30 Jahre The Next Generation !

Nur wenige Tage nach dem Start einer brandneuen Star Trek-Serie feiert eine andere ihr 30jähriges Jubiläum! Am 28. September 1987 wurde der Pilotfilm von „Star Trek – The Next Generation“ in den USA ausgestrahlt. Anlässlich dieses Jubiläums folgt nun eine kleine Übersicht ausgewählter Artikeln meines Blogs, in denen es um die zweite Live-Action-Serie des Star Trek-Franchise geht, die es zwischen 1987 und 2002 auf 7 Serienstaffeln und 4 Kinofilme gebracht hat:

„The Buried Age“ (Roman-Rezension)
Ein sehr gelungenes Prequel zu „The Next Generation“ bildet dieser Roman von Christopher L. Bennett, den ich bereits vor ein paar Jahren rezensiert habe. In diesem Roman erfahren wir, welche Abenteuer Jean-Luc Picard in den Jahren zwischen dem Verlust der U.S.S. Stargazer und dem Antritt seines Kommandos an Bord der U.S.S. Enterprise NCC-1701-D erlebt hat und wie er seine neue Führungscrew und andere Weggefährten kennenlernte.

„Der Mächtige“/“Mission Farpoint“ (Pilotfilm-Review)
Aus Anlass des Starts von „Discovery“ habe ich in diesem Jahr damit begonnen, auch all die anderen Pilotfilme der Star Trek-Serie zu rezensieren. In meiner Blog-Rubrik „Star Trek Film-Reviews“ findet ihr auch die Links zu meinen Kinofilm-Reviews der 4 Leinwandauftritte der TNG-Crew und natürlich noch einiges mehr.

„Im Bann des Wolfs“ (Comic-Rezension)
Der deutsche Dino-Verlag hat nicht sehr viele Star Trek-Comics herausgebracht, aber darunter fand sich auch diese sehr interessante Geschichte, die Commander Datas Vorliebe für Sherlock Holmes-Holodeckszenarien mit der Wiederkehr von Jack the Ripper aus der TOS-Episode „Der Wolf im Schafspelz“ verknüpft.

„The Next Generation Sketchbook“ (Sachbuch-Rezension)
Ich habe viele Sachbücher rezensiert, in denen es mitunter auch um „The Next Generation“ ging. In diesem hervorragenden Sketchbook geht es aber ganz allein um die Designarbeit zum 7. und 8. Kinofilm – „Treffen der Generationen“ und „Der Erste Kontakt“. Als ein ganz allgemeines Making-of-Buch, das vor allem für Einsteiger in die Serie geeignet ist, wäre noch „The Next Generation 365“ zu erwähnen.

„Where the End begins“ (Fan-Fiction-Roman)
Nur einer meiner Romane ist in der TNG-Ära angesiedelt: „Where the End begins“ ist dabei ein Crossover von „The Next Generation“ und „Voyager“, zeitlich angesiedelt rund um die Ereignisse des letzten TNG-Kinofilms „Nemesis“.

„The Next Generation“ ist auf meinem Blog im Vergleich zu „Enterprise“ und „The Original Series“ vielleicht nicht dermaßen stark vertreten, aber neben diesen vorgestellten Artikeln gibt es hier doch noch einiges mehr zu jener Star Trek-Serie, die das Franchise während des Übergangs von den 80ern in die 90er-Jahre symbolisiert.

Ich wünsche euch noch viel Vergnügen beim Lesen und schließe diesen Artikel wie auch schon meinen letztjährigen zum 50jährigen Star Trek-Jubiläum mit einem Werk von Dusty Abell ab.

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Pilotfilm-Review: „Star Trek : Discovery – Das vulkanische Hallo/Kampf beim Doppelstern“

Gestern war es endlich soweit: Nach zwei Verschiebungen (ursprünglich waren Starttermine im Jänner und dann im Mai geplant) gingen die ersten beiden Episoden von „Star Trek – Discovery“ gestern auf Netflix online. Zwar präsentiert man uns den Serienauftakt als zwei getrennte Episoden – Auftaktfolgen in Spielfilmlänge scheinen heutzutage leider out zu sein – aber die beiden Episoden gehen direkt ineinander über, weshalb ich sie gemeinsam als Pilotfilm rezensiere.

Handlung: Wir schreiben das Jahr 2256 – zehn Jahre vor den Abenteuern von Captain Kirk & Co in der klassischen Star Trek Serie. Der Klingonen T’Kuvma hält vor seinen Anhängern eine Rede, in der er die sich bekriegenden 24 Häuser des Klingonischen Imperiums anprangert und die Bedrohung der klingonischen Lebensweise durch die Vereinigte Föderation der Planeten betont. T’Kuvma ist entschlossen, das Imperium wie einst Kahless erneut gegen einen gemeinsamen Feind in die Schlacht zu führen.

Zwei Repräsentanten diese „Feindes“ sind in der Zwischenzeit auf einem Wüstenplaneten in einer wohltätigen Mission unterwegs: Sternenflotten-Captain Philippa Georgiou und ihre Erste Offizierin Michael Burnham suchen eine Siedlung des einheimischen Volkes auf, um dort einen Brunnen zu revitalisieren. Es gelingt und nach einer kurzen Wanderung durch die Wüste, in der wir erfahren, dass Burnham seit 7 Jahren unter Georgiou dient und nach Meinung des Captains reif für ein eigenes Kommando ist, werden sie von ihrem Schiff – der U.S.S. Shenzhou – vor einem nahenden Sandsturm gerettet.

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Captain Georgiou und Commander Burnham sichern auf einer Wüstenwelt das Überleben der Crepusculaner.

Die nächste Mission führt die Shenzhou an den Randbereich der Föderation, in ein binäres Sonnensystem, wo ein dort stationiertes Kommunikations-Relais aus unerklärlichen Gründen Schaden genommen hat. Und dies vermutlich nicht zufällig. Denn ganz in der Nähe, zwischen Asteroidentrümmern versteckt, entdeckt Wissenschaftsoffizier Saru ein nicht identifizierbares Objekt künstlichen Ursprungs. In einem mit Jetpack ausgestatteten Raumanzug unternimmt Commander Burnham eine Erkundungsmission zum Objekt, das sich als uraltes Artefakt entpuppt – und sieht sich kurz nach dem Aufsetzen auf dessen Hülle sogleich mit einem klingonischen Krieger konfrontiert.

