Rezension: “The Brave and the Bold – Book 2”

Der eigentliche Grund, warum ich die Duologie „The Brave and the Bold“ überhaupt lesen wollte, verbirgt sich im zweiten Buch. Denn in der „I.K.S. Gorkon“-Reihe, die ich vor kurzem komplett gelesen habe, tauchen immer wieder Anspielungen auf ein Abenteuer bei Narendra III auf und der Vollständigkeit halber wollte ich auch noch diese Story lesen, die den Abschluss der vierteiligen Geschichte bildet.

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Jahre zuvor geht jedoch schon ein Testflug der U.S.S. Voyager gründlich schief. Anstatt mal mit gemächlicher Warp-Geschwindigkeit zum benachbarten Sonnensystem zu fliegen, erleidet sie Schiffbruch nicht unweit der Entmilitarisierten Zone, die die Föderation vom Raum der Cardassianer trennt und in der die Widerstandsbewegung Maquis entstanden ist. Und genau dieser Maquis scheint in den Besitz eines Malkus-Artefakts gekommen zu sein, denn katastrophale Wetterkapriolen verwüsten einen ganzen cardassianischen Planeten. Da die Voyager schwer beschädigt wurde, wechselt ihr vulkanischer Sicherheitschef Lieutenant Tuvok auf die U.S.S. Hood, die von Captain DeSoto kommandiert wird. Um das Malkus-Artefakt sicherzustellen, fingieren DeSoto und Tuvok ein Überlaufen des Vulkaniers zum Maquis. Tuvok schlägt zuerst großes Misstrauen entgegen und er selbst muss feststellen, dass nicht der Maquis als Gesamtes hinter dem Angriff auf den Planeten steckt, sondern nur ein Mann, der entgegen Captain Chakotays Anweisungen handelt. Zusammen mit Chakotay und Cal Hudson – ein Freund von Commander Ben Sisko, der ein Jahr zuvor zum Maquis gewechselt ist – machen sie sich auf die Suche nach dem Artefakt, denn sie wissen, dass jeder weitere Einsatz der Waffe durch ein Maquis-Mitglied ihrer Sache nur schaden würde. Zur gleichen Zeit folgt auch die U.S.S. Hood einer Spur und Captain DeSoto kommen Zweifel, ob Tuvoks Loyalität wirklich noch der Sternenflotte gilt.

Im vierten Teil der Geschichte wird dann das letzte Malkus-Artefakt gefunden: Der Gedankenmanipulator! Doch dieser wird im Gegensatz zu den anderen drei Waffen nicht von einer anderen Person verwendet, sondern vom Tyrann Malkus höchstpersönlich, dessen Bewusstsein einst in das letzte Gerät übertragen wurde. Die Reichweite des Gedankenmanipulators reicht aus, um die klingonische Kolonie auf Narendra III zu übernehmen und die Crews der Schiffe im Orbit. Doch damit Malkus wieder zu alter Macht gelangen kann, muss er alle vier Artefakte zusammensetzen. Dabei helfen sollen ihn jene vier Überlebenden, die einstmals mit den den anderen drei Artefakten in Berührung kamen. Und so gelingt es Malkus trotz großer Distanz, sich der Körper von Botschafter Spock, Admiral McCoy, Colonel Kira und Captain DeSoto zu bemächtigen und ihnen seinen Willen aufzuzwingen. Vom mysteriösen Verhalten der vier alarmiert versuchen die Enterprise und Captain Picard und Captains Klags Crew vom Schlachtkreuzer Gorkon, Malkus Pläne zu durchkreuzen.

Fazit: Das Cover ist etwas trügerisch, denn nicht Maquis-Captain Hudson oder Captain Kathryn Janeway stehen im Fokus der ersten Geschichte, sondern Captain DeSoto, der aus der TNG-Folge „Der Telepath“ bekannt ist und früher William T. Rikers Vorgesetzter war. Eigentlich sollten richtigerweise DeSoto und Hudson ihre Hälfte des Covers zieren, denn Janeway hat nur einen Kurauftritt (sogar deutlich kürzer als jener von Ben Sisko im ersten Buch) und darf gerade mal ihren Sicherheitschef an DeSoto ausleihen. Im Grunde betrifft die Überlassung auch das einzige größere Problem der Handlung – am besten hätte man die Voyager ganz rausgelassen und Tuvok auf der Hood regulär dienen lassen. Ich denke, es hätte sich betreffend Kontinuität zur Serie dadurch kein gröberer Widerspruch ergeben. So aber erscheint die Auflösung der Frage, wie Tuvok nach Sicherstellung des Malkus-Artefakts undercover beim Maquis bleibt, etwas weit hergeholt. Wäre er regulärer Sicherheitschef der Hood gewesen, würde ich sein spezifisches Wissen über dieses Schiff am Ende der Story nicht in Frage stellen. So bleibt es aber der einzige Minuspunkt in einer ansonsten sehr gelungenen Geschichte, die hervorragend erklärt, wie gerade Tuvok beim Maquis als Spion gelandet ist. Mit Hudson, Chakotay, Janeway und DeSoto hat man zwar neben Tuvok noch ziemlich viele „Kommandanten-Figuren“ in der Geschichte, aber die stehen sich nicht nennenswert im Weg. Speziell Chakotay und Hudson harmonieren zusammen sehr gut als gleichgestellte Captains von Maquis-Schiffen. Insgesamt ist die dritte Geschichte wirklich ein hervorragendes Prequel zu „Voyager“ und Ergänzung zur DS9-Doppelfolge „Der Maquis“ aus der 2. Staffel.

Das „Grande Finale“ von „The Brave and the Bold“ bestreiten dann wie erwähnt die Crews der Enterprise und der Gorkon. Etwas Besonderes ist dieses Finale vor allem durch die Beteiligung der von Malkus übernommenen Personen, speziell wie McCoy und Spock eingebaut wurden gefiel mir. Ebenfalls eine große Rolle spielt Worf, der zum Zeitpunkt dieser Story bereits Föderationsbotschafter auf Kronos ist. Ein Highlight in dieser Geschichte ist eine Gedankenverschmelzung, die Spock mit Worf initiiert, um Malkus Einfluss auf sie beide zu schwächen. Nicht nur dass diese Passage sehr stark geschrieben ist, ist es doch erstaunlich, welche Parallelen es zwischen den beiden Charakteren gibt, die einem spontan vielleicht gar nicht einfallen würden.

Wirklich begeistert hat mich das Finale aber dann doch nicht zurückgelassen. Eine Geschichte, in der es um die geplante Wiederauferstehung des Tyrannen Malkus geht, hätte ich mir doch größer vorgestellt, von epischem Ausmaß. Der Abschluss der Geschichte kommt zu schnell und ist zu einfach für eine Geschichte, in der die Ereignisse aus drei vorangegangenen Geschichten kumulieren.

Bewertung: Insgesamt war das zweite Buch auf jeden Fall besser als das erste. Allerdings resultiert das vor allem aus der wirklich hervorragenden Story rund um Tuvok und – leider – nicht aus dem Abschluss der Geschichte. Diese enthält zwar auch immer wieder gelungene Passagen, aber wenn man einer Story durch zwei Bücher, vier Geschichten und einem Prolog und drei Jahrhunderte folgte, dann erwartet man am Ende wirklich einen großen Knall. Den verwehrt „The Brave and the Bold“ dem Leser leider, weshalb es „nur“ gute 4 von 6 Sterne gibt.

4stars

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