Rezension: SKR – „Point of Divergence“

Der zweite Roman der neuen „Seekers“-Reihe von David Mack, Kevin Dilmore und Dayton Ward führt die Geschichte aus dem ersten Roman lückenlos fort. Diesmal liegt der Fokus aber weniger auf der Crew der USS Sagittarius und dafür mehr auf jener der USS Endeavour, die gegen Ende von Buch 1 „Second Nature“ als Verstärkung für die Sagittarius beim Planeten Arethusa eintraf.

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Die Lage auf dem Planeten eskaliert zunehmend. Nicht nur dass die Sagittarius auf einer Insel eine äußerst harte Notlandung hingelegt hat, ist auch noch ein klingonischer Schlachtkreuzer unter dem Kommando von Kang (siehe hierzu die TOS-Episode „Das Gleichgewicht der Kräfte“) im Orbit. Die Klingonen kamen ursprünglich nach Arethusa, um einige Exemplare der dort heimischen Tomol gefangen zu nehmen und für Studien nach Kronos zu bringen. Doch die für die Klingonen interessanten übernatürlichen Fähigkeiten haben auch von den Klingonen Opfer in Form eines Außenteams und eines Birds of Prey gefordert. Und jene Tomol, die bereits diese Wandlung durchgemacht haben, erweisen sich vor allem für die gestrandete Sagittarius-Crew als unmittelbare Bedrohung, als auch für ihr eigenes Volk, denen sie in ihrem Machtrausch die Verwandlung aufzwingen wollen.

Fazit: „Point of Divergence“ setzt die Handlung des durchaus gelungenen ersten Romans sehr gut fort. Dank der engen Zusammenarbeit der drei Autoren merkt man nicht wirklich, dass hier Dilmore und Ward David Mack abgelöst haben. Wie schon die „Vanguard“-Reihe ist auch „Seekers“ wieder ein Team-Projekt und ganz loslassen können die drei die Geschichte rund um die Starbase 47 „Vanguard“ noch immer nicht. Die dort als Hauptgegner etablierten Shedai haben auch in der Vergangenheit der Tomol ihre Finger drinnen und da die Crews von Sagittarius und Endeavour bekanntlich schon Erfahrungen mit den Shedai hatten, finden sie in diesem Roman heraus, dass die Verwandlung der Tomol zwar eine völlig natürliche Entwicklung ist, die damit einhergehenden destruktiven Charaktereigenschaften aber erst von den Shedai in das Genom der Tomol eingesetzt wurde. Als zusätzliche Komponente gibt es auch einen sogenannten Bewahrer-Obelisken auf dem Planeten, der die Tomol vor den Verwandelten schützen soll. Die Gegenmaßnahmen dieser Maschine sind zwar sehr effektiv, sie scheut aber auch nicht vor Kollateralschäden zurück. Die Crews der beiden Sternenflottenschiffe kommen während dieses Abenteuers also ganz schön in Bedrängnis.

So richtig Spannung kommt aber selten auf, wobei die Handlung in „Point of Divergence“ sogar abwechslungsreicher ist, als im ersten „Seekers“-Roman. Insgesamt ist die Geschichte, die hier in zwei Büchern erzählt wird, zusammengenommen wohl etwas zu lang geraten. Es gibt nicht viele Schauplätze und – was vielleicht der größte Nachteil des 2. Buches ist – in Form der Crew der Endeavour stoßen nicht sonderlich viele neue interessante Charaktere hinzu. Im Vergleich zur kleinen und familiären Sagittarius-Crew ist die Crew der Endeavour nicht so interessant, hier ragen vor allem Doktor Leone und Captain Khatami etwas hervor, wobei der Captain in diesem Roman relativ wenig zu tun hat. Ihre Stellvertreterin Commander Stano bleibt – wie auch der Wissenschaftsoffizier Klisiewicz – eher blass, auch wenn die Handlung die beiden stark in den Vordergrund schiebt.

Nicht unbedingt als Negativ-Punkt sollte verstanden werden, dass mit „Point of Divergence“ die Story rund um die Tomol ein rundes Ende nimmt. Im Gegensatz zu „Vanguard“ ist die Reihe „Seekers“ so ausgelegt, dass die Crews der beiden im Mittelpunkt stehenden Sternenflottenschiffe in sich abgeschlossene Abenteuer erleben. Durch die Einbindung des Bewahrer-Obelisken würde sich eine übergreifende Mystery-Handlung jedoch beinahe aufdrängen. Allerdings ist bereits bekannt gegeben worden, dass der dritte „Seekers“-Roman namens „Long Shot“ (von David Mack) wieder eine eigenständige Story erzählen soll und sich auf ein Abenteuer der Sagittarius-Crew fokussieren wird.

Bewertung: Obwohl mir die Geschichte eigentlich sehr gut gefällt, war das zweite Buch ziemlich ermüdend zu lesen, obwohl es wie erwähnt inhaltlich etwas mehr Abwechslung bot als das erste Buch. Ein wenig mag es vielleicht auch an den Charakteren gelegen haben, hauptsächlich aber vielleicht auch, weil der Ausgang der Geschichte etwas vorhersehbar war. Es war vielleicht keine gute Idee, schon vorweg die „Seekers“-Reihe damit zu bewerben, dass sie anders als der Vorgänger „Vanguard“ abgeschlossene Geschichten erzählt. Das ist zwar bei vielen Star Trek-Romanen – gerade bei jenen zur TOS-Ära – üblich, aber da durchaus Potenzial für ein zumindest teilweise offenes Ende und ein unaufgeklärtes Mysterium gegeben war, hielt sich die Freude über das Finale der Story wohl vor allem ab der zweiten Hälfte des Romans etwas in Grenzen. Am Ende läuft – leider erwartungsgemäß – doch einiges zu glatt ab und es überrascht auch nicht, dass eine meiner Meinung nach extrem riskante Problemlösung in dieser Geschichte ohne Konsequenzen bleibt.

Ich geben „Point of Divergence“ mal 3 Sterne. Am liebsten würde ich ja 3,5 Sterne geben, aber einerseits gebe ich keine „halben“ Sterne und anderseits möchte ich hier abrunden, da der Vorgänger „Second Nature“ mir insgesamt doch ein wenig besser gefallen hat und ich dem ersten Buch 4 Sterne verliehen haben.

3stars

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