Rezension: TOS – „Legacies – Book 2: Best Defense“

Teil 2 der „Legacies“-Trilogie wurde von David Mack verfasst und setzt kurze Zeit nach dem Ende von Teil 1 „Captain to Captain“ an. Die folgende Rezension verrät somit den Ausgang des vorangegangenen Romans.

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Was ist also bisher geschehen? Captain Una – einstmals Erste Offizierin unter Captain Pike – ist zum Planeten Usilde und einer verlassenen Festung der Jatohr zurückgekehrt, um dort den sogenannten Transfer-Schlüssel zu aktivieren, der eine Öffnung zu einer fremden Dimension zu öffnen vermag. Una hoffte, durch ein dadurch entstehendes Portal Besatzungsmitglieder der Enterprise zurückzuholen, die von den Jatohr vor 18 Jahren in die fremde Dimension verbannt wurden. Doch auf der anderen Seite des geöffneten Portals erstreckte sich nur verlassene Einöde, weshalb Una beschloss, selbst durch das Portal zu gehen und sich auf die Suche nach ihren Kameraden zu machen. Captain Kirk und Mister Spock sollten ihr 60 Tage Zeit geben und dann nach Usilde zurückkehren, um das Portal erneut zu öffnen. Jedoch erweist sich dieses Versprechen als so gut wie undurchführbar: Nicht nur haben die Klingonen inzwischen eine Besatzungsmacht auf Usilde stationiert. Zudem wird Kirk auch noch der Transfer-Schlüssel von einer romulanischen Agentin gestohlen.

45 Tage später: Captain Una irrt durch eine surreale Umgebung und findet schließlich ihre Kameraden, die zusammen mit einigen Einheimischen von Planeten Usilde eine kleine Kommune gebildet haben. Aber auch die Jatohr selbst sind in dieser Dimension präsent und bewachen die Gegend, in der sich das Dimensionsportal öffnen soll mit ihren Drohnen. Mit einem kleinen Team bricht Una zur Jatohr-Stadt auf, um von den Drohnen ausgehende Gefahr zu neutralisieren.

Zur gleichen Zeit finden auf dem Planeten Centaurus Friedensgespräche zwischen der Föderation und dem klingonischen Imperium statt. Botschafter Sarek und Ratsmitglied Gorkon stehen an der Spitze der Verhandlerteams, die gemäß den Anweisungen der mächtigen Organier einen Friedensvertrag aushandeln sollen. Dass die Organier damit gedroht haben, bei einem Scheitern der Verhandlungen interstellare Reisen von Föderation und Imperium für immer zu unterbinden, weckt auch das Interesse anderer Mächte an den Verhandlungen. Sowohl das Orion-Syndikat, als auch die Romulaner sähen es nur zu gerne, wenn die Organier zwei ihrer größten Konkurrenten immobilisieren würden. Und so gibt es schon bald den ersten Zwischenfall: Ratsmitglied Gorkon verschwindet spurlos und die Klingonen reagieren sofort auf diese Provokation, indem sie einen ihrer Schlachtkreuzer nach Centaurus schicken, was im Gegenzug die Föderation veranlasst, die Enterprise ebenfalls dorthin zu schicken. Die Situation ist angespannt und droht jeden Moment zu eskalieren. Während die Klingonen der Föderation des „Mordes“ an Gorkon bezichtigen, vermutet Captain Kirk, dass die Romulaner Gorkon mittels Einsatz des Transfer-Schlüssels verschwinden ließen. Eine zutreffende Vermutung, denn tatsächlich befindet sich ein getarntes Romulaner-Schiff im Orbit, auf dem die Agentin, die den Transfer-Schlüssel entwendet hat, nicht die das volle Vertrauen des Schiffskommandanten genießt.

Ratsmitglied Gorkon, Botschafter Sarek und seine Frau Amanda sind
aus Film und Serie bekannte Gastcharaktere in „Best Defense“.

Fazit: Überraschenderweise nimmt Captain Unas Odyssee durch die fremde Dimension nicht viel Platz in Teil 2 der Trilogie ein. Vielmehr stehen die Geschehnisse auf Centaurus im Mittelpunkt, wo die gegensätzlichen Interessen von Föderation, Klingonen und Romulanern aufeinander prallen. Mitten in dieser diplomatischen Katastrophe befindet sich auch noch Doktors McCoys Tochter Joanna, die auf Centaurus studiert und ein sehr angespanntes Verhältnis zu ihrem Vater hat. In diesem Roman hat es die junge Frau aber wirklich schwer, denn abgesehen von familiären Streitigkeiten schickt der Autor die junge Studentin auch noch wann immer möglich zum falschen Zeitpunkt an den falschen Ort. So viel Pech wie Joanna in „Best Defense“ erfährt, wünscht man nur seinen schlimmsten Feinden.

À propos Feinde: Die Romulaner stehen sich in typischer Manier wieder mal selbst im Wege, die Intrigen an Bord des Birds-of-Prey sind zwar anfangs recht spannend, aber nachdem so ziemlich jeder gegen jeden gemeutert hat, ist man dann doch ganz froh, wenn die Anwesenheit der Romulaner endlich aufgedeckt wird und David Mack schreiben kann, was ihm am besten liegt: Action! Allerdings hat man von ihm schon bessere Action-Sequenzen gelesen, weniger wäre in diesem Roman durchaus mehr gewesen, zumal sich parallel zum Raumschiffgefecht auch auf Centaurus Katastrophen ereignen. Wesentlich dezenter ist die Involvierung des Orion-Syndikats, allerdings wird schnell klar, dass dieses nur als Ablenkung vorgesehen sind, um den Verdacht nicht so schnell auf die Romulaner zu lenken. Das gelingt nicht so wirklich, da Kirk & Co die Verwendung des Transfer-Schlüssels schon kurz nach Gorkons Verschwinden vermuten und sie bestens informiert darüber sind, dass sich dieser im Besitz der Romulaner befindet.

Bewertung: „Best Defense“ ist ein interessanter Ausflug nach Centaurus, aber auch wenn nur vergleichsweise wenige Seiten des Trilogie-Mittelteils Unas Reise durch die fremde Dimension gewidmet ist, so hat mir dieser Teil der Story insgesamt doch am Besten gefallen, wenngleich für das Finale noch einige Fragen offen sind. Insgesamt ist auch dieser Roman gut gelungen, aber nicht so gut wie Greg Cox‘ „Captain to Captain“. Man merkt durchaus, dass Cox mit den vertrauten Charakteren aus der klassichen Serie mehr anzufangen weiß. „Best Defense“ wirkt hier etwas oberflächlichlicher. Dafür fängt Mack die brenzlige Situation auf Centaurus sehr gut ein, lediglich die Action am Schluss zieht sich ein wenig angesichts dessen, dass ihr etwas die Rafinesse fehlt. Vor allem Dank dem Una-Handlungsstrang empfinde ich „Best Defense“ als überdurchschnittlichen Star Trek-Roman, dem ich 4 von 6 Sterne gebe. Ich hoffe aber sehr darauf, dass Kevin Dilmore & Dayton Ward ein Finale liefern werden, das wieder an das Niveau des ersten Teils der Trilogie heranreicht.

4stars

Anmerkung: Das Covermotiv dieses Romans (und auch des nächsten Romans) soll vermutlich die Jatohr-Festung auf Usilde darstellen. Diese Darstellung ähnelt der Beschreibung in den Romanen überhaupt nicht.

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