Rezension: Comic – Boldly go #10

Am Beginn von „Star Trek Beyond“ sahen wir Captain Kirk bei einem vergeblichen Versuch, Frieden zwischen den Teenaxi und den Fibonern herzustellen. Die übermäßig misstrauischen und trotz ihrer geringen Größe sehr aggressiven Teenaxi schlugen Kirk in die Flucht, doch dabei gelang es zwei von ihnen, an Bord der Enterprise zu gelangen und einen von ihnen sieht man auch später im Film noch an Bord der Sternenbasis Yorktown. Die weitere Geschichte dieses Teenaxi – der Kevin genannt wird, weil sein eigentlicher Name für die meisten humanoiden Zungen unaussprechlich ist – erzählt Ausgabe #10 der „Boldly go“-Comicreihe.

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Nachdem Kevin dem Leser Kirks Besuch auf seiner Heimatwelt aus der sehr ungewöhnlichen Perspektive eines Teenaxi nacherzählt hat, beginnt er mit der Schilderung neuer Eindrücke, die seine frühere Einstellung zu Fremden überdenken lassen. Neugierig geworden holte er bei seinem Volk die Erlaubnis ein, eine Weile auf der neuen Sternenbasis zu bleiben und da sich Kevin durch technisches Geschick auszeichnet, darf er auch als eine Art ziviler Experte beim Zusammenbau der Enterprise mithelfen. Daran beteiligt sich auch Montgomery Scott, der mit seinen Kadetten noch immer auf Exkursion ist (siehe Ausgaben #7 und #8) und auf dem Weg zurück nach San Francisco einen Zwischenstopp auf Yorktown einlegt, um zu sehen wie die Arbeiten vorangehen.

Genau zu jenem Zeitpunkt wird auch eine diplomatische Delegation der Teenaxi auf der Sternenbasis erwartet und bedenkt man den Ausgang von Kirks Mission, verläuft diese halbwegs glimpflich … bis nach Abreise der Delegation nicht nur Kevin unauffindbar ist, sondern auch ein Bauteil der neuen Enterprise.

Fazit: Diese Geschichte erinnert am Beginn vage an „Ongoing #14„. Dieser Comic stellte uns den ebenfalls handwerklich sehr geschickten Keenser vor und wie er in die Sternenflotte eintrat. So weit geht Kevin nicht und tatsächlich hat es der kleine Teenaxi in dieser Geschichte mit einem schwierigen Loyalitätenkonflikt zu tun. Einerseits fühlt er sich noch immer seinem Volk verpflichtet und anderseits hat er die Föderation zu schätzen und zu mögen gelernt. Der Geschichte wirklich zugute halten muss man, dass die Sichtweise der Teenaxi wirklich fremdartig ist und dadurch wieder ähnlich gelagerte Missverständnisse entstehen wie bei  Kirks Mission am Beginn von „Star Trek Beyond“. Denn die einzige Absicht, die die Teenaxi-Delegation auf Yorktown verfolgt ist der Diebstahl des „Machtzentrums“ der Enterprise mit der Absicht das modernste Schiff der Sternenflotte außer Gefecht zu setzen und sich so eine bessere Ausgangslage für zukünftige Verhandlungen mit der Föderation zu schaffen. Dass das entwendete „Machtzentrum“ für die Enterprise gar nicht dermaßen wichtig ist, fällt den Teenaxi aufgrund ihrer besonderer Sichtweise auf die Dinge nicht gerade leicht.

Die Geschichte ist sehr humorvoll, die Eigenheiten der Teenaxi-Kultur, die daraus entstehenden Situationen und Scotty sorgen für einiges an Witz. Seine Kadetten, die uns inzwischen ja schon recht gut bekannt sind („Starfleet Academy“-Miniserie), sind aber eher ein Anhängsel. Es ist nett, sie wiederzusehen und sie haben durchaus die nicht unwichtige Funktion, Scotty als Gesprächspartner zur Verfügung zu stehen. (Der einsilbige Keenser ist in dieser Hinsicht ja etwas weniger gut geeignet. ;-)) Aber letztlich sind sie in dieser Geschichte nur Scottys Befehlsempfänger und müssen dem Chefingenieur und Kevin das Rampenlicht überlassen.

Die Zeichnungen zu Mike Johnsons Story steuerte abermals der routinierte Tony Shasteen in gewohnter Qualität bei. Das eindrucksvollste Bild in diesem Comic ist gewiss die Nahaufnahme von Kevins Gesicht, mit all den Runzeln, Schatten, Details in den Augen. Wenn man so will ist Shasteen aber zumindest ein Faux-pas unterlaufen: Auf einem Computerdisplay ist noch der Grundriss der vorherigen Enterprise-Variante zu sehen. Denkt man allerdings zurück an die ganz frühen „Ongoing“-Comics, die munter anachronistische Designs aus der „Next Generation“-Ära reingemischt haben, ist dieses Versehen von Shasteen kaum der Rede wert.

Bewertung: Ausgabe #10 erzählt abermals eine kleinere, persönlichere Geschichte aus dem neuen Star Trek-Universum, die beinahe durchgängig gut unterhält. Problematisch wird es meiner Meinung nach aber am Schluss, gerade dann, als die Handlung relevanter wird. Ich will nicht zu viel verraten, aber für meinen Geschmack kommt Kevin aus dem vorhin erwähnten Loyalitätenkonflikt etwas zu glimpflich raus. Ebenfalls zu glimpflich kommt er zur Yorktown-Basis zurück. Daher gebe ich nur 3 von 6 Sterne.

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Rezension: „Star Trek – Die Welten der Föderation“

Im vergangenen Herbst habe ich einen Reiseführer zum Planeten Vulkan rezensiert und da ich nun kurz davor stehe, das im selben Stil verfasste Buch zum Klingonischen Imperium zu lesen, wurde mein Interesse geweckt, nach langer Zeit wieder einmal ein sehr altes Buch aus dem Regal zu holen, das sich ebenfalls mit der Präsentation von besonderen Planeten im Star Trek-Universum beschäftigt: Shane Johnsons „Die Welten der Föderation“.

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Um den Inhalt des Buches richtig einordnen zu können, ist es wichtig, sich seines Erscheinungsdatums bewusst zu werden. In den USA erschien es unter dem Originaltitel „The Worlds of the Federation“ im Jahre 1989, während es der Heel-Verlag auf Deutsch erst 1996 herausbrachte und damals einige Informationen aus dem Buch bereits veraltet waren. Denn während 1996 das Star Trek-Franchise bereits sein 30jähriges Jubiläum feierte (was vermutlich Anlass für die nachträgliche deutsche Veröffentlichung war) und nach dem Ende von „The Next Generation“ bereits „Deep Space Nine“ und „Voyager“ seit mehreren Jahren im TV liefen, war das fiktive Star Trek-Universum im Jahre 1989 noch ein ganzes Stück kleiner. Es bestand lediglich aus 3 Staffeln der klassischen Serie, der kurzlebigen Zeichentrickserie, fünf Kinofilmen und wahrscheinlich noch nicht mal aus zwei vollständigen Staffeln von „The Next Generation“ als dieses Buch geschrieben wurde.

Schon 1996 waren einige der im Buch enthaltenen Informationen nicht mehr aktuell und aus heutiger Sicht würde der Uneingeweihte vermuten, der Autor habe keine Ahnung von „Star Trek“ gehabt. Doch tatsächlich arbeitete Shane Johnson lediglich mit dem Wenigen, das schon vorhanden war , füllte Lücken mit seiner eigenen Fantasie und bediente sich auch aus anderen Quellen, die er in seiner Danksagung nennt. Darunter die „Space Flight Chronology“, „Star Trek Maps“ und „Spocks Welt“. Dieses Sachbuch genießt man heutzutage also besser als Zeitreise, die einen zurück in einen weit weniger vollgepackten Kanon des Star Trek-Universums entführt.

Ich hatte zuvor zwar die aktuellen Star Trek-Reiseführer erwähnt, aber mit Dayton Wards Büchern hat „Die Welten der Föderation“ abgesehen vom Thema „Fremde Welten und neue Zivilisationen“ nichts gemein. Shane Johnsons Buch ist mehr eine sachlich verfasste Enzyklopädie … und zwar verfasst von niemand Geringerem als Lieutenant Commander Data von der U.S.S. Enterprise-D. Diese besondere Perspektive ist insofern interessant, weil viele der insgesamt 66 (!) vorgestellten Welten im Buch uns nur aus den Abenteuern von Kirk & Co bekannt waren. Data liefert hier nicht nur Zusammenfassungen dessen, was man in den Serien und Filmen sah – mit natürlich einigen Ergänzungen – sondern gibt „historische“ Informationen, wie sich das Leben in den folgenden 100 Jahren auf einigen der Planeten weiterentwickelt hat. Shane Johnson hat sich hier eine große Bandbreite an Schicksalen ausgedacht. Humorvolles wie im Falle von Sigma Iotia (siehe TOS-Folge „Epigonen“), die sich nach dem Bandenwesen in Chicago die Enterprise-Offiziere zum Imitieren ausgesucht haben. Aber auch Tragisches ist dabei, wie die „erfolgreiche“ Reduzierung der Überbevölkerung von Gideon (TOS-Folge „Fast unsterblich“).

Das Buch selbst ist klar strukturiert in drei Kapitel: Föderationswelten, neutrale Welten und feindlich gesinnte Völker. Jedem vorgestellten Volk wird eine Doppelseite gewidmet, die zuerst die geläufigen Namen des Sonnensystems benennt, dann folgt ein Text, der die Beschaffenheit des Systems, seiner Bewohner und ihre Geschichte erläutert und lokale Besonderheit erwähnt. Darunter gibt es dann grafische Darstellungen des Sonnensystems sowie des Hauptplanten im System. Komplettiert wird die Doppelseite mit einer Darstellung der dominanten Lebensform. Nur in wenigen Fällen variiert die Zusammenstellung der Doppelseite und es wird statt der dominanten eine ungewöhnliche Spezies genauer gezeigt, manchmal auch ein besonderes Bauwerk auf dem Planeten oder eine Sternenkarte, die ein besonderes historisches Ereignis beschreibt. Und wenn über einen Planeten nur sehr wenig bekannt ist, dann kann es auch vorkommen, dass stattdessen ein Raumschiff des dort beheimateten Volkes dargestellt wird, mit dem die Föderation in Kontakt kam.

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Dies ist ein Foto der amerikanischen Ausgabe. Die deutsche Ausgabe verzichtet auf den farbigen Rahmen auf diesen Doppelseiten und ist – abgesehen von den Bildern auf den Mittelseiten – in Schwarz-Weiß gehalten.

