Rezension: “Star Trek – The Next Generation 365″

Bereits 2010 erschien (leider bisher nicht auf Deutsch) ein Buch mit dem Titel „Star Trek – The Original Series 365“, ein Sachbuch zur Original-Star Trek-Serie, das sowohl Episodenführer, Fotobuch und Making-of war. Auf 365 querformatigen Doppelseiten fanden sich umfangreiche Informationen zur Produktion der Serie allgemein und zu den Episoden im Speziellen, zu den Schauspielern, zum Produktionsdesign, zu den Storys, etc, etc. Das Buch – obwohl ich zugegebenermaßen zuletzt vor ca. einem Jahr darin gelesen haben dürfte – ist also wirklich eine Empfehlung für alle Fans der Classic-Serie und für solche, die es noch werden möchten. Und im Herbst 2012 erschien auch eine Fortsetzung, „The Next Generation 365“. Gleiches Format, grundsätzlich ähnliche inhaltliche Struktur. Aber … es sind wieder nur 365 Doppelseiten für diesmal 178 Episoden.

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Grundsätzlich sind die Bücher des 365er-Formats wirklich ansehnlich. Ziemlich dicke Wälzer im Format 24 cm mal 16 cm und einem Buchrücken mit einer Dicke von über 5 cm. Durchaus eine Zierde eines jeden Bücherregals, aber noch wichtiger als das äußere Erscheinungsbild ist natürlich der Inhalt. Und hier muss sich das TNG-Buch den Vergleich mit dem wesentlich interessanteren TOS-Buch gefallen lassen. Die höhere Anzahl der Episoden tut dem TNG-Buch wirklich nicht gut.

Pro Doppelseite ist wie beim TOS-Buch die rechte aufgeschlagene Seite für ein vollflächiges Bild reserviert, während auf der linken Seite Text steht und gelegentlich noch ein weiteres kleineres Foto abgebildet ist. Im TNG-Buch kommt es aber allzu oft vor, dass manche Episoden nur eine einzige Doppelseite bekommen haben, während die allgemein populäreren Episoden über vier oder fünf Seitenlang beschrieben werden, einschließlich kurzer Inhaltsangabe. Während ein solcher Seitenumfang pro Folge beim TOS-Buch noch völlig normal ist, sind es bei TNG dann eher bekannte Folgen wie „In den Händen der Borg“ oder „Darmok“, die etwas genauer unter die Lupe genommen werden. Das Buch ist grundsätzlich eine nette Anekdotensammlung und hin und wieder liest man auch als langjähriger Fan etwas Neues. Prinzipiell ist das Buch aber eher mehr den Neueinsteigern zu empfehlen oder Leuten, die sich erstmals entschließen, ein bisschen mehr über die Serie und die Personen hinter den im Vorspann eingeblendeten Namen zu erfahren. Star Trek-Kenner werden hingegen eher selten wirkliche Neues oder besonders Interessantes erfahren, vieles hat man schon aus anderen Quellen erfahren. Der Fokus des Making-of-Teils konzentriert sich sehr stark auf die Autoren der Serie. Leider etwas zu kurz kommen für meinen Geschmack die technische Abteilung und die Schauspieler.

Wo das TNG-Buch ebenfalls nicht mit dem Vorgänger mithalten kann, ist die Qualität der Fotos. Grundsätzlich wünschenswert wäre es bei beiden Büchern gewesen, möglichst wenige Screenshots aus den Episoden zu verwenden und dafür mehr Promotion-Material, Konzeptskizzen und Blicke hinter die Kulissen. Geschätzt ca. die Hälfte der Bilder sind Standbilder aus den Episoden, aber hier hat TOS einen gewaltigen Vorteil: Als das TOS-Buch erschien, war die Serie bereits in hoher Auflösung für die Blu-ray-Veröffentlichung remastered worden, die Bilder hatten also eine ansehnliche Qualität. Das Remastering-Projekt von TNG hingegen war gerade erst angelaufen als das TNG 365 veröffentlicht wurde und so sind die Screenshots aus dieser Serie doch ziemlich verwaschen. Als Fotobuch, in dem man auch mal gemütlich blättern kann ohne sich die dazugehörenden Inhalte durchzulesen, ist das TNG-Buch eher von ärgerlicher Qualität. Noch zwei Jahre zu warten bis zum Ende von TNGs Remastering-Projekts hätte dem Buch sicher gut getan.

Zusammenfassende Empfehlung: Diesmal gebe ich für ein Buch ausnahmsweise mal keine wirkliche Bewertung auf meiner Skala ab. Für mich persönlich war das Buch nämlich jetzt nicht wirklich der große Wurf, wenngleich mir einige Sachen auch gut gefallen haben. Aber wirklich empfehlenswert ist “The Next Generation 365″ eher nur für Leute, die sich noch nicht so sehr mit den Hintergründen der Serie auseinandergesetzt haben und sich vorrangig für die Entstehung der Storys interessieren, da hauptsächlich die Autoren zu der Episoden zu Wort kommen.

TOS 365

TOS 365

Etwas ausgewogener und allumfassender ist sicher die Lektüre für die TOS-Fans: „The Original Series 365“ bietet zu allen Folgen der Serie mitunter interessante Inhalte, wenngleich der Blick etwas retrospektiver ist, da viele an der Serie beteiligte Personen leider nicht mehr persönlich Stellung nehmen konnten. Dennoch schlägt sich der zeitliche Abstand auch positiv bei den Bildern nieder: Von der über 45 Jahre alten Serie sind die Pressefotos und die Blicke hinter die Kulissen sicher allgemein weniger geläufig als jene von TNG. Hinzu kommt auch die höhere Qualität der Screenshots, was „TOS 365“ auch zu einem schönen Fotobuch macht, das ich persönlich auch als besser gelayoutet empfinde als das TNG-Buch, dessen Text einerseits kleiner ist und anderseits weiß auf schwarzem Hintergrund gedruckt ist, was etwas anstrengender für die Augen ist.

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