Aktion: Schätze im Netz

netzschatz-bannerWie im vergangenen Jahr darf ich mich auch heuer wieder bei Daniela Walch für die Einladung bedanken, an einer Aktion des „Buchvogel„-Blogs teilzunehmen. Diesmal geht es darum, Webseiten, Internetangebote oder Apps vorzustellen, die man selbst nutzt und gerne weiterempfiehlt. Schlussendlich soll auf der Aktionsseite in den Kommentaren ein kleines Link-Archiv entstehen.

Besuchern meines Blogs ist vielleicht schon die Link-Übersicht („Blogroll“) im unteren Bereich rechts in der Seitenleiste aufgefallen. Vier der dort verlinkten Seiten möchte ich euch nun etwas genauer vorstellen und gleich vorweg darauf hinweisen, dass es sich ausschließlich um englischsprachige Angebote handelt – und dass mein Schwerpunkt wenig überraschend auf dem Thema „Star Trek“ liegt. 😉

THE TREK COLLECTIVE
https://www.thetrekcollective.com/

8of5, der Autor von „The Trek Collective“, präsentiert auf seinem Blog umfangreiche Neuigkeiten zu allem, was Star Trek-Merchandising angeht. Dank des Blogs bleibt man auf dem Laufenden über zukünftige Produkte zum Franchise, seien es Romane, Comics, Modelle, Cosplay-Utensilien, Spielzeug, Weihnachtsschmuck, Anstecker, Soundtracks oder noch weitaus obskurerer Sachen. 8of5 berichtet über alles, was das Trekkie-Herz höher schlagen lässt und sicher nicht bei wenigen Fans einen „Haben-wollen-Reflex“ auslöst. Ein übersichtlicher Jahreskalender verschafft einem einen guten Überblick über Veröffentlichungstermine, damit man weiß, wann man sich ein wenig Geld zur Seite legen sollte, um sich einen kleinen oder größeren Wunsch zu erfüllen.

Die Seite ist auf Englisch und dementsprechend liegt der Fokus auf Veröffentlichungen im englischsprachigen Raum, manchmal wird aber auch über Fan-Artikel aus anderen Ländern berichtet – wie natürlich auch über aktuelle Neuigkeiten zu den aktuellen Film- und Serienproduktionen.

IRISH TREKKIE
https://www.youtube.com/user/IrishTrekkie/videos

Ich sammle die kleinen Raumschiffmodelle des Herstellers „Eaglemoss“, die ich zum größten Teil – wenn auch nicht uneingeschränkt – für sehr gelungene Miniaturen halte. Jedoch nehme ich nicht alle Modelle in meine persönliche Sammlung auf, was mir allein platzbedingt unmöglich wäre. Um besser entscheiden zu können, ob ich mir ein Modell zulege oder nicht, konsultiere ich den (englischsprachigen) Youtube-Channel von IrishTrekkie. In seinen Review-Videos nimmt er jede Ausgabe der „Starships Collection“ genau unter die Lupe. Er geht dabei sehr strukturiert vor, blättert zuerst durch das Begleitheft, präsentiert das Modell im Anschluss in seiner Verpackung (was einen guten Hinweis auf die Größe gibt) und betrachtet es dann von allen Seiten, weist auf die verwendeten Materialien hin und besondere Auffälligkeiten. Am Ende stellt er jedes Modell einem zuvor rezensierten gegenüber.

IrishTrekkie hat mir schon oft die Kaufentscheidung erleichtert, er rezensiert auf seinem Channel aber auch Merchandise zu anderen Science-Fiction-Universen und veröffentlicht Reviews zu den aktuellen „Star Trek Discovery“-Folgen, zumeist gemeinsam mit einem anderen Merchandise-Reviewer „The Trek Collector„, der seltener, aber nicht weniger informative Videos postet.

JOHN EAVES CONCEPT ARTIST
http://www.johneavesart.com/

John Eaves ist der wahrscheinlich mittlerweile längstdienende Concept Artist bei „Star Trek“. Er begann Mitte der 90er-Jahre für den 7. Kinofilm und „Deep Space Nine“ zu arbeiten und war seither an sämtlichen weiteren Star Trek-Kinofilmen und -Serien beteiligt. Auf seiner Homepage präsentiert er sein umfangreiches Portfolio, das offenbart, dass er nicht nur Designs für die unendlichen Weiten entworfen hat, sondern auch bei vielen anderen Blockbustern kreativ im Art Department tätig war und ein gefragter Mann in Hollywood ist.