Fazit: 1989 stammten die Klingonen noch von Klinzhai (oder Kling) und nicht von Kronos. Die Heimatwelt der Ferengi wird in diesem Buch als Ferengal bezeichnet und die Föderation wurde im 21. Jahrhundert gegründet. Die Andorianer haben es gerne warm und Romulus war schon vor Suraks Zeit eine vulkanische Kolonie, die dann in Vergessenheit geriet. Dies sind nur ein paar der auffälligeren Abweichungen zum später etablierten Kanon. Aber als Fehler vorwerfen darf man diese Abweichungen dem Buch und seinem Autor natürlich nicht, denn Shane Johnson hat damals auch nichts anderes getan als es heutige Star Trek-Autoren machen: Sie schließen Lücken, beantworten offene Fragen und leben mit dem Risiko, dass diese Fragen später vielleicht ganz anders beantwortet werden. Und auch wenn natürlich gerade die „Fakten“ zu den besonders häufig vorkommenden Welten und Völkern heute ganz andere sind als 1989, so enthält das Buch doch auch viele unwidersprochene Ideen und kann durchaus eine Inspirationsquelle für Fan-Fiction-Autoren sein, die nach ungewöhnlichen Schauplätzen Ausschau halten, um ihre eigenen Geschichten zu bereichern.

Das heimliche Highlight des Buches ist völlig vom Alter unabhängig: Es sind die 8 farbigen Innenseiten, die vom leider bereits verstorbenen Science-Fiction-Illustrator Don Ivan Punchatz gestaltet wurden. In einem besonderen, malerischen Stil stellte er für diese Seiten einige ausgewählte Spezies dar, vornehmlich Nicht-Humanoide aber auch Vertreter der Flora und Fauna einiger im Buch erwähnter Welten. Als Fan der meiner Meinung nach unterschätzt Star Trek-Zeichentrick-Serie freut es mich besonders, auf diesen Seiten auch Phylosianer, Le-Matya oder die capellanische Energiekatze vorzufinden. Ich kann mich noch erinnern in den 90er-Jahren gerätselt zu haben, woher diese fantastischen Spezies denn stammen mögen. Erst viele Jahre nachdem ich das Buch zum ersten Mal gelesen hatte fand ich es heraus.

Bewertung: Als Nachschlagewerk ist „Die Welten der Föderation“ heutzutage natürlich nicht mehr zu empfehlen, falls man sich gezielt auf die Suche nach Kanon-Informationen zu „Star Trek“ begibt. Aber wie erwähnt enthält das Buch auch einige inspirierende Ideen und ich denke wenn man sich bewusst ist, dass man hier keine aktuelle Informationensammlung vor sich hat, kann man als Leser – und vielleicht sogar als Star Trek-Autor – einiges daraus mitnehmen. Okay, der Text ist manchmal etwas trocken formuliert, was der Fantasieanregung wenig dienlich ist – dies ist sicher dem fiktiven Verfasser des Buches geschuldet. Aber in kaum einem anderen Buch wird man die Besonderheit von 66 fremden Welten und ihren Bewohnern so kompakt und großzügig illustriert vorfinden wie hier. Daher gebe ich 4 von 6 Sterne – nicht für ein Sachbuch, sondern für eine interessante Ideensammlung.

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Anmerkungen:

Die deutsche Ausgabe enthält nicht nur vorne und hinten ein paar Seiten Werbung, ihr lag auch ein kleiner Prospekt des Heel-Verlags bei, der Science-Fiction-Fanartikel verschiedenster Art zum Kauf anbot.

Shane Johnson – der inzwischen unter dem Namen Lora Johnson firmiert – erfreut sich vor allem in der englischsprachigen Fanszene dank „Mr. Scotts Guide to the Enterprise“ großer Anerkennung. Im Gegensatz zu „Die Welten der Föderation“ wird dieses technische Handbuch (das meines Wissens nach nie auf Deutsch erschien) in Konversationen z.B. bei TrekBBS.com  auch heutzutage noch oft referenziert.

Rezension: Comic – Boldly go #9

Nach den Abenteuern der U.S.S. Endeavour in den vergangenen drei Ausgaben der „Boldly go“-Comicreihe, konzentriert sich Ausagbe #9 nun wieder auf persönliche Erlebnisse bekannter Charaktere. Diesmal im Mittelpunkt stehen Uhura und Spock.

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Die Enterprise wird noch auf Stenrnenbasis Yorktown zusammengebaut – ein Vorgang, der laut Information aus diesem Comic noch mehrere Monate andauern wird – und so gönnen sich Uhura und Spock eine Auszeit von der Sternenflotte, die sie auf Neu-Vulkan verbringen. Uhura unterrichtet an der Wissenschaftsakademie irdische Geschichte und Kultur während sich Spock einer Expedition anschließt, die ihn in eine abgelegene Gegend des noch relativ unerforschten Planeten führt. Dort soll eine radioaktive Substanz abgebaut werden, die dabei helfen soll, die neue Heimatwelt der Vulkanier energieautark zu machen.

Während sich Spock weit entfernt von der Hauptstadt aufhält, genießt Uhura ihre neue Aufgabe in der Wissenschaftsakademie, wird von ihren jungen Schülern wie auch ihren vulkanischen Kollegen sehr geschätzt – ebenso von Spocks Vater Sarek, dessen unterschwellige Botschaft, sie und Spock mögen doch auch mal an Heirat denken, ihr nicht entgeht 😀 Ein Subtext, den Spock für gewöhnlich nicht wahrnimmt. 😉

Sareks Andeutungen sind jedoch nicht die einzigen Botschaften, die Uhura auffängt. Plötzlich wird Uhura von sonderbaren, warnenden Visionen geplagt und irgendwie scheinen diese in Zusammenhang mit der Expedition zu stehen, an der Spock teilnimmt …

Fazit: Band #9 erzählt eine abgeschlossene Geschichte, die aufgrund ihrer Kürze die Protagonisten vor kein ausschweifendes Rätsel stellen und auch nicht emotional so mitreißend ist wie die großartige Ausgabe #5 über Jaylah. Aber die Charaktere sind schön getroffen, die Dialoge sehr passend und das Wiedersehen mit Sarek ist höchst erfreulich. In diesem Comic darf er sich wieder von seiner zuvorkommenderen Seite zeigen. Ebenfalls ein Wiedersehen gibt es im Rahmen einer Vision mit Uhuras Eltern und – besonders eindrucksvoll gezeichnet – mit ihrem Onkel Raheem. Sie alle haben wir bereits in Band #18 der „Ongoing“-Reihe kennengelernt, auf dessen Handlung Raheems Erscheinen auch direkt anspielt. (Wenngleich Raheem seit seinem letzten Auftritt ein „e“ abhanden gekommen ist. In diesem Band wird er „Rahem“ genannt.)

Thematisch verbindet die Geschichte sehr gut die Themen von Kommunikation und Emotionen, insofern ist Uhura – als einzige nicht-vulkanische Spezialistin für Kommunikation auf Neu-Vulkan – sehr gut in die Geschichte eingewoben, die Interessantes über die neue vulkanische Heimatwelt offenbart.

 

Visuell hervorragend dargestellt wurde Neu-Vulkan von Tony Shasteen. Nachdem die letzten paar Ausgaben der „Boldly go“-Reihe von neuen Zeichnen illustriert worden waren – mit sehr unterschiedlichem Erfolg meiner Meinung nach – kehrte also diesmal wieder ein Star Trek-Veteran ans Zeichenbrett zurück.  Landschaften stellt Shasteen sehr beeindruckend dar, Charaktere bleiben den Originalen treu und Seite 14 entlockt einem wirklich ein lautes „Wow!“.

Bewertung: Eine nette kleine Geschichte, die thematisch sehr gut konstruiert ist und mit einem unaufgeregtem Finale aufwartet sowie einigen schönen Charaktermomenten. Ich weiß, dass nicht jeder ein Fan der Uhura/Spock-Beziehung ist, die im elften Kinofilm eingeführt wurde. Ich selbst fand es aber absolut legitim, dass die Drehbuchschreiber hier subtile Andeutungen aus den frühen Folgen der klassischen Serie aufgenommen haben (aus „Das Letzte seiner Art“ und „Der Fall Charlie“), die die Zuneigung der beiden zueinander andeuten. Eigentlich ein ideales Thema, um in einer neuen, abweichenden Zeitlinie behandelt zu werden und „Boldly go“-Ausgabe #9 geht das Thema noch dazu ohne Kitsch an. Diese Ausgabe liefert damit eine gute Geschichte für Zwischendurch, der ich 4  von 6 Sterne geben kann.

4stars

Rezension: “Die klingonische Kunst des Krieges”

„Uralte Grundsätze gnadenloser Ehre“ verspricht uns dieses Buch, das aus der inneren Perspektive des Star Trek-Universums verfasst wurde. Und es verspricht dabei nicht zu viel! Das qeS’a – was wörtlich aus dem Klingonischen übersetzt soviel heißt wie „Der unentbehrliche Ratschlag“ – ist ein Leitfaden, der klingonischen Kriegern erklärt, was ehrenvolles Verhalten ist und was dazu führt, dass sie Schande auf sich laden.

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In der Einleitung des im 24. Jahrhundert lebenden klingonischen Schriftstellers K’Ratak (er wurde einmal in „The Next Generation“ und einmal in „Voyager“ erwähnt) erfahren wir, dass es sich bei dem qeS’a um einen viele Jahrhunderte alten Text eines anonymen Autors handelt, der ungefähr zu jener Zeit gelebt haben muss, als die Klingonen erstmals begannen, ins Weltall vorzudringen. Diese Ausgabe des qeS’a beinhaltet nicht nur die ursprünglichen Erzählungen zu den 10 Leitsprüchen, sondern zusätzlich jeweils K’Rataks Erläuterungen und Erweiterungen. Die 10 Kapitel sind nach den Leitsprüchen benannt und die Titel gewähren einen ziemlich guten Ausblick auf das, was den Leser erwartet:

  1. Wähle deine Feinde sorgfältig aus.
  2. Schlage schnell zu oder gar nicht.
  3. Blicke deinem Feind immer ins Auge.
  4. Stelle dich dem Unglück.
  5. Offenbare dein wahres Ich im Kampf.
  6. Zerstöre die Schwäche.
  7. Verschiebe nichts auf morgen.
  8. Wähle lieber den Tod als die Gefangenschaft.
  9. Stirb aufrecht.
  10. Erhebe die Ehre über alles.

Die Kapitel beginnen jeweils mit dem ursprünglichen Inhalt des qeS’a, einer kurzen theoretischen Einleitung und danach folgen Parabeln, die praktische Beispiele für die Anwendung des jeweiligen Leitspruchs vermitteln. Dies geschieht anhand historischer Begebenheiten, Überlieferungen und Legenden. K’Ratak fügt danach seine persönlichen Anmerkungen an und ergänzt weitere Beispiele in Form nicht so lange zurückliegender Geschichten – die Star Trek-Fans manchmal aus den Serien kennen oder aus den Romanen, die in den letzten paar Jahren erschienen sind.

Denn hinter K’Ratak steckt niemand anders als Keith R.A. DeCandido, den man durchaus als Klingonen-Experten bezeichnen kann, immerhin stammen aus seiner Feder einige Star Trek-Romane, die dieses Volk in den Mittelpunkt stellen. So wie die „I.K.S. Gorkon-Reihe“ und ihre Ableger. Wenig überraschend tauchen in K’Rataks Ergänzungen auch einige jener Charaktere auf, die in DeCandidos Romanen wichtige Rollen spielen. Das Buch „Die Klingonische Kunst des Krieges“ ist somit eine direkte Ergänzung seiner Romane bzw. sind die darin enthaltenen Geschichten somit auch Teil der Kontinuität, die die Romane der letzten rund 15 Jahre miteinander teilen.