Burnham gelingt es mit Glück den Krieger zu töten und kann selbst gerade noch rechtzeitig von der Shenzhou wieder an Bord geholt werden, um vor den Klingonen zu warnen, die sich kurz darauf wie aus dem Nichts vor dem Bug der Shenzhou in Form eines gewaltigen Raumschiffs manifestieren – T’Kuvmas Flaggschiff. Doch T’Kuvma zeigt kein Interesse daran, mit dem Sternenflottenschiff in Kontakt zu treten. Stattdessen geht es ihm vielmehr darum, das Artefakt – ein Leuchtfeuer – zu aktivieren, das daraufhin nicht nur grelles Licht aussendet, sondern auch ein Funksignal. Burnham vermutet, dass die Klingonen damit Verstärkung rufen, doch in Wahrheit geht es T’Kuvma um weitaus mehr: Mit der Aktivierung des uralten Objekts ruft er die Führer der 24 dominanten Häuser des Klingonischen Imperiums herbei, um sie unter seiner Führung zu einen. Burnham will nicht bis zu deren Ankunft warten und nach kurzer privater Konsultation mit Botschafter Sarek – ihrem Ziehvater, der sie einst aufnahm nachdem Burnhams Eltern bei einem klingonischen Angriff ums Leben gekommen waren – empfiehlt sie ihrem Captain, ein „vulkanisches Hallo“ zu senden: sich Respekt zu verschaffen, indem man den ersten Schuss abgibt. Doch Georgiou ist strikt dagegen, das Credo der Sternenflotte – „Wir kommen in Frieden“ – zu missachten und wirft Burnham vor, nur deshalb für diese aggressiv-logische Vorgehensweise zu sein, weil sie einen Groll gegen die Klingonen hege. Georgious Weigerung treibt Burnham bis zum Äußersten: Meuterei! Doch Burnhams Versuch, T’Kuvmas Schiff anzugreifen, wird von der Crew der Shenzhou unterbunden. Georgiou erlangt ihr Kommando zurück … nur um sich kurz darauf einer Armada aus 24 weiteren ankommenden Klingonen-Schiffen gegenüberzusehen.

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Captain Georgiou holt sich ihr Kommando zurück mit einem Phaser in der Hand, der auch direkt aus der klassischen Star Trek-Serie stammen könnte. Die Sternenflotten-Requisiten sind in dieser Hinsicht sehr gelungen. Die inflationär eingesetzten Touch-Eingabeflächen auf der U.S.S. Shenzhou weniger.

Fazit: Meine sehr umfangreiche Zusammenfassung der Handlung bezieht sich allein auf die erste Folge „Das vulkanische Hallo“. Insofern könnte man annehmen, dass sich zum Auftakt der Serie ganz schön viel tut. Jedoch ist die meiner Meinung nach größte Schwäche dieser Doppelfolge der Umstand, dass die Handlung örtlich sehr statisch ist. Die Einführung von Burnham und Georgiou auf dem Wüstenplaneten ist noch sehr stimmungsvoll und versprüht ein Abenteuer-Feeling, das der Ära der klassischen „The Original Series“ auch sehr gut zu Gesicht steht. Ähnlich wie der Auftakt von „Star Trek Into Darkness“ sehen wir am Beginn der Folge den Abschluss einer Rettungsmission, wenngleich diese nicht ganz so dramatisch und spektakulär ist – abgesehen vom beeindruckenden Erstauftritt der U.S.S. Shenzhou. Aber schon nach 8 Minuten verlagert sich das Geschehen hin zum binären Sonnensystem und dort bleibt die Handlung bis zum Schluss „stecken“. Die Shenzhou und T’Kuvmas Flaggschiff stehen sich lange einfach gegenüber. Da T’Kuvma nicht auf die Rufe antworten will und Georgiou keine drastischeren Maßnahmen erwägen will, bleibt es lange Zeit dabei. Später in der Geschichte bekommen beide Schiffe Verstärkung, aber am Ende reduziert es sich dann doch wieder auf die Ausgangssituation mit den beiden genannten Raumschiffen.

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Der Auftritt der U.S.S. Shenzhou hinterlässt bleibenden Eindruck. Es handelt sich meiner Meinung nach um ein sehr schönes Schiffsdesign. Diese Effektaufnahme und auch alle anderen CG-Effekte im Pilotfilm sind von sehr hoher Qualität.

Die Zwischenzeit wird natürlich immer genutzt, um uns Michael Burnham, Philippa Georgiou und Saru näherzubringen – dem Triumvirat auf der Shenzhou, das der Personenkonstellation Kirk/Spock/McCoy nachempfunden ist. Auch dieses Triumvirat (das es ja auch im ersten TOS-Prequel „Enterprise“ gab) ist eine gelungene Anlehnung an die klassische Serie. Georgiou gefällt mir von den drei Charakteren eindeutig am besten, auch wenn ihr Handeln lange Zeit etwas zahm wirkt im Gegensatz zu ihren bissigen Kommentaren. Der Kelpianer Saru ist aufgrund seines kulturellen Backgrounds auch sehr auf Zurückhaltung bedacht, aber um keinen Streit mit seinen menschlichen Kollegen verlegen. Allen voran mit der Ersten Offizierin. Michael Burnham merkt man durchaus an, dass sie als der Hauptcharakter der Serie konzipiert ist. Immerhin ist sie es, die als erste aus der Reihe tanzt mit ihrer missglückten Meuterei. Aber ansonsten harmoniert der Charakter auch sehr gut im Rahmen des Triumvirats. Wenn diese drei zusammen in einer Szene sind, herrscht durchaus ein etwas lockerer Unterton, aber insgesamt ist die vermittelte Grundstimmung im Pilotfilm von „Discovery“ doch sehr ernst.

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Georgiou (Michelle Yeoh), Burnham (Sonequa Martin-Green) und Saru (Doug Jones) bilden ein stimmiges Triumvirat in der Führungsriege der U.S.S. Shenzhou. Mit einer – kurzen – Ausnahme bleiben die anderen Besatzungsmitglieder im Hintergrund.

Die Klingonen auf Kriegspfad steuern ebenfalls keinen Humor bei, aber das hat wohl niemand erwartet. 😉 Wobei ihre Aussprache doch für ein wenig unfreiwillige Erheiterung beim Zuseher sorgt. Denn selbst Klingonisch klingt aus ihren Mündern äußerst seltsam. Es mag an den umfangreichen Masken liegen, die die Gesichter der Darsteller bedecken. Das klingonische Make-up im Lauf der Jahrzehnte ist ja ein Kapitel für sich und ich selbst fand immer, dass die ständige Veränderung ihres Aussehens in verschiedenen Epochen den Klingonen eine interessante Vielfalt verlieh. Aber jene Klingonen aus „Discovery“ gehen für meinen Geschmack schon etwas zu weit. Vor allem die verlängerten Hinterköpfe und die Nasenform gefallen mir gar nicht. Ein bisschen Vielfalt sehen wir zwar wenn die Führer der Häuser mit T’Kuvma konferieren, aber im Grunde sehen doch wieder alle gleich aus.

