Rezension: Comic – Ongoing #21 + #22 + #23 „After Darkness“

Nachdem die neue Enterprise-Crew ihr zweites Kino-Abenteuer erfolgreich hinter sich gebracht hat, startet nun auch die Ongoing-Reihe sozusagen in ihre zweite Ära. Dass der eröffnende Dreiteiler „After Darkness“ hierbei eine Sonderstellung einnimmt, ist somit nicht so verwunderlich und es wirkt, als sollte der Dreiteiler auch die Weichen für die weiteren Storys der Ongoing-Reihe stellen.

Einerseits erzählt „After Darkness“ vorrangig eine Geschichte, in der Spock im Mittelpunkt steht und die wieder eine Abwandlung einer klassischen TOS-Geschichte ist. Wer jetzt aber vielleicht panisch „Remake“ schreit liegt falsch, denn wie fast alle Storys der Ongoing-Reihe, die auf Geschichten der „Original Series“ basieren, nimmt auch dieser Comic nur die Ausgangssituation her, weicht aber im weiteren Verlauf sehr stark ab. Was „After Darkness“ also mit der TOS-Episode „Weltraumfieber“ gemein hat, ist die Tatsache, dass Spock beginnt, an einem biochemischen Ungleichgewicht zu leiden – Pon Farr genannt! Erfahrene Trekkies wissen natürlich, was das bedeutet: Der vulkanischen Paarungstrieb ist bei Spock ausgebrochen und wie in der alten Zeitlinie ist auch diesmal Captain Kirk bereit, die Mission der Enterprise zu unterbrechen und Spock zu seiner Heimatwelt zu bringen bzw. besser gesagt nach Neu-Vulkan, denn der ursprüngliche Heimat der Vulkanier ist ja bekanntlich durch den Romulaner Nero vernichtet worden. Auf Neu-Vulkan muss Uhura nicht nur damit klar kommen, dass Spock bereits in der Vulkanierin T’Pring eine Art Verlobte hat, sondern dass sich auch Spocks Charakter zu verändern beginnt. Von Irrationalität getrieben flieht er aus der Vulkaniersiedlung in die Wildnis von Neu-Vulkan und wie sich herausstellt, ist Spock nicht der erste, der seit der Zerstörung von Vulkan auf diese Weise reagiert.

Die Geschichte rund um Spocks Pon Farr steht im Mittelpunkt und man erfährt einiges über die neue Vulkanier-Siedlung und wie es den Vulkaniern in den Jahren seit der Vernichtung ihrer Heimat ergangen ist – auch mit den üblen Konsequenzen, von denen u.a. Spock ergriffen wird. So irrationale Vulkanier zu sehen ist natürlich etwas gewöhnungsbedürftig, aber anderseits ist das auch eine Veranschaulichung, dass auch in den Vulkaniern ein wildes Tier gibt, das sie erst gelernt haben zu bändigen. Ich glaube es ist zudem nicht zu viel vorweg genommen, wenn ich verrate, dass mit ein bisschen technologischer Hilfe auch Spock wieder seinen Normalzustand erreicht und dabei ein Zitat aus dem 4. TOS-Kinofilm sehr zu gefallen weiß. 😀 Dafür entschädigt auch, dass die Story für meinen Geschmack eine Aussage aus dem TOS-Episode etwas zu wörtlich nimmt. (Dass Vulkanier zum Pon Farr dazu getrieben werden, nach Vulkan zurückzukehren, wobei es meiner Meinung nach eher reichen sollte, dorthin zu gehen, wo sich der Partner aufhält.)

Aber wie erwähnt geht noch anderes im Universum vor sich. Während am Beginn der Comic „Countdown to Darkness“ noch eine Art Abschluss bzw. Brückenschlag zu den Ereignissen des 12. Kinofilms erhält, werden wie gesagt noch einige weitere Ereignisse angeschnitten, die direkte Konsequenzen der Geschehnisse aus „Star Trek into Darkness“ sind. So tut sich sowohl bei den Klingonen etwas, als auch bei den Romulanern, die offenbar neue Verbündete gefunden haben. Hier leitet „After Darkness“ nur langsam hin und deutet an, dass in den kommenden Ausgaben noch mehr folgen wird. Insofern ist „After Darkness“ abgesehen von der Erzählung der eigenständigen Geschichte rund um Spock auch ein wenig „Pilotfilm“ für die kommenden Ongoing-Comics.

Bewertung: Ich vergebe mal solide 4 Sterne. Spocks „Weltraumfieber“ im neuen Universum verläuft komplett anders als im ursprünglichen Universum und ist daher wirklich eine eigenständige Geschichte. Nicht ganz perfekt oder ganz rund an manchen Stellen, insgesamt aber auf jeden Fall interessant aufgelöst. Die Passagen, die an den Countdown-Comic bzw. an „Star Trek into Darkness“ anschließen sind mal ein Versprechen für die Zukunft. Da wird man abwarten müssen, was noch kommt.

4stars

Anmerkungen:

Wie im Zweiteiler „Mirrored“ stammen die Zeichnungen wieder vom Team „Stellar Labs“. Mir persönlich gefiel ja bereits damals deren Zeichenstil, ich hatte lediglich zu bemängeln, dass die Wiedererkennbarkeit der Charaktere sehr stark schwankend war bzw. dass manchmal offenbar falsche Vorlagen verwendet wurden. Diese Probleme wurden in „After Darkness“ beseitigt. Die Charaktere sind sehr gut wiederkerkennbar und einer falsche Enterprise fliegt auch nirgendwo herum. 😉

Es gibt auch eine Anspielung auf das kurz vor dem Kinostart von „Star Trek into Darkness“ erschienenen Computerspiel „Star Trek“, in dem die Enterprise bereits einmal Neu-Vulkan besucht hat. Ich selbst habe das Spiel nie selbst gespielt, aber es ist (dem geplanten Cover nach) anzunehmen, dass im kommenden Ongoing-Comic #24 weitere Anspielungen auf das Spiel enthalten sein werden. Eine Anspielung war ja auch im letzten Kinofilm enthalten.

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