Fazit: Dass dieses Buch Teil der offiziellen Roman-Kontinuität ist hat mich auch eine Weile davon abgehalten, es zu lesen. Ich hatte es mir schon kurz nach Erscheinen gekauft, Ende 2014 oder Anfang 2015, doch damals arbeitete ich schon an meinem Fan-Roman „Sailing on Forbidden Seas„, der sich nicht an der in den offiziellen Romanen etablierten Kontinuität orientiert und sich ebenfalls sehr stark mit der klingonischen Kultur und Geschichte beschäftigt. Um mich nicht beeinflussen zu lassen, blieb „Die klingonische Kunst des Krieges“ – das sich natürlich unverkennbar an Sun Tzus „Die Kunst des Krieges“ orientiert – also eine Weile im Regal, doch in den vergangenen Wochen habe ich mir Grundsatz für Grundsatz vorgenommen und fand vor allem die Geschichten sehr unterhaltsam und interessant. Querbeet enthält das Buch Erzählungen von Begebenheiten aus der klingonischen Mythologie, von Kahless, den Regentschaften verschiedener Imperatoren und Kanzler, aber auch Geschichten über einfache Leute.

Während mir die abwechslungsreichen Geschichten gefallen haben, die auch sehr gut geschrieben waren (man denke sich beispielsweise die tiefe Erzählstimme des Kahless-Klons aus „The Next Generation“ dazu) konnte ich mit der eher philosophisch angehauchten Theorie weniger anfangen. Zum einen war sie mühsamer zu lesen und erschien mir repetitiv. Zum anderen muss man als Mensch schon ein wenig den Kopf schütteln über den Irrsinn, nach dem die Klingonen leben. 😀 Auf den Punkt gebracht: Der Ehrenkodex zwingt dich dazu zu handeln, immer und immer wieder und dabei ständig die vorher verdiente Ehre aufs Spiel zu setzen, während dich der geringste Fehltritt für den Rest deines Lebens entehrt, auch wenn er gar nicht wirklich deine Schuld war. (Zum Glück scheint die Akzeptanz des Schicksals Teil ihrer Psyche zu sein, ansonsten wären die Klingonen wohl ein Volk von Burn-out-Patienten, die unter dem ständigen Leistungsdruck zusammenbrechen. 😉 ) Die klingonische Ehre erweist sich wie im Subtitel des Buches versprochen als tatsächlich als gnadenlos.

Als Lebensratgeber finde ich das Buch also eher bedenklich. Auch der Versuch, hin und wieder die Anwendbarkeit der Grundsätze auf das Zivilleben umzulegen, ist etwas holprig, könnte man als Versuch von Propaganda durch die Kriegerkaste aber satirisch betrachten.

Zur Gestaltung: Es handelt sich um ein 17,5 mal 25 Zentimeter großes Hardcover-Buch mit rund 160 Seiten und ich kann durchaus nachvollziehen, warumsich der Verlag für diese Gestaltungsvariante entschieden hat. Man wollte das Buch edel erscheinen aber auch etwas „alt“. So ist der Text nicht auf sauberem Weiß gedruckt, sondern auf einer Textur, die das Papier etwas vergilbt darstellen soll. Weiters gibt es zu jedem Kapitel eine einleitende Illustration. Diese sind schön gezeichnet, aber enthalten manchmal mit Photoshop eingefügte Gesichter von Klingonen, die man den Star Trek-Serien sah. Dies wurde trotz Einsatz von Stilisierung nicht immer ganz perfekt kaschiert wurde.

Obwohl das Layout sehr hübsch ist, muss ich doch gestehen, dass ich mir beim Kauf ein stärker illustriertes Buch erwartet habe. Von allen Büchern zum Star Trek-Universum, die ich bislang rezensiert habe, ist dieses visuell am magersten ausgestattet. Zehn Bilder und ein paar schwarze Silhouetten von Waffen sind doch etwas wenig und meiner Meinung nach wäre nicht viel Wirkung verloren gegangen, wäre das Buch als Softcover erschienen. Inhaltlich ist es nämlich vorrangig „nur“ eine Geschichtensammlung und wenngleich ich den Preis eines Buch normalerweise nicht in meine Rezension einfließen lasse, finde ich € 24,90 etwas übertrieben. Denn runtergerechnet auf ein Taschenbuch hat man einen rund 250seitigen Roman vor sich. Also mein Fazit hierzu: Die Aufmachung rechtfertigt den Preis. Aber der Inhalt rechtfertigt die Aufmachung nur bedingt.

Bewertung: In meine Bewertung lasse ich den Preis aber nicht einfließen. Vorrangig geht es mir hier um den Unterhaltungswert und der war durchaus gegeben. Die Anekdoten und Geschichten nehmen den Großteil des Buches ein und waren sehr stimmungsvoll geschrieben. Aber als Ratgeber ist das Buch für Nicht-Klingonen eher weniger interessant. Außer man ist wirklich ein fanatischer Anhänger dieser Lebensweise. Ich gebe der „Klingonischen Kunst des Krieges“ 4 von 6 Sterne.

4stars

Rezension: Comic – Boldly go #7 + #8

In dieser zweiteiligen Geschichte stoßen die aus der Miniserie „Starfleet Academy“ bekannten Kadetten zur Crew der U.S.S. Endeavour. Captain Kirk & Co nehmen an einer Konferenz auf dem Planeten Babel teil, zu der als Reaktion auf die Vorfälle am Beginn der „Boldly go“-Reihe auch eine romulanische Delegation eingeladen wurde.

Unnötig zu erwähnen, dass die diplomatischen Spannungen spürbar sind. Der hitzköpfige andorianische Kadett Shev, der bei einem Empfang einen Streit mit dem romulanischen Botschafter vom Zaun bricht, trägt auch nicht dazu bei, die Stimmung zu verbessern und als der Botschafter kurze Zeit später mitten in seiner Ansprache tot zusammenbricht und Doktor McCoy Gift nachweisen kann, wird aus dem Kadetten sogar ein Mordverdächtiger. Selbstverständlich sind seine Freunde – einschließlich Jaylah, die erst seit kurzem die Akademie besucht – von Shevs Unschuld überzeugt und auch Captain Kirk folgt einer anderen Spur, nämlich einem mit hoher Geschwindigkeit von Babel flüchtendem Raumschiff, das sich von der Endeavour in einem Asteroidengürtel versteckt.

Fazit: Die Geschichte bezieht ihre Inspiration vor allem aus der klassischen Star Trek-Folge „Reise nach Babel“ und auch ein wenig aus dem 6. Kinofilm „Das unentdeckte Land„. Auch im 7. und 8. Band der „Boldly go“-Reihe wird der Versuch unternommen, eine diplomatische Einigungen durch einen Mordanschlag zu sabotieren und unsere Helden sind gefordert, ein Krimi-Rätsel zu lösen und den wahren Verantwortlichen ausfindig zu machen. Dieses Schema ist sicher nicht das originellste, aber sehr gut geeignet, eine spannende Geschichte zu erzählen und nicht umsonst zählen die erwähnte Folge und der erwähnte Film zu den Favoriten der Fans.

Noch eine weitere Parallele zu „Reise nach Babel“ gibt es im Comic: Auch hier treffen wir einen Botschafter, der nicht gerade begeistert von der Berufswahl seines Sohnes ist. Wenn ihr dachtet, die Beziehung zwischen Spock und Sarek in „Reise nach Babel“ sei zerüttet gewesen, dann solltet ihr mal sehen, wie hart der andorianische Botschaft mit seinem Sohn Shev ins Gericht geht. Ansonsten kann man sagen, dass die Charaktere sehr gut getroffen wurden, in der zweiten Hälfte gibt es auch ein paar gelungene humorvolle Einlagen. Jedoch stehen nur wenige Charaktere im Vordergrund. Die Kadetten plus Neuzugang Jaylah, die Endeavour-Crew rund um Kirk sowie Spock und Uhura, die Sarek zur Konferenz begleitet haben … Sie nehmen sich gegenseitig Platz weg. So taucht Scotty, der die Kadetten als Ausbilder nach Babel begleitet, zwar ganz am Anfang auf, ist später aber gar nicht mehr zu sehen. Auch Uhura hat nicht viel zu tun. Jaylah darf sich auch nur einmal richtig in Szene setzen – wobei es gefällt, dass die Autoren Johnson und Parrot ihren Faible für Holo-Technik gut untergebracht haben. Ansonsten ist die Geschichte aber mit Figuren überladen und ein weiteres Manko bildet auch die Auflösung des Kriminalfalls. Diese fällt zwar überraschend aus, nicht so wie ich erwartet hatte, aber doch nicht zufriedenstellend. Ich erkenne ehrlich gesagt keine Möglichkeit, wie man als Leser die Identität des Mörders vor der Auflösung herausfinden könnte.

Die Zeichnungen dieser beiden Ausgaben stammen von Megan Levens. Wie Chris Mooneyham in der Ausgabe #6 feiert sie ein Star Trek-Debüt und ihr Stil gefällt mir bedeutend besser als jener von Mooneyham, stellt eigentlich fast das Gegenteil davon dar. Levens Stil zeichnet sich durch sehr klare Linien aus, die Koloration durch Sarah Stern ist kräftig, ebenfalls schön abgegrenzt. Die Klarheit des Stils erinnert vielleicht bewusst an die „Starfleet Academy“-Miniserie, Levens‘ Figuren wirken aber stärker „verniedlicht“. Ein Stil, wie man ihn eher in Comics für eine jüngere Zielgruppe findet. Nichtsdestotrotz ist es ein effektiver Stil, der nie Zweifel aufkommen lässt, welche Charaktere man gerade sieht.

Bewertung: Die Bewertung ist in diesem Fall etwas schwierig. Eigentlich wurde ich durchgehend gut unterhalten, aber die Auflösung ist bei einem Krimi natürlich sehr wichtig und hierbei überzeugt die Geschichte leider nicht. Was die Überfrachtung mit Personen angeht, hätte eine Verlängerung auf eine dritte Ausgabe der Story gut getan. Aber dafür, dass die Figuren bei ihren teilweise sehr kurzen Auftritten so gut getroffen wurden und weil mich die Gags im zweiten Teil der Geschichte sehr amüsiert haben, gebe ich doch noch eine leicht überdurchschnittliche Wertung: 4 von 6 Sterne!

4stars

Rezension: „Star Trek – Designing Starships – Volume Two“

Das zweite „Designing Starships“-Buch von Eaglemoss setzt fort, was das erste begonnen hat und erweitert die Sammlung an Artikeln aus deren Heften, in denen es um den Entstehungsprozess der Raumschiffe geht, die wir aus den Star Trek-Serien und Filmen kennen.