Und damit gelange ich auch schon zu den produktionstechnischen Aspekten des Pilotfilms und der Serie im Allgemeinen. Eines mal ganz klar vorweg: Regisseur David Semel hat es erfolgreich geschafft, den ersten beiden Folgen einen cinematischen Look zu geben. Das breitere 2:1-Bildformat mag ebenfalls helfen, aber mir gefiel der Kameraeinsatz generell. Und auch was sich vor der Kamera befindet, ist von hoher Qualität. Die Sets, die Requisiten, die Kostüme. Mir mag das Make-up nicht zusagen, aber das restliche Klingonen-Design ist wirklich beeindruckend detailreich. Auch die Ausstattung der Sternenflotte kann sich sehen lassen, einige Requisiten wirken sogar wie direkt aus TOS gesogen … was aber für den Rest der Ausstattung nicht gilt. Ich weiß den betriebenen Aufwand der Kreativen wirklich sehr zu schätzen, man sieht die in die Serie reingesteckte Mühe. Nur meinen Vorstellungen eines TOS-Prequels entspricht es leider nicht.

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Das neue Aussehen der Klingonen ist sehr gewöhnungsbedürftig. Wir haben im Lauf der Jahrzehnte schon viele unterschiedlich aussehende Vertreter dieser Spezies erblickt, aber zumindest physisch scheint man – wie man an dieser Versammlung der wichtigsten Häuser sieht – in „Discovery“ einen relativ einheitlichen Look gewählt zu haben.

Ich habe es schon mal erwähnt und wiederhole mich hier bewusst: Die Umsetzung eines Prequels, das nur 10 Jahre vor der klassischen Serie im Prime-Universum angesiedelt ist – und damit sogar nach dem ersten TOS-Pilotfilm „Der Käfig“ spielt – ist einfach ein ungemein schwieriges Unterfangen. Der Look der klassischen Serie ist ikonisch, aber auch nicht gerade zeitgemäß – kein Wunder, immerhin wurde die Serie ja vor 50 Jahren produziert. Dennoch wurde dieses Design für einzelne Folgen in „The Next Generation“, „Deep Space Nine“ und „Enterprise“ penibel rekonstruiert. Was in Form kurzer, nostalgischer Ausflüge funktioniert, funktioniert logischerweise schwerlich als Setting für eine moderne Fernsehserie aus dem Jahr 2017, das ist mir schon klar. Und natürlich sehen wir Captain Pikes U.S.S. Enterprise auch nicht und insofern stehen die Türen für eine gewisse Überarbeitung des Sternenflotten-Looks auf der U.S.S. Shenzhou schon offen. Aber mal abgesehen von den Requisiten – Phaser, Tricorder, Kommunikator und Phaser-Gewehr – erkenne ich in der visuellen Präsentation nicht sehr viel von der TOS-Ästhetik wieder. Inhaltlich mag das insofern teilweise gedeckt sein, da die Shenzhou bereits Ende der 2240er-Jahre als altes Schiff gilt. Insofern haben sich die Macher einen zeitlichen Sicherheitsabstand zur TOS-Ära durchaus in dieser Hinsicht eingeräumt. Aber wäre es nicht sehr viel leichter gewesen, die Serie gleich etwas früher anzusiedeln? Und vielleicht auf die eine oder andere Touchscreen-Bedienfläche zugunsten manueller Bedienelemente zu verzichten? Oder auf den Holo-Kommunikator, bei dem sich ganz augenscheinlich keiner im Produktionsteam Gedanken darüber gemacht hat, wie sich die Szene für den Gesprächspartner darstellt? (Holo-Sarek in Burnhams Quartier und Admiral Anderson auf der Shenzhou-Brücke verhalten sich irrwitzig für Leute, die nicht physisch anwesend sein sollen!)

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T’Kuvmas Schiff (links) soll von äußerst altertümlicher Bauweise sein, doch auch die anderen Häuser nutzen bei ihrem Angriff auf die Shenzhou Schiffe, die nicht gerade wie D7-Kreuzer oder Birds-of-Prey aussehen.  Ausgerechnet T’Kuvmas Schiff ähnelt in seiner Form zumindest noch im Groben bekannten klingonischen Raumschiffen.

Worin anderseits wieder durchaus viele Anspielungen auf die klassische Serie zu erkennen sind, ist die Akustik. Viele Soundeffekte wirken äußerst vertraut. Auch die Musikuntermalung während der Folge ist gut gelungen, auch wenn sie nichts Spezielles ist. Jeff Russos Score traut sich hin und wieder auch in den Vordergrund, aber ein Michael Giacchino ist er leider nicht – was sich besonders in der Titelmelodie niederschlägt. Ich will nicht sagen, dass sie keine Melodie hätte – sie ist lediglich sehr schwer zu merken bzw. wiederzugeben. Das liegt aber nicht daran, dass sie zu komplex wäre, sondern weil sie im Gegenteil viel zu simpel ist. Eine Wiederholung von vier Doppeltönen hintereinander ist da einfach zu wenig. Die Bilder des Intros werden aber ausreichend untermalt. Dessen Stil ist im Grunde so, wie ich es erwartet und sogar erhofft hatte. Nur die Motive finde ich teilweise sonderbar gewählt. Ich denke nicht, dass es die Serie gut repräsentiert. Den Pilotfilm erst recht nicht, denn dafür liegt er Fokus zu stark auf die U.S.S. Discovery … die in den ersten beiden Folgen gar nicht vorkommt. 😉

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Einen Ausblick auf die titelgebende U.S.S. Discovery gibt es nur im stilistisch interessanten Vorspann. In den ersten beiden Folgen der Serie kommt das Schiff noch gar nicht vor.

Bewertung: „Das vulkanische Hallo“ und “Kampf beim Doppelstern“ zu bewerten, fällt mir äußerst schwer. Handwerklich ist dieser aus zwei Folgen zusammengesetzte Pilotfilm 1A inszeniert und produziert. Die Story hat eine gute Portion Abenteuerspirit, vor allem im ersten Teil der Geschichte und passt damit zeitlich auch gut in die unmittelbare Prä-TOS-Ära. Nichts was einen überwältigt und von der erste bis zur letzten Sekunden mitreißt – dafür wird die Handlung zu sehr gestreckt – und auch nicht der ganz große, mutige Paukenschlag am Beginn einer neuen TV-Ära für das Star Trek-Franchise. Aber recht gute Unterhaltung, die Zukunftspotenzial absolut erkennen, aber den Fun-Faktor über weite Strecken vermissen lässt – trotz gutem Zusammenspiel der drei Hauptcharaktere.

