30 Jahre The Next Generation !

Nur wenige Tage nach dem Start einer brandneuen Star Trek-Serie feiert eine andere ihr 30jähriges Jubiläum! Am 28. September 1987 wurde der Pilotfilm von „Star Trek – The Next Generation“ in den USA ausgestrahlt. Anlässlich dieses Jubiläums folgt nun eine kleine Übersicht ausgewählter Artikeln meines Blogs, in denen es um die zweite Live-Action-Serie des Star Trek-Franchise geht, die es zwischen 1987 und 2002 auf 7 Serienstaffeln und 4 Kinofilme gebracht hat:

„The Buried Age“ (Roman-Rezension)
Ein sehr gelungenes Prequel zu „The Next Generation“ bildet dieser Roman von Christopher L. Bennett, den ich bereits vor ein paar Jahren rezensiert habe. In diesem Roman erfahren wir, welche Abenteuer Jean-Luc Picard in den Jahren zwischen dem Verlust der U.S.S. Stargazer und dem Antritt seines Kommandos an Bord der U.S.S. Enterprise NCC-1701-D erlebt hat und wie er seine neue Führungscrew und andere Weggefährten kennenlernte.

„Der Mächtige“/“Mission Farpoint“ (Pilotfilm-Review)
Aus Anlass des Starts von „Discovery“ habe ich in diesem Jahr damit begonnen, auch all die anderen Pilotfilme der Star Trek-Serie zu rezensieren. In meiner Blog-Rubrik „Star Trek Film-Reviews“ findet ihr auch die Links zu meinen Kinofilm-Reviews der 4 Leinwandauftritte der TNG-Crew und natürlich noch einiges mehr.

„Im Bann des Wolfs“ (Comic-Rezension)
Der deutsche Dino-Verlag hat nicht sehr viele Star Trek-Comics herausgebracht, aber darunter fand sich auch diese sehr interessante Geschichte, die Commander Datas Vorliebe für Sherlock Holmes-Holodeckszenarien mit der Wiederkehr von Jack the Ripper aus der TOS-Episode „Der Wolf im Schafspelz“ verknüpft.

„The Next Generation Sketchbook“ (Sachbuch-Rezension)
Ich habe viele Sachbücher rezensiert, in denen es mitunter auch um „The Next Generation“ ging. In diesem hervorragenden Sketchbook geht es aber ganz allein um die Designarbeit zum 7. und 8. Kinofilm – „Treffen der Generationen“ und „Der Erste Kontakt“. Als ein ganz allgemeines Making-of-Buch, das vor allem für Einsteiger in die Serie geeignet ist, wäre noch „The Next Generation 365“ zu erwähnen.

„Where the End begins“ (Fan-Fiction-Roman)
Nur einer meiner Romane ist in der TNG-Ära angesiedelt: „Where the End begins“ ist dabei ein Crossover von „The Next Generation“ und „Voyager“, zeitlich angesiedelt rund um die Ereignisse des letzten TNG-Kinofilms „Nemesis“.

„The Next Generation“ ist auf meinem Blog im Vergleich zu „Enterprise“ und „The Original Series“ vielleicht nicht dermaßen stark vertreten, aber neben diesen vorgestellten Artikeln gibt es hier doch noch einiges mehr zu jener Star Trek-Serie, die das Franchise während des Übergangs von den 80ern in die 90er-Jahre symbolisiert.

Ich wünsche euch noch viel Vergnügen beim Lesen und schließe diesen Artikel wie auch schon meinen letztjährigen zum 50jährigen Star Trek-Jubiläum mit einem Werk von Dusty Abell ab.

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Pilotfilm-Review: „Star Trek : Discovery – Das vulkanische Hallo/Kampf beim Doppelstern“

Gestern war es endlich soweit: Nach zwei Verschiebungen (ursprünglich waren Starttermine im Jänner und dann im Mai geplant) gingen die ersten beiden Episoden von „Star Trek – Discovery“ gestern auf Netflix online. Zwar präsentiert man uns den Serienauftakt als zwei getrennte Episoden – Auftaktfolgen in Spielfilmlänge scheinen heutzutage leider out zu sein – aber die beiden Episoden gehen direkt ineinander über, weshalb ich sie gemeinsam als Pilotfilm rezensiere.

Handlung: Wir schreiben das Jahr 2256 – zehn Jahre vor den Abenteuern von Captain Kirk & Co in der klassischen Star Trek Serie. Der Klingonen T’Kuvma hält vor seinen Anhängern eine Rede, in der er die sich bekriegenden 24 Häuser des Klingonischen Imperiums anprangert und die Bedrohung der klingonischen Lebensweise durch die Vereinigte Föderation der Planeten betont. T’Kuvma ist entschlossen, das Imperium wie einst Kahless erneut gegen einen gemeinsamen Feind in die Schlacht zu führen.

Zwei Repräsentanten diese „Feindes“ sind in der Zwischenzeit auf einem Wüstenplaneten in einer wohltätigen Mission unterwegs: Sternenflotten-Captain Philippa Georgiou und ihre Erste Offizierin Michael Burnham suchen eine Siedlung des einheimischen Volkes auf, um dort einen Brunnen zu revitalisieren. Es gelingt und nach einer kurzen Wanderung durch die Wüste, in der wir erfahren, dass Burnham seit 7 Jahren unter Georgiou dient und nach Meinung des Captains reif für ein eigenes Kommando ist, werden sie von ihrem Schiff – der U.S.S. Shenzhou – vor einem nahenden Sandsturm gerettet.

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Captain Georgiou und Commander Burnham sichern auf einer Wüstenwelt das Überleben der Crepusculaner.

Die nächste Mission führt die Shenzhou an den Randbereich der Föderation, in ein binäres Sonnensystem, wo ein dort stationiertes Kommunikations-Relais aus unerklärlichen Gründen Schaden genommen hat. Und dies vermutlich nicht zufällig. Denn ganz in der Nähe, zwischen Asteroidentrümmern versteckt, entdeckt Wissenschaftsoffizier Saru ein nicht identifizierbares Objekt künstlichen Ursprungs. In einem mit Jetpack ausgestatteten Raumanzug unternimmt Commander Burnham eine Erkundungsmission zum Objekt, das sich als uraltes Artefakt entpuppt – und sieht sich kurz nach dem Aufsetzen auf dessen Hülle sogleich mit einem klingonischen Krieger konfrontiert.

Burnham gelingt es mit Glück den Krieger zu töten und kann selbst gerade noch rechtzeitig von der Shenzhou wieder an Bord geholt werden, um vor den Klingonen zu warnen, die sich kurz darauf wie aus dem Nichts vor dem Bug der Shenzhou in Form eines gewaltigen Raumschiffs manifestieren – T’Kuvmas Flaggschiff. Doch T’Kuvma zeigt kein Interesse daran, mit dem Sternenflottenschiff in Kontakt zu treten. Stattdessen geht es ihm vielmehr darum, das Artefakt – ein Leuchtfeuer – zu aktivieren, das daraufhin nicht nur grelles Licht aussendet, sondern auch ein Funksignal. Burnham vermutet, dass die Klingonen damit Verstärkung rufen, doch in Wahrheit geht es T’Kuvma um weitaus mehr: Mit der Aktivierung des uralten Objekts ruft er die Führer der 24 dominanten Häuser des Klingonischen Imperiums herbei, um sie unter seiner Führung zu einen. Burnham will nicht bis zu deren Ankunft warten und nach kurzer privater Konsultation mit Botschafter Sarek – ihrem Ziehvater, der sie einst aufnahm nachdem Burnhams Eltern bei einem klingonischen Angriff ums Leben gekommen waren – empfiehlt sie ihrem Captain, ein „vulkanisches Hallo“ zu senden: sich Respekt zu verschaffen, indem man den ersten Schuss abgibt. Doch Georgiou ist strikt dagegen, das Credo der Sternenflotte – „Wir kommen in Frieden“ – zu missachten und wirft Burnham vor, nur deshalb für diese aggressiv-logische Vorgehensweise zu sein, weil sie einen Groll gegen die Klingonen hege. Georgious Weigerung treibt Burnham bis zum Äußersten: Meuterei! Doch Burnhams Versuch, T’Kuvmas Schiff anzugreifen, wird von der Crew der Shenzhou unterbunden. Georgiou erlangt ihr Kommando zurück … nur um sich kurz darauf einer Armada aus 24 weiteren ankommenden Klingonen-Schiffen gegenüberzusehen.

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Captain Georgiou holt sich ihr Kommando zurück mit einem Phaser in der Hand, der auch direkt aus der klassischen Star Trek-Serie stammen könnte. Die Sternenflotten-Requisiten sind in dieser Hinsicht sehr gelungen. Die inflationär eingesetzten Touch-Eingabeflächen auf der U.S.S. Shenzhou weniger.

Fazit: Meine sehr umfangreiche Zusammenfassung der Handlung bezieht sich allein auf die erste Folge „Das vulkanische Hallo“. Insofern könnte man annehmen, dass sich zum Auftakt der Serie ganz schön viel tut. Jedoch ist die meiner Meinung nach größte Schwäche dieser Doppelfolge der Umstand, dass die Handlung örtlich sehr statisch ist. Die Einführung von Burnham und Georgiou auf dem Wüstenplaneten ist noch sehr stimmungsvoll und versprüht ein Abenteuer-Feeling, das der Ära der klassischen „The Original Series“ auch sehr gut zu Gesicht steht. Ähnlich wie der Auftakt von „Star Trek Into Darkness“ sehen wir am Beginn der Folge den Abschluss einer Rettungsmission, wenngleich diese nicht ganz so dramatisch und spektakulär ist – abgesehen vom beeindruckenden Erstauftritt der U.S.S. Shenzhou. Aber schon nach 8 Minuten verlagert sich das Geschehen hin zum binären Sonnensystem und dort bleibt die Handlung bis zum Schluss „stecken“. Die Shenzhou und T’Kuvmas Flaggschiff stehen sich lange einfach gegenüber. Da T’Kuvma nicht auf die Rufe antworten will und Georgiou keine drastischeren Maßnahmen erwägen will, bleibt es lange Zeit dabei. Später in der Geschichte bekommen beide Schiffe Verstärkung, aber am Ende reduziert es sich dann doch wieder auf die Ausgangssituation mit den beiden genannten Raumschiffen.

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Der Auftritt der U.S.S. Shenzhou hinterlässt bleibenden Eindruck. Es handelt sich meiner Meinung nach um ein sehr schönes Schiffsdesign. Diese Effektaufnahme und auch alle anderen CG-Effekte im Pilotfilm sind von sehr hoher Qualität.

Die Zwischenzeit wird natürlich immer genutzt, um uns Michael Burnham, Philippa Georgiou und Saru näherzubringen – dem Triumvirat auf der Shenzhou, das der Personenkonstellation Kirk/Spock/McCoy nachempfunden ist. Auch dieses Triumvirat (das es ja auch im ersten TOS-Prequel „Enterprise“ gab) ist eine gelungene Anlehnung an die klassische Serie. Georgiou gefällt mir von den drei Charakteren eindeutig am besten, auch wenn ihr Handeln lange Zeit etwas zahm wirkt im Gegensatz zu ihren bissigen Kommentaren. Der Kelpianer Saru ist aufgrund seines kulturellen Backgrounds auch sehr auf Zurückhaltung bedacht, aber um keinen Streit mit seinen menschlichen Kollegen verlegen. Allen voran mit der Ersten Offizierin. Michael Burnham merkt man durchaus an, dass sie als der Hauptcharakter der Serie konzipiert ist. Immerhin ist sie es, die als erste aus der Reihe tanzt mit ihrer missglückten Meuterei. Aber ansonsten harmoniert der Charakter auch sehr gut im Rahmen des Triumvirats. Wenn diese drei zusammen in einer Szene sind, herrscht durchaus ein etwas lockerer Unterton, aber insgesamt ist die vermittelte Grundstimmung im Pilotfilm von „Discovery“ doch sehr ernst.

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Georgiou (Michelle Yeoh), Burnham (Sonequa Martin-Green) und Saru (Doug Jones) bilden ein stimmiges Triumvirat in der Führungsriege der U.S.S. Shenzhou. Mit einer – kurzen – Ausnahme bleiben die anderen Besatzungsmitglieder im Hintergrund.