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Insgesamt 33 Raumschiffe werden auch diesmal wieder auf 160 Seiten vorgestellt. Wie bei „Volume One“ handelt es sich auch diesmal wieder um ein schönes, umfangreich illustriertes Hardcover-Buch in englischer Sprache mit Schutzumschlag. Das Layout des Buchrückens ist dabei identisch mit dem des ersten Buches, nebeneinander im Regal stehend machen die beiden Bücher einen sehr schönen Eindruck. (Ich erwähne dies nur, weil es weniger selbstverständlich ist, als man meinen würde.) Natürlich ist auch die Gestaltung im Inneren vergleichbar mit dem ersten Buch bzw. mit der Gestaltung der Artikel, wie sie in den Heften von Eaglemoss dargeboten wurden. Hierbei gefällt, dass die Design-Artikel keinem zu strengen Schema folgen, die Anordnung und Auswahl von Bildern und die Textplatzierung von Artikel zu Artikel variiert und trotzdem ein zusammenhängender Look erhalten bleibt. Im Gegensatz zum ersten Buch fiel mir diesmal jedoch auf, dass der Text auf den linken aufgeschlagenen Seiten oft etwas zu nahe am Bund steht und man daher das Buch ganz schön weit öffnen muss, um alles lesen zu können.

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Soviel zur Optik des Buches, kommen wir nun aber zum Wichtigsten: dem Inhalt. Wie das Titelbild schon vermuten lässt, wird in diesem Buch der U.S.S. Voyager einige Beachtung geschenkt und dies geschieht durchaus exklusiv! Denn während im dem Eaglemoss-Modell beiliegenden Heft das Design-Kapitel nur 4 Seiten umfasst, sind der Entstehung dieses Schiffes im Buch volle 18 Seiten gewidmet! Von den ersten Skizzen und detaillierten Plänen Rick Sternbachs, alternativen CG-Entwürfen von Doug Drexler, gewagten Alternativen von Jim Martin bis hin zu Fotos eines vorläufigen Modells – dessen Design beinahe wirklich zur U.S.S. Voyager geworden wäre – findet man jede Menge Aspekte dieses Designprozesses. Und direkt auf diesen langen Artikel folgen passend auch jene zum Delta Flyer, zu Neelix‘ talaxianischen Shuttle, zur S.S. Raven, zur U.S.S. Prometheus (inklusive umfangreiche Ansichten zu allen drei separaten Einheiten wie auch zur Gesamtheit des Schiffes), zur U.S.S. Equinox und zum in der Serie nie gezeigten Aero-Shuttle, dessen Unterseite man sieben Staffeln lang nur an der Untertassensektion der Voyager erahnten konnte.

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Ebenfalls ein Objekt namens „Voyager“ steht ganz im Mittelpunkt zweier weiterer exklusiver Extras, die eigentlich bereits im Jahre 2001 für das offizielle Star Trek-Magazin erstellt wurden. Auf zusammen 18 Seiten erfährt man viel über das Design von „V’Ger“, jenem monströsen Raumschiff, zu dem die alte NASA-Raumsonde „Voyager 6“ auf ihrer Heimreise zur Erde wurde. Zu jenem Schiff aus dem ersten Star Trek-Kinofilm, dessen Erscheinungsbild wahrlich einzigartig ist, gibt es leider bislang noch kein Modell von Eaglemoss und daher ist es besonders erfreulich, dass diese beiden Artikel, die einst zur Veröffentlichung des „Director’s Cut“ des ersten Films verfasst wurden, in diesem Buch erneut nach so langer Zeit abgedruckt wurden. Syd Mead, der das Äußere von V’Ger gestaltete, und Robert McCall, der das noch fantastischere Innere erschuf, erzählen über ihre Inspiration, welchen Vorgaben sie folgen, welche Vorarbeiten getan wurden, ehe sie zum Projekt stießen usw. Über 30 Bilder – viele davon wunderschöne Gemälde, die hier großformatig abgebildet sind – ergänzen die Worte der Designer.

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Ein weiteres Thema dieses Buches sind die Raumschiffe der Romulaner, die beiden Warbirds des 24. Jahrhunderts und ihr Schiff aus dem 22. Jahrhundert. Die Ära vor der Föderation ist ebenfalls stark vertreten mit Artikeln zur Phoenix, dem NX-Alpha-Prototypen, der Intrepid, dem Frachtschiff Horizon, Xindi-Schiffen und vielen weiteren. Ein exklusiver Inhalt des Buchs geht auf die Inspektionsfähre ein, die mehrmals in „Enterprise“ zu sehen war, u.a. im Pilotfilm.

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Bekanntlich wurden die Folgen der klassischen Star Trek-Serie zwischen 2006 und 2008 einem Remastering unterzogen. Neben der Verbesserung der Bildqualität wurden auch neue Effekte erstellt, was es den Produzenten gestattete, auch neue Raumschiffe einzufügen. Zu diesen Schiffen zählen der Frachter Antares – der auf einem Design aus der 70er-Jahre-Zeichentrickserie basiert – sowie die Schiffe der Medusen und Gorn, die in diesem Buch ebenfalls vorgestellt werden.

Auch die Klingonen lassen in dieser Buchreihe erstmals ein wenig hinter ihren Tarnschirm blicken: Der Bird of Prey, der im 3. Kinofilm sein Debut feierte und seither zu den beliebtesten Raumschiffen überhaupt zählt, zeigt sich u.a. in Form eines frühen Testmodells.

Fazit: „Volume Two“ weist dieselben Stärken sowie die wenigen Schwächen des ersten Bands auf. Es ist erneut ein toll gestaltetes Buch, das informativ ist und zugleich auch einfach mal so durchgeblättert werden kann auch einige Raritäten enthält, wie die Bilder in den V’Ger-Artikeln. Zu den Schwächen: Wie schon in „Volume One“ gibt es ein paar Artikel, in denen Bilder des Endprodukts fehlen, was sich natürlich aus der Auskoppelung aus den Heften der „Offiziellen Raumschiffsammlung“ ergibt. Selten aber doch wiederholen sich Inhalte und Innendesigns werden wieder einmal kaum behandelt, nur dann, wenn die Arbeit der Set-Designer Einfluss auf das Äußere des Schiffes hatte.

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Bewertung: Erneut kann ich für ein Buch dieser Reihe 5 von 6 Sterne vergeben. Abgesehen von dem erwähnten näher an den Bund heranreichenden Text auf einigen Seiten gibt es in Sachen Gestaltung und Aufbereitung von Inhalten keine Abweichung zum ersten Buch. Diese kleine Unstimmigkeit, der wahrscheinlich am Zuschnitt der Seiten liegt, ist aber doch so gering, dass ich deshalb keinen weiteren Stern abziehen möchte. Der Text mag auf manchen Seiten dadurch schwerer lesbar sein, aber grundsätzlich ist er lesbar.

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Anmerkungen:

In keinem der beiden bisher erschienenen Büchern sind Inhalte aus den „Special Edition“-Ausgaben von Eaglemoss‘ Raumschiffsammlung enthalten. Diese Modelle sind deutlich größer, ca. 20 statt 13 Zentimeter lang und das beiliegende Heft ist ebenfalls umfangreicher. Gewöhnlich sind in diesen Heften rund 15 Seiten allein dem Design des jeweiligen Schiffes gewidmet – mitunter auch mit der Gestaltung des Inneren. Gut möglich, dass diese Inhalte aus den „Special Editions“ auch in künftigen Büchern aufgrund des Umfangs unberücksichtigt bleiben werden.

Rezension: „Star Trek – Designing Starships – Volume One“

Seit ein paar Jahren veröffentlicht der Eaglemoss-Verlag regelmäßig Raumschiff-Miniaturen im Rahmen der „Official Starships Collection“. Die aus Metall und Kunststoff hergestellten Modelle sind sehr detailliert, im Durchschnitt ca. 13 Zentimeter lang und werden zusammen mit einem Begleitheft geliefert. In jedem dieser Hefte gibt es auch zumindest einen Artikel, der sich mit der Erschaffung des Schiffsdesigns beschäftigt und diese Artikel fasst Eaglemoss nun auch in Hardcover-Büchern zusammen, die aber auch neue Inhalte aufweisen, die in den Begleitheften nicht enthalten sind.

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Das erste von bislang zwei derartigen Büchern erschien im Herbst 2016. Während die Hefte sowohl auf Englisch als auch Deutsch herausgebracht werden, erscheinen diese Hardcover-Bücher nur in englischer Sprache und sind meines Wissens auch ausschließlich über die Online-Shops von Eaglemoss erhältlich. An dieser Stelle möchte ich „Volume One“ präsentieren, das auf 160 Seiten Licht auf den Entstehungsprozess von über 30 Raumschiffmodellen – sowohl physische Filmmodelle als auch computergenerierte Modelle – wirft.

Das Buch ist vollgestopft mit Entwurfsskizzen, Fotos, Renderings und Screenshots, die gemeinsam mit dem Text, in dem die Designer zu Wort kommen, einen tollen Blick hinter die Kulissen und in die Art Departments ermöglichen. Nahezu aus erster Hand erfährt man die Gedanken der Designer, was sie inspiriert hat, diesem oder jenem Schiff diese besondere Form zu geben, welche Vorgaben sie hatte, welche Elemente von den Effektstudios ergänzt wurden etc. Das Buch enthält Werke und Erläuterungen von Matt Jeffries, Andy Probert, John Eaves, Alex Jaeger, Bill George, Nilo Rodis, Dan Curry, Herman Zimmerman, Rick Sternbach, Rob Bochune, Doug Drexler und vielen weiteren Personen, die an der Umsetzung der Schiffe für die Serien und Filme gearbeitet haben und ihre Kreativität einfließen ließen.

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Zu den mehr als 30 Schiffen in „Volume One“ gehören ausführliche und stark illustrierte Artikel zu allen prominenten Schiffen namens Enterprise (außer Enterprise-J, die in „Volume Two“ behandelt wird). Weitere bekannte und beliebte Schiffe wie die Reliant, die Excelsior, die Stargazer, die Akira, die Centaur wie auch Schiffe der Borg und der Vulkanier werden erläutert. Botany Bay, ECS Fortunate, bajoranischer Solarsegler, die Dauntless, Schiffe der Krenim, Malon, Spezies 8472 (besonders ausführlich!!!) und Hirogen … sie alle und noch viel mehr findet man in diesem Buch.

Zu den exklusiven Inhalten, die man nicht in den Heften findet, gehören Artikel zu drei Shuttles sowie zu zwei Enterprise-Schiffen, die es nicht auf die Leinwand oder den TV-Schirm geschafft haben, denn in den 1970ern wurden weder der Film „Planet of the Titans“ noch die Serie „Phase II“ umgesetzt.

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Fazit: Obwohl es sich bei diesem schön gestalteten Hardcover-Buch mit Hochglanzumschlag „nur“ um eine Sammlung von Artikeln aus mehreren Heften und einigen exklusiven Extras handelt, merkt man dies beim Lesen kaum. Bei Vergleichen zwischen Designs kann es schon mal vorkommen, dass eine Anekdote mehr als einmal erzählt wird, aber sowas ist wirklich nur die Ausnahme und keinesfalls die Regel.

