. So werden am Anfang des Comcis einige Informationen zur Größe der Föderation von einer Red Squad-Kadettin genannt. Es sind nur leider die selben Daten, die Captain Picard im achten Kinofilm Lilly Sloan nennt. Also Daten, die für das 24. Jahrhundert besser passen. Kann mir nicht vorstellen, dass die Föderation in den letzten 25 Jahren seit der Aufspaltung der Zeitlinien so stark expandiert sein soll. Bei den Zeichnungen gab es diesmal aber nichts auszusetzen. Claudia Balboni und Luca Lambertis Zeichnungen kommen diesmal komplett ohne Anachronismen aus (was ich beim Scotty-Comic noch kritisiert habe). Interessant ist aber, dass sich Balboni und Lamberti die Zeichnungen aufgeteilt haben. Balboni zeichnete die erste Hälfte, Lamberti die zweite. Merkt man aber nicht, der Zeichenstil sieht für mich absolut konstant aus.

Bewertung: Zwei relativ unabhängige Geschichten, die sich eine Ausgabe teilen müssen und daher nicht viel Entfaltungsraum haben. Beide sind aber absolut okay. 3 Sterne für kurzweilige Unterhaltung. Aber die besseren Akademie-Geschichten in der neuen Zeitlinie findet man eindeutig in der Romanreihe „Starfleet Academy“, die ich an dieser Stelle wärmstens empfehlen möchte. (Links zu meinen Roman-Rezensionen der „Academy“-Reihe findet ihr gesammelt hier.)

3stars

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