Was die Optik angeht, finde ich aber einiges unnötig weit weg von TOS, während es in anderen Produktionsbereichen durchaus gelungene Anlehnungen gibt. Es gab in der nahen Vergangenheit bessere Beispiele, wie man Anknüpfungspunkte zum klassischen Look schaffen kann, ohne an ihn gebunden sein zu müssen. Vielleicht messe ich dem Vorhandensein bzw. Fehlen von TOS-typischen Elementen in einer Serie aus dem Jahr 2017 zu große Bedeutung bei. Anderseits denk ich mir: Wenn man die Serie zeitlich schon so knapp – eigentlichen sogar parallel – zu TOS platziert … darf man da als Zuseher nicht doch noch ein bisschen mehr von TOS in „Discovery“ erwarten? Vielleicht kommt ja noch mehr, aber im einstimmenden Pilotfilm war es mir zu wenig.

Trotzdem will ich den Pilotfilm nicht allein am Design messen. Auch wenn der Grundtenor dieser Rezension negativ klingt, gefiel mir auch vieles von dem, was sich darin abgespielt hat und wie toll es von der Kamera eingefangen wurde. Außerdem ist „Das vulkanische Hallo“/“Kampf beim Doppelstern“ logischerweise der einzige von mir rezensierte Pilotfilm, von dem ich nicht weiß, was ihm folgt. Vielleicht wird noch einiges relativiert, was mich jetzt noch stört. Die Möglichkeiten sind schier unendlich und dass es mir möglich ist, diese Möglichkeiten nach den beiden ersten Folgen von „Discovery“ noch zu erkennen, ist doch sehr positiv. Daher gebe ich wohlwollend 4 von 6 Filmrollen für den Pilotfilm.

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Anmerkungen:

Ich selbst habe schon so einige FanFictions über die Klingonen in der Prä-TOS-Ära verfasst. Ich will nicht spoilern, aber ich fand es ganz witzig, gewisse Ähnlichkeiten zwischen T’Kuvmas Ansinnen und den Ereignissen in meinem Enterprise-Roman „Sailing on Forbidden Seas“ zu erkennen.

Zumindest in technischer Hinsicht habe ich mit „A Decade of Storm“ ins Schwarze getroffen: Wie in meinem Roman setzen auch die Sternenflotten-Schiffe in „Discovery“ zwei Traktorstrahlen gleichzeitig ein, um ein erfasstes Raumschiff zu stabilisieren. Da hatte wohl jemand den gleichen Gedankengang wie ich. 😀

Nachträgliche Anmerkung: In dieser Rezension verwende ich die ursprünglichen deutschen Titel der beiden Folgen, die zusammen den Pilotfilm bilden. Im Zuge der Veröffentlichung und Übersetzung weiterer Episoden änderte Netflix wenige Wochen später aber auch die Titel der beiden ersten Folgen in „Leuchtfeuer“ und „Das Urteil“.

Rezension: TOS – “Savage Trade”

Wir sind weniger als einen Tag von der großen Netflix-Premiere von „Star Trek – Discovery“ entfernt, aber auch wenn bei mir schon die Spannung auf die neue Serie groß ist, widme ich mich mit diesem Artikel wieder der eigentlichen Kernkompetenz meines Blogs. Und so rezensiere ich heute Tony Daniels zweiten „The Original Series“-Roman (nach „Devil’s Bargain“).

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Am Beginn von „Savage Trade“ ist die Enterprise unter dem Kommando von Captain James T. Kirk unterwegs zu einem abgelegenen Föderationsaußenposten auf dem Planetoiden Zeta Gibraltar. Der Außenposten beantwortet schon seit geraumer Zeit keine Rufe mehr und die Crew der Enterprise erhielt den Auftrag, sich dort umzusehen. Bei ihrer Ankunft findet der Landetrupp zwar keine Spur vom Personal des Außenpostens, jedoch eindeutige Anzeichen eines Überfalls. Im Außenposten sichergestellte DNS lässt darauf schließen, dass L’rah’hane-Piraten – die einst das vermeintlich untergegangen Hradrian-Imperium mit Sklaven versorgten – das Personal von Zeta Gibraltar verschleppt haben. Nach dem Aufspüren der Ionenspur eines fremden Antriebssystems, die direkt in den nahen Vara-Nebel führt, lässt Captain Kirk einen Verfolgungskurs setzen und tatsächlich trifft man schon bald auf eine kleine Piratenschiffflotte, die der Enterprise nichts entgegenzusetzen hat. Auch weil sich einige der Entführten aus ihren Zellen befreien konnten und die L’rah’hane an Bord von deren eigenen Schiffen bekämpfen. Captain Kirk ist höchst dankbar für die Unterstützung, aber er reagiert mit verständlicher Überraschung und Misstrauen darauf, dass es sich bei seinen Mitstreitern um George Washington, Galileo Galilei, Marie Curie, Leonardo da Vinci, Benjamin Franklin, James Watt, Queen Elizabeth die Erste und weitere berühmte Persönlichkeiten der irdischen Geschichte handelt.

Natürlich handelt es sich nicht um die Originale und vor allem der Umstand, dass Kirk zu allererst auf den ehemaligen US-Präsidenten George Washington trifft, lässt den Captain der Enterprise sofort vermuten, dass er es mit Excalbianern zu tun hat. Vor nicht allzu langer Zeit (siehe hierzu die TOS-Episode „The Savage Curtain“/“Seit es Menschen gibt“) haben diese mächtigen Wesen Kirk und seinen Erste Offizier Spock dazu gezwungen, zusammen mit Nachbildungen von Abraham Lincoln und Surak gegen Ebenbilder von Dschingis Khan, Kahless, Zora und General Green zu kämpfen. Die Excalbianern erhofften dadurch mehr über die Prinzipien von Gut und Böse zu erfahren.

Nach der Befreiung des Außenposten-Personals und der Excalbianer in Menschengestalt aus den Händen der L’rah’hane, erfährt die Crew der Enterprise, dass die Excalbianer nach der Abreise von Kirk und Spock mit ihren inszenierten Kämpfen nicht aufgehört haben. Was anfangs als Experiment gedacht war, entwickelte sich zu einem grausamen Zeitvertreib. Doch einige wenige dieser Wesen entwickelten durch das Rollenspiel ein menschliches Gewissen und lehnten sich gegen die Kämpfe auf. Zur Bestrafung wurde ihr menschliches Erscheinungsbild permanent gemacht. Ohne die Möglichkeit noch unter Ihresgleichen leben zu können, flüchteten die rebellischen Excalbianer von ihrer Heimatwelt. Sie fanden die Föderation, die sie nach Zeta Gibraltar schickte, wo sie seither auf die Entscheidung warten, ob ihr Asylantrag akzeptiert wird oder nicht …

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Der Excalbianer in der TOS-Folge „The Savage Curtain“/“Seit es Menschen gibt“ wurde wie einige andere ähnlich aufwändige Kreaturen in der Serie von Janos Prohaska verkörpert, der auch selbst ein paar dieser Ganzkörperkostüme herstellte. Darunter die Horta und den Mugato.