Generell lässt sich sagen, dass „Designing Starships“ im selben Stil gehalten ist, wie andere Design-Bücher zum Thema „Star Trek“, wenngleich der Fokus allein auf Raumschiffe schon etwas Besonderes ist. Bücher wie „Star Trek Design“ oder das TNG-Movie-Sketchbook und TOS-Skizzenbuch behandeln zwar ebenfalls Raumschiffe, aber auch Requisiten, Sets und Kostüme. Stichwort Sets: Wenn etwas in „Designing Starships“ zu kurz kommt, dann das Innere der Schiffe. Dieses Thema wurde weitestgehend ausgespart. Ebenfalls bei manchen Artikeln ein Manko ist das Fehlen eines Bildes des finalen Designs des Schiffes. In den Heften gibt es eigene Seiten, die das fertige Schiff aus verschiedenen Perspektiven zeigen. Manchmal wäre es ganz schön gewesen, im Buch zwischen Entwurf um Umsetzung direkt vergleichen zu könne. Diese Seiten hätte man vielleicht auch noch ins Buch aufnehmen können. Es sind aber sicher weit weniger als ein Viertel der Artikel, denen ein Bild des fertigen Schiffes fehlt.

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Bewertung: Ich finde, der Inhalt dieses Buches ist sehr gut zusammengestellt, gut aufeinander abgestimmt, so dass es sich sowohl in einem durch lesen lässt, aber auch als Nachschlagewerk dienen kann. Die Artikel sind informativ und wenn sogar jemand wie ich – der seit Jahrzehnten jede Skizze und jeden Design-Entwurf zu Star Trek studiert, der mir unterkommt – noch neues Bildmaterial findet, dann sagt das sehr viel über dieses Buch aus. Wie erwähnt hat es kleinere Mankos aufgrund der Tatsache, dass es sich eigentlich um eine Artikelsammlung handelt, aber die exklusiven Inhalte zu den Shuttles, „Phase II“ und „Planet of the Titans“ gleichen diese sehr gut aus, wenn auch nicht ganz. Eine etwas nähere Beleuchtung des Innendesigns jener Schiffe, von denen man das Innere kennt, wäre wirklich eine notwendige Ergänzung gewesen. Daher gibt es „nur“ 5 von 6 Sterne. (Auch weil das Buch für die überschaubare Seitenzahl ein bisschen teuer ist.)

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Anmerkungen:

In keinem der beiden bisher erschienenen Büchern sind Inhalte aus den „Special Edition“-Ausgaben enthalten.  Diese Modelle sind deutlich größer, ca. 20 Zentimeter lang und das Heft ist ebenfalls umfangreicher. Gewöhnlich sind in diesen Heften rund 15 Seiten allein dem Design des jeweiligen Schiffes gewidmet – mitunter auch mit der Gestaltung des Inneren. Gut möglich, dass diese Inhalte aus den „Special Editions“ auch in künftigen Büchern aufgrund des Umfangs unberücksichtigt bleiben werden.

Dass es zumindest noch ein drittes Buch geben wird, halte ich für wahrscheinlich, denn auffallend in den ersten beiden Büchern ist das Fehlen von fast allen klingonischen Schiffen (Ausnahme: der Bird of Prey in Volume Two). Diese dürften wohl als Aufhänger für ein drittes Buch dienen, das vielleicht im Herbst 2017 erscheint, wenn man weiterhin halbjährlich ein Buch veröffentlichen will. Inhalte gibt es genug, denn bis zum Herbst wird Eaglemoss zumindest in Großbritannien bereits über 100 Schiffe herausgebracht haben.

Ich selbst stelle mir gerade eine eigene kleine Sammlung zusammen und werde diese Schiffe zukünftig auch auf meinem Blog rezensieren.

Rezension: Comic – „Starfleet Academy“

Die Abenteuer der Kadetten der Sternenflottenakademie werden schon über lange Zeit regelmäßig in der Star Trek-Literatur thematisiert. Vor allem in den 90er-Jahren gab es so einige Spin-Offs mit dem Titel „Starfleet Academy“, zum Beispiel eine dreiteilige Romanreihe über SpockMcCoy und Kirk und auch über die TNG-Ära-Charaktere. Auch Comics von Marvel und DC beschäftigten sich mit den Kadetten der Sternenflotte. William Shatner und das Autorenduo Reeves-Stevens verfassten ebenfalls den (leider nie fortgesetzten) Beginn einer neuen Romanreihe namens „Academy“. Infolge des 11. Kinofilms von 2009 erschienen dann weitere vier „Starfleet Academy“-Romane. Und schließlich Ende 2015/Anfang 2016 nahm sich auch der aktuelle Star Trek-Comicverlag IDW dieses Themas an und veröffentlichte eine neue, fünfteilige Miniserie namens „Starfleet Academy“, deren Handlung ebenfalls in der neuen Zeitlinie angesiedelt ist.

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Abwechselnd erzählt die Miniserie von Erlebnissen zweier Gruppen von Kadetten. 2258 möchte Kadettin Nyota Uhura zu einem sonderbaren Signal Nachforschungen betreiben, das sie während ihrer Studien im Langstreckenkommunikationslabor der Akademie auffängt. Doch die Weigerung ihrer Vorgesetzten – drunter Ausbilder Spock – sie dabei zu unterstützten, lässt sie auf eigene Faust handeln. Doch dazu benötigt sie die Hilfe durch weitere Kadetten. Kadett Chekov gelingt es, den Ausgangspunkt des Signals herauszufinden: das Sonnensystem Wagner-219. Doch um die aus unerklärlichen Gründen als geheim eingestuften Informationen über dieses System abzurufen, benötigt Uhura die Hilfe eines anderen Kadetten, der es mit den Vorschriften etwas weniger genau nimmt als Chekov …

2261 steht das 100-Jahr-Jubiläum der Akademiegründung an, was für die vulkanische Kadettin T’Laan jedoch von keinem großen Interesse ist, hat sie doch entschieden, ihr Studium abzubrechen und nach Neu-Vulkan zu gehen, um dabei zu helfen, die neue Kolonie aufzubauen. Einer ihrer Professoren überredet T’Laan jedoch dazu, ihre Entscheidung noch etwas aufzuschieben und an einem zum Jubiläum ausgetragenen Wettbewerb teilzunehmen, an dem Studenten verschiedenster Schulen der Föderation teilnehmen. Der Professor hofft, dass T’Laan vom Teamgeist angesteckt wird und einige neue, interessanten Facetten des Akademielebens kennen lernt. Tatsächlich verläuft der Wettbewerb sehr abwechslungsreich und mit einigen Überraschungen, wofür auch T’Laans Teamkameraden sorgen: das wandelnde Lexikon Lucia Gonzales, der andorianische Heißsporn Shev, die Pilotin Grace Chen und der Medizinstudent Vel K’Bentayr vom Planeten Monchezke. Aus dem Wettbewerb wird jedoch ein Ernstfall, als das Team mit einem Shuttle in den Randbereich des Sonnensystem Wagner-219 gerät und dort das selbe Signal auffängt, wie einst Kadettin Uhura …

Fazit: Die Miniserie überzeugt mit zwei sehr interessanten, zeitlich getrennten aber parallel erzählten Handlungssträngen, wenngleich das „Geheimnis“, was es mit dem Signal auf sich hat und wohin die Geschichte schließlich führen wird, schon sehr früh gelüftet wird. Das hätte man geschickter verstecken können. Dennoch ist auch der Weg hin zum Ziel die Lektüre wert. Die Charaktere – von denen es nicht gerade wenige gibt – sind mehr als ausreichend bis sehr gut definiert. Vor allem T’Laan und Lucia kommen sehr sympathisch  rüber und die Canon-Charaktere im 2258er-Handlungsstrang sind durch die Bank hervorragend getroffen. Durch die ganze Geschichte zieht sich ein toller Wortwitz, die Dialoge zwischen Kirk und Uhura folgen ganz dem Stil ihrer verbalen Auseinandersetzungen im Kinofilm. Auch Vel K’Bentayr sorgt für viel Humor mit seiner Eigenart, Offensichtliches auszusprechen, da verbale Kommunikation für ihn noch neu ist. Inhaltlich ist mir sonst nur ein kleiner – aber unwesentlicher Fehler – aufgefallen: Eine bestimmte Zeitspanne wird einmal mit 47 Tagen angegeben, etwas später mit 61 Tagen.

Die Zeichnungen von Derek Charm sind sehr interessant. Vorweg sei festgehalten, dass Charm zuvor noch keinen Star Trek-Comic illustriert hatte, nur eine handvoll alternative Cover für die „Ongoing„-Reihe beigesteuert hat. Sein Stil ist also für den Star Trek-Comic-Leser etwas Neues, aber man gewöhnt sich schnell daran. Ich kann auch nicht genau sagen, woran es liegt, aber seine Zeichnungen vermitteln zur selben Zeit den Eindruck, „einfach“ gehalten zu sein, aber sind doch vollgestopft mit Details. Ich glaube, er legt einfach sehr bewusst den Fokus auf das Vordergründige und belässt es bei Hintergründen oft bei Formen, Farben und einigen besonderen Highlights. Ein interessanter Stil, der aber das Wiedererkennen von Personen und Schauplätzen in keinster Weise behindert. Im Gegenteil erkennt man sofort jeden Charakter, jede Spezies und jeden Schauplatz aus den Star Trek-Serien und -Filmen sofort wieder, trotz mancher Vereinfachung. Die gewählten Motive sind in der gesamten Miniserie sehr stimmig gewählt, ich konnte hier – anders als bei einigen der frühen „Ongoing“-Comics – kein „Entleihen“ von unpassenden Elementen erkennen.

Inhaltlich ist wirklich alles stimmig, eindeutig ein Spin-Off zum neuen Star Trek-Universum und doch gibt es viele Elemente in diesem Comic, die aus den anderen Serien und Filmen stammen und doch einfach perfekt in die Szenerie passen. Ich würde sogar so weit gehen und den Comic „Starfleet Academy“ als Suchbildrätsel für langjährige Trekkies bezeichnen. Als solcher findet man jede Menge kleine Gimmicks: Kadett Kirk trägt beispielsweise in der Trainingshalle am Handgelenk ein Gerät, das genauso aussieht wie die Handgelenkskommunikatoren in „Star Trek – Der Film“. Ebenfalls aus dem ersten Film stammen die „Rüstungen“ der Sicherheitswächter. In seiner Freizeit trägt Kirk dieselbe Jacke wie sein Prime-Universum-Gegenstück in „Star Trek III – Auf der Suche nach Mister Spock“. Viele außerirdische Spezies aus den diversen Star Trek-Filmen säumen den Campus der Akademie und in einer Bar – wo sonst? – sehen wir einen Lurianer sitzen, womöglich ein Vorfahre von Morn aus „Deep Space Nine“.  Und sogar Phylosianer und Kzinti aus der Zeichentrickserie treten in Erscheinung. Aus „Enteprise“ sehen wir ebenfalls einige Spezies – Denobulaner, Rigelianer, Coridaniten etc. – und ab einem Rückblick in die Anfangszeit der Sternenflotte stellt Zeichner Derek Charm die von mir auch optisch sehr gemochte „Enterprise“-Ära umfassend dar. Hier fällt jedoch ein Zeichenfehler auf: Die Crew des NX-Klasse-Schiffs Slayton hat auf ihren Overalls dort, wo das Schiffsabzeichen sein sollten, nur einen weißen Kreis. Als ob diese Stelle freigehalten worden wäre, um ein Abzeichen einzufügen, dies aber vergessen worden wäre.

Bewertung: Was Geschichten über die Kadetten der Sternenflotteakademie angeht, war ich sehr lange Zeit skeptisch, konnte mir nicht vorstellen, dass so etwas interessant wäre. Geprägt wurde meine Einstellung bestimmt durch zwei enorm schwache TNG-Kadetten-Romane, die ich den 90er-Jahren gelesen habe. Doch seit dem Kinofilm von 2009 ist das ganz anders und genau hier setzt auch die Comic-Miniserie an. Visuell wie auch von der vermittelten Stimmung her. Dass auch die „Enteprise“-Ära in die Story verwoben wurde, ist ein zusätzlicher Pluspunkt. „Starfleet Academy“ unterhielt mich wirklich hervorragend, vor allem dank des hohen Humorgehalts, aber auch mit einer klassischen Abenteuerstory, deren Offenbarung aber ein wenig zu früh vorweg genommen wurde. An den Zeichenstil gewöhnt man sich wie gesagt schnell und die vielen keinen und großen visuellen Anspielungen sind eine tolle Sache für Fans. Ich geben der Miniserie gute 5 von 6 Sterne! 

5stars

Rezension: „Star Trek Kostüme“

„Star Trek“ und „Design“! Wann immer sich diese beiden Themen in einem Buch vereinen, ist mein Interesse geweckt. Das Star Trek-Franchise hat in Sachen Design ja auch jede Menge zu bieten mit über 700 Folgen und inzwischen 13 Kinofilmen und Hunderten Leuten, die ihre kreative Kraft in deren Erschaffung gesteckt haben. Ich selbst habe mich schon immer sehr für die Miniaturen, die Sets und Requisiten interessiert. Aber auf das Kostümdesign habe ich meine Aufmerksamkeit bislang nur in geringem Maße gerichtet. Das mag damit zusammenhängen, dass mir das Handwerk zur Herstellung von Bekleidung nicht allzu gut geläufig ist. Materialien und Techniken sind mir nicht sehr vertraut, doch dank dem Buch „Star Trek Kostüme“ kann ich nun auch die Textilarbeit in den Star Trek-Filmen und -Serien so richtig wertschätzen!

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Meinen anfänglichen Vorbehalten gegen das Thema „Kostüme“ ist es geschuldet, dass ich eine Weile gewartet habe, ehe ich mir das Buch zugelegt habe. Die englische Originalfassung von Paula M. Block und Terry J. Erdmann – die bereits einige andere Star Trek-Sachbücher verfasst haben wie beispielsweise die 365-Seiten-Bücher zu TOS und TNG – erschien im Jahr 2015. Erst kürzlich habe ich jedoch positiv überrascht festgestellt, dass ein Jahr später eine deutsche Übersetzung erschien und zwar vom mir bislang völlig unbekannten Verlag „Zauberfeder“. Dem Programm nach bislang auf Fantasy- und Rollenspiel-Literatur spezialisiert, scheint sich dieser Verlag in jüngster Zeit auch Sachbüchern zu TV- und Kino-Produktionen zu widmen. Lange sind die Zeiten vorbei, in denen uns der Heel-Verlag verlässlich mit deutschen Übersetzungen von Star Trek-Sachbüchern versorgte, insofern ist es wirklich schön, dass „Zauberfeder“ sich entschieden hat, dieses hochwertige Hardcover-Buch auch hierzulande herauszubringen.

Im Hardcover befinden sich über 250 dicke Seiten, vollflächig bedruckt mit Hunderten Fotos von Kostümen, Behind-the-Scenes-Fotos, einigen Screenshots aus den Serien und Filmen sowie vielen Entwurfsskizzen. Die Masse an Bildmaterial ist absolut beeindruckend! Vor allem wenn man bedenkt, dass daneben auch noch genau das richtige Maß an erläuterndem Text enthalten ist. Nicht zu wenig und damit zu oberflächlich, aber auch nicht zu viel, um in einer Wüste aus Fachbegriffen zu Enden. Für mich als Laien auf dem Gebiet der Textilverarbeitung waren die Texte sehr gut verständlich und mit interessanten Erklärungen zu den verwendeten Stoffen, Schnitten und Accessoires versehen. Und als jemand, der allgemein in Sachen Design doch ein gewisses Grundwissen hat, fand ich die Texte ebenfalls sehr spannend zu lesen. Der Text ist eine Mischung aus allgemeiner Einleitung zu jedem Themenschwerpunkt und direkter Rede. Alle leitenden Kostümdesigner der Serien- und Filme kommen zu Wort, beschreiben ihre Herangehensweisen, ihre Vorlieben, welchen Vorgaben sie folgten, welche neuen Entwicklungen es zur damaligen Zeit gab, was sie bis zu ihrem Star Trek-Engagement geprägt hat etc.

Nach einem Vorwort von Robert Blackman – der so lange wie kein anderer für Star Trek-Produktionen in der Kostümabteilung gearbeitet hat – gliedert sich das Buch folgendermaßen nach Serien und Filmen:

The Original Series: Natürlich geht es um die klassischen Uniformen, aber klarerweise auch um die berühmten sexy Outfits, die William Ware Theiss für die Darsteller entworfen hat. Neben Theiss kommen auch diese zu Wort, wie Michael Forest (Apoll), Barbara Luna (Marlena aus dem Spiegeluniversum), Tanya Lemani (Bauchtänzerin aus „Der Wolf im Schafspelz“) und erzählen, wie es war, diese Kostüme zu tragen. 30 Seiten des Buches sind der klassischen Serie gewidmet.

Die Kinofilme zur Original Series: Auf den folgenden 54 Seiten geht es um die ersten sechs Kinofilme und vorrangig die Arbeit von Robert Fletcher, der eigentlich Theaterkostüme erstellte, nur einen einzigen Kinofilm in seinem Lebenslauf hatte ehe er angeheuert wurde, für den ersten Star Trek-Kinofilm die Kostüme zu erstellen – wie auch für die folgenden drei. 10 Seiten sind allein dem ersten Kinofilm gewidmet, der ja visuell einiges zu bieten hatte und mit vielen neuen Kostümen und Ideen aufwartet. Der darauffolgenden „Trilogie“ werden dann weitere 28 Seiten eingeräumt, wobei „Zurück in die Gegenwart“ etwas kurz kommt, allerdings durch das zeitliche Setting auch weniger ausgefallene Mode bedurfte. Nach Fletcher übernahmen Nilo Rodis-Jamero und Dodie Shepard für die nächsten beiden Filme. Rodis-Jamero liefert dabei einen interessanten Einblick, wie eine allgemeine Design-Ausbildung zur Beschäftigung in vielen unterschiedlichen Sparten führen kann – auch abseits des Filmgeschäfts.

Das nächste Jahrhundert: „The Next Generation“ hatte im Laufe der Zeit mehrere Designer. William Ware Theiss kehrte für die erste Staffel zum Franchise zurück, entwarf die berühmt-berüchtigten Spandex-Uniformen, die eine Herausforderung für die Darstellerriege waren, wie sich u.a. Jonathan Frakes (Commander Riker) erinnert. Durinda Rice Wood übernahm dann die zweite Staffel und erschuf dabei einige Desgins, die länger Bestand haben sollten als Theiss‘ TNG-Arbeit. Zwar durfte sie die im Jahr davor teuer erstellten Sternenflotten-Uniformen nicht verändern (sie hätten Wesley Crushers Kadettenuniform der 2. Staffel geähnelt), aber sie entwarf u.a. Guinans Kleidung samt Riesenhut, die Borg-Anzüge, Trois verbesserten Einteiler und Worfs neue Schärpe – aus Teilen, die sie im Baumarkt gekauft hatte. Der Beginn der 3. Staffel läutete dann Robert Blackmans Ära ein, der dem Franchise bis zum Ende von „Enterprise“ erhalten bleiben sollte und der verantwortlicher Kostümdesigner für 23 Serienstaffeln werden sollte. Blackman durfte etwas bequemere Uniformen entwerfen und auch enorm aufwändige Kostüme für Gastdarsteller wie die Outfits von Famke Janssen (Kamala in „Eine hoffnungslose Romanze“) oder die abwechslungsreichen Kleider von Majel Barrett (Lwaxana Troi). Dies alles wird präsentiert auf 24 Seiten.

Das nächste Jahrhundert – Die Spielfilme: Auf 30 Seiten werden die nächsten vier Kinofilme behandelt. Für „Treffen der Generationen“ – das in Sachen Kostüme sicher durch die Marineuniformen und die offenherzigen Rüstungen der weiblichen Klingonen besticht – steuerte Blackman ebenfalls Designs bei. Jedoch nicht für neue Sternenflotten-Uniformen, die entworfen und abgesegnet waren, an deren Umsetzung er aber scheiterte. Blackmann entwarf hingegen die Uniformen, die von „Der Erste Kontakt“ an bis „Nemesis“ getragen wurden – einschließlich die weißen Galauniformen. Im achten Film übernahm die Hauptarbeit aber Deborah Everton, die nicht nur die Borg massiv überarbeitete (ihr schwebten offenbar noch weitere Änderungen vor, was Ricardo Delgados Herangehensweise ähnelte), sondern auch Raumanzüge und die Mode des 21. Jahrhunderts entwarf – mit dem interessanten Aspekt, dass die Kleidung des Enterprise-Außenteams auf der Erde der Vergangenheit etwas anders aussah – und Kostüme für ein Dixon Hill-Holodeck-Abenteuer. Auch den vulkanischen Roben gab Everton einen neuen Twist, auch wenn davon nicht alles auf der Leinwand zu sehen war. Die Kostüme in „Der Aufstand“ wurden von Sanja Milkovic Hays entworfen (die später zu Regisseur Justin Lins bevorzugter Kostümdesignerin werden und somit auch die Darsteller in „Star Trek Beyond“ einkleiden sollte). Wieder gab es Zivilkleidung zu entwerfen wie auch die Kleidung der Son’a und den von ihnen unterworfenen Spezies. Bob Ringwood steuerte dann für „Nemesis“ das düstere und zugleich schillernde Outfit der Remaner bei wie auch Deanna Trois Hochzeitskleid und er ließ die Romulaner sich von den grauenvollen „Schulterpolstern auf Steroiden“ verabschieden und gab der romulanischen Flotte etwas retro angehauchte Uniformen.

Die Spin-Off-Serien: Der vielleicht größte Kritikpunkt an diesem Buch: „Deep Space Nine“, „Voyager“ und „Enterprise“ müssen sich 48 Seiten teilen, von denen sich allein DS9 stolze 22 krallt, für VOY bleiben nur 8 übrig (die u.a. aber zumindest Sevens spektakulären Silber-Catsuit behandeln). Der Rest entfällt auf ETP bzw. Allgemeines. Gerade zu ETP – das die Designsprache gegenüber den vorherigen Serien ja radikal änderte – hätte ich mir deutlich mehr gewünscht, aber zumindest wird das Redesign-Thema gut im Text behandelt, die neuen Uniformen sind sehr ausführlich beschrieben und es ist erstaunlich, wie der Stoff für die Suliban-Uniformen hergestellt wurde.

Der Neubeginn: Und abgeschlossen wird das Buch mit Michael Kaplans Arbeiten zu „Star Trek“ und „Star Trek Into Darkness“. („Beyond“ befand sich noch in Produktion als das Buch in den USA erschien und „Discovery“ wurde überhaupt erst danach angekündigt.) Auf 28 Seiten bekommen wir einen Einblick in den Design- und Produktionsprozess von Kaplans Kostümen. Man erfährt viel über Kaplans Herangehensweise, die ikonischen Designs für die große Leinwand zu adaptieren, neue Richtungen einzuschlagen, seine Vorliebe für Texturen etc. Ergänzt wird dieses Kapitel wie alle anderen durch jede Menge Detailaufnahmen und Skizzen, u.a. auch von Kaplans Lieblingsdesign: die Winterkleidung des alten Spock mit der Kugelförmigen Kapuze, die mittels Magneten zusammengehalten wurde und sich zu einem Pelzkragen öffnen ließ.

STKostueme_BackBewertung: Ich bin von diesem Buch absolut begeistert! Auf den über 250 Seiten taucht man in die Welt der Star Trek-Kostümdesigner ein, erfährt sehr unterschiedliche persönliche Ansätze, lernt ein bisschen was über Materialien (manche von denen gibt es gar nicht mehr oder wurden in einem aufwändigen Verfahren extra hergestellt) und erfährt die Meinungen von Regisseuren und Darstellern der Serien und Filme. Die Bilder sind hervorragend ausgewählt und sehr gut beschrieben, passen immer zum Thema des Fließtextes, der durch den Wechsel zwischen direkter und indirekter Rede sehr flüssig zu lesen ist und auch sehr gut ins Deutsche übersetzt wurde. Der einzige Layout-Fauxpas ist aber ausgerechnet auf der Rückseite des Buches passiert: Dem verwendeten Schriftsatz fehlten ein korrektes „ß“ und „ö“. Aber wer achtet schon auf den Werbetext wenn direkt daneben Leslie Parrish ihre „futuristisch-antike“ Robe präsentiert. 😉

Wer sich für die Themen „Star Trek“ und „Design“ genauso sehr interessiert wie ich, der sollte sich dieses Buch unbedingt besorgen! Es reiht sich perfekt in die Riege früherer großartiger Design-Bücher ein und verdient wie diese locker 6 Sterne. Auch wenn wie gesagt zu den Spin-Off-Serien etwas mehr Material hätte enthalten sein dürfen.

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Hier eine Auflistung der weiteren von mir rezensierten Star Trek-Design-Bücher:

Und Making-of-Bücher, die auch Design-Themen behandeln:

Auch das Making-of-Buch zu „Der Erste Kontakt“ ist sehr empfehlenswert, jenes zu „Der Aufstand“ etwas weniger.

Rezension: Star Trek – The official Guide to our Universe

„Die echte Wissenschaft hinter den Raumschiff-Reisen“ verspricht dieses sehr schön gestaltete Hardcover-Sachbuch der bekannten National Geographic-Gesellschaft. Wissenschaftskolumnist Andrew Fazekas stellt hier das in „Star Trek“ gezeigte mit der Realität oder zumindest dem derzeitigen Wissenstand über Planeten, Nebel, Galaxien, Quasare usw. gegenüber. William Shatner (Captain Kirk) steuert ein kurzes Vorwort bei.

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Das Buch ist in fünf große Kapitel unterteilt. Kapitel 1 widmet sich dem irdischen Sonnensystem, seinen Planeten, ihren Umlaufbahnen um die Sonne, Monden und Kometen. In Kapitel 2 geht es vorrangig um Planeten außerhalb unseres Sonnensystems und um die Möglichkeit fremden Lebens. Kapitel 3 widmet sich dem Sternenhimmel, den verschiedenen Arten von Sonnen und ihren Lebensphasen. Regelmäßig durchfliegen Raumschiffe in „Star Trek“ verschiedenste Nebel und um dieses Phänomen dreht sich alles im 4. Kapitel, ehe es zum Schluss noch um die verschiedenen Arten von Galaxien und Sternencluster geht.

Der Aufbau des Buches ist recht geschickt, so beginnt jedes Kapitel mit einer generellen Einleitung und geht dann nach und nach auf z.B. Mars, Jupitermonde, Rote Riesen, Supernovae, Emissionsnebel etc. ein, indem zuerst Abenteuer aus den Star Trek-Serien oder  -Filme genauer beschrieben wird, welche Rolle das jeweilige kosmische Objekt darin gespielt hat und welche Eigenschaften ihm zugeschrieben wurde. Auf den folgenden Seiten wird dann wiedergegeben, was die Wissenschaft aktuell darüber weiß. Das ganze Buch ist dabei reich illustriert mit Bildern aus den Serien und Filmen als auch Aufnahmen von Weltraumteleskopen, künstlerischen Interpretationen und aufwändig gestalteten Grafiken zu den verschiedenen Themenbereichen. Eine Sternenkarte nach jedem Abschnitt zeigt, wo Interessierte das beschriebene Objekt oder Vergleichbares am Nachthimmel entdecken können.

Vielleicht als Auflockerung gedacht werden auch immer wieder mal weitere Informationen zum „Star Trek“-Universum eingestreut. Manchmal in Form kleiner Info-Kästen, die die fiktiven Entwicklungen wie den Universalübersetzer, Daten-PADDs, das Beamen, künstliche Intelligenz, Holodecks – mit dem aktuellen Stand der Technik vergleichen und bewerten, wie nahe wir gegenwärtig schon dran sind. Dabei empfand ich den Maßstab, der zu den jeweiligen Einschätzungen führt, allerdings nicht sehr konsistent. Manchmal wurden vage Ähnlichkeiten heutiger Technologie erwähnt, aber als nicht vergleichbar betrachtet, in anderen Fällen als sehr nah dran an dem, was „Star Trek“ gezeigt hat.

Ohne im Zusammenhang mit den eigentlichen Kapitel zu stehen, gibt es auch immer wieder mal Doppelseiten zum „Star Trek“-Universum, die stark bebildert ausgesuchte Raumschiffe, Raumstationen, Außerirdische, Waffensysteme, Kommunikatoren und weiteres kurz vorstellen. Nichts, was einem Fan der Serien und Filme nicht schon bekannt wäre, aber hin und wieder ist mal ein neues hochauflösendes Foto eines Requisits, eines Modells oder einer Maske dabei, das man noch nicht gekannt hat.

Fazit: Nun, an der Aufmachung des Buches gibt es nichts zu bemängeln, es ist gut strukturiert, die erwähnten Einstreuungen von zusätzlichen Infos sind zwar etwas sonderbar platziert, lenken aber nie vom eigentlichen Thema das jeweiligen Kapitels ab, in denen Andrew Fazekas uns das Weltall näher bringt. Doch muss ich gestehen, dass das Buch nicht ganz meine Erwartungen erfüllt hat. Ich habe natürlich nicht erwartet, dass mir als langjähriger Fan etwas Neues über die im Buch erwähnten Filme und Serien erzählt wird. Allerdings hatte ich mir doch ein bisschen Inspiration durch die realwissenschaftlichen Beiträge im Buch erhofft. Diese ist aber weitestgehend ausgeblieben, der Text ist doch sehr nüchtern verfasst und transportiert nicht so recht die Faszination für die Tiefen des Weltraums. Klar, der Informationsgehalt ist durchaus hoch – aber auch hier kommt es auf die Zielgruppe an. Denn hat man einmal drei oder vier Weltraum-Dokumentationen gesehen, erzählt einem das Buch nicht viel Neues.

Zugutehalten kann man dem „Official Guide to our Universe“ jedenfalls, dass er sehr verständlich geschrieben ist. Das Buch ist bislang nur auf Englisch erschienen und wenngleich ich diese Sprache ganz gut beherrsche, ist es doch eine Fremdsprache für mich und vor allem Fachbegriffe – egal aus welcher Fachrichtung – können Text leicht mal unverständlich machen. Das blieb jedoch aus, der Text war mit meinen Englischkenntnissen gut verständlich, ist absolut für Laien geeignet. Aber ob sich ein Laie durch die zwar einfach formulierte aber sehr sachliche Beschreibung unseres Universums faszinieren lässt, ist wiederum eine andere Frage.

Bewertung: Wie es aussieht, muss ich mir auch in Zukunft die exotischen Schauplätze in meinen FanFiction-Romanen selbst ausdenken. 😉 Fazekas Buch hat leider nicht sonderlich viel dazu beigetragen, meine Fantasie anzuregen. Allerdings will ich das Buch deshalb nicht generell schlecht reden: Es ist informativ und wenn man das „Star Trek“-Universum nicht in- und auswendig kennt, noch sich bislang viel mit dem Thema Weltraum an sich auseinandergesetzt hat, bekommt man hier einen Crash-Kurs serviert, der einen an beide Themenbereiche heranführt. Ich kann nicht einschätzen, ob diese relevante Zielgruppe groß ist, daher bewerte ich das Buch hier nur für mich selbst und gebe ihm 3 von 6 Sterne.

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Rezension: Comic – Boldly go #6

Konzentrierte sich die 5. Ausgabe der „Boldly go“-Reihe ganz auf Jaylahs Werdegang, richtet sich der Fokus der Handlung nun wieder auf die Abenteuer von Captain Kirk an Bord der U.S.S. Endeavour. Nach den Ereignissen des vierteiligen Auftakts der Reihe, muss Captain Kirk Ersatz für seine Erste Offizierin Valas finden und bietet Sulu den Posten an, der diesen akzeptiert.

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Einen Monat später hat sich Sulu bereits an Bord eingelebt und die Endeavour nimmt die Erkundung einer bislang nur als theoretisch angenommen Raumanomalie – eines „weißen Loches“ – vor. Die Crew ist fasziniert von den Möglichkeiten, mehr darüber herauszufinden und bereitet eine Raumsonde vor. Die Vorbereitungen werden jedoch abrupt unterbrochen, als ein Mitglied der Crew – eine Andorianerin namens Hila – Sabotage betreibt. Nach ihrer Gefangennahme behauptet sie lediglich, zum Wohle der Crew gehandelt zu haben, die sich der Gefahr der Anomalie nicht bewusst sei. Da sie nicht preisgeben will, woher sie ihre Informationen hat, beschließt Kirk die Erforschung fortzusetzen, doch schon bald beginnt das Weiße Loch Aktivität zu entfalten, die zwar anfangs nicht gefährlich wirkt, aber angesichts von Hilas Behauptungen doch für Beunruhigung sorgt …

Fazit: Nach dem sehr guten Auftakt-Vierteiler und der meiner Meinung nach großartigen Jaylah-Story liefert die neue „Boldy go“-Reihe in der sechsten Ausgabe die erste deutlich schlechtere Geschichte ab. Die Intention mag zwar gut gemeint gewesen sein: Immerhin werden Kirk & Co hier erstmals „Opfer“ einer Art Obersten Direktive, die sie selbst gegenüber anderen schon angewendet haben. Die Ironie kommt aber nicht so recht zu tragen, was wohl daran liegt, dass der Crew der Endeavour Informationen vorenthalten werden und sie im Grunde nur Beobachter sind, wenn sich Hila auf eigene Faust aufmacht, gegen die durch die Anomalie auftretende Gefahr vorzugehen. In dieser Geschichte agiert Kirk für meinen Geschmack auch etwas zu naiv. Klar, von ihm stammen die Worte „Risiko ist unser Geschäft“, aber nach den ersten Auffälligkeiten wäre ein Rückzug auf eine etwas sicherere Distanz zum Weißen Loch doch angebracht gewesen, wenn man ohnehin eine Sonde hineinschicken will. Dramaturgisch gelingt es nicht so recht, die Bedrohlichkeit der Anomalie darzustellen. Tatsächlich ist es so, dass eigentlich die wahre Gefahr eingedämmt wird, kaum dass sie auftritt.

Geschmackssache ist bestimmt der Zeichenstil von Chris Mooneyham. Ich glaube, „Boldly go #6“ ist sein erster Star Trek-Comic, den er illustrierte und wenngleich er sich bei seinen Interpretationen der Umgebungen nicht sehr weit von den restlichen neueren Star Trek-Comics der neuen Zeitlinie entfernt, sind die Personen doch ein wenig … sonderbar dargestellt. Es hat eine Weile gedauert, bis ich Captain Kirk erkannt habe. 😀

Die Figuren wirken … voluminös, mit breiten Oberkörpern, sehr kräftig. Konturen und Schatten werden durch eine enorm auffällige Schraffur hervorgehoben, das ganze Bild wirkt ein wenig schmutzig. Das ganze erinnert etwas an Frank Millers Batman. Nicht falsch verstehen: Ich liebe Millers „Die Rückkehr des Dunklen Ritters“, aber diesen Stil in einem Star Trek-Comic zu sehen … ist etwas sonderbar. Vor allem da die Star Trek-Charaktere keine Superheldenkostüme tragen und dadurch leicht erkennbar wären. À propos Superhelden: Wenn ich so an den Ausgang der Story denke und wie die Ereignisse illustriert werden, dann hat diese Geschichte doch ein bisschen was von einem Superhelden-Comic. Schwer zu sagen, ob Chris Mooneyham deshalb einen solchen Stil verwendet hat oder ob dies generell seine Art ist. Ich persönlich war mit dem Stil von Tony Shashteen sehr zufrieden, der auch für Ausgabe #7 der Reihe leider nicht zum Zug kam.

Mal sehen, wie sich Megan Levens schlägt, die ebenfalls noch keinen Star Trek-Comic gezeichnet hat und die Zeichnungen zur 7. Ausgabe beisteuern wird. Wie der Epilog von #6 andeutet, scheint in #7 eine Rückkehr nach Romulus bevorzustehen.

Bewertung: Mike Johnson hat uns schon mal aufregendere Abenteuer spendiert. Die Story wirkt ein bisschen wie aus dem Baukasten, ein typisches „Anomalie-der-Woche“-Phänomen, das auch daran leidet, dass die Hauptcharaktere aus der Problemlösung am Schluss mehr oder weniger herausgehalten werden. Im Grunde reduziert es sich darauf, dass Kirk Sulu am Schluss so viel Vertrauen entgegenbringt, in einer kritischen Situation auf ihn zu hören und trotz der Gefahr die Schutzschilde zu senken. Auf dieses persönliche Vertrauen hätte Johnson besser den Fokus der Story gelegt. Die Sache mit der auf die Endeavour-Crew angewendete Oberste Direktive fand ich zu weit hergeholt. Der von diesem Abenteuer unabhängige Epilog macht aber zumindest Lust auf die nächste Ausgabe, deren Zeichnungen mir vielleicht wieder etwas mehr zusagen werden. Für die #6 von „Boldly go“ gebe ich aber nur 2 von 6 Sterne.

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Anmerkung: Das Titelbild von #6 hat nichts mit dem Inhalt der Geschichte zu tun. Eine solche Szene gibt es im Inneren nicht und Dr. McCoy spielt nur eine Nebenrolle.

Rezension: TOS – “Mord an der Vulkan-Akademie”

Wieder mal etwas aus der Klassiker-Kategorie: Jean Lorrahs Roman „Mord an der Vulkan-Akademie“ stammt aus dem Jahre 1984, aber im Gegensatz zu vielen Star Trek-Romanen der 80er-Jahre, war mir dieser bis vor kurzem noch unbekannt und vor allem weil mir der doch sehr plakative Titel aufgefallen war, habe ich ihn nun nachgeholt.

 

Die Geschichte beginnt im Grunde weit entfernt von der im Titel erwähnten Heimatwelt der Vulkanier: Bei einem Geplänkel zwischen der Enterprise und einem klingonischen Schlachtkreuzer wird ein Besatzungsmitglied – Carl Remington – schwer verletzt, er erleidet neurale Schäden, die ihn in einen komatösen Zustand versetzen ohne Aussicht auf Besserung. Während Dr. McCoy ratlos ist, was er noch tun könnte, schlägt ausgerechnet Spock eine neue Stasis-Therapie vor, die an der vulkanischen Akademie der Wissenschaften erstmals an Patienten getestet wird. Spock weiß im Gegensatz zu McCoy von dieser experimentellen und sehr gefährlichen Vorgehensweise, da sie an seiner eigenen Mutter Amanda erstmals angewendet wird.

Da diese Therapie die einzige Chance für Remington ist, wieder ein normales Leben führen zu können, lässt Captain Kirk Kurs auf Vulkan setzen, wo auch die Gefechtsschäden der Enterprise repariert werden können und Kirk, Spock und McCoy die Gastfreundschaft von Amandas Mann Sarek genießen können. Der Urlaub wird jedoch abrupt unterbrochen, als eine von drei in Betrieb befindlichen Stasis-Kammer ausfällt, was den sofortigen Tod der darin behandelten Vulkanierin zufolge hat, die die Ehefrau eines der Wissenschaftler war, der die Therapie zusammen mit einem irdischen Arzt entwickelt hatte. Da allen das Risiko der neuen Behandlungsmethode bewusst war, entsteht erst ein gezielter Mordverdacht, als auch eine zweite Stasis-Kammer ausfällt …

Fazit: Es ist immer interessant, mal zurückzublicken, wie sich Autoren das Star Trek-Universum vorgestellt haben, noch bevor weitere Kinofilme und Hunderte TV-Episoden produziert wurden und neues Canon-Material geliefert haben. „Mord an der Vulkan-Akademie“ bezieht sich dennoch sehr stark auf das, was zum damaligen Zeitpunkt etabliert war. Vor allem natürlich auf die Folgen der klassischen Serie „Weltraumfieber“ und „Reise nach Babel“, auf die Zeichentrickfolge „Das Zeitportal“ als auch auf den damals bereits existierenden erste Star Trek-Kinofilm. Die Autorin zeichnet ein sehr interessantes Bild des Planeten Vulkan und setzt die einzelnen Puzzleteile aus den genannten Referenzwerken sehr gut zu einem atmosphärischen Bild einer fremden Welt zusammen und bei diesem Roman dürfte es sich um den ersten handeln, der die vulkanischen Namen der Planeten dieses Sonnensystems nutzt (die davor in Fan-Kreisen aber schon kursierten).

 

Geht man weiter ins Detail, erscheint einem manches an Vulkan wie hier beschrieben doch etwas sonderbar. Eines vor allem: Es gibt offenbar keinerlei Sicherheits- und Ermittlungbehörden auf Vulkan, denn Vulkanier sind ja so friedlich. Richtig erraten: Das ist der Aufhänger, warum kein vulkanischer Kriminalbeamter den Ausfällen der Stasis-Kammern nachgeht, sondern Captain Kirk die Ermittlungen führt. 😉 Hier wird ein bisschen getrickst, allerdings nicht besonders gut. Zum einen wird aus der Geschichte erst zur Mitte des Romans ein Krimi. Es dauert erstaunlich lange, bis jemand auf die Idee kommt, bei den Ausfällen der Kammern könnte es sich um Sabotage handeln. Als Leser, der den Titel der Geschichte kennt, ist man hier den Charakteren gegenüber recht deutlich im Vorteil. 😀 Zum anderen nutzen Kirk & Co nicht die Ressourcen der Enterprise, die im Orbit über ihnen schwebt. Es scheint, als hätten sie nicht einmal Kommunikatoren mitgenommen oder Zugriff auf andere Mittel und Personal, die bei den Ermittlungen helfen können. Das ist eine recht konträre Darstellung im Vergleich zu so mancher TV-Folge. (Siehe z.B. TOS „Der Wolf im Schafspelz“.) Ich verstehe, dass dadurch versucht wird, etwas Spannung reinzubringen, die Helden von der Enterprise mit Personen allein zu lassen, von denen jeder ein Mörder sein könnte.

Wobei so ganz stimmt das auch nicht: Im Grunde ist Captain Kirks Ermittlung recht unspannend. Er schreibt zwar so ziemlich jede im Roman vorkommende Person auf seine Verdächtigenliste, aber echte Motive kann er nicht zutage fördern. Als Leser ist man entweder auf die Auflösung durch die Autorin angewiesen, oder man folgt dem allerersten Verdachtsmoment, der meiner Meinung nach zwar nicht sehr gut verdeckt wird, aber durchaus überlesen werden könnte.

Bewertung: Als Kriminalgeschichte ist „Mord an der Vulkan-Akademie“ eine etwas öde Angelegenheit. Zudem gibt es eine romantische Nebenhandlung, die mich nicht sonderlich angesprochen hat. Punkten kann der Roman dennoch über die Schilderung der vulkanischen Kultur und des Planeten Vulkan und einige alternative Entwicklungen, die sich mit den späteren Serien und Filmen nicht mehr vereinbaren lassen, aber interessante Ideen beinhalten, wie die Charakterisierung von Sarek, das Schicksal von Amanda und die Macht der vulkanischen Telepathie. Unterm Strich kommt ein sehr durchschnittlicher Roman heraus, der Krimi-Fans nicht sehr zusagen wird, aber vielleicht Star Trek-Fans, die mehr über (ein alternatives) Vulkan und seine Bewohner herausfinden möchten. Von meiner Seite gibt es 3 von 6 Sterne für diesen Roman.

3stars

Die Screenshots stammen von trekcore.com.