Rezension: GOR – “Enemy Territory”

Die Schlacht von San-Tarah ist nach den ersten beiden Romanen der Gorkon-Reihe geschlagen. Damit ist es im dritten Roman „Enemy Territory“ an der Zeit, dass der Schlachtkreuzer I.K.S. Gorkon seine eigentliche Mission im Kavrot-Sektor wieder aufnimmt, was wenig überraschend auch diesmal wieder zu reichlich Blutvergießen führt.

 Enemy_Territory

Am Beginn des Romans stehen aber Ereignisse im Mittelpunkt, die sich zeitgleich mit der Schlacht von San-Tarah zugetragen haben: Der Schlachtkreuzer Kravokh – auf derselben Mission wie die Gorkon – begegnet einem fremden Raumschiff einer Spezies, die sich Elabrej nennt. Die Elabrej sind eine nicht-humanoide Spezies und technologisch nicht so weit wie die Klingonen. Aber obwohl ihre Raumschiffe noch sehr primitiv sind, sind ihre Waffen äußerst effektiv und in ihrem Heimatsystem sind sie zahlenmäßig gut aufgestellt, unterhalten sie doch ein Militär, das vorrangig aufgestellt ist, um gegen die lokalen Separatisten zu kämpfen. Obwohl die Kravokh dem Feind beträchtliche Verluste zufügt, wird der klingonische Kreuzer besiegt und einige Crewmitglieder von den Elabrej lebend gefangengenommen.

Erst Wochen später, als der Verbleib der Kravokh weiterhin unbekannt bleibt  die I.K.S. Gorkon eine große Anzahl an Warp-Signaturen im Elabrej-System auffängt, beschließt Captain Klag, der Sache nachzugehen. Während die Kampgruppe der Klingonen in diesem Sektor die Schiffe der Elabrej in einen Kampf verwickelt, soll die Gorkon getarnt hinter den feindlichen Linien herausfinden, was aus der Kravokh und ihrer Crew geworden ist. Ein Fall für Anführerin Wol und die 15. Kampfeinheit. Doch nicht jeder Krieger in dieser Einheit ist das, was er zu sein scheint.

Hinzu kommt, dass der Kampf gegen die Elabrej nicht ganz so verläuft wie geplant und weitaus verlustreicher ausfällt. Zudem muss sich Captain Klag mit einer sich zusammenbrauenden Meuterei auseinandersetzen wie auch mit einer Chefingenieurin mit einem akuten Alkoholproblem – und das soll bei Klingonen schon was heißen!

Fazit: Ein wenig merkt man, dass nach San-Tarah etwas die Luft draußen ist. Die Hauptcharaktere sind weiterhin von Autor Keith R. A. DeCandido sehr gut beschrieben, alle haben ihre Rollen in der Geschichte und sind gut eingesetzt, was den Roman auch wieder sehr unterhaltsam macht. Die Story an sich ist aber etwas weniger „klingonen-typisch“. Obwohl die Gorkon wieder auf ihrer eigentlichen Mission ist, ist ihre Hauptaufgabe hier die Such- und Rettungsaktion für die Kravokh-Überlebenden, die in Gefangenschaft gerieten, weil sowohl Klingonen als auch Elabrej beim Erstkontakt ziemlich feindselig aufeinander losgingen. Der Unterschied zu den Kindern von San-Tarah aus „A good Day to die“ ist, dass die Elabrej bei weiten keine so ehrenvolle Krieger sind. Haben die Einwohner von San-Tarah noch das Bestmögliche, das ein Klingone sein konnte, repräsentiert, so verhält es sich bei den Elabrej diesmal komplett umgekehrt. Diese Leute sind ziemlich von sich selbst überzeugt, sehen Fremde – sofern sie deren Existenz überhaupt anerkennen – als Minderwertig an und sind sich untereinander auch sehr uneinig, was nicht nur durch eine nicht gerade saubere Gewaltentrennung zwischen Staat und Religion dargestellt wird, sondern auch durch die Aufteilung der Bevölkerung zwischen der herrschenden Elite und dem normalen Volk und den (recht gemäßigten) Separatisten. Es fällt im Verlauf der Geschichte also nicht gerade leicht, irgendwelche Sympathieträger bei den Elabrej zu finden. Meistens hat jeder, der den Ansatz von Vernunft zeigt, irgendeine andere relevante charakterliche Schwäche (aus klingonischer Perspektive versteht sich).

Das „Anfreunden“ mit den Elabrej wird auch dadurch erschwert, dass man sich lange Zeit kaum ein Bild von ihnen machen kann. DeCandido lässt viele, viele Seiten vergehen, bis endlich aus der Perspektive eines Klingonen ein Elabrej beschrieben wird und man sich was vorstellen kann.

Insofern ist man also während dieser Geschichte auf der sicheren Seite, wenn man einfach den bekannten Offizieren von der Gorkon die Daumen drückt und sich wünscht, sie mögen doch bitte so viele Elabrej wie möglich umnieten und niederstrecken und deren Planeten schnell erobern. 😀

Bewertung: Der Roman überzeugt als Gesamtwerk nicht besonders, da die zugrundeliegende Story nur bedingt spannend oder interessant ist. „Enemy Territory“ punktet sind wie in dieser Romanreihe gewohnt mit den klingonischen Charaktere und ihrer Interaktion untereinander, was oftmals auch sehr lustig zu lesen ist. Besonders amüsant empfand ich die Vorliebe eines Crewmitglieds für die klingonische (!) Fernsehserie „Kampfkreuzer Rache“, die in älteren TOS-Romanen gelegentlich erwähnt wurde und auch von DeCandidos Romanen immer wieder mal Erwähnung findet. Ebenfalls Sicherheitschef Lokor und Ingenieurin Kurak sorgen für einige Lacher, die für die etwas lahme Handlung durchaus entschädigen können. Mehr als 3 Sterne kann ich aber trotzdem nicht vergeben.

3stars

Anmerkung: Gegenüber den ersten beiden Romanen der Reihe wurde der Schriftzug „I.K.S. Gorkon“ deutlich verändert. Es sollte der einzige Gorkon-Roman mit diesem Schriftzug-Design bleiben. Der vierte Gorkon-Roman „A Burning House“ ist drei Jahre später im Rahmen der Reihe „Klingon Empire“ erschienen. „A Bruning House“ blieb allerdings selbst der einzige Roman dieser Reihe und die Crew der I.K.S. Gorkon hatte später nur noch einige kleinere Gastauftritte in Romanen anderer Reihen (z.B. in TNG „Quintessenz“).

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