Fazit: Vor allem in diesen Zeiten ist das schwierige Asyl-Thema so aktuell wie wenige andere und insofern trifft Tony Daniel schon einen Nerv, wenn er uns das Dilemma der Excalbianer schildert. Wenngleich sich deren Situation natürlich nicht mit den Gegebenheiten unserer Realität vergleichen lassen. Der Autor hat sich sehr bemüht, das Volk der Excalbianer wesentlich genauer zu beschreiben als es die einzige TV-Folge vermochte, in denen diese Wesen vorkamen. Wenngleich: Um sie zu charakterisieren mixt Tony Daniel Eigenheiten der Talosianer (aus TOS: „Der Käfig“) und der Gründer (aus der Serie „Deep Space Nine“). Bedenkt man wie diese beiden Völker mit Menschen umspringen, ist es verständlich, dass jene Excalbianer in permanenten Menschenkörpern nicht mehr dort bleiben wollten. Anderseits so richtig „menschlich“ sind die Flüchtlinge dann doch nicht. So sind sie durchaus in Erscheinen und ihren Gedanken gebunden an die eingebildeten Persönlichkeiten, die sie darstellen. Trotzdem sind sie Angehörige einer enorm hoch entwickelten außerirdischen Spezies mit erstaunlichen wissenschaftlichen und technischen Kenntnissen und noch einem Rest gestaltwandlerischer Fähigkeit – auch wenn diese nicht ihr eigenes Erscheinungsbild betrifft: Objekte, die sich längere Zeit in der Nähe der Excalbianer befinden, verwandeln sich zu Gegenständen, die zur imitierten Persönlichkeit des jeweiligen Excalbianers passen. Dank dieser Fähigkeit verfügt beispielsweise James Watt über einen schier unendlichen Vorrat an hervorragendem Scotch – sehr zu Montgomery Scotts Freude.

Womit wir bei der Enterprise-Crew wären. Diese definiert sich in „Savage Trade“ vorrangig über ihre Interaktion mit den von ihr verehrten historischen Persönlichkeiten. Ich denke, die Charaktere sind sehr gut getroffen. Jene Begegnung, die McCoy hat, war sogar ein wenig überraschend, im ersten Moment etwas out-of-character, aber im zweiten Moment durchaus stimmig. Neben den Excalbianern gibt es aber noch einen weiteren neuen Charakter – die vulkanische Diplomatin Valek, die nach Zeta Gibraltar geschickt wird, um den Asylantrag der Flüchtlinge zu bearbeiten. Ihre schwierige Vorgeschichte mit Spock und der Umstand, dass es sich bei ihr um einen Protegé von Botschafter Sarek handelt, ist durchaus interessant, wenngleich dies nichts zur eigentlichen Handlung beiträgt. (Aber in Hinblick auf die Hauptfigur von „Discovery“ ist es ganz interessant, denn Michael Burnham und Valek könnten einige Gemeinsamkeiten aufweisen.)

Doch das Herzstück dieses Romans bilden ganz gewiss die Excalbianer, aber ihr Dilemma wird eher philosophisch und theoretisch behandelt und weniger praktisch. Insofern ist die Geschichte sehr dialog- und gedankenlastig und die handlungsorientierten Passagen rund um die Piraten schaffen da keinen beachtenswerten Ausgleich. Für meinen Geschmack schafft es Tony Daniel leider nicht, Spannung zu transportieren. Der Konflikt mit den Piraten ist eine eher öde Angelegenheit und wird auch nicht so recht aufgelöst. So lässt es der Autor offen, ob ein Ableger des Hradrian-Imperiums noch existiert oder nicht. Ich glaube nicht, dass seither dieses Thema jemals wieder in einem anderen Roman aufgegriffen wurde. (Anmerkung: „Savage Trade“ erschien bereits im Jahr 2015.)

Aber nicht nur die Piraten boten Konfliktpotenzial. Auch gegen Ende des Roman taucht eine feindliche Macht auf, die zu bekämpfen es gilt. Wie sie besiegt wird, bleibt jedoch in hohem Maße abstrakt. Und ehrlich gesagt weiß ich nicht, aus welchem Grund Spock und Benjamin Franklin annehmen konnten, dass ihr Plan funktionieren würde. Entweder entging mir hier etwas. Oder dem Leser wurde eine wichtige Information vorenthalten. Angesichts der abstrakten Natur des finalen Lösung tendiere ich eher zu Letzterem.

Bewertung: Wie schon das Erstlingswerk des Autors „Devil’s Bargain“ war auch sein zweiter Roman etwas mühselig zu lesen. Ich glaube nach zwei Romanen kann ich guten Gewissens sagen, dass mir Tony Daniels Stil einfach nicht liegt. Dennoch gefiel mir „Savage Trade“ besser als „Devil’s Bargain“. Es ist ein durchschnittlicher Roman mit einigen interessanten Szenarien und Begegnungen. Die Charaktere sind interessant und aus den Excalbianern hat der Autor doch einiges herausgeholt. Aber spannend war es leider nicht zu lesen. Daniel versucht zwar merkbar Spannung zu erzeugen, aber bei mir kam sie leider nicht an. Daher kann ich bestenfalls 3 von 6 Sterne vergeben.

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Noch 10 Tage …

Der Start der neuen Serie „Star Trek Discovery“ naht, am 25. September erscheint die erste Folge hierzulande auf dem Streaming-Dienst Netflix. Möglichst zeitnah – idealerweise am Tag darauf – werde ich für meinen Blog ein ausführliches Review des Pilotfilms verfassen.

In Hinblick auf die neue Serie habe ich zum Jahresanfang begonnen, auch zu allen anderen Star Trek-Pilotfilmen Reviews zu verfassen, in die ihr zur Einstimmung vielleicht mal reinschauen möchtet. Bis jetzt habe ich die Pilotfilme von „Enterprise“, „The Original Series“ und „The Next Generation“ unter die Lupe genommen.

Jenes Review zu „Discovery“ wird wie erwähnt noch in diesem Monat folgen und den „Deep Space Nine“-Pilotfilm „Der Abgesandte“ möchte ich mir noch vor dem 25-Jahr-Jubiläum im Jänner 2018 vornehmen. Der Voyager-Pilotfilm „Der Fürsorger“ wird diese Review-Reihe abschließen … zumindest bis die nächste Star Trek-Serie herauskommt. 😉

Zur weiteren Einstimmung auf „Discovery“ folgen nun noch zwei Produktionsvideos zur Titelmusik und zu den Requisiten und ausgewählte Promotion-Fotos.