Die Klingonen auf Kriegspfad steuern ebenfalls keinen Humor bei, aber das hat wohl niemand erwartet. 😉 Wobei ihre Aussprache doch für ein wenig unfreiwillige Erheiterung beim Zuseher sorgt. Denn selbst Klingonisch klingt aus ihren Mündern äußerst seltsam. Es mag an den umfangreichen Masken liegen, die die Gesichter der Darsteller bedecken. Das klingonische Make-up im Lauf der Jahrzehnte ist ja ein Kapitel für sich und ich selbst fand immer, dass die ständige Veränderung ihres Aussehens in verschiedenen Epochen den Klingonen eine interessante Vielfalt verlieh. Aber jene Klingonen aus „Discovery“ gehen für meinen Geschmack schon etwas zu weit. Vor allem die verlängerten Hinterköpfe und die Nasenform gefallen mir gar nicht. Ein bisschen Vielfalt sehen wir zwar wenn die Führer der Häuser mit T’Kuvma konferieren, aber im Grunde sehen doch wieder alle gleich aus.

Und damit gelange ich auch schon zu den produktionstechnischen Aspekten des Pilotfilms und der Serie im Allgemeinen. Eines mal ganz klar vorweg: Regisseur David Semel hat es erfolgreich geschafft, den ersten beiden Folgen einen cinematischen Look zu geben. Das breitere 2:1-Bildformat mag ebenfalls helfen, aber mir gefiel der Kameraeinsatz generell. Und auch was sich vor der Kamera befindet, ist von hoher Qualität. Die Sets, die Requisiten, die Kostüme. Mir mag das Make-up nicht zusagen, aber das restliche Klingonen-Design ist wirklich beeindruckend detailreich. Auch die Ausstattung der Sternenflotte kann sich sehen lassen, einige Requisiten wirken sogar wie direkt aus TOS gesogen … was aber für den Rest der Ausstattung nicht gilt. Ich weiß den betriebenen Aufwand der Kreativen wirklich sehr zu schätzen, man sieht die in die Serie reingesteckte Mühe. Nur meinen Vorstellungen eines TOS-Prequels entspricht es leider nicht.

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Das neue Aussehen der Klingonen ist sehr gewöhnungsbedürftig. Wir haben im Lauf der Jahrzehnte schon viele unterschiedlich aussehende Vertreter dieser Spezies erblickt, aber zumindest physisch scheint man – wie man an dieser Versammlung der wichtigsten Häuser sieht – in „Discovery“ einen relativ einheitlichen Look gewählt zu haben.

Ich habe es schon mal erwähnt und wiederhole mich hier bewusst: Die Umsetzung eines Prequels, das nur 10 Jahre vor der klassischen Serie im Prime-Universum angesiedelt ist – und damit sogar nach dem ersten TOS-Pilotfilm „Der Käfig“ spielt – ist einfach ein ungemein schwieriges Unterfangen. Der Look der klassischen Serie ist ikonisch, aber auch nicht gerade zeitgemäß – kein Wunder, immerhin wurde die Serie ja vor 50 Jahren produziert. Dennoch wurde dieses Design für einzelne Folgen in „The Next Generation“, „Deep Space Nine“ und „Enterprise“ penibel rekonstruiert. Was in Form kurzer, nostalgischer Ausflüge funktioniert, funktioniert logischerweise schwerlich als Setting für eine moderne Fernsehserie aus dem Jahr 2017, das ist mir schon klar. Und natürlich sehen wir Captain Pikes U.S.S. Enterprise auch nicht und insofern stehen die Türen für eine gewisse Überarbeitung des Sternenflotten-Looks auf der U.S.S. Shenzhou schon offen. Aber mal abgesehen von den Requisiten – Phaser, Tricorder, Kommunikator und Phaser-Gewehr – erkenne ich in der visuellen Präsentation nicht sehr viel von der TOS-Ästhetik wieder. Inhaltlich mag das insofern teilweise gedeckt sein, da die Shenzhou bereits Ende der 2240er-Jahre als altes Schiff gilt. Insofern haben sich die Macher einen zeitlichen Sicherheitsabstand zur TOS-Ära durchaus in dieser Hinsicht eingeräumt. Aber wäre es nicht sehr viel leichter gewesen, die Serie gleich etwas früher anzusiedeln? Und vielleicht auf die eine oder andere Touchscreen-Bedienfläche zugunsten manueller Bedienelemente zu verzichten? Oder auf den Holo-Kommunikator, bei dem sich ganz augenscheinlich keiner im Produktionsteam Gedanken darüber gemacht hat, wie sich die Szene für den Gesprächspartner darstellt? (Holo-Sarek in Burnhams Quartier und Admiral Anderson auf der Shenzhou-Brücke verhalten sich irrwitzig für Leute, die nicht physisch anwesend sein sollen!)

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T’Kuvmas Schiff (links) soll von äußerst altertümlicher Bauweise sein, doch auch die anderen Häuser nutzen bei ihrem Angriff auf die Shenzhou Schiffe, die nicht gerade wie D7-Kreuzer oder Birds-of-Prey aussehen.  Ausgerechnet T’Kuvmas Schiff ähnelt in seiner Form zumindest noch im Groben bekannten klingonischen Raumschiffen.

Worin anderseits wieder durchaus viele Anspielungen auf die klassische Serie zu erkennen sind, ist die Akustik. Viele Soundeffekte wirken äußerst vertraut. Auch die Musikuntermalung während der Folge ist gut gelungen, auch wenn sie nichts Spezielles ist. Jeff Russos Score traut sich hin und wieder auch in den Vordergrund, aber ein Michael Giacchino ist er leider nicht – was sich besonders in der Titelmelodie niederschlägt. Ich will nicht sagen, dass sie keine Melodie hätte – sie ist lediglich sehr schwer zu merken bzw. wiederzugeben. Das liegt aber nicht daran, dass sie zu komplex wäre, sondern weil sie im Gegenteil viel zu simpel ist. Eine Wiederholung von vier Doppeltönen hintereinander ist da einfach zu wenig. Die Bilder des Intros werden aber ausreichend untermalt. Dessen Stil ist im Grunde so, wie ich es erwartet und sogar erhofft hatte. Nur die Motive finde ich teilweise sonderbar gewählt. Ich denke nicht, dass es die Serie gut repräsentiert. Den Pilotfilm erst recht nicht, denn dafür liegt er Fokus zu stark auf die U.S.S. Discovery … die in den ersten beiden Folgen gar nicht vorkommt. 😉

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Einen Ausblick auf die titelgebende U.S.S. Discovery gibt es nur im stilistisch interessanten Vorspann. In den ersten beiden Folgen der Serie kommt das Schiff noch gar nicht vor.

Bewertung: „Das vulkanische Hallo“ und “Kampf beim Doppelstern“ zu bewerten, fällt mir äußerst schwer. Handwerklich ist dieser aus zwei Folgen zusammengesetzte Pilotfilm 1A inszeniert und produziert. Die Story hat eine gute Portion Abenteuerspirit, vor allem im ersten Teil der Geschichte und passt damit zeitlich auch gut in die unmittelbare Prä-TOS-Ära. Nichts was einen überwältigt und von der erste bis zur letzten Sekunden mitreißt – dafür wird die Handlung zu sehr gestreckt – und auch nicht der ganz große, mutige Paukenschlag am Beginn einer neuen TV-Ära für das Star Trek-Franchise. Aber recht gute Unterhaltung, die Zukunftspotenzial absolut erkennen, aber den Fun-Faktor über weite Strecken vermissen lässt – trotz gutem Zusammenspiel der drei Hauptcharaktere.

Was die Optik angeht, finde ich aber einiges unnötig weit weg von TOS, während es in anderen Produktionsbereichen durchaus gelungene Anlehnungen gibt. Es gab in der nahen Vergangenheit bessere Beispiele, wie man Anknüpfungspunkte zum klassischen Look schaffen kann, ohne an ihn gebunden sein zu müssen. Vielleicht messe ich dem Vorhandensein bzw. Fehlen von TOS-typischen Elementen in einer Serie aus dem Jahr 2017 zu große Bedeutung bei. Anderseits denk ich mir: Wenn man die Serie zeitlich schon so knapp – eigentlichen sogar parallel – zu TOS platziert … darf man da als Zuseher nicht doch noch ein bisschen mehr von TOS in „Discovery“ erwarten? Vielleicht kommt ja noch mehr, aber im einstimmenden Pilotfilm war es mir zu wenig.

Trotzdem will ich den Pilotfilm nicht allein am Design messen. Auch wenn der Grundtenor dieser Rezension negativ klingt, gefiel mir auch vieles von dem, was sich darin abgespielt hat und wie toll es von der Kamera eingefangen wurde. Außerdem ist „Das vulkanische Hallo“/“Kampf beim Doppelstern“ logischerweise der einzige von mir rezensierte Pilotfilm, von dem ich nicht weiß, was ihm folgt. Vielleicht wird noch einiges relativiert, was mich jetzt noch stört. Die Möglichkeiten sind schier unendlich und dass es mir möglich ist, diese Möglichkeiten nach den beiden ersten Folgen von „Discovery“ noch zu erkennen, ist doch sehr positiv. Daher gebe ich wohlwollend 4 von 6 Filmrollen für den Pilotfilm.

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Anmerkungen:

Ich selbst habe schon so einige FanFictions über die Klingonen in der Prä-TOS-Ära verfasst. Ich will nicht spoilern, aber ich fand es ganz witzig, gewisse Ähnlichkeiten zwischen T’Kuvmas Ansinnen und den Ereignissen in meinem Enterprise-Roman „Sailing on Forbidden Seas“ zu erkennen.

Zumindest in technischer Hinsicht habe ich mit „A Decade of Storm“ ins Schwarze getroffen: Wie in meinem Roman setzen auch die Sternenflotten-Schiffe in „Discovery“ zwei Traktorstrahlen gleichzeitig ein, um ein erfasstes Raumschiff zu stabilisieren. Da hatte wohl jemand den gleichen Gedankengang wie ich. 😀

Nachträgliche Anmerkung: In dieser Rezension verwende ich die ursprünglichen deutschen Titel der beiden Folgen, die zusammen den Pilotfilm bilden. Im Zuge der Veröffentlichung und Übersetzung weiterer Episoden änderte Netflix wenige Wochen später aber auch die Titel der beiden ersten Folgen in „Leuchtfeuer“ und „Das Urteil“.

Noch 10 Tage …

Der Start der neuen Serie „Star Trek Discovery“ naht, am 25. September erscheint die erste Folge hierzulande auf dem Streaming-Dienst Netflix. Möglichst zeitnah – idealerweise am Tag darauf – werde ich für meinen Blog ein ausführliches Review des Pilotfilms verfassen.

In Hinblick auf die neue Serie habe ich zum Jahresanfang begonnen, auch zu allen anderen Star Trek-Pilotfilmen Reviews zu verfassen, in die ihr zur Einstimmung vielleicht mal reinschauen möchtet. Bis jetzt habe ich die Pilotfilme von „Enterprise“, „The Original Series“ und „The Next Generation“ unter die Lupe genommen.

Jenes Review zu „Discovery“ wird wie erwähnt noch in diesem Monat folgen und den „Deep Space Nine“-Pilotfilm „Der Abgesandte“ möchte ich mir noch vor dem 25-Jahr-Jubiläum im Jänner 2018 vornehmen. Der Voyager-Pilotfilm „Der Fürsorger“ wird diese Review-Reihe abschließen … zumindest bis die nächste Star Trek-Serie herauskommt. 😉

Zur weiteren Einstimmung auf „Discovery“ folgen nun noch ein zwei neue, kurze Trailer, sowie zwei Produktionsvideos zur Titelmusik und zu den Requisten und ausgewählte Promotion-Fotos.

Anmerkung: Falls ihr euch wundert, warum ich der von mir bei so gut wie jeder sich bietenden Gelegenheit gelobten Zeichentrickserie kein Pilotfilm-Review widme, so liegt das nicht daran, dass ich die Serie als non-canon betrachten würde – das Gegenteil ist der Fall, denn es gibt keinen plausiblen Grund (mehr) dafür – sondern weil „The Animated Series“ nur eine Fortsetzung der Abenteuer der klassischen Serie ist mit beinahe dem gleichen Cast, dem gleichen Hauptschauplatz und ohne eine Folge, der die Aufgabe zukommt, diese nochmals genauer vorzustellen.