Eaves bringt die Galerien auf seiner Homepage nur alle paar Monate auf den neuesten Stand, in einigen der jüngeren Galerien – wie zu „Discovery“ befinden sich daher nur Platzhalter-Bilder. Aber abgesehen davon gibt es auch jetzt schon eine gewaltige Menge an tollen Konzeptzeichnungen zu bestaunen.

PIERRE DROLET SCI-FI MUSEUM
http://www.pierre-drolet-sci-fi-museum.com/

Einer der CG-Künstler, der unter anderem auch John Eaves‘ Zeichnungen in dreidimensionale Computermodelle umgewandelt hat, ist Pierre Drolet, der aber auch noch bei anderen Science-Fiction-Serien wie „Battlestar Galactica“, „Firefly“, „Lost“ und „Terra Nova“ mitgewirkt hat. Auf seiner Homepage setzt er die CG-Modelle, die er für diese Serien erstellt hat, neu und spektakulär in Szene, was Fans eine Möglichkeit gibt, ihre Lieblings-Raumschiffe oder -Roboter im Detail zu bewundern.

Neben den Original-CG-Modellen aus diesen Serien findet man in Drolets Sci-Fi-Museum auch weitere Projekte.

 

Soweit mein kleiner Betrag zur „Schätze im Netz“-Aktion, die jedem offen steht und zu der ich hiermit jeden einlade, der Interesse hat. Die kurze Regelübersicht:

  • Welche Webseiten, Internetangebote oder Apps nutzt du und kannst du empfehlen? Stelle diese Webseiten, Internetangebote oder Apps in einem Beitrag vor.
  • Im Beitrag gib diese Regeln an, verwende das Banner und verlinke auf folgende Aktionsseite bei Buchvogel (hier gibts auch weitere Informationen zur Aktion und eine Übersicht aller Teilnehmer): https://buchvogel.blogspot.de/p/netzschatz.html
  • Danke demjenigen, der dich nomieniert hat und nominiere weitere Personen.
  • Teile deinen Link zum Beitrag auf der Aktionsseite, so bauen wir ein großes Archiv auf!

 

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Die letzte Grenze …

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Wolfgang Völz

1930 – 2018

Der deutsche Schauspieler Wolfgang Völz verstarb am 2. Mai 2018 im Alter von 87 Jahren. Vor allem dem Publikum in Deutschland aus vielen Rollen (als Darsteller und auch Synchronsprecher) bekannt, kennen Science-Fiction-Fans sein Gesicht vorrangig als jenes von Leutnant Mario de Monti: Im Jahr 1966 verkörperte Völz den meist gut gelaunten und zwanglosen Waffenoffizier an Bord des schnellen Raumkreuzers Orion in der ARD-Miniserie „Raumpatrouille“.

Pilotfilm-Review: „Star Trek : Voyager – Der Fürsorger“

Im Jahr 1994 endete die erfolgreiche Star Trek-Serie „The Next Generation“ und vollführte den Sprung auf die Kinoleinwand, weshalb nur noch „Deep Space Nine“ die Franchise-Fahne im Fernsehen hochhielt. Da sich die parallele Produktion zweier Serien bewährt hatte und Paramount für den Start seines landesweiten TV-Senders UPN auf der Suche nach einem exklusiven Serien-Flaggschiff war, entschied man, das Produktionsteam von „The Next Generation“ mit einer neuen Star Trek-Serie zu beauftragen. Die besondere Prämisse von „Voyager“ sollte es nicht nur sein, dass es um ein Raumschiff ging, das weit entfernt von der Heimat gestrandet war und den langen Weg nach Hause in Angriff nehmen musste. Ebenfalls neu war, dass in dieser Serie erstmals ein weiblicher Captain die Hauptrolle spielen sollte.

Handlung: Wie schon in der Vorgängerserie „Deep Space Nine“ erläutert ein Lauftext die Ausgangssituation vor den Ereignissen des Pilotfilms. Dem Zuseher wird erklärt, dass ein neuer Vertrag zwischen der Föderation und Cardassia zu einem neuen Grenzverlauf führte und zu Unmut bei einigen Föderationsbürgern, der darin gipfelte, dass sie zu Abtrünnigen wurden. Nun als „Maquis“ bekannt leisten sie den Cardassianern Widerstand und beim Gefecht zwischen einem kleinen Maquis-Raider und einem cardassianischen Kriegsschiff setzt die Handlung ein. Der Maquis-Crew – angeführt vom ehemaligen Sternenflotten-Commander Chakotay, der Halb-Klingonin B’Elanna Torres und dem Vulkanier Tuvok – gelingt es in einer von Plasmastürmen heimgesuchten Region namens „Badlands“ ihre Verfolger abzuschütteln. Doch kaum scheint sich die Lage beruhigt zu haben, wird der Raider von einer Energiewelle erfasst.