Anmerkung: Falls ihr euch wundert, warum ich der von mir bei so gut wie jeder sich bietenden Gelegenheit gelobten Zeichentrickserie kein Pilotfilm-Review widme, so liegt das nicht daran, dass ich die Serie als non-canon betrachten würde – das Gegenteil ist der Fall, denn es gibt keinen plausiblen Grund (mehr) dafür – sondern weil „The Animated Series“ nur eine Fortsetzung der Abenteuer der klassischen Serie ist mit beinahe dem gleichen Cast, dem gleichen Hauptschauplatz und ohne eine Folge, der die Aufgabe zukommt, diese nochmals genauer vorzustellen.

Rezension: „Star Trek The Klingon Empire – Hidden Universe Travel Guides“

Vor ungefähr einem Jahr rezensierte ich das Buch „Star Trek Vulcan„, das auf bislang einzigartige Weise einen Planeten im Star Trek-Universum vorstellte: nämlich als fiktive Urlaubsdestination. Inzwischen ist auch ein zweiter „Hidden Universe Travel Guide“ erschienen, der dem Lesern interessante Ausflugsziele auf der klingonischen Heimatwelt Kronos und anderen Planeten im Imperium näher bringt.

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An der Struktur und dem Layout hat sich nichts geändert: Erneut schlüpft der vor allem für seine Romane bekannte Star Trek-Autor Dayton Ward in die Rolle des Reiseführers, der uns zuerst historisch und geschichtlich Relevantes über das klingonische Volk und seine Kultur erzählt, worauf folgend jedes Kapitel einem bestimmten Reiseziel auf Kronos gewidmet ist. Wie gewohnt enthält jedes Kapitel eine Übersichtskarte, Erläuterungen zur Bedeutung der entsprechenden Region, eine (manchmal bebilderte) Beschreibung der Sehenswürdigkeiten, der Veranstaltungen, Einkaufsmöglichkeiten, Hotels und Kulinarik. Auch kommt wieder in jedem Kapitel eine prominente Persönlichkeit (Worf, Gorkon, B’Elanna Torres, Martok, Azetbur, Korrd) zu Wort, die über ihren eigenen Bezug zur vorgestellten Region plaudert. Neu sind die sogenannten „Side Trips“. Vier der Kapitel enthalten Anhänge, in denen in gestraffter Form auch Ausflugsziele auf anderen klingonischen Planeten vorgestellt werden. Folgende Orte werden genauer vorgestellt:

  • Die Erste Stadt
  • Die zentralen Ebenen (+ Side Trip Khitomer)
  • Krennla (+ Side Trip Rura Penthe)
  • Ketha-Provinz (+ Side Trip Narendra III)
  • Quin’lat (+ Side Trip Boreth)
  • Tong Vey 

Diese „Side Trips“ machen durchaus Sinn. Immerhin haben wir in den Serien und Filmen so einige Planeten gesehen, die sich die Klingonen untertan gemacht haben. Die Vulkanier haben da weniger Planeten vorzuweisen. Außerdem bot die Einbindung dieser „Side Trips“ einen guten Vorwand, diesen Reiseführer „The Klingon Empire“ zu nennen. Ein Titel, der sicher mehr Aufmerksamkeit weckt als „Kronos“.

Livio Ramondelli und Peter Markowski steuern wie schon beim Vulkan-Reiseführer hübsche Zeichnungen in ihrem typischen Stil bei, die den Text immer wieder auflockern. Und diese Auflockerung hat dieses Buch absolut nötig …

Fazit: Was den Vulkan-Reiseführer für mich so interessant machte, war vor allem der Umstand, dass er sich viele Freiheiten nahm und es dem Autor meiner Meinung nach sehr gut gelang, ein dem ersten Eindruck nach monotones Volk und eine öde Wüstenwelt sehr differenziert vorzustellen. Es wurden wirklich viele interessante Gegenden beschrieben und mehr als einmal hervorgehoben, dass der typische Durchschnitts-Vulkanier gar nicht in dem Ausmaß konservativ ist, wie man meinen konnte.

Daher hat es mich völlig überrascht, wie eintönig Dayton Ward die klingonische Heimatwelt und die Klingonen beschrieben hat. Sicher, einige Bauwerke und Landschaften sind einzigartig, aber insgesamt macht es keinen großen Unterschied, wo man sich aufhält. Alles wirkt klimatisch gemäßigt und was man in der jeweiligen Gegend vorfindet ist erwartbar: Es scheint überall Überreste „wichtiger“ Schlachten zu geben, überall die typischen Saufgelage und Exzesse, Geschichtserzählungen, Gesänge, rohes bis lebendes Essen und Unterbringungen in den Kategorien „Erträglich“ und „Klingonisch“. Man muss leider festhalten, dass der Autor den Klingonen-Klischees in die Falle gegangen ist, anstatt aus diesem Kriegervolk etwas Ausbaufähigeres zu machen. Was Vielfältigkeit und Individualität angeht, hätten die Klingonen meiner Meinung nach sehr viel größeres Potenzial gehabt als die Vulkanier. Daher enttäuscht es mich doch sehr, dass Dayton Ward nur bereits ausgetrampelte Pfade betreten hat.

Und auch was die Zeichnungen in diesem Buch angeht, muss ich hart ins Gericht gehen. Es war im Vulkan-Reiseführer schon ein gewisses Manko, dass die Zeichnungen eigentlich immer nur jenen beschriebenen Sehenswürdigkeiten galten, die visuell nicht so besonders waren, während faszinierende Bauwerke und Landschaften ohne Darstellung auskommen mussten. Im Kronos-Reiseführer ist es aber auffallend umgekehrt: Zumindest die einleitenden Doppelseiten zeigen mitunter spektakuläre Szenarien, auf die der triste Texte überhaupt nicht eingeht. Und auch zwischen den Zeichnungen und den Landkarten gibt es sonderbare Diskrepanzen. In keinem Kapitel wird dies augenscheinlicher als bei der Vorstellung der am Meer gelegenen Stadt Quin’lat. Die doppelseitige Zeichnung stellt stimmungsvoll bei Nacht eine gut 100 Meter hohe Mauer am Ufer dar, ein kleines Dorf an der Außenseite auf Stegen und hinter der Mauer eine gewaltige Metropole. Der Text? Der beschreibt nur eine Burg inmitten der Stadt mit einer mickrigen 10 Meter hohen Mauer und verliert kein Wort über eine beeindruckende Wehranlage am Ufer.