Die letzte Grenze …

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Stephen Furst

1955 – 2017

Einmal mehr müssen wir uns von einem Darsteller der Serie „Babylon 5“ viel zu früh verabschieden. Stephen Furst, der in der Serie den Botschafter-Assistenten und späteren Centauri-Imperator Vir Cotto verkörperte, starb am 16. Juni 2017 im Alter von 63 Jahren an den Folgen seiner Diabetes-Erkrankung.

Auch von anderen Helden meiner Kindheit hieß es in den vergangenen Wochen Abschied nehmen. Sie mögen zwar nicht im Besonderen für ihre Beteiligung in Science-Fiction-Produktionen bekannt gewesen sein, aber „007“-Darsteller Roger Moore und „Batman“ Adam West standen für mich schon in frühen Jahren für tolle TV- und Filmunterhaltung.

Pilotfilm-Review: „Star Trek : The Next Generation – Der Mächtige/Mission Farpoint“

Im neuesten Teil meiner Review-Reihe zu den Star Trek-Pilotfilmen steht jener im Fokus, dessen Erstausstrahlung sich Ende September zum 30. Mal jähren wird. Bevor „The Next Generation“ startete, bestand das Star Trek-Universum lediglich aus Abenteuern der klassischen Crew, die bereits den Sprung ins Kino geschafft und 1986 mit „Zurück in die Gegenwart“ einen echten Überraschungshit gelandet hatte. So verwundert es nicht, dass man das Franchise so schnell wie möglich auch wieder auf die TV-Schirme zurückbringen wollte. Jedoch mit einem anderen zeitlichen Ansatz, der noch folgende 21 Serienstaffeln und vier Kinofilme prägen sollte …

Handlung: „Encounter at Farpoint“ – so der englische Titel des Pilotfilms – setzt rund ein Jahrhundert nach der klassischen Star Trek-Serie an und gewährt dem Zuseher erstmals einen Blick auf die fernere Zukunft dieses fiktiven Universums. Wenngleich nicht alles daran komplett anders ist: So steht auch hier ein Raumschiff namens Enterprise im Mittelpunkt. Die brandneue Enterprise 1701-D, die unter dem Kommando von Captain Jean-Luc Picard nach Deneb IV unterwegs ist, um einerseits weitere Crew-Mitglieder an Bord zu nehmen und anderseits mit den auf Deneb beheimateten Bandi eine Einigung zur dauerhaften Nutzung von Farpoint Station zu erzielen. Die rasche Entstehung des neuen Raumhafens gibt der Sternenflotte einige Fragen auf, die zu klären es gilt. Doch noch bevor die Enterprise ihr Ziel erreicht, wird sie von einem gigantischen Hindernis aufgehalten und die Crew macht Bekanntschaft mit dem mächtigen Wesen namens Q. Dieses Wesen wirft der Menschheit pauschal vor, sich schon weit genug ins Weltall vorgewagt und sich trotz ihrer technischen Fortschritte charakterlich nicht weiterentwickelt zu haben. Sie sei noch immer eine wilde, barbarische Spezies.

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In einer von Q (John DeLancie) geschaffenen Realität macht das mächtige Wesen Captain Picard (Patrick Stewart) den Prozess. Auf dieser Szene wird sieben Jahre später das Serienfinale aufbauen.

Als sich Captain Picard weigert Qs Forderung nach einem Rückzug zur Erde nachzukommen, stellt Q ihn und die Führungsoffiziere in einer Scheinrealität vor Gericht und klagt sie stellvertretend für die Verbrechen der Menschheit an. Doch Q lässt sich von Picard dazu überreden, erst zu testen, ob sich die Menschheit nicht doch weiterentwickelt habe und er deutet an, dass bereits die bevorstehende Mission auf Farpoint Station ein hervorragender Test wäre. Auf Deneb IV haben in der Zwischenzeit Commander Riker und Doktor Crusher Mysteriöses beobachtet, das die Frage aufkommen lässt, ob alles auf Farpoint Station das ist, was es zu sein scheint …

Fazit: Vorweg möchte ich gleich gestehen, dass ich geneigt bin, „Encounter at Farpoint“ allein aus nostalgischen Gründen etwas gnädiger zu beurteilen als viele andere Kritiker. Denn wenngleich ich in meiner Kindheit bereits die klassische Star Trek-Serie gemocht hatte, war es doch die Erstausstrahlung des Pilotfilms von „The Next Generation“ (bzw. „Das nächste Jahrhundert“) im deutschen Privatfernsehen 1993, die mich so richtig zum Star Trek-Fan machte. Meine Begeisterung für den Pilotfilm hat sich aber dennoch im Lauf der Zeit deutlich reduziert, die Schwächen und Merkwürdigkeiten des Films treten inzwischen doch etwas deutlicher zutage, denn der Film ist sehr geprägt von der futuristisch-humanistischen Einstellung, die sich Star Trek-Erschaffer Gene Roddenberry in den 70ern und 80ern angeeignet hatte. Qs Test der zukünftigen Menschheit ist ein Beispiel dafür und vor allem seine einleitende Kritik am menschlichen Fehlverhalten der Vergangenheit bzw. damaligen Gegenwart. Wie öfters in der ersten Staffel der Serie trägt auch der Pilotfilm Gegenwartskritik sehr plakativ und oberlehrerhaft vor. Solche Themen kann man auch wesentlich harmonischer und unterhaltsamer in einer Story verarbeiten.

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Vor 100 Jahren noch mit der Föderation verfeindet, sind die Klingonen inzwischen Alliierte und mit Lieutenant Worf  (Michael Dorn) dient einer von ihnen auch in der Sternenflotte. In dieser Einstellung sieht man auch, dass glänzende Touchscreens und eine sanfte, helle Farbpalette die Einrichtung der Enterprise-D prägen.

Was ebenfalls sehr plakativ rüberkommt ist die Vorstellung der Charaktere und ich übertreibe nicht wenn ich sage, dass sich in „Encounter at Farpoint“ die Charaktere vor die Kamera stellen und relativ unmotiviert sich und ihre Eigenschaften vorstellen. So mutet es schon seltsam an, wenn sich der Zweite Offizier Data oder der Klingone Worf in Szene setzen, indem sie plötzlich von ihren Sesseln aufspringen und einen Vortrag halten. Oder Sicherheitschefin Tasha Yar sich während einer Krisensituation durch die halbe Brücke bewegt und betont „in ihrer Funktion als Sicherheitschefin“ das Wort ergreift. Ebenfalls mitten in einer Krise verlässt Picard für einen Plausch mit Doktor Crusher die Brücke. Jene Doktor Crusher, die kurze Zeit davor eine Szene mit dem blinden Steuermann Geordi LaForge hatte, die nichts zur Story beiträgt, lediglich erklärt, warum der Mann eine Haarspange vor den Augen trägt. Aber natürlich ist es nicht so leicht, ein so großes Ensemble in nur 90 Minuten vorzustellen und eine passende Story rundherum zu schreiben. Wenngleich mancher Superhelden-Film durchaus ein gutes Beispiel wäre.

Und tatsächlich ist der Mix der neuen Enterprise-Crew durchaus sehr vielfältig und nicht unähnlich einer Superheldentruppe. Wir haben einen ernsten, autoritären Anführer, einen strebsamen jungen Stellvertreter, einen klugen aber naiven Androiden, einen mutigen Krieger, eine Empathin und einen Blinden, der dank Technologie mehr wahrnehmen kann als jeder andere. Die Story gönnt jedem der Hauptcharaktere seinen definierenden Moment, auch wenn dieser nicht viel zu selbiger beiträgt. Generell ist die Geschichte rund um Qs Test und das Geheimnis von Farpoint Station eher ein Vehikel zur Vorstellung einer bestimmten Philosophie, eines neuen Hauptschauplatzes im 24. Jahrhundert und der Figuren, die sich darin bewegen. Es ist keine große Abenteuerstory, aber doch mit nicht gerade wenig „Sense of Wonder“ ausgestattet.

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Die Enterprise-D im Orbit von Deneb IV. Neben ihr fliegt die U.S.S. Hood, eine Wiederverwendung des Excelsior-Modells aus dem dritten Kinofilm „Auf der Suche nach Mr. Spock.“ Genau wir beim Film war für die Effekte des Pilotfilms das erstklassige Studio ILM verantwortlich.

Die Enterprise selbst ist bereits ein neuer, erkundenswerter Schauplatz. Sie ähnelt äußerlich nur vage Kirks Enterprise, ist deutlich größer, ihre Grundform fließender und weniger modular. Das Innere bedient sich teilweise veränderter Sets aus den Kinofilmen (Korridore, Transporterraum), ergänzt aber auch jede Menge neue Sets, die gut dazu passen, was für das hochwertige Produktionsdesign spricht. Dennoch ist die Designsprache deutlich anders als in den Kinofilmen der damaligen Zeit, die die Sternenflotte ein Jahrhundert zuvor militärischer anlegen. Auf der Enterprise-D zeigt man dem Zuseher die angenehmere, hübschere Seite der Flotte, gut aussehende, vitale Offiziere in enganliegenden Spandex-Uniformen (die bei den Darstellern sehr unbeliebt waren) in einer gemütlich gestalteten Atmosphäre an Bord eines Schiffes voller Annehmlichkeiten wie dem Holodeck. Die Sets abseits des Schiffes sind ebenfalls interessant und vor allem weitläufig. Das gilt für die „Einkaufspassage“ von Farpoint genauso wie für Qs Gerichtssaal. Den unterirdischen Gängen und der Bandi-Stadt auf Deneb IV verleiht der Einsatz von Gemälden und Miniaturen Weite.

Man sieht an der Ausstattung des Pilotfilms meiner Meinung nach sehr gut den Versuch, sich visuell von der klassischen Serie und den damals aktuellen Kinofilmen abzuheben und dabei doch eine professionelle Optik zu erhalten, was besonders in Sachen Effekte auch absolut gelingt. Immerhin stammen diese von George Lucas‘ renommierten Effektstudio ILM und werden im Pilotfilm alles andere als sparsam eingesetzt. In diesem Zusammenhang möchte ich auch auf das Remastering der Serie hinweisen, das in den Jahren 2012 bis 2014 stattfand. Im Gegensatz zum Remastering der klassischen Serie wurde für „The Next Generation“ das ursprüngliche, unbearbeitete Filmmaterial in hoher Auflösung neu gescannt und die Folgen komplett neu zusammengeschnitten. Das Originalmodell der Enterprise-D ist nun in voller Pracht zu sehen genauso wie die anderen physischen Elemente der Serie, die einst auf hochauflösendem Filmmaterial aufgenommen wurden. Wer die Serie bislang nur auf DVD oder vor 2012 im TV gesehen hat, wird sicher vom scharfen, farbintensiven HD-Bild der Remastered-Fassung angetan sein. Zur Veranschaulichung folgend der Trailer zur ersten Staffel von „The Next Generation“ auf Blu-ray:

Ich will nicht behaupten, dass die 80er-Jahre-Herkunft des Pilotfilms durch das Remastering weniger offensichtlich wird – der Look dieser Ära ist in vielen Design-Entscheidungen erkennbar – aber die Serie wirkt in HD-Qualität visuell auf jeden Fall sehr viel frischer. Zumal Regisseur Corey Allen die Szenen in unterschiedlichen, abwechslungsreichen Einstellungen drehte und die Crew der Enterprise mitunter sehr heroisch in Szene setzte. Wenn beispielsweise Data in einer Szene eine Tür mittels Phaser aufschießt, glimmt noch der Strahl in der Luft während Commander Riker entschlossen nach vorne stürmt. Oder wenn die beiden loslaufen auf eine Stadt zu, die gerade aus dem Orbit bombardiert wird. Mitunter posieren die Charaktere regelrecht vor der Kamera und strahlen in ihrem Tun eine ungeheure Souveränität aus. Das kann man sowohl positiv als auch negativ sehen. Positiv, weil sie ein anzustrebendes Ideal verkörpern. Negativ, weil dadurch doch eine gewisse Distanz zum Publikum entsteht und nie der Anschein erweckt wird, sie wären tatsächlich in einer aussichtslosen Situation.

Betreffend Musikuntermalung fällt auf, dass diese sehr viel vordergründiger ist als später in der Serie oder den folgenden Star Trek-Serien. Sogar die Titelmelodie, die ursprünglich von Jerry Goldsmith für den ersten Kinofilm komponiert wurde – darf in einem besonders glorreichen Moment – der Abtrennung der Untertassensektion – mitten in der Folge lautstark erklingen. So etwas ist selten, erinnert aber an den Pilotfilm „Der Käfig“ in dem es ebenfalls eine vergleichbare Sequenz gab. Dennis McCarthys Musik untermalt „Encounter at Farpoint“ sehr gut mit einer großen Bandbreite an Klängen, die von hell bis pompös reichen und er spielt immer wieder einmal die klassische Fanfare an.

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Ursprünglich als regelmäßiges Manöver geplant kam die Untertassenabtrennung nach dem Pilotfilm nur noch zweimal in der Serie und dann im 7. Kinofilm „Treffen der Generationen“ vor. Dieses Manöver hätte bereits an Kirks Enterprise im ersten Kinofilm 1979 gezeigt werden sollen. Eine alternative Version von Kirks Schiff führt die Abtrennung in „Star Trek Beyond“ aus.

Ansonsten halten sich Anspielungen auf die klassische Serie sehr in Grenzen, lediglich DeForest Kelley darf den Staffelstab überreichen. Allerdings wird dieser Gastauftritt dadurch getrübt, dass Kelley unter all dem Make-up kaum erkennbar ist und er nicht einmal „McCoy“ genannt, sondern nur als „der Admiral“ bezeichnet wird. In dieser Szene glimmt auch ein bisschen Humor auf, aber in dieser Hinsicht hat „Encounter at Farpoint“ sonst nicht viel zu bieten. Die Stimmung ist oft heiter, aber zum Lachen fordert das Geschehen den Zuseher nicht auf. (Eher sind manche Szenen unfreiwillig komisch, wie z.B. die erwähnten Charaktervorstellungen.) Der später als Synonym für humorvolle Folgen stehende Q kommt im Pilotfilm auch deutlich härter und skrupelloser rüber, was ihm meiner Meinung nach aber ganz gut zu Gesicht steht.

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DeForest Kelley hat eine gemeinsame Szene mit Brent Spiner. Dem Dialog zufolge, der auf Spock anspielt, gibt es natürlich keinen Zweifel, dass es sich bei seiner Rolle um Dr. Leonard McCoy handelt, doch erwähnt wird der Name weder im Pilotfilm noch auf der Besetzungsliste, denn man wollte Kelleys Gastauftritt bis zur Ausstrahlung der Folge geheim halten.

Bewertung: „Encounter at Farpoint“ ist ein erster Schritt, aber noch nicht ganz das, zu dem „The Next Generation“ mit zirka der dritten Staffel wurde, als die Serie zunehmend an Popularität gewann. Die Serie trug später von der Gegenwart inspirierte Themen subtiler vor als im Pilotfilm, auch die Charaktere wurden weniger aufdringlich in ihren Eigenschaften dargestellt, alles wurde ein bisschen gedämpft (in den letzten zwei, drei Staffeln für meinen Geschmack sogar ein bisschen zu viel) und gewisse Konzepte ganz verworfen: So wie Counselor Trois sichtbare Reaktion auf fremde Emotionen, Commander Rikers Diensteifer oder die Idee einer kaum besetzten Kommandobrücke, regelmäßigerer Abtrennung der Untertassensektion … oder dass selbst männliche Offiziere eine Minirock-Uniform tragen sollten. 😀

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Die letzte Szene des Pilotfilms ist die einzige, in der sowohl Tasha Yar (Denise Crosby) als auch Deanna Troi (Marina Sirtis) die Minirock-Uniform tragen. Der sogenannte „Skant“ war als Unisex-Kleidungsstück angelegt und wurde am Beginn der Serie auch von männlichen Statisten getragen. À propos Statisten: Man beachte deren Fehlen an den hinteren Konsolen. Diese Stationen sollten laut anfänglicher Konzeption nur in Ausnahmefällen bemannt werden.

Ausgehend vom Pilotfilm erhielt „The Next Generation“ in den folgenden Jahren so manche Feineinstellung, aber sieht man sich allein die erste Staffel an so merkt man doch, dass auch für diese Folgen „Encounter at Farpoint“ nicht ganz repräsentativ ist. Glücklicherweise besteht die erste Staffel aus etwas zügiger erzählten Abenteuergeschichten und man sollte anmerken, dass die Serie ursprünglich auch nur mit einer 45-Minuten-Folge hätte beginnen sollen. Erst nach Festlegung der 90minütigen Laufzeit wurde die Rahmenhandlung mit Q von D.C. Fontana hinzugeschrieben wie auch so manche Füllszene (z.B. erwähnte Untersuchung von Geordi LaForge auf der Krankenstation) ergänzt.

Will man „Encounter at Farpoint“ als alleinstehenden Film betrachten, so lässt er sich durch diese ganzen Ergänzungen als eine Art „Extended Version“ eines deutlich kürzeren Filmes ansehen. Und wie häufig bei solchen Langfassungen nagt auch am TNG-Pilotfilm das Problem, dass die hinzugefügten Passagen die Erzählung der Geschichte etwas holprig wirken lassen. Okay, vielleicht hätte es ohne die Verlängerung des Films einen populären Charakter wie Q niemals gegeben. Allerdings spielt das eher für die Serie eine Rolle und nicht für den Film selbst, der als eigenständige Produktion mit einem gewissen „Event-Charakter“ eigentlich durchaus funktioniert, aber vor allem dadurch, dass durch das Verwerfen einiger Konzepte rückwirkend etwas eher Untypisches für die spätere Serie entstand, das nur in sehr geringem Maße handlungsorientiert ist.

Wenn ich so überlege, welche Bewertung ich dem Pilotfilm von „The Next Generation“ geben soll, bemerke ich, dass ein Nostalgie-Bonus gar nicht nötig ist. Ich denke, 3 von 6 Punkten sind immer noch absolut vertretbar, vor allem da in Sachen visueller Faszination das HD-Remastering diesen Film wirklich bereichert und die Mühe, die in seine Entstehung gesteckt wurde, besser erkennbar wird. Sicher, an einigen Stellen wird die Moral der Geschichte alles andere als hintergründig transportiert und manche Dialogzeilen machen den Eindruck, als seien sie nur für den Zuseher geschrieben worden um die Figuren vorzustellen. Im Gegenzug steckt (weit) hinter all dem Vordergründigen aber doch ein solides erstes Abenteuer der neuen Enterprise-Crew, die in dieser Frühversion zumindest nicht arm an Eigenschaften ist.

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Anmerkungen:

Auf Deutsch trägt der Pilotfilm den etwas umständlichen Doppeltitel „Der Mächtige/Mission Farpoint“, was auf den Umstand zurückzuführen ist, dass der Film bei seiner deutschen Erstausstrahlung im Fernsehen als zwei 45-Minuten-Folgen gezeigt wurde. Um zeitlich Platz für je einen zweiten Vor- und Abspann zu schaffen, wurden einige Szenen gekürzt und zumindest eine Szene komplett geschnitten. Auf DVD und Blu-ray ist der Pilotfilm aber in seiner vollständigen 90-Minuten-Fassung zu sehen und die fehlenden Teile wurden nachsynchronisiert – Captain Picard jedoch von einem anderen Sprecher als gewohnt.

Das Thema von Qs Test der Menschheit und seine Fortführung im Serienfinale sind wichtige Ausgangspunkte für meinen FanFiction-Roman „Where the End begins“.

Die in diesem Review verwendeten Bilder und der Trailer stammen von trekcore.com.

Modellbau – U.S.S. Voyager (Mini)

Mein erstes Review zur offiziellen Raumschiffsammlung muss noch ein wenig auf sich warten lassen; das Buch, das ich aktuell lese, ist ein ziemlich dicker Wälzer und wird mich noch eine Weile – hoffentlich – gut unterhalten; und einen aktuellen Comic für Zwischendurch habe ich derzeit nicht auf meiner Leseliste. Also habe ich mich dazu entschlossen, wieder einmal nach einiger Zeit einen Modellbausatz zu präsentieren: die U.S.S. Voyager im Miniformat von Revell!

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Gleich vorweg: Dieses 6 cm lange Modell sollte selbst den ungeschicktesten Modellbauer vor keine größeren Probleme stellen. Wie man auf obigem Foto sieht, besteht das Schiff selbst nur aus 5 Teilen, der Standfuß aus 4 Teilen. Klebstoff ist nicht notwendig, die Teile werden einfach zusammengesteckt. Als einziges Werkzeug ist eine Nagelfeile empfehlenswert, um unschöne Überbleibsel des Herausbrechens der Teile aus dem Gitter zu bearbeiten. Auch ein Bemalen und das Anbringen von Decals ist nicht nötig, denn das Modell hat bereits eine sehr passende Farbe und einige Aufkleber sind schon drauf. Zwar nur wenige, aber passend zum geringen Detailgrad des Modells. Wer sich beim Zusammenbau dennoch auf eine Anleitung verlassen will, findet diese auf der Innenseite der Schachtel aufgedruckt.

Also was den Schwierigkeitsgrad angeht, kann die Mini-Voyager natürlich bei weitem nicht mit anderen von mir gebauten Modellen (Battlestar Galactica, Original-Enterprise, 2009-Enterprise) verglichen werden und wenn ich sie nicht geschenkt bekommen hätte – vielen Dank an Sascha an dieser Stelle 🙂 – wäre die kleine Voyager wohl nie Teil meiner Sammlung geworden … weil ich mir der Existenz dieses Bausatzes bis vor einigen Tagen noch gar nicht bewusst war! Den Hinweisen auf der Schachtel nach zu urteilen, erschien diese Mini-Voyager zusammen mit ebenfalls kleinen Versionen des Maquis-Raiders und des Kazon-Fighters im Jahre 1996. Also zur selben Zeit, als Revell anlässlich des Serienstarts von „Star Trek – Raumschiff Voyager“ auch große Bausätze dieser Schiffe ins Programm nahm. Ich glaube, es gab damals noch ein viertes Modell, den Kazon-Torpedo, der aber laut Schachtel offenbar nicht als Mini-Version erschien. Die große Voyager selbst – mit 67 Teilen – ist auch heute noch bzw. nach einer leichten Überarbeitung wieder Teil des aktuellen Revell-Sortiments.

Was ich leider nicht herausfinden konnte, ist der damalige Neupreis dieser Mini-Modelle. Heutzutage findet man die Voyager sowohl zum schmalen Preis von 2 bis 4 Euro als auch zu „Sammlerpreisen“. Aber der Neupreis wäre schon interessant zu wissen, denn wenn man sich die Bilder des fertig zusammengebauten Modells so ansieht, bieten diese 6 Zentimeter nicht gerade die größte Offenbarung.

Nachträgliche Anmerkung: Inzwischen wurde mir mitgeteilt, dass der Neupreis ca. 8 D-Mark also umgerechnet rund 4 Euro betragen hat. Vielen Dank für die Info! 🙂 

Von unten sollte das Modell besser nicht betrachtet werden, hier fehlen Details als auch Farbe beim Deflektor. Die Oberseite ist definitiv die Schokoladenseite dieses Bausatzes, nur warum Revell den Bereich hinter dem Brückenmodul (noch dazu recht schlampig) beige eingefärbt hat, ist mir ein Rätsel.

 

Bei Gelegenheit werde ich vielleicht mal den Standfuß schwarz lackieren und auch den Deflektor ergänzen.

Dass es Revell – zumindest heutzutage – auch besser kann, demonstrieren die Steckmodelle zu „Star Wars“. Unter dem Titel „eayskit pocket“ bietet Revell einige Star Wars-Raumschiffe im Kleinformat für jeweils ca. 10 Euro an. Es ist zwar auch fraglich, ob sie das wert sind, aber zumindest sind sie ein paar Zentimeter länger als die Voyager, gar nicht so leicht zum Zusammenbauen und weisen ansehnliche Details auf.

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Die Voyager auf diesem Bild als Sinnbild des Minderwertigkeitskomplexes von „Star Trek“ gegenüber „Star Wars“?

Aber natürlich hat auch „Star Trek“ noch einige weitere kleine Modelle abseits von Revells Mini-Schiffen zu bieten. Auf dem folgenden Bild seht ihr von rechts nach links einen Vergleich zwischen der Original-Enterprise von „Running Press“, der U.S.S. Franklin aus dem Kino, der battle-damaged Enterprise von Hot Wheels und eben Revells kleiner Voyager. In Sachen Größe und Details hat die Voyager erneut das Nachsehen.

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Fazit: Es ist schon erstaunlich, wie ein so kleines Modell einen so langen Blog-Eintrag motivieren kann. 😀 Auch wenn Revells mehr als 20 Jahre alte Mini-Voyager keine Preise abräumt, war sie für mich doch ein besonderes Kuriosum und ihr Anblick lässt mich ein wenig in 90er-Jahre-Nostalgie schwelgen, weckt sie doch Erinnerungen an das von der damals neuesten Star Trek-Serie geprägte Programm von Revell.

Ich weiß nicht, ob ich für die Mini-Voyager eine Kaufempfehlung geben kann. Ich kann lediglich sagen, dass ich es zumindest nicht bereut haben, sie mir schenken zu lassen. 😀 Macht daraus was ihr wollt. 😉 Der große Voyager-Bausatz ist aber auf jeden Fall empfehlenswert, wenn ihr dieses Raumschiff mögt. Seitdem ich ihn gebaut habe sind zwar rund zwei Jahrzehnte vergangen, aber ich habe ihn noch als sehr solide in Erinnerung. Und wenngleich sich dieses Schiff im Laufe der Jahre verändert hat – einen wahrlich goldenen Glanz erhielt, der nicht allein auf einen verblendeten Blick in die Vergangenheit zurückzuführen ist – ist es doch noch immer Teil meiner Sammlung. Zugegeben: Die meiste Zeit staubt die große Voyager heutzutage in einem dunklen Schrank vor sich hin. Aber es ist doch schön, sie zu besonderen Anlässen wieder hervorholen zu können. Zum Beispiel um sie neben der Mini-Voyager zu fotografieren …

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Nach 20 Jahren wieder vereint.

Mein neuer Blog zu Eaglemoss‘ Raumschiffsammlung

Wie bereits meinen kürzlich veröffentlichten Rezensionen zu den „Designing Starships“-Büchern zu entnehmen war, habe ich mir auch einige Ausgaben von Eaglemoss‘ offizieller Raumschiffsammlung zugelegt. Im Grunde habe ich mich in den vergangenen Monaten mit allen Modellen eingedeckt, die mich besonders interessieren und mit dem Gedanken gespielt, diese hier im Blog wie die Bücher oder die „Mega Kits“ von Running Press vorzustellen.

Da jedoch meine Sammlung inzwischen gar nicht mehr so klein ist, kam ich zu dem Schluss, dass so viele Artikel, in denen es vorwiegend um Raumschiffminiaturen geht, den Rumschreiber-Blog vereinnahmen würden. Daher habe ich nun einen neuen Blog erschaffen, auf dem ich nach und nach die Modelle von Eagelmoss vorstellen werde:

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Unter raumschiffsammlung.wordpress.com findet ihr bereits jetzt eine kleine Einleitung zu Eaglemoss‘ Raumschiffsammlung und hoffentlich schon bald das erste Review. Damit ihr nicht ständig auf zwei Blogs nachsehen müsst, ob es etwas Neues gibt, werde ich auf aktuelle Artikel zur Raumschiffsammlung hier im Rumschreiber-Blog in der rechten Spalte hinweisen und einen Link zum Artikel setzen.

Ich hoffe, euch werden meine Raumschiff-Artikel gefallen, in denen ich nicht nur auf die Verarbeitung der Modelle eingehen werde, sondern auch jeweils kurz festhalten werde, warum es das jeweilige Schiff in meine Sammlung geschafft hat.

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Einige Miniaturen von Eaglemoss.

 

„Rückblog“ Jänner – April 2017

Ich entschuldige mich gleich mal für die Wortkreation in der Überschrift, die mir wirklich ganz spontan eingefallen ist und der ich nicht widerstehen konnte. 😉 Worum geht es in diesem Artikel? Nun, in den ersten vier Monaten dieses Jahres sind auf diesem Blog in verhältnismäßig kurzer Zeit ganz schön viele Artikel zusammengekommen und damit keiner übersehen wird, möchte ich diese für meine Leser nochmal nach Themen sortiert zusammenfassen.

cover_sailing_on_forbidden_seasMein neuer Roman | Im vergangenen Jahr habe ich mit „Sailing on Forbidden Seas“ einen neuen Enterprise-Roman verfasst, dessen Endfassung ich nach Überarbeitung im Februar 2017 veröffentlicht habe. Den Roman könnt ihr in den gängigen ebook-Formaten herunterladen. Und wie zu allen meinen Romanen habe ich auch wieder eine kleine Taschenbuchauflage drucken lassen. Mein nächster Roman ist übrigens auch bereits im Entstehen, allerdings wird es wohl noch eine Weile dauern bis zur Fertigstellung.

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sf3dff.de-Forum | Als User in diesem Forum, das sich auf FanFiction- und Grafikerstellungen zu Star Trek und Science-Fiction spezialisiert hat, habe ich mich an zwei Projekten beteiligt. Zum einen habe ich eine Fotomontage zu einem Bildband anlässlich des „1701 Days“ beigetragen. Zum anderen verfasste ich zwei Kurzgeschichten für den FanFiction-Sammelband anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums von Star Trek. Diesen Sammelband habe ich auch gelayoutet und ebook-Formate erstellt.

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Star Trek-Pilotfilm-Reviews | In diesem Jahr soll mit „Discovery“ eine neue Star Trek-Serie starten. Dies habe ich zum Anlass genommen, die Pilotfilme/Pilotfolgen der bisherigen Serien zu rezensieren, ähnlich wie ich es 2013 mit den Kinofilmen getan habe. Bis jetzt habe ich auf „Aufbruch ins Unbekannte“ (ETP), „Der Käfig“ und „Spitze des Eisbergs“ (TOS) einen genauen Blick geworfen.

the-face-of-the-unknownStar Trek-Roman-Rezensionen | 2017 habe ich auch  bereits zwei Romane zu klassischen Star Trek-Serie rezensiert. Zum einen den brandneuen Roman von Christopher L. Bennett „The Face of the Unknown“, der auf den Geschehnissen der TOS-Folge „Pokerspiele“ aufbaut und die Story rund um die Erste Föderation enorm erweitert. Außerdem las ich „Mord an der Vulkan-Akademie“, einen Roman aus den 80er-Jahren von Jean Lorrah, der eine frühe Interpretation der Vulkanier und ihres Planeten liefert.

stbeyond_makingof_collectorStar Trek-Sachbuch-Rezensionen | Schon länger lag „The official Guide to our Universe“ bei mir rum und kürzlich fand ich endlich Zeit, dieses Buch zu lesen. Interessanter fand ich den Blick hinter die Kulissen des neueste Films. „Star Trek Beyond – Collector’s Edition“ ist ein sehr gutes Making-of-Buch. Und ein kleines Büchlein von „Running Press“ mit einer Miniatur des klassischen Kommunikators habe ich mir ebenfalls zugelegt und beides rezensiert.

Boldly_Go_5Star Trek-Comic-Rezensionen | Zwar habe ich einige Ausgaben der „Ongoing“-Reihe übersprungen, aber mit der Nachfolgeserie „Boldly go“ (setzt inhaltlich nach dem Hauptereignissen von „Beyond“ an) habe ich erneut damit begonnen, auch Comics zu rezensieren. Bislang habe ich den eröffnenden Vierteiler, sowie die One-Shot-Veröffentlichungen einer großartigen Jaylah-Story und einer schwächeren Sulu-Story gelesen. Bevor ich weitermache, möchte ich demnächst die fünfteilige Miniserie „Starfleet Academy“ nachholen.

reacher_personalJack Reacher-Roman-Rezensionen | Da mir der erste Jack-Reacher-Film sehr gut gefallen hatte, habe ich Anfang 2014 damit begonnen, sämtliche Romane von Lee Child über diesen Charakter zu lesen und dieses Ziel 2017 erreicht. Seit Jänner habe ich den 19. Roman („Personal“), den 20. Roman („Make me“) und den 21. Roman („Night School“) gelesen. Da diese Romanreihe inzwischen deutlich schwächelt, bin ich doch erleichtert, endlich mit den Geschichten durch zu sein.

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Die letzte Grenze | Leider hat auch die Rubrik „Die letzte Grenze …“ in diesem Jahr eine Ergänzung erhalten: Science-Fiction-Fans war Schauspieler Richard Hatch vor allem durch seine Rollen in den beiden Galactica-Serien bekannt (als Viper-Piloten Apollo und in der Neuinterpretation als Tom Zarek). Am 7. Februar 2017 verstarb Richard Hatch an den Folgen einer Krebserkrankung.

Jubiläums-FanFiction-Sammelband des sf3dff.de-Forums

Auch wenn das Datum anderes verheißen mag: Dieser Blog-Eintrag ist kein Scherz, sondern ganz im Gegenteil der Hinweis auf einen höchst feierlichen Moment. Denn per 1. April 2017 ging der neue Jubiläums-Sammelband des sf3dff.de-Forums online! Anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums von „Star Trek“ und dem 10jährigen Bestehen des Forums, haben 11 Hobbyautoren im vergangenen Jahr 14 FanFiction-Geschichten verfasst, die ich in den vergangenen Wochen zu einem Sammelband vereint habe, den ich euch auch an dieser Stelle zum kostenlosen Download anbieten möchte!

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ZIP-Paket mit dem Sammelband in den Formaten PDF, EPUB & AZW3 (6 MB)

Vor ungefähr einem Jahr wurden den interessierten Autoren Star Trek-Charaktere zugelost, die in ihrer Geschichte im Mittelpunkt stehen sollten. In einem einjährigen kreativen Prozess entstand eine vielfältige Sammlung unterschiedlichster Geschichten zu einer Vielzahl von Themen in verschiedenen Stilen und zu Charakteren aus allen bisherigen Star Trek-Serien. Die Geschichten verleihen dem Sammelband einen Umfang von beinahe 300 A4-Seiten!

Mir selbst wurde der Chefingenieur der Raumstation Deep Space 9 – Chief Miles O’Brien – zugelost, woraufhin ich die Geschichte „Flaschenschiff“ verfasste, die ihr im PDF des Sammelbands ab Seite 120 findet. Ich habe auch die Möglichkeit ergriffen, eine Bonus-Story zu einem nicht gelosten Charakter meiner Wahl zu schreiben. Die Geschichte „Eine gute Reise“ über Spock findet ihr ab Seite 46.

Ich wünsche euch angenehme Lesestunden mit all diesen neuen Kreationen der Autoren des sf3dff.de-Forums!

Pilotfilm-Review: „Star Trek : The Original Series – Spitze des Eisbergs“

Nachdem der erste Pilotfilm, der heutzutage unter dem Titel „Der Käfig“ bekannt ist, beim Sender NBC nicht vollends punkten, aber doch Interesse an einer möglichen Serie namens „Star Trek“ wecken konnte, wurde ein zweiter Pilotfilm in Auftrag gegeben. Unter drei vorgelegten Drehbüchern wählte der Sender „Spitze des Eisbergs“ (Originaltitel: „Where no Man has gone before“) aus, um das Konzept zu testen. Wobei die Bezeichnung „Pilotfilm“ nicht ganz richtig ist, denn war schon der 1. Pilotfilm nur knapp etwas länger als eine Stunde, entsprach die Länge von „Spitze des Eisbergs“ der Dauer einer typischen Serienfolge – was damals immer noch 50 Minuten bedeutete. Heutzutage kann man ja froh sein, wenn eine „einstündige“ Folge 40 Minuten dauert. Trotz der Kürze möchte ich „Spitze des Eisbergs“ aber dennoch als echten Pilotfilm im Rahmen meiner Review-Reihe behandeln. Denn wenngleich diese Folge im Gegensatz zu „Der Käfig“ beinahe unverändert im Rahmen der regulären Ausstrahlung der Serie integriert ist, stünde die Handlung einem eigenständigen Kino- oder TV-Film ebenfalls sehr gut.

Handlung: Die Enterprise steht unter dem Kommando von Captain James T. Kirk, der im Freizeitraum am Beginn der Folge mit seinem halb-vulkanischen Ersten Offizier eine Partie 3D-Schach spielt, während sein Schiff auf dem Weg in den Randbereich der Milchstraße unterwegs ist. In ein Raumgebiet, wo nie ein Mensch zuvor gewesen ist – dachte er zumindest. Denn völlig überraschend stößt man dort weit draußen im All auf die Unfallboje eines seit 200 Jahre vermissten Raumschiffs, der Valiant. Den enthaltenen Aufzeichnungen zufolge geriet das Schiff in eine Art Sturm und wurde in die Tiefen des Alls geschleudert. Nach der Begegnung mit einem Raumphänomen und mysteriösen Vorgängen an Bord, initiierte der Captain der Valiant die Selbstzerstörung. Was ihn damals dazu getrieben hat, versteht Captain Kirk erst einige Zeit später … erst nachdem die Enterprise selbst mit demselben Raumphänomen – einer Negativenergie-Barriere am Rande der Milchstraße – in Kontakt gerät.

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William Shatner und Leonard Nimoy werden auch in der Serie die Hauptrollen spielen. Auch James Doohan und George Takei vom späteren Serien-Cast sind bereits im 2. Pilotfilm dabei … und das 3D-Schachbrett wird ebenfalls noch häufig in der Serie zu sehen sein.

Steuermann Kelso gelingt es gerade noch das Schiff aus dem Sog zu befreien und zu wenden, doch wie von einem elektrischen Schlag getroffen sterben auf der Enterprise während des Kontakts mit der Barriere mehrere Besatzungsmitglieder. Auch der Navigator – Kirks bester Freund Gary Mitchell – wurde ebenfalls von der sonderbaren Macht niedergestreckt, überlebte dies jedoch und bald schon stellt sich heraus, dass dessen silbrig glitzernden Augen nicht die einzige Nebenwirkung des Kontakts mit der Barriere sind. Konfrontiert mit Mitchells sprunghaft anwachsenden mentalen Fähigkeiten sowie seinem immer stärker werdenden Überlegenheitskomplexes, muss Captain Kirk über das Schicksal seines besten Freundes entscheiden. Soll er ihn töten, wie es Spock logisch-mathematisch fundiert aber gefühllos vorschlägt? Oder ihn als nächsten Evolutionsschritt der Menschheit akzeptieren, wie die Psychologin Dr. Elizabeth Dehner argumentiert? Kirk entscheidet sich schweren Herzens für einen Kompromiss und beschließt, Mitchell auf Delta Vega – einem unbewohnten Planetoiden – auszusetzen. Denn ihn an Bord zu behalten, würde bedeuten, die Enterprise demselben Risiko auszusetzen, das vermutlich auch zur Zerstörung der Valiant vor 200 Jahren geführt hat.

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Die Enterprise fliegt auf die galaktische Barriere zu. Auf diesem Bild sieht man die Enden der Warp-Gondeln. Diese unterscheiden sich von der Variante in „Der Käfig“ und jener Version in der regulären Serie. Dennoch wurde diese Aufnahme in der Serie oft wiederverwendet. Die Barriere kommt in der Serie übrigens noch in zwei weiteren Folgen vor („Stein und Staub“ und „Die fremde Materie“).

Fazit: „Spitze des Eisbergs“ ist eine meiner Lieblingsfolgen der klassischen Serie. Es ist eine spannende Geschichte, ein klassisches „Space Opera“-Abenteuer, das den Helden vor ein sehr persönliches Dilemma mit weitreichenden Auswirkungen stellt. Er muss widerwillig extreme Mittel einsetzen, um das Problem zu lösen. Captain James T. Kirk gerät hier in die Zwickmühle zwischen seiner engen Freundschaft zu Gary Mitchell und seiner Verantwortung für den Rest der Besatzung, die immer stärker an Gewicht gewinnt desto größer die Bedrohung ist, die Mitchell ausstrahlt. Dieser wird verkörpert von Gary Lockwood, dessen Name Science-Fiction-Fans vor allem durch seine Rolle in „2001 – Odyssee im  Weltall“ nur wenige Jahre nach „Spitze des Eisbergs“ ein Begriff wurde.

Es gelingt der Folge auch dank Lockwoods Darstellung sehr gut, Gary Mitchell anfangs wie Kirks besten Freund und „Verbündeten“ gegen den vulkanischen Ersten Offizier darzustellen und ihn doch rasch zu einer echten Gefahr werden zu lassen. Dem Dilemma liegt das auch in der Folge angesprochene Konzept von absoluter Macht, die absolut korrumpiert zugrunde und Lockwood bringt das mit Überheblichkeit und gewaltigem Selbstbewusstsein ordentlich rüber. Auch die silbernen Kontaktlinsen tragen zugegebenermaßen etwas dazu bei, dass Lockwood Mitchell wie jemanden darstellt, der auf andere hinab blickt. Denn genau das musste Lockwood tun, um durch die winzigen Löcher in den Kontaktlinsen hindurchsehen zu können. Wenn er also aufrecht mit erhobenem Kinn und leicht gesenkten Lidern auf jemanden herabsieht, hatte dies auch praktische Gründe.

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Sieht eindrucksvoll aus, war aber für Gary Lockwood eine Qual: Um die silbernen Augen zu realisieren, trug der Schauspieler jeweils zwei großflächige Scleral-Kontaktlinsen übereinander, dazwischen lag eine Schicht dünner Silberfolie mit einem kleinen Loch darin.

Es ist auch interessant anzumerken, dass die „Macht des Geistes“ in den frühen Star Trek-Folgen ein außerordentlich beliebtes Thema ist: Illusionen in „Der Käfig“, Telepathie und Telekinese in „Spitze des Eisbergs“ und „Der Fall Charlie“, Tarnung durch Gedankenbeeinflussung in „Das Letzte seiner Art“. Gene Roddenberrys Faible für Geschichten à la „Alarm im Weltall“/“Forbidden Planet“ ist Mitte der 60er-Jahre offensichtlich.

Im Fokus von „Spitze des Eisbergs“ stehen mit Gary Mitchell und Dr. Dehner zwei Charaktere, von denen klar ist, dass sie eigentlich später in der Serie nicht mehr vorkommen werden. Und auch vom Rest der Besatzung und den vermeintlichen Hauptcharakteren segnet Steuermann Kelso das Zeitliche. Auch der von Paul Fix dargestellte Bordarzt Dr. Piper würde nur einmal dabei sein. Noch bevor „Spitze des Eisbergs“ gedreht wurde, war bereits beschlossene Sache, dass DeForest Kelley die Rolle des Bordarztes in der späteren Serie übernehmen sollte.

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Allein schon die Story von „Spitze des Eisbergs“ gibt vor, dass Kelso, Dehner und Mitchell in der folgenden Serie nicht mehr dabei sein werden.

Abgesehen von Kirk (William Shatner) und Spock (Leonard Nimoy) treten in diesem 2. Pilotfilm lediglich noch Sulu (George Takei) und Scotty (James Doohan) auf, die auch in der späteren Serie wiederkehrend auftreten sollten. Es ist durchaus üblich, dass sich zwischen Pilotfilm und eigentlicher Serie der Cast noch verändert, aber es ist schon erstaunlich, dass mit Mitchell, Dehner, Kelso und Piper vier Charaktere für die Handlung sehr wichtig sind – wichtiger als Scotty und Sulu –, von denen die Produzenten schon von Anfang wussten, dass sie in der Serie nicht mehr dabei sein würden. Der Fokus auf einmalig auftretende Charaktere hebt „Spitze des Eisbergs“ sehr von anderen Serienpilotfilmen ab. Charaktere werden dem Zuseher nicht in Vorbereitung späterer größerer Rollen vorgestellt, sondern ganz speziell für diese eine Story, in der neben Kirk und Spock eindeutig auch Gary Mitchell und Dr. Elizabeth Dehner die Hauptrollen spielen. Dies verleiht der Folge trotz ihrer Kürze Eigenständigkeit, Unabhängig von dem, was später noch kommen sollte. Der Fokus auf das „Pärchen“ Mitchell und Dehner erinnert mich übrigens sehr an die Wichtigkeit, die mehr als ein Jahrzehnt später im ersten Star Trek-Kinofilm Commander Decker und Lieutenant Ilia zukommt.

Ganz auf eine detailliertere Vorstellung der Nebencharaktere wollte man in „Spitze des Eisbergs“ aber doch nicht verzichten. So versammelt Kirk gegen Anfang der Folge in einer recht ungewöhnlichen Szene die Abteilungsleiter – Scotty, Sulu und Piper, der Dr. Dehner vorstellt – die Bericht erstatten … und damit dem Zuseher ihre Funktionen an Bord erklären. Das wirkt ein wenig unbeholfen, aber zumindest besser, als die Einführung von Yeomann Jones, äh, ich meine Smith, die dadurch eingeführt wird, dass sie Kirk auf der Brücke kurz den Weg verstellt und er ihren Namen verwechselt. (Laut Regisseur Jimmy Goldstone war Smith eine völlig unwichtige Rolle und er soll während des Castings gehört haben, dass Gene Roddenberry Andrea Dromm nur deshalb engagierte, weil er bei ihr landen wollte. Vermutlich vergebens, wie Goldstone im Buch „Star Trek – Die wahre Geschichte“ zitiert wird.)

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Das Abteilungsleiter-Meeting auf der Brücke ist ein sonderbarer Vorwand, um die Nebenrollen vorzustellen. Auf diesem Bild sieht man die im Vergleich zu „Der Käfig“ bereits leicht adaptierte Brücke der Enterprise. Die Farbe Rot verdrängt die Grau- und Metallic-Töne des 1. Pilotfilms, aber es gibt noch einige Unterschiede zum Set der Serie.

Nun zu den produktionstechnischen Aspekten von „Spitze des Eisbergs“: Sets, Kostüme, Effekte, Requisite etc. waren noch von „Der Käfig“ her vorhanden. Einiges wurde unverändert oder nur leicht adaptiert übernommen, wie die Sternenflottenuniformen, Kommunikatoren, Phaser-Pistolen und das Planeten-Set. Die Brücke der Enterprise hat man ebenfalls nur wenig adaptiert, in Hinblick auf das Farbfernsehen, das gerade von NBC stark gefördert wurde, gibt es aber einige bunte Farbkleckse mehr. Transporterraum und Konferenzraum sind ebenfalls nur gering verändert worden, das Korridor-Set wurde aber deutlich erweitert – wenngleich man in der Endfassung der Folge gar nicht so viel davon sieht. (Dazu später mehr unter „Anmerkungen“.) Die Krankenstation wurde völlig neu gebaut, ebenso die Lithium-Spaltanlage auf Delta Vega, deren Äußeres mittels eines Gemäldes mit integrierter Live-Action-Aufnahme umgesetzt wurde. Neben den bekannten und kaum veränderten Requisiten bekommen wir auch das erste und einzige Mal in der klassischen Star Trek-Serie ein Phaser-Gewehr zu sehen.

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Das Phaser-Gewehr werden wir später nicht mehr sehen. Dass sich Kirk während eines Kampfes die Uniform zerreiß, hingegen noch sehr oft.

Mit diesem Gewehr – das zugegebenermaßen ein bisschen retro wirkt, ich aber für ein ziemlich lässiges Design halte – zieht Captain Kirk am Ende schließlich in den Kampf gegen Gary Mitchell, gegen den „Gott“, der im Finale Kirks Tod beschließt. Am Rand von Kirks vorbereitetem Grab kommt es zum alles entscheidenden Kampf zwischen den ehemaligen Freunden. Dass Mitchell schließlich in jenem Grab sein Ende findet, das er für Kirk geschaufelt hat, ist natürlich Ironie und durchaus von der Art, die einen am Schluss zufrieden grinsen lässt. Was den Humorgehalt angeht, gibt es sicher viele lustigere Folgen in der klassischen Serie. Aber verglichen mit dem thematisch schwermütigeren Vorgänger „Der Käfig“ vermittelt „Spitze des Eisbergs“ eine etwas gelöstere Stimmung. In beiden Pilotfilmen erleben wir den Captain in persönlichen Krisen, aber dem 2. Film gelingt es besser, den Abenteuer-Spirit trotz des Dramas zu erhalten und für durchgängig gute Unterhaltung zu sorgen.

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Wie das Gemälde zu Rigel VII in „Der Käfig“ stammt auch das Bild der Lihtium-Spaltanlage auf Delta Vega von Albert Whitlock.