Schauplatzwechsel: In einer Strafanstalt auf Neuseeland rekrutiert Captain Kathryn Janeway den ehemaligen Sternenflotten-Offizier und Maquis-Abtrünnigen Tom Paris, um den verschollenen Maquis-Raider in den „Badlands“ aufzuspüren. Sie offenbart ihm, dass ihr Sicherheitschef als Spion an Bord war und sie seinen Verbleib mit Paris‘ Hilfe aufklären möchte. Dieser zeigt sich skeptisch, dass ein Schiff der Sternenflotte in den „Badlands“ manövrieren kann, doch Janeway ist überzeugt, dass ihr neues Raumschiff – die U.S.S. Voyager – der Aufgabe gewachsen ist. Und tatsächlich gelingt es kurze Zeit nachdem das Schiff von der Raumstation Deep Space 9 abgelegt hat die Fährte des Maquis-Raiders aufzunehmen … um von genau der gleichen Energiewelle erfasst zu werden.

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Erster Auftritt von Kahtryn Janeway (Kate Mulgrew) bei der Rekrutierung von Tom Paris (Robert Duncan McNeill, der eine sehr ähnliche Rolle als Nicholas Locarno bereits in der 4. Staffel von „The Next Generation“ spielte.)

Schwer mitgenommen schwebt die Voyager plötzlich neben einer riesigen Phalanx und dem aufgegebenen Maquis-Raider im All … 70.000 Lichtjahre von zu Hause entfernt! Und als wäre die Aussicht auf einen 75 Jahre dauernden Rückflug nicht schon schlimm genug, wird die Crew ohne Vorwarnung auf die Phalanx gebeamt und dort einer äußerst schmerzhaften medizinischen Prozedur unterzogen, nach der sowohl Fähnrich Harry Kim von der Voyager als auch B’Elanna Torres nicht auf ihre jeweiligen Raumschiffe zurückgeschickt werden, sondern mit einer schweren Infektion zum Planeten Ocampa. Die einheimische Bevölkerung ist nach einer Naturkatastrophe unter die Erde gezogen und von den Energielieferungen der Phalanx ihres sogenannten „Fürsorgers“ völlig abhängig …

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Selbst für ein so fortschrittliches Schiff wie die Voyager gibt es kein Entkommen vor der Energiewelle, die sie 70.000 Lichtjahre weit in den Delta-Quadranten schleudert.

Fazit: Nachdem „Deep Space Nine“ eine Serie mit fixem Schauplatz etabliert hat und langsam begann, einen durchgehenden Handlungsstrang zu etablieren, der für den Rest der Serie prägend sein sollte, blieben die Produzenten von „Voyager“ eher dem aus „The Original Series“ und „The Next Generation“ vertrauten Schema treu. Ein Schiff und seine Crew standen wieder im Fokus und eine Reise, die sie jede Woche in ein anderes Raumgebiet verschlagen würde, das es zu erforschen oder dessen Gefahren es zu widerstehen galt.

Angesichts dieser Ausrichtung erstaunt es sogar etwas, dass der Schauplatz Ocampa und die Zusammenhänge zwischen den unterirdisch lebenden Einheimischen, der gewalttätigen Kazon-Sekte auf der ausgetrockneten Oberfläche und der Rolle des Fürsorgers in der Vergangenheit und dessen Motiv für die Entführung von Raumschiffen hier so stark verwoben werden, dass man im 90minütigen Pilotfilm sehr viel über eine kleine Region erfährt, die man später in der Serie naturgemäß nie mehr wiedersehen wird. Aber natürlich werden diese Elemente nicht nur für diese eine Auftaktfolge etabliert, denn mit Kes wird eine Ocampa am Ende der Folge zu einem Besatzungsmitglied der Voyager. Begegnungen mit weiteren Kazon-Sekten werden vor allem die ersten beiden Staffeln der Serie prägen und sogar eine Gefährtin des Fürsorgers, auf die die Voyager später noch treffen sollte, wird hier schon erwähnt.