Im Vulkan-Reiseführer habe ich auch den durch den Text vermittelten Humor gelobt und Anspielungen auf andere Figuren und Begebenheiten im Star Trek-Universum. Letzteres sucht man in dieser Art im Kronos-Reiseführer vergeblich. Und humorvolle Stellen muss man mit der Lupe suchen, um sie ausfindig zu machen. Am witzigsten sind ein hilfreicher Ratschlag zum Aufenthalt auf Rura Penthe und die Vermischung von Alltagsphrasen und Schlachtrufen in der Einleitung zur klingonischen Sprache.

Bewertung: Ich glaube nicht, dass meine Erwartungshaltung nach dem mehr als gelungenen Reiseführer zum Planeten Vulkan zu hoch angesetzt war. Dayton Ward hat mit seinem ersten „Hidden Universe“-Buch eine tolle Leistung vollbracht, aus den Vulkaniern eine schillernde Zivilisation zu machen. Jene der Klingonen wirkt im Reiseführer genauso geklont wie der erste Imperator Kahless. Einfach nur zusammengesetzt aus den Krieger-Anekdoten, die in den Serien des 24. Jahrhunderts mehr als ausreichend breitgetreten wurden. Nur weil mir das Layout und einige der Zeichnungen sehr gut gefielen, gebe ich 2 Sterne.

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Rezension: TNG – “Die Jarada”

Zu meinen Rezensionen älterer Star Trek-Bücher gesellt sich diesmal ein „The Next Generation“-Roman aus dem Jahre 1992 (deutsche Erstveröffentlichung 1995) namens „Die Jarada“. Da ich mir ja erst kürzlich die TV-Serie angesehen hatte, wurde ich wieder einmal auf dieses mysteriöse insektoide Volk aufmerksam, das man zwar nie gesehen hat, aber in der Staffel-1-Folge „Der große Abschied“ eine zentrale Rolle spielt und in der Staffel-2-Folge „Das Herz eines Captains“ in Sachen Bedrohlichkeit in einem Atemzug mit den Romulanern genannt wird. Ich fand es schade, dass man in den späteren Staffeln und Spin-offs auf die Jarada vergessen hat, weshalb ich kürzlich diesen Roman von Autorin V.E. Mitchell auf meine Leseliste gesetzt habe.

Reziant_Logo_Insekten_kDass dieser Roman derart rasch an die Spitze meiner Leseliste geklettert ist, liegt aber vor allem am Themenschwerpunkt „Insekten, der auf Daniela Walchs sehr empfehlenswerten „Buchvogel“-Blog im September 2017 im Mittelpunkt steht. Mit der folgenden Rezension und einem kleinen Überblick über insektoide Völker im Star Trek-Universum leiste ich gerne einen kleinen Beitrag zu dieser besonderen Aktion.

Nun aber zuerst mal zur Handlung des Romans: Die Jarada wurden in der TV-Serie als äußerst aggressives Volk dargestellt, das mitunter extrem reagiert, wenn man sich nicht an deren Protokolle hält. Diplomatische Beziehungen zu ihnen aufzubauen erwies sich daher bislang als äußerst schwierig, wenngleich es Captain Picard in „Der große Abschied“ gelang, eine erste Brücke zu schlagen, indem er Grußworte in der Sprache der Jarada artikulierte. Seitdem ist es um die Jarada ruhig geworden, umso überraschender kommt drei Jahre später die Einladung des auf Beltaxiya Minor beheimateten Jarada-Schwarms, eine Delegation von der Enterprise zu empfangen und Verhandlungen über eine zukünftig engere Zusammenarbeit bis hin zum Föderationsbeitritt zu führen.

Von Anfang an klingt das Angebot zu gut um wahr zu sein, zumal die erste Zusammenkunft auf Beltaxiya schon beinahe verdächtig reibungslos abläuft und sich die Gastgeber als sehr entgegenkommend erweisen. Gerade deshalb reagieren Captain Picard und seine Führungscrew misstrauisch, als der Ältestenrat der Jarada darum bittet, einige Mitglieder der Enterprise-Crew mögen doch jaradische Institute zu ihren Fachrichtungen aufsuchen und sich mit ihren Kollegen dort austauschen. Niemandem behagt es, das Außenteam aufzuteilen, doch da ihnen die Jarada bislang keinen Grund gaben an ihrer Aufrichtigkeit zu zweifeln, willigt Captain Picard ein. Doktor Crusher wird daraufhin zu einem medizinischen Forschungslabor chauffiert, Commander Riker darf mit einem Jarada-Orchester musizieren, Lieutenant Worf nimmt an einem Kampftraining der Schwarmhüter teil und Chief O’Briens frisch angetraute Ehefrau Keiko und Fähnrich Tanaka sollen auf einer Exkursion die Botanik Beltaxiya Minors kennenlernen. Jeder dieser Ausflüge beginnt recht entspannt und harmlos, aber schon bald stellt sich heraus, dass ihre Gastgeber nicht völlig ehrlich waren und ein wichtiges Detail verschwiegen haben: Eine wahnhafte, Gewaltausbrüche verursachende Epidemie geht unter den Jarada um und für die Mitglieder des Außenteams beginnt ein Kampf ums Überleben!

Fazit: Der Roman von V.E. Mitchell lässt sich sehr gut in zwei Hälften unterteilen. In der ersten Hälfte stehen die Jarada und ihre Koloniewelt im Mittelpunkt. Aus der Perspektive der Enterprise-Crew erlebt man diesen ersten echten Kontakt mit dieser ungewöhnlichen Spezies, die auch sehr detailreich beschrieben wird. Von den Jarada kann man sich in Gedanken wirklich ein sehr gutes Bild machen, auch weil sie als aufrecht gehende Insekten sehr große Ähnlichkeit mit den Xindi-Insektoiden aufweisen, die später in „Enterprise“ vorkamen. (Mit dem Unterschied, dass die Jarada acht statt vier Gliedmaßen aufweisen, wenngleich diese wiederum gepaart sind. Zudem weisen die Jarada farblich eine große Vielfalt auf und sind im Durchschnitt kleiner als Menschen.) Was die Beschreibung der Umgebung und vor allem der Bauwerke angeht, bevorzugen es die Jarada zwar verwinkelt und verworren und sie orientieren sich auch hauptsächlich über den Geruchssinn. Aber die Gebäude selbst und ihre Einrichtung wirken nicht allzu fremdartig. Hier hätte die Autorin ruhig etwas ausschweifender werden können. Ungefähr so ausschweifend wie bei der Enterprise-Besatzung. 😉

Zugegeben: Dass sich die Crew der Enterprise recht „volkstümlich“ ausdrück liegt ziemlich sicher an der Übersetzung des Romans. Der Übersetzer hat die Stimmen der Charaktere leider nur in Ausnahmefällen getroffen. Aber auch V.E. Mitchell hat sich hier und da recht weit aus dem Fenster gelehnt. Die TNG-Crew lässt sich meiner Meinung nach als recht „moderat“ bezeichnen. Insofern sind die Gefühlsausbrüche, die Mitchell den Charakteren hier zuschreibt, schon ganz schön extrem. Angesichts der beschriebenen Gereiztheit, Wut und sogar Verachtung könnte man meinen, die Autorin habe vergessen, dass der von ihr beschriebene Wahnsinn ausschließlich die Jarada befällt. 😉 Sicher, in der zweiten Hälfte des Romans lässt sie das Außenteam ganz schön viel mitmachen; getrennt voneinander kämpfen sie um ihr Leben. Aber trotzdem wirken die Charaktere überzeichnet. Zumindest nach den Maßstäben, die die TV-Serie gesetzt hat.