Bewertung: Verständlich, dass dieses Drehbuch und diese Folge beim Sender etwas größeren Anklang fanden. Auch mir selbst sagt „Spitze des Eisbergs“ deutlich mehr zu als der – auch alles andere als schlechte – 1. Pilotfilm. Blickt man voraus auf die spätere Serie, repräsentiert „Spitze des Eisbergs“ deutlicher deren Charakteristik eines Action-Abenteuers im Weltall, mit einem sehr menschlichen Captain und einem nur oberflächlich fremdartigen außerirdischen Ersten Offizier. Shatner und Nimoy und erst im Lauf der Serie in zunehmendem Maße auch DeForest Kelley werden der Serie später so richtig ihren Stempel aufdrücken und in „Spitze des Eisbergs“ sieht man den Beginn davon. Auch wenn nicht jede Szene perfekt ist – vor allem erwähnte Vorstellungsrunde auf der Brücke sticht negativ hervor – ist „Spitze des Eisbergs“ eine der besten Folgen der Serie und erhält von mir starke 5 von 6 Punkte!

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Anmerkungen:

  • Der 2. Pilotfilm wurde im Gegensatz zu „Der Käfig“ beinahe unverändert im Rahmen der Serie ausgestrahlt. Zwischen der TV-Fassung und jener Version, die den Verantwortlichen von Studio und Sender einst vorgestellt wurden, gab es nur folgende Änderungen: Der Vorspann war anders. Über eine Einblendung einer Galaxie spricht Captain Kirk eine längere Fassung seines Logbucheintrags. Auf das typische Musikthema der Serie wurde diesmal verzichtet, das einleitende Musikstück, das auch im Abspann zu hören ist, ist jene Melodie, die auch den Rest der Folge prägt. Während Alarmstufe Rot auf dem Schiff erklingt, sieht man deutlich mehr Szenen, die die Betriebsamkeit auf den Korridoren des Schiffes zeigen. Man sieht hier erstmals die wichtigen Charaktere, die sich zu erwähntem Statusreport in Richtung Brücke bewegen. Zwischen den einzelnen Abschnitten der Folge wurden Texttafeln eingeblendet (z.B. Star Trek – Act I).
  • „Spitze des Eisbergs“ war also immer schon Teil der regulären Serie – allerdings nicht als ihr Auftakt! Obwohl es in Ausstattung und Cast deutliche Unterschiede gibt, dieses Abenteuer zeitlich recht eindeutig vor den anderen der Serie angesiedelt sein muss, beschloss der Sender NBC damals, stattdessen die Folge „Das Letzte seiner Art“ als erste auszustrahlen – am 8. September 1966. Diese Entscheidung diktiert auch heute noch die Ausstrahlungsreihenfolge der Serie. Ich empfehle aber jedem, der die Serie auf DVD oder Blu-ray besitzt oder sie sich per Streaming ansieht, mit „Spitze des Eisbergs“ einzusteigen. Trotzdem kann man die Entscheidung von NBC auch verstehen: Durch die Wahl von „Das Letzte seiner Art“ hat man damals wohl schon vorausgeahnt, dass Dr. McCoy im Lauf der Serie zu den anderen beiden Hauptrollen aufschließen wird. Zudem etabliert die Folge gut die Freundschaft zwischen Kirk und McCoy sowie die Freundschaft zwischen Kirk und Spock. Uhura, Janice Rand und Sulu haben ebenfalls größere Parts. Insgesamt wirkt „Das Letzte seiner Art“ eher wie eine „typische“ Pilotfolge und repräsentativer für die Serie als „Spitze des Eisbergs“. Auf jeden Fall was die Personenkonstellationen betrifft.
  • Natürlich wurde auch „Spitze des Eisbergs“ wie alle Folgen der „Original Series“ in den Jahren 2006 bis 2008 einem Remastering unterzogen, das ursprüngliche Filmmaterial in HD-Auflösung abgetastet und auf Blu-ray optional mit neuen CG-Effekten angeboten. Die CG-Effekte berücksichtigen die Änderungen am Raumschiff Enterprise, die zwischen „Der Käfig“ und „Spitze des Eisbergs“ am Originalmodell vorgenommen wurden. So erhielt das Modell am immer noch sehr hohen Brückenmodul ein Fenster (wie die neue Enterprise der aktuellen Kinofilme) und schwarze Umrandungen oben an der Untertassensektion nahe den Positionslichtern. (Die gleichen Umrandungen weist auch die NX-01 Enterprise auf.) Die hinteren Enden der Warp-Gondeln wurden ebenfalls geändert. Das Originalmodell in „Der Käfig“ war zudem noch unbeleuchtet, was sich ab „Spitze des Eisbergs“ änderte.
  • Die in diesem Review verwendeten Bilder stammen von trekcore.com.

Bildband zum „1701 Day“ des sf3dff.de-Forums

Wer die Link-Liste meines Blogs durchgesehen hat, dem wird das SciFi 3D FanFiction-Forum bestimmt ein Begriff sein. In diesem Forum, in dem ich selbst immer wieder mal vorbeischaue, dreht sich alles um Science-Fiction-FanFiction und -FanArt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf „Star Trek“ und so verwundert es nicht, dass im Forum auch der „1701 Day“ zelebriert wurde: Am 17.01. (abgeleitet von der Enterprise-Registrierungsnummer NCC-1701) bat Forenbetreiber J.J. Belar zur künstlerischen Auseinandersetzung mit den Star Trek-Raumschiffen, die den Namen „Enterprise“ trugen. Das Ergebnis – 12 Bilder einschließlich einem Cover-Bild – hat Belar in einem Bildband zusammengefasst, der seit kurzem online ist und zum Download zur Verfügung steht:

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„1701 Day“ – Bildband  (PDF, 4 MB)

Ich selbst habe ebenfalls ein Bild beigesteuert (Seite 5): Eine Photoshoparbeit, die auf die inzwischen ganz schön lange Ahnenreihe von Star Trek-Raumschiffen verweist, die im Laufe von über 50 Jahren den Namen „Enterprise“ trugen.

Pilotfilm-Review: „Star Trek : The Original Series – Der Käfig“

Nachdem ich aus Anlass des diesjährigen Starts der neuen Star Trek-Serie „Discovery“ bereits den Pilotfilm der Serie „Enterprise“ rezensiert habe, widme ich den zweiten Teil meiner Review-Reihe dem ersten von zwei Pilotfilmen zur Star Trek-Originalserie. Heutzutage ist diese Folge unter dem Titel „Der Käfig“ (Originaltitel „The Cage“) bekannt und auf DVD und Blu-ray als Bonusmaterial zur dritten Staffel enthalten, wenngleich es sich hierbei um das allererste Star Trek-Abenteuer handelt, das jemals auf Film gebannt worden ist. Und es hätte sehr leicht passieren können, dass danach bereits wieder Schluss gewesen wäre. Immerhin wurde die Produktion von „Der Käfig“ dem interessierten TV-Sender NBC damals auch mit der Möglichkeit schmackhaft gemacht, der Pilotfilm könnte im Sommer auch als „Film der Woche“ gezeigt werden, falls der Sender die Serie nicht in Auftrag geben wollte. In diesem Falle wäre der Film wohl umgehend in Vergessenheit geraten. Ein Glück, dass sich die Dinge anders entwickelten …

Handlung: „Der Käfig“ wurde in seiner ursprünglichen restaurierten Fassung (in Farbe) erstmals in den USA 1988 ausgestrahlt. (Im deutschsprachigen Raum fand die Erstausstrahlung 1993 statt.) Aber schon lange davor war den meisten Star Trek-Fans die Story des ersten Pilotfilms bekannt gewesen. Denn wenngleich es nach „The Cage“ so manche Adaption am Konzept der Serie – vor allem an der Besetzungsliste – gegeben hatte und der Film nie in seiner ursprünglich gedrehten Fassung Teil der TV-Ausstrahlung der klassischen Serie gewesen ist, so findet sich der Großteil des Pilotfilms doch in der Serie wieder. Nämlich in der Doppelfolge „Talos IV – Tabu“. Unter Zeitdruck stehend, rechtzeitig neue Folgen der Serie für die Ausstrahlung durch den Sender NBC zu finalisieren, hatte Produzent Bob Justman die grandiose Idee, das gedrehte Material für den ersten Pilotfilm nicht zu verschwenden, sondern die Geschichte in Form von Rückblenden zu erzählen. Er verpasste dem Pilotfilm einfach eine Rahmenhandlung, in der Captain Kirk erfährt, welches Abenteuer die Enterprise-Crew erlebt hat, bevor er selbst das Kommando über das Schiff übernahm. „Talos IV – Tabu“ datiert die Ereignisse von „Der Käfig“ dreizehn Jahre vor den Ereignissen, die in der klassischen Serie gezeigt werden.

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Captain Pike auf der Brücke der Enterprise. Die Kulissen des Schiffes und Requisiten unterscheiden sich von der Darstellung in später produzierten Folgen der Serie. Man beachte das Blatt Papier, das Pike in Händen hält.

Die Enterprise steht unter dem Kommando von Captain Christopher Pike, als sie sonderbare Störsignale auffängt, die sich als ein vor vielen Jahren abgesetzter Notruf herausstellen. Pike befiehlt nicht sofort den Kurswechsel, um dem Notruf nachzugehen, immerhin ist die Besatzung der Enterprise selbst nicht gerade in bestem Zustand. Sie hat gerade erst auf Rigel VII einen Kampf ausgetragen, der drei Mitgliedern von Pikes Crew das Leben gekostet hat. Sieben weitere liegen verwundet in der Krankenstation. Dem Bordarzt Dr. Boyce schildert Pike bei einem Glas Martini seine Selbstzweifel und fragt sich, ob es nicht besser für ihn wäre, zurückzutreten und die schwere Verantwortung des Kommandos jemand anderem zu überlassen. Er malt sich aus, was er stattdessen tun könnte, als sich der außerirdische Wissenschaftsoffizier Spock von der Brücke meldet und mitteilt, dass die Fortsetzung des Notrufs von Überlebenden eines Raumschiffabsturzes berichtet.

Da es nun konkrete Hinweise auf Überlebende gibt, lässt Pike Kurs auf den Ausgangspunkt des Notrufs setzen. Dort angekommen beamt sich ein Außenteam auf den öden Planeten Talos IV hinunter, findet dort tatsächlich Überlebende vor. Doch sehr schnell stellt sich heraus, dass dies alles nur Täuschung war. Die Illusion verblasst, als humanoide Fremde auftauchen und Captain Pike in eine unterirdische Anlage entführen. Die Versuche der Enterprise-Crew, sich Zugang zu der Anlage zu verschaffen, scheitern. Pike selbst wird in einem Käfig gefangen gehalten und bekommt die telepathischen Fähigkeiten seiner Entführer am eigenen Leib zu spüren. Die Talosianer lassen ihn zu ihrer Unterhaltung Erinnerungen wiedererleben – den Kampf auf Rigel VII – und ködern ihn mit den Versuchungen eines angenehmen Lebens. Genauer gesagt mit all dem, von dem Pike bei seinem Gespräch mit Doktor Boyce fantasiert hat. Die Verlockung, seinen Widerstand gegen seine Gefangenschaft aufzugeben, wird zusätzlich garniert durch die Anwesenheit einer jungen Frau namens Vina, die nicht nur Teil der Scheinwelten ist …

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Captain Pike wird während einer vermeintlichen Rettungsmission von den unter der Planetenoberfläche lebenden Talosianern entführt.

Fazit: „Der Käfig“ funktioniert durchaus sehr gut als eigenstehende Geschichte. Ich kann gut nachvollziehen, dass man den Pilotfilm als geeignet hielt, ihn auch als „Film der Woche“ auszustrahlen, wenngleich er mit 62 Minuten Laufzeit dafür etwas kurz geraten wäre. Aufgrund der Kürze ist auch nicht Zeit genug, um sämtliche Figuren vorzustellen. Positiv ist auf jeden Fall zu bewerten, dass die Einführungen der Charaktere nicht sehr gekünstelt wirken. Die meisten Figuren definieren sich über ihr Handeln bzw. ihre Funktion auf dem Schiff. Die Erste Offizierin „Nummer Eins“ erfüllt ihre Pflicht als Stellvertreterin von Captain Pike nachdem dieser entführt wurde, ist auch bereit für ihren Captain ein Risiko einzugehen und wird von den Talosianern als emotionslos beschrieben. Der außerirdische Wissenschaftsoffizier Spock (den Namen seiner Spezies erfahren wir nicht) darf hingegen bei zwei Gelegenheiten offen seine Gefühle zeigen, wenn er nicht gerade wissenschaftliche Daten zusammenfasst.

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Dass Mister Spock (Halb-)Vulkanier ist und daher seine Emotionen unterdrücken sollte, war damals noch nicht etabliert. Emotionslosigkeit sollte vielmehr eine Eigenschaft der Ersten Offizierin sein. Später erschienene Geschichten rechtfertigen Spocks Gefühlsausbrüche in „Der Käfig“ mit seiner Jugend und/oder seiner Faszination für die menschliche Verhaltensweise und seinem Wunsch, sich dieser anzupassen

Doktor Boyce sieht sich für Leib und Seele der Crew verantwortlich und hat auch keine Scheu, dem Captain zu sagen, wenn sich dieser irrt. Im Pilotfilm wie auch generell am Beginn der klassischen Serie spielt der Yeoman – des Captains Assistentin – eine der Hauptrollen der Serie. Yeoman Colts Psychoanalyse durch die Talosianer geht sehr in den persönlichen Bereich, während sie bei der Ausübung ihrer Pflicht – unnötige – Unsicherheit zeigt. Am persönlichsten wird in „Der Käfig“ jedoch auf Captain Pike eingegangen. In der Geschichte geht es im Grunde nur um ihn allein, über seine Zweifel, seine Träume, seine Bestimmung.

In dieser Geschichte erleben wir Pike nicht gerade in bester Stimmung, ja er wirkt ziemlich depressiv und lächelt in 62 Minuten nur einmal und dies sehr verhalten. Er ist eine tragische Figur, die nach traumatischen Erlebnissen in eine für sie persönlich interessante Situation gerät. Pike wäre am Ende vielleicht sogar bereit gewesen, diese zu akzeptieren, wenn seine Erste Offizierin nicht eingegriffen hätte. Wie gesagt ist „Der Käfig“ als abgeschlossene Geschichte über den Raumschiff-Captain Christopher Pike am Scheideweg durchaus gut gelungen. Aber ich kann verstehen, warum NBC diesen Charakter später in der Serie nicht mehr als Hauptfigur wollte. Pikes Laune trübt auch das Sehvergnügen und wenngleich der Pilotfilm dem Zuseher dank der Illusionen exotische Schauplätze und ungewöhnliche Situationen zeigt, fehlt der Geschichte der Abenteuergeist. Mit Rigel VII, der bewohnbar gemachten Mojave-Wüste der Erde und der Orion-Kolonie besuchen Pike und Vina in unterschiedliche Rollen schlüpfend einige interessante Welten und Völker, auf die man in späteren Folgen und Serien zurückgreifen wird. Aber ich erhalte beim Sehen der Folge nicht den Eindruck, der Film wolle eine Bühne für Abenteuer erschaffen.

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Rigel VII wurde durch eine Kombination aus Aufnahme eines realen Gebäudes und  eines Gemäldes umgesetzt.

Die Schauplätze, die uns dieser Pilotfilm zeigt, sind wirklich hübsch ausgestattet. Es gibt sehr schöne Gemälde (die Bergkette auf Talos IV oder die Umgebung auf Rigel VII), große Sets (das unterirdische Gefängnis der Talosianer, wo geschickt mit falscher Perspektive gearbeitet wurde, oder der orionische Palast mit Wasserbecken) und auch ein paar hübsche Effekte (der „Betäubungsnebel“, den die Talosianer gegen Pike bei dessen Entführung einsetzen). „Der Käfig“ ist zweifelsohne natürlich ein Kind seiner Zeit und was die Ausstattung angeht, kann man den Film nicht mit heutiger Science-Fiction vergleichen und auch nicht mit Kinoproduktionen des Genres der 1960er. Jedoch muss sich ausstattungsmäßig „Der Käfig“ nicht vor z.B. dem 50er-Jahre-Klassiker „Alarm im Weltall“ verstecken und wenngleich es jüngere Generationen vielleicht nicht glauben werden: „Star Trek“ war eine zur damaligen Zeit sehr teure Produktion und bereits „Der Käfig“ hat sein von vornherein für einen Pilotfilm höher veranschlagtes Budget deutlich überzogen.

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Der Korridor des unterirdischen Gefängnisses wirkt länger, als er in Wahrheit ist. Die parallel angeordneten Streben werden kleiner je weiter sie vom Betrachtungspunkt entfernt sind. Falsche Perspektive wurde später in der Serie auch im Maschinenraum-Set angewendet.

Was uns der Film und auch generell die klassische Star Trek-Serie zeigen, ist einfach eine Vision der Zukunft aus der Perspektive der 60er-Jahre, umgesetzt mit für TV-Produktionen der 60er-Jahre verfügbaren Mitteln. Manche Designentscheidung und Gestaltungsmethode mag einem aus heutiger Sicht seltsam erscheinen, aber gewiss wurde damals nicht weniger angestrengt an der Produktion von Fernsehserien gearbeitet als heutzutage. Seither hat die Industrie aber über fünf Jahrzehnte mehr Erfahrung gesammelt und Entwicklungen durchgemacht. Und wenn man dies berücksichtigt und Vergleiche mit zum damaligen Zeitpunkt lediglich rund ein Jahrzehnt zurückliegenden Kinofilmen wie „Alarm im Weltall“ oder „Kampf der Welten“ anstellt, dann muss sich „Der Käfig“ nicht verstecken.

Der Pilotfilm hat schöne Sets und die Farbgebung vor allem auf der Enterprise verleiht dem Ambiente durchaus Realismus. In den späteren Folgen der Serie wurde alles ein bisschen bunter, für das Farbfernsehen optimiert. Aber die Grautöne, metallische Oberflächen und eher gedämpfte Farben wirken durchaus nachvollziehbar. (Absichtlich oder nicht ähnelt die Farbgebung eindeutig jener aus dem Prequel „Enterprise“.) Die Masken der Talosianer sehen auch nach heutigem Standard großartig aus und haben eine raffinierte Funktion, die ihre Schläfen pulsieren lässt, wenn sie telepathisch kommunizieren. Die Sternenflottenuniformen sind etwas einfach gehalten, sehen aber bewusst wie normale Bekleidung aus, um sich eindeutig von Serien wie „Flash Gordon“ abzugrenzen.

Aber auch für das Produktionsjahr 1964 war nicht alles perfekt. Klar, manches war damals nicht anders umzusetzen, es gab z.B. noch keinen Morphing-Effekt, um Vinas Verwandlung gegen Ende des Films überzeugend darzustellen. Doch die Raumschiff-Effekte hätten sicher schon damals etwas besser aussehen können. Die Bewegungen sind oft nicht ganz flüssig und wirken nicht immer natürlich. Man sieht durchaus, dass die Produzenten den Flug des Schiffes durchs Weltall dynamisch darstellen wollten, aber viele der Flüge wirken unruhig. Das hat man später in der regulären Serie besser hinbekommen und es ist anzumerken, dass nur sehr wenige (ich glaube zwei) Aufnahmen des Schiffs aus „Der Käfig“ später in der Serie wiederverwendet wurden.

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Eine von wenigen Aufnahmen der Enterprise aus dem Pilotfilm, die später in der Serie noch gelegentlich Verwendung finden sollte – obwohl das Schiffsmodell später verändert wurde. Man beachte die Lanzen vorne an den Warp-Gondeln, die größere Deflektorschüssel und das höhere Brückenmodul. Dieses Modell war zudem gänzlich unbeleuchtet.

Die Musik sollte ebenfalls erwähnt werden: Bereits der Pilotfilm verwendet die typische Star Trek-Titelmelodie von Alexander Courage. Und das nicht nur am Beginn und Ende; es gibt mitten in der Folge sogar ein halbminütiges Interludium, in der die Melodie die Szene einnimmt, während die Enterprise nach Talos IV fliegt. In dieser halben Minute, in denen wir vorbeiziehende Sterne und die arbeitende Crew der Enterprise sehen, gibt es keinen Dialog. Das geht so weit, dass der Steuermann seinem Captain das Erreichen von Warp-Faktor 7 durch das Anzeigen mit entsprechend vielen erhobenen Fingern signalisiert. 😀 Ansonsten ist der Soundtrack sehr solide und beinhaltet das eine oder andere Stück, das später in der Serie wiederverwendet werden sollte. Generell ist die Musik des Pilotfilms aber noch recht zurückhaltend – zumindest im Vergleich zur klassischen Serie. Verglichen mit den meisten Tracks der Serien zum 24. Jahrhundert ist die Musik aus „Der Käfig“ geradezu pompös. Aber nicht unbedingt einer meiner Favoriten der klassischen Serie.

Bewertung: Ein solider Film. Das kann man über den ersten Pilotfilm absolut sagen und er wäre bestimmt nicht der schlechteste „Film der Woche“ auf NBC gewesen, wenn dies sein Schicksal gewesen wäre. Aber er ist auch trotz der vermittelten Exotik ein introvertierter Film. Es gibt viele Illusionen, aber Captain Pike und der Zuseher wissen sofort, dass dies alles nicht real ist und wenn der Hauptcharakter keine Faszination für die Scheinwelten erlebt, wird dies dem Zuseher auch nicht leicht gemacht. „Der Käfig“ besitzt schon sehr viele Bestandteile von dem, was die klassische Star Trek-Serie ausmachen wird. Aber der Abenteuer-Spirit geht noch ab, auch aufgrund der Thematik und der durchwegs einheitlich melancholischen Darstellung des Hauptcharakters. Am Beginn wird verbal etwas zu viel Information vermittelt. Man kann nur vermuten, dass Pike vor dem verlustreichen Gefecht auf Rigel VII etwas lockerer war. Es hätte dem Film gut getan, dies auch visuell zu vermitteln, die Geschichte vor den Ereignissen auf Rigel VII zu beginnen, um Vergleiche anstellen zu können, wie sich Pike vor und nach dem Gefecht verhält. Dazu hätte der Film aber natürlich einige Minuten länger sein müssen. Aufgrund der Kürze des Films bleibt den anderen Charakteren – selbst Mister Spock, der als einzige Figur den Sprung in die spätere Serie schaffen sollte – nur unterstützende Funktion, wenngleich „Nummer Eins“ für die entscheidende Wendung sorgt, damit dem Captain aber auch das Ruder aus der Hand nimmt. (Dies ist interessanterweise das Gegenstück zum „Enterprise“-Pilotfilm „Aufbruch ins Unbekannte“, in dem ein entscheidender Handlungspunkt jener ist, dass die Erste Offizierin trotz Interventionsmöglichkeit ihrem Captain die Handlungsfreiheit lässt.)

Zum Glück haben die Verantwortlichen für das NBC-Programm dennoch das Positive an „Der Käfig“ erkannt und der Serie eine zweite Chance gegeben. Wenngleich erst der zweite Pilotfilm die Serie und in weiterer Folge das gesamte Franchise auf Spur brachte, so hat „Der Käfig“ doch demonstriert, dass „Star Trek“ Potenzial hat und das Filmstudio Desilu – das davor hauptsächlich Sitcoms produziert hat und über schon zur damaligen Zeit veraltetes Equipment verfügte – die technischen Fähigkeiten besaß, um eine wöchentlich laufende Science-Fiction-Serie zu realisieren. Insofern hat „Der Käfig“ seine Mission absolut erfüllt. Und auch ungeachtet allem, was der Film erreicht hat, ist er absolut sehenswert. Nicht das aufregendste Abenteuer, das man sich vorstellen kann, aber ein schönes Charakterstück über einen desillusionierten Schiffskapitän, der zwischen düsterer Realität und verlockender Scheinwelt steht. 4 von 6 Punkte.

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Anmerkungen:

  • Eine lesenswerte Lektüre zur Entstehung von „Der Käfig“ und zur klassischen Serie im Allgemeinen ist das Buch „Star Trek – Die wahre Geschichte“ von Herb Solow und Bob Justman.
  • Die Bewertung der Effekte in meinem Review bezieht sich auf die Originalaufnahmen. Wie alle regulären Folgen von „The Original Series“ wurde auch „Der Käfig“ vor einigen Jahren neu abgetastet und erhielt neue Effekte. (Auf Blu-ray kann man zwischen alten und neuen Effekten wählen; die aktuelle DVD-Auflage und die derzeitige Fernsehausstrahlung bieten nur die neuen Effekte an.)
  • In der deutschen Synchronfassung von „Der Käfig“ werden die Charaktere von anderen Sprechern synchronisiert als in „Talos IV – Tabu“.
  • Die in diesem Review verwendeten Bilder stammen von trekcore.com.