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Tuvok (Tim Russ) kehrt nach Vollendung seines Undercover-Auftrags beim Maquis wieder auf seinen Posten als Sicherheitschef zurück und wie Kes (Jennifer Lien) bleibt auch der Talaxianer Neelix (Ethan Phillips) nach dem Pilotfilm an Bord, um als Einheimischer seine Kenntnisse anzubieten.

Woran es „Der Fürsorger“ also keinesfalls mangelt, ist die Ambition der Erschaffer der Serie, die Basis für eine lange laufende Serie zu legen. Allerdings wirkt sich dies stark auf den Unterhaltungswert des Pilotfilms selbst aus. Erwähnungen wie die Gefährtin des Fürsorgers oder der verkümmerten mentalen Fähigkeiten der Ocampa spielen für die Handlung keine Rolle und erst nachträglich wurde mir bewusst, dass im Pilotfilm vor lauter Schauplätzen und eingestreuten Informationen eine recht komplexe Mystery-Story untergegangen ist. Die Auflösung, was es mit dem Fürsorger, den Ocampa und der Infektion auf sich hat, stellt ein Rätsel dar, das aber nie in den Vordergrund tritt bis Tuvok die logische Auflösung präsentiert. Hier ließ der Film eindeutig viel Spannungspotenzial liegen.

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In der Ocampa-Stadt (Drehort L.A. Convention Center) präsentiert Tuvok des Rätsels Lösung.

Umso aufdringlicher ist dafür wieder einmal die Vorstellung der Protagonisten. Es ist ein generelles Problem aller Pilotfilme der TNG-Ära, die Charaktere auf natürlich wirkende Weise einzuführen. Speziell B’Elanna Torres und Harry Kim während ihrer gemeinsamen „Gefangenschaft“ auf Ocampa wirken wann immer sie persönliche Informationen austauschen nicht so, als würden sie miteinander sprechen, sondern direkt zum Zuseher. Auch nicht hilfreich ist es, dass zwar einige Charaktere eine gemeinsame Vergangenheit haben, aber wie Janeway und Tuvok oder Chakotay und Paris sich die meiste Zeit an unterschiedlichen Orten aufhalten und dies kompensiert wird, indem in den wenigen gemeinsamen Szenen das Verbindende und/oder Trennende in geballter Form vorgetragen wird. Und auch der nominelle Hauptcharakter Kathryn Janeway – die als erster weiblicher Captain in einer Star Trek-Serie damals groß beworben wurde – übt mit ihrer sehr professionellen Ausstrahlung wenig Faszination aus und die eine Szene, die auch ihr private Seite zeigt, wirkt ziemlich gezwungen.

Dem entgegen muss man aber auch festhalten, dass beispielsweise Tom Paris und Harry Kim recht natürlich zusammenfinden (auch über den Ferengi Quark aus „Deep Space Nine“, der den Staffelstab symbolisch an die neue Serie weiterreicht) – auch wenn Paris seine Vorgeschichte später sehr direkt offenbart. Aber zumindest ist er ein Mensch mit Fehlern, was es mir erleichterte, mit ihm zu sympathisieren. Die anderen Charaktere sind eher festgelegt und Vorzeigeexemplare ihrer Spezies oder zumindest mit erwartbaren Eigenschaften ausgestattet. Hingegen bereits von der ersten Folge an interessant ist das medizinisch-holografische Notfallprogramm. Mit seiner mürrischen Art macht er einerseits einem Doktor McCoy alle Ehre und zugleich ist er auch noch eine neuartige Anwendung der etablierten Holodeck-Technologie.

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Das MHN (Robert Picardo) ist ein eigensinniges Stück Software und entwickelte sich zu einem der beliebtesten Charaktere der Serie.

In technischer Hinsicht muss sich der Pilotfilm hingegen nicht viel vorwerfen lassen – außer dass man etwas zu sehr dem gefolgt ist, was die beiden vorherigen Serien bereits vorgaben. Zwar gab es durchaus umfangreiche Änderungen, aber das Korridor-Set an Bord der Voyager ist immer noch als jenes der Enterprise-D deutlich erkennbar, wenngleich anderen Räumlichkeiten – Brücke, Maschinenraum, Krankenstation – durchaus komplett umgestaltet wurden und die aus TNG gewohnte Gemütlichkeit von mehr Ecken und Kanten und einer dunkleren und metallischeren Farbpalette und blauem Licht verdrängt wurde. Frei von Recycling sind auch einige einzelne Set-Bestandteile sind, so entstammen die drei großen Fenster in Janeways Bereitschaftsraum eigentlich dem Freizeitraum der Enterprise-D, nur stehen sie hier auf dem Kopf und dass kein Glas eingesetzt ist, ist hier leider noch deutlicher zu erkennen als im schummrigen 10-Vorne-Ambiente. In Kombination mit dem aus „Deep Space Nine“ bekannten Uniformen (und einer zum damaligen Zeitpunkt seit 7 Jahren bekannten Farbauswahl) gibt die Voyager visuell keinen besonders interessanten Schauplatz ab. Weder von innen noch von außen, denn auch wenn die Form neu ist, sind Texturen und Details des Schiffes ebenfalls der Enterprise-D sehr ähnlich.

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Janeway sinniert über die Notlage ihres Schiffes … oder darüber, warum es auf der Voyager keine Scheiben in den Fenstern gibt.

Die exotischeren Schauplätze sind da schon wesentlich aufsehenerregender. So doubelt das futuristische Los Angeles Convention Center das unterirdische Habitat der Ocampa hervorragend, das mittels eines Gemäldes von Robert Stromberg zu einer ganzen Stadt anwuchs. Ebenfalls ein Gemälde platzierte einen Kazon-Unterschlupf im El Mirage Flussbett in der Mojave-Wüste. Weitere Dreharbeiten im Freien fanden in Norwalk statt, wo die eher entbehrlichen Szenen auf der holografischen Farm im Inneren der Fürsorger-Phalanx gedreht wurden. (Die Szenen mit den Hillbillys strecken die Handlung meiner Meinung nach unnötig, vermitteln keine unheimliche Atmosphäre und haben wohl eher nur dazu gedient, kein allzu großes Interieur für die eigentliche Phalanx bauen zu müssen.)

Die Effektaufnahmen sind vor allem in ihrer Anzahl recht beeindruckend. Nicht nur startet die Folge mit einem Raumschiffkampf, auch der Showdown zeigt ein sehr gut inszeniertes Gefecht, in dem die Voyager und der Maquis-Raider gegen mehrere kleinere und ein gigantisches Kazon-Schiff antreten müssen. Dies alles geschieht in unmittelbarer Nähe zur Fürsorger-Phalanx.

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Die Voyager und der Maquis-Raider über dem Ocampa-Planeten.

In Sachen Musik muss ich sagen, ist mir die Titelmelodie von Jerry Goldsmith über die Jahre durchaus ans Herz gewachsen und ich fand sie eigentlich schon immer als ziemlich eingängig. Sie untermalt zudem einige sehr schöne Effektaufnahmen und Vorbeiflüge der Voyager im Intro. Auch wird die Melodie während der Folge immer wieder in Variationen angespielt, was aber nichts daran ändert, dass auch die Musikuntermalung von „Voyager“ der damals herrschenden Doktrin unterworfen war, ja nicht die Emotionen der Zuseher zu manipulieren. o_O

Fazit: Die Autoren und Produzenten von „Der Fürsorger“ haben sich sichtlich Mühe gegeben, den Grundstein für eine Serie zu legen, dabei aber verabsäumt, aus dem Pilotfilm selbst ein spannendes Highlight dieser Serie zu stricken. Es gibt zwar durchaus einige sehr gute Sequenzen in technischer Hinsicht, aber sowohl die Interaktion von Figuren als auch die Entfaltung der Handlung wirken untergeordnet während der Pilotfilm bereits Potenziale für zukünftige Folgen aufbaut. Das mag zwar eine löbliche Absicht gewesen sein, aber das Resultat war, dass „Der Fürsorger“ von Anfang bis Ende ziemlich unspektakulär rüberkommt. Daher gebe ich dem Voyager-Pilotfilm nur 3 von 6 Punkten. Es gibt kaum negative Auffälligkeiten, aber auch nichts, dass groß Aufsehen erregt oder absichtlich einen mutigen Schritt fort von der etablierten Norm darstellt.

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Anmerkungen: 

Einiges an „Voyager“ hätte durchaus anders aussehen können. Ganz besonders der Captain des Schiffes, der ursprünglich Nicole Janeway heißen und von Geneviève Bujold dargestellt werden sollte. Doch Bujold stieg nach nur eineinhalb Drehtagen aus. Kate Mulgrew ergatterte die Rolle – für die sie sich bereits vor Bujolds Engagement beworben hatte – nachdem sie sich in einem Vorsprechen gegen weitere Mitbewerberinnen durchsetzte. Und selbst nach Mulgrews ersten Drehtagen musste noch eine Änderung an ihrer Frisur vorgenommen werden, wodurch die frühen Szenen mit ihr neu gedreht werden mussten. (Szenen mit Bujold und Mulgrew mit natürlichem Haar sind auf der Bonus-Disc der 1. Voyager-Staffel auf DVD enthalten.)

Und auch die U.S.S. Voyager selbst hätte beinahe anders ausgesehen, denn die Produzenten waren hin und weg von Rick Sternbachs Entwürfen. Als jedoch auf Basis dieser Entwürfe ein Konzeptmodell erstellt wurde, war die Ernüchterung groß, denn dreidimensional wurde das Design den Verheißungen nicht gerecht und so bat man Sternbach, das Schiff nochmals massiv zu überarbeiten und stromlinienförmiger zu gestalten.

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Das Konzeptmodell, das nach bereits abgesegneten Entwürfen von Rick Sternbach gebaut wurde, überzeugte die Produzenten weniger als die Zeichnungen.

Wie auch „Deep Space Nine“ hat auch „Voyager“ bis heute noch kein HD-Remastering erfahren und liegt nur in Standard-Bildqualität vor. Dies erklärt auch die schlechte Qualität der Screenshots in diesem Artikel, die von trekcore.com stammen.

Mein FanFiction-Roman „Where the End begins“ ist zwar nach den Ereignissen der Serie angesiedelt, aber das Geschehen der ersten paar Minuten des Pilotfilms spielt darin eine wichtige Rolle.

Die letzte Grenze …

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Stephen Hawking

1942 – 2018

Am 14. März 2018 verstarb der angesehene theoretische Physiker und Astrophysiker Stephen Hawking. Neben seinen bedeutenden Arbeiten für die Fachwelt war er auch außerhalb dieser sehr bekannt. Er verfasste mehrere populärwissenschaftliche Bücher – darunter „Eine kurze Geschichte der Zeit“ und „Das Universum in der Nussschale“ – und war trotz seiner schon früh diagnostizierten Krankheit alles andere als Öffentlichkeitsscheu. So trat er u.a. auch in TV-Serien als Gast auf, wie in „Star Trek – The Next Generation“ und in „The Big Bang Theory“.

25 Jahre Deep Space Nine !

Am 3. Jänner 1993 war es soweit: Die allererste Folge der damals jüngsten Star Trek-Serie „Deep Space Nine“ flimmerte in den USA über die Bildschirme. Die Serie mit einer Raumstation statt eines Raumschiffes als Hauptschauplatz erfreut sich auch 25 Jahre später noch immer großer Beliebtheit unter Star Trek-Fans. Anlässlich dieses Jubiläums habe ich wieder eine kleine Auflistung zusammengestellt mit einigen relevanten Blog-Beiträgen zur dritten Live-Action-Serie.

„Der Abgesandte“ (Pilotfilm-Review)
Noch rechtzeitig vor dem Jubiläum habe ich im vergangenen November damit begonnen, mir die Serie wieder anzusehen und ein ausführliches Review des Pilotfilms „Der Abgesandte“ verfasst.

„Ein Stich zur rechten Zeit“ (Roman-Rezension)
Vor fast 6 Jahren fasste ich den Entschluss, auf meinem damals noch jungen Blog nicht nur meine eigenen Roman-Projekte vorzustellen, sondern auch meine Rezensionen kommerziell veröffentlichter Romane zu veröffentlichen. Und zum Auftakt wählte ich den hervorragenden, biographisch angehauchten „Deep Space Nine“-Roman „Ein Stich zur rechten Zeit“, in dem es zwar nicht um einen Hauptcharakter geht, aber mit Garak um einen der beliebtesten Gastcharaktere der Serie.

„Sektion 31: Der Abgrund“ (Roman-Rezension)
Ich habe nur wenige Romane gelesen, die zum offiziellen „Relaunch“ der Serie zählen. (Also Romane, deren Geschichte aufeinander aufbauen und zeitlich nach den Ereignissen der TV-Serie angesiedelt sind.) Am besten gefiel mir eindeutig „Der Abgrund“, eine spannende Story rund um Doktor Bashir, die auch losgelöst von der durchgehenden Handlung des „Relaunch“ funktioniert und hervorragend unterhält.

„Flaschenschiff“ (Fan-Fiction-Kurzgeschichte)
Der Jubiläums-Sammelband des Forums sf3dff.de, der zum 50jährigen Bestehen von „Star Trek“ erstellt wurde, enthält Geschichten zu allen zum damaligen Zeitpunkt existierenden Star Trek-Serien. Darunter auch drei „Deep Space Nine“-Geschichte, von denen ich jene mit dem Titel „Flaschenschiff“ beigesteuert habe (im PDF ab Seite 120). Es handelt sich dabei um eine mit Humor angereicherte Abenteuer-Story, in der Chief Miles O’Brien nicht nur technische Probleme zu lösen hat.

„Where the End begins“ (Fan-Fiction-Roman)
Vorrangig ist mein Roman „Where the End begins“ ein Crossover von „The Next Generation“ und „Voyager“, jedoch in den letzten beiden Kapiteln wird auch die Raumstation Deep Space 9 zu einem nicht unwichtigen Schauplatz.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Stöbern und schließe diesen Beitrag mit einem Trailer zur TV-Premiere von „Der Abgesandte“.

Rückblick 2017 & Vorschau 2018

Ich wünsche allen meinen Lesern ein frohes Neues Jahr und hoffe, ihr habt den Jahreswechsel gut verbracht. Der 1. Jänner ist nun schon einige Stunden alt, also ist es höchste Zeit, nochmal einen Blick auf die Blog-Highlights des vergangenen Jahres zu werfen und auch schon ein wenig vorauszuschauen!

Thema „Fan Fiction“

Anfang 2017 konnte ich euch die Endfassung meines „Enterprise“-Romans „Sailing on Forbidden Seas“ präsentieren, der insgesamt 177mal als ebook heruntergeladen wurde. Inzwischen steht auch der Nachfolger „Landing on Barbarous Coasts“ vor seiner Vollendung. Verfasst ist er bereits, nun muss er nur noch überarbeitet werden. Ich hoffe, euch meinen letzten geplanten „Enterprise“-Roman Anfang des 2. Halbjahres 2018 zum kostenlosen Download anbieten zu können.

Weitere Fan Fiction-Projekte sind durchaus in der Pipeline. Ich habe sehr konkrete Pläne für einen neuen Star Trek-Roman und vage Vorstellungen von einem zweiten. Aber um meine kreativen Kräfte neu aufzuladen, werde ich diese beiden Projekte 2018 wohl ruhen lassen und mich vielleicht ausnahmsweise – inspiriert von einem Sammelband-Contest auf www.sf3dff.de – an eine „Star Wars“-Story ranwagen. An einem „Star Trek“-Sammelband dieses Forums, der im April 2017 veröffentlicht wurde, habe ich mich ja bereits beteiligt. Genauso wie an einem Bildband zum „1701 Day 2017“.

Thema „Sachbuch-Rezensionen“

2017 habe ich auf diesem Blog doch einige Sachbücher rezensiert und die meisten davon – wenn auch nicht alle – haben mir sehr gut gefallen. Das absolute Highlight für mich stellte das Buch „Star Trek Kostüme“ dar, das sowohl meine Vorlieben für „Star Trek“ als ein mein Interesse am Designprozess hervorragend bediente.

Hin und wieder nehme ich auch ein älteres Buch aus dem Regal und rezensiere es und so nahm ich 2017 u.a. auch das Sachbuch „Die Welten der Föderation“ wieder zur Hand. Das in der Anfangszeit von „The Next Generation“ entstandene Buch ist natürlich alles andere als auf dem neuesten Stand, beinhaltet aber einige sehr interessante Ideen und wunderschöne Artworks.

Ebenfalls sehr gut gefielen mir die wesentlich aktuelleren Raumschiff-Design-Sachbücher zur Eaglemoss-Raumschiffsammlung (Volume 1 & Volume 2). Inzwischen ist auch schon ein drittes Buch erschienen und ein viertes angekündigt, die ich beide hoffentlich 2018 rezensieren kann. Leider vorläufig nichts wird es mit meinen ursprünglich geplanten Rezensionen der Eaglemoss-Modelle selbst auf raumschiffsammlung.wordpress.com. Ich muss gestehen, dass ich nicht sehr motiviert bin damit zu beginnen, solange noch kein Ende der Sammlung in Sicht ist. Außerdem gibt es inzwischen so viele andere Rezensionen im Internet (z.B. jene von IrishTrekkie auf Youtube), dass es fast überflüssig erscheint, noch eine weitere Rezensionsreihe zu starten. Zumal sie auch nicht allgemein gültig wären, denn die Auflagen des gleichen Modells können sich mitunter in Details stark unterschieden.

Thema „Comic-Rezensionen“

Ich rezensiere die regelmäßig erscheinenden Star Trek-Comics der „Boldly go“-Reihe, die 2016 als Nachfolger der „Ongoing“-Reihe ins Leben gerufen wurde und die an die Geschehnisse des Kinofilms „Star Trek Beyond“ anknüpft. Als besonders gelungen empfand ich die Ausgabe #5, die eine sehr emotional mitreißende Geschichte über Jaylah erzählt. Und ebenfalls ein Highlight war eine Comic-Miniserie aus den Jahren 2015 und 2016, die ich mit etwas Verspätung nachgeholt habe: „Starfleet Academy“ erzählt parallel die Erlebnisse zweier Gruppen von Kadetten zu unterschiedlichen Zeiten und verknüpft die Handlungsstränge schließlich zu einer Geschichte, die vor allem mir als „Enterprise“-Fan sehr zusagt.

Thema „Roman-Rezensionen“

Den besten Roman des Jahres las ich erst kürzlich und ich war selbst überrascht, dass es sich dabei ausgerechnet um das neueste Buch der Jack Reacher-Reihe von Lee Child handelte. Die Geschichten rund um den ruppigen Ex-Militärpolizisten empfand ich im Lauf der Zeit tendenziell als immer weniger gelungen, doch „The Midnight Line“ konnte mich nach langer Zeit wieder einmal begeistern. Ich bin gespannt, ob Lee Child auch 2018 wieder einen Thriller veröffentlichen wird. Aber auf jeden Fall werde ich auch in diesem Jahr wieder ein paar Romane abseits des Themas „Star Trek“ lesen. U.a. plane ich zumindest den ersten Roman der „Expanse“-Reihe ein. Die wirklich sehr gelungene SciFi-TV-Serie hat mein Interesse an der Romanvorlage erfolgreich geweckt.

Als besten „Star Trek“-Roman 2017 empfand ich bereits Anfang des vergangenen Jahres „The Face of the Unknown“. Eine starke Story, angesiedelt in der Ära der klassischen Serie mit erstaunlich vielen Bezügen zur aktuellen politischen Lage (v.a. zu jener in den USA). Weniger gut empfand ich den älteren „The Next Generation“-Roman „Die Jarada“ und doch habe ich die Rezension dazu wirklich sehr gerne geschrieben, denn sie entstand im Rahmen des Insekten-Themenschwerpunkts auf Daniela Walchs Buchvogel-Blog. Am Ende meiner Rezension habe ich daher eine kurze Zusammenfassung der insektoiden Spezies‘ im Star Trek-Universum angefügt.

2017 brachte uns mit „Desperate Hours“ auch den ersten Roman zur neuen Star Trek-Serie „Discovery“. Der Roman war absolut okay. Die Serie selbst allerdings ist bis jetzt (Stand Folge 9) nicht so recht nach meinem Geschmack. Ein bisschen zu trist ist das Setting, nicht kompatibel zur klassischen Serie, in deren Ära die Serie eigentlich angesiedelt ist. Zudem scheitert die Thematisierung eines irdisch-klingonischen Krieges ziemlich stark an der Art, wie die Klingonen dargestellt werden. Allzu oft machen es sich die Produzenten unnötig schwer mit ihren Entscheidungen.

Thema „Star Trek-Pilotfilm-Reviews“

Nichtsdestotrotz hat mich der Start von „Discovery“ dazu angeregt, alle Pilotfolgen der Star Trek-Serien zu rezensieren. Ich habe im Jahr 2017 alle geschafft mit Ausnahme von Voyagers „Der Fürsorger“. Aber ich werde mir diese Serie bestimmt 2018 ansehen und so wird diese Review-Reihe in absehbarer Zeit abgeschlossen werden. Die Links zu allen meinen Pilotfilm-Reviews und auch zu meinen Reviews der Star Trek-Kinofilme findet ihr hier: rumschreiber.wordpress.com/star-trek-film-reviews/