Besonders daneben empfand ich die von Eifersucht und kulturellen Missverständnissen geprägte Nebenhandlung rund um Transporter-Chief O’Brien und Keiko. Mir ist klar, dass zu jener Zeit, als der Roman verfasst wurde, Keiko erst wenige Auftritte absolviert hatte und es durchaus nachvollziehbar ist, dass die Autorin ihr andichtet, eine Offizierin im Rang eines Fähnrichs zu sein, während spätestens „Deep Space Nine“ ihren Zivilistenstatus unterstreicht. Aber abgesehen vom Professionellen ist die Darstellung von Keikos und Miles‘ Ehe … schräg. Ein besseres Wort fällt mir gerade nicht ein. Es gibt ja durchaus in der TV-Folge „Der Rachefeldzug“ – Keikos zweitem Auftritt – die prüde Andeutung, die beiden hätten vor ihrer Hochzeit nie miteinander gefrühstückt. Aber in diesem Roman wirkt es, als würden sie wirklich gar nichts voneinander wissen, obwohl in dieser Geschichte selbst festlegt wird, die beiden hätten sich vor einem halben Jahr kennengelernt. Kurz zusammengefasst: Die beiden Ehepartner sind in diesem Roman nur schwer zu ertragen.

À propos „zusammengefasst“: Etwas, das man sehr häufig bei älteren Star Trek-Romanen vorfindet, gibt es auch gegen Ende dieses Romans. Nämlich eine ausgedehnte Besprechung, in der das Erlebte und seine Bedeutung nochmals zusammengefasst wird. Es scheint, als hätten die Autoren damals den Lesern nicht zugetraut, über den Roman verteilte Informationen im Kopf zu behalten und selbst die Zusammenhänge zu erkennen. Anderseits möchte ich doch anmerken, dass diese Passage in „Die Jarada“ vergleichsweise kurz ausfällt, was aber auch daran liegt, dass das zu lösende „Rätsel“ rund um den Wahn, der die Jarada befällt, sich als nicht allzu kompliziert erweist. Der Großteil des Romans befasst sich eher mit der Frage, welches Rätsel es überhaupt auf Beltaxiya Minor gibt. Es zu lösen bedarf danach nur wenige Seiten.

Bewertung: Speziell die deutsche Übersetzung des Romans empfinde ich als nicht besonders empfehlenswert aufgrund der vielen ungewöhnlichen Floskeln und Worte, die die TNG-Charaktere meiner Meinung nach nie in den Mund genommen hätten. Aber auch die Geschichte selbst ist nicht gerade herausragend. Zuerst gelingt es der Autorin zwar durchaus Interesse für die Jarada und ihre Koloniewelt zu wecken, aber da wäre sogar noch mehr möglich gewesen. Der folgende Überlebenskampf des Außenteams ist dann etwas zäh zu lesen, mit leichten Abwandlungen erleben alle Mitglieder des aufgesplitteten Teams an unterschiedlichen Orten mehr oder weniger das gleiche. Mehr als 2 Sterne kann ich leider nicht vergeben, auch wenn die Geschichte zumindest meine Erwartung erfüllt hat, die Jarada-Spezies und ihre Kultur etwas genauer zu beleuchten.

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Insektoide Spezies im Star Trek-Universum:

where_silence_has_lease_hd_031Auf menschenähnliche Spezies trifft man in den Star Trek-Serien und -Filmen ja ständig. Dass man physiologisch ungewöhnlichere Völker wie Insektoide nur selten sieht, hat vermutlich nur einen Grund: Sie lassen sich weitaus schwerer von menschlichen Schauspielern darstellen, was wohl auch der Grund war, warum man die Jarada niemals gesehen hat. 😉 Insekten zeichnen sich generell durch einen sehr segmentierten Körperbau aus, weshalb beispielsweise jenes insektoide Wesen, gegen das Lieutenant Worf in einem seiner Holodeck-Trainingsprogramme zum Kampf antritt, auch wie ein kostümierter Stuntman aussieht. Es verwundert daher nicht, dass man Insektoide im Star Trek-Universum vor allem in „The Animated Series“ und „Enterprise“ zu sehen bekommen.

Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Als Zeichentrickserie konnte „The Animated Series“ problemlos ohne größeren Aufwand neue Spezies in Form von Reptilien, Insekten, Weichtieren und sogar Pflanzenwesen einführen. Und in der ab 2001 produzierten Serie „Enterprise“ war die CG-Technik schon so weit entwickelt, um ganz ansehnliche computer-generierte Kreaturen zu erschaffen.

 

Während man also über die Jahrzehnte nur selten physisch-insektoide Spezies zu Gesicht bekommt, werden Charakteristika von Insektenstaaten jedoch ganz gerne auf nicht-insektoide Wesen im Star Trek-Universum angewendet. Das prominenteste Beispiel stellen hier sicher die Borg  mit ihrem Schwarmbewusstsein inklusive Königin dar.

Noch einfacher lassen sich insektoide Spezies natürlich in Romanen umsetzen. Worten sind hier keine Grenzen gesetzt und doch fiel mir kürzlich auf, dass in meinen eigenen FanFiction-Romanen Insektoide keine nennenswerte Rolle spielen. Lediglich in einem Kapitel von „A Decade of Storm“ habe ich aus den in „The Next Generation“ nur namentlich erwähnten Barolianern Ameisen-ähnliche Wesen gemacht. Und in jenem Roman, den ich derzeit verfasse, schreibe ich den Andorianern gewisse insektoide Verhaltensweisen zu. (Dies ist als eine kleine Anspielung meinerseits auf das inzwischen veraltete Sachbuch „Die Welten der Föderation“ zu verstehen, in dem Andorianer aufgrund ihrer Antennen als „humanoide Insekten“ bezeichnet werden.)

Den Abschluss dieses langen Blog-Artikels überlasse ich aber wieder den Xindi-Insektoiden bzw. einem ganz besonders talentierten Exemplar aus der CG-Schmiede von Doug Drexler: