Rezension: TOS – “Das Ende der Dämmerung”

Da mir Jerry Oltions Roman „Der Friedensstifter“ aus dem Jahr 1997 ziemlich gut gefiel, habe ich nun auch sein Erstlingswerk zur klassischen Star Trek-Serie nachgeholt. „Twilight’s End“ erschien bereits im Jahr 1996 und wurde 2014 vom Cross Cult-Verlag erstmals auf Deutsch veröffentlicht.

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Vor 500 Jahren mussten die Einwohner des Planeten Dumada nach einer selbstverschuldeten Katastrophe ihre Heimatwelt aufgeben. Die Überlebenden siedelten sich auf Rimillia an, einer Welt mit gebundener Rotation, deren eine Hemisphäre stets dem Licht der Sonne zugewandt ist. Bewohnbar ist nur ein schmaler Streifen im Zwielicht am Rande der Nachtseite. Doch nach 5 Jahrhundert haben es die Bewohner geschafft, auch die von vornherein arg limitierten Ressourcen ihrer neuen Heimat aufzubrauchen: Durch Verbauung infolge des Bevölkerungswachstums und gleichzeitiger Abholzung der Waldgebiete, nimmt der Sauerstoffgehalt in der Atmosphäre Rimillias stark ab, weshalb die neugewählte, progressive Regierung einen tollkühnen Plan umsetzen will: Tausende auf der Oberfläche verteilte Impulstriebwerke sollen den Planeten in Rotation versetzen, um neuen Lebensraum zu erschließen.

Ein tollkühnes Unterfangen, zu dem das Föderationsraumschiff Enterprise unter dem Kommando von Captain Kirk zur Unterstützung gerufen wird, nachdem der federführende rimillianische Ingenieur von Gegnern des Projekts entführt wurde. Kirk und sein Erster Offizier Spock nehme vom Orbit aus die Sensorsuche auf, während Ingenieur Scott versucht, den sabotierten Impulsantrieb-Steuerungscomputer zu reparieren. Die Zeit drängt, denn eine besondere Planetenkonstellation im binären Sonnensystem lässt nur ein sehr kurzes Zeitfenster offen, innerhalb dessen die Rotation in Gang gesetzt werden kann … was dennoch kein ungefährliches Unterfangen bleibt. Nicht nur auf dem Planeten gibt es eine Opposition gegen das Projekt, auch Doktor McCoy und Steuermann Sulu – seines Zeichens Hobby-Botaniker – suchen nach einer weniger extremen Rettung für den Planeten und versuchen herauszufinden, ob man die Bäume auf Rimillia genetisch verändern kann, um sie den harschen Umweltbedingungen in den vom bewohnbaren Streifen abgelegenen Gebieten des Planeten anzupassen.

Fazit: Uhura bekommt leider kaum etwas in diesem Roman zu tun, während es Jerry Oltion versteht, ansonsten die gesamte Kommandocrew gut zu beschäftigten. Immerhin manövriert er die Enterprise in eine Situation hinein, die in mehrfacher Hinsicht herausfordernd ist. Zum einen natürlich technisch, denn es geht vorrangig um die zeitgerechte Inbetriebnahme der planetaren Impulstriebwerke. Hier darf sich Scotty durchaus sympathisch wirsch zu der fremdartigen und auf ihn improvisiert wirkenden Technologie äußern. Aber auffallend ist, dass das in diesem Roman verwendete technische Vokabular stark von der „The Next Generation“-Ära beeinflusst ist. Das für TNG typische „Technobabble“ nimmt stellenweise etwas überhand und es wirkt einfach seltsam, wenn diese Begriffe von Scotty ausgesprochen werden.

Captain Kirk darf einerseits seinen Charme gegenüber dem (klarerweise) weiblichen Regierungsoberhaupt von Rimillia spielen lassen, während er auch als Diplomat zwischen den politischen Fraktionen auftreten muss. Und auch action-reich zur Tat schreiten darf der Captain, um den entführten Ingenieur zu retten. Dabei gerät er selbst in Gefangenschaft und wie auch in „Der Friedensstifter“ weist Autor Jerry Oltion einem bislang unbekannten Sicherheitsoffizier in diesem Abenteuer eine tragende Rolle zu. Wie schon bei dem sich ständig streitenden Ehepaar in „Der Friedensstifter“ wirkt aber auch dieser Charakter ziemlich künstlich in die Geschichte eingefügt. Der Mann hat ein derart abstruses Hobby, dass es gar nicht mehr witzig ist, dass gerade dieses zur Befreiung von Kirk und dem Ingenieur führt.

McCoy und Sulu bzw. Spock sorgen für den wissenschaftlichen Part und Chekov darf einige knifflige Flugmanöver ausführen. Also zu tun gibt es in diesem recht kurzen Roman für unsere Helden einiges. Aber der Funke mag nicht so recht überspringen. Anders als bei Oltions anderem Roman gibt es hier keine Figur à la Harry Mudd, die Dreh- und Angelpunkt der Story ist. Die von der Crew der Enterprise zu bewältigenden Aufgaben laufen ziemlich getrennt voneinander ab. Vielleicht wäre es hilfreich gewesen, einen klar definierten Kontrahenten zu haben, doch bis zum Schluss taucht niemand aus dem Schatten, auch wenn man den Gegnern des Rotationsprojekts schon einige Namen zuordnet. Es ist zwar interessant, dass es mit McCoy und Sulu auch unter der Enterprise-Crew Gegner des Projekts gibt, aber ehrlich gesagt kam mir deren Standpunkt von Anfang an recht kurzsichtig vor, denn eine Genmanipulation der Bäume von Rimillia würde nichts daran ändern, dass der wachsenden Bevölkerung der Platz im bewohnbaren Streifen ausgeht.

Bewertung: Obwohl ständig etwas los ist, konnte mich „Das Ende der Dämmerung“ nicht wirklich fesseln. Vielleicht war schon zu viel los, denn speziell gegen Ende hin kommt ein Problem nach dem anderen auf die Enterprise-Crew zu, die damit auch wenig Gelegenheit erhält, Charakter zu zeigen. Abgesehen von der erwähnten technischen Terminologie aus einer späteren Star Trek-Ära fand ich die bekannten Figuren zwar stimmlich gut getroffen, aber es gab nur wenige Szenen, in denen sich die Möglichkeit für sie ergab, auch typisch für ihren Charakter zu handeln. Es war mehr die Natur der Probleme selbst, die die Lösung vorgab. Im Endeffekt hätte „Das Ende der Dämmerung“ wohl auch problemlos ein „The Next Generation“-, oder „Voyager“-Roman sein können. Aber immerhin ist die Geschichte solide, die Herausforderung interessant und ein wenig klassische Star Trek-Abenteueratmosphäre ist durchaus vorhanden, weshalb ich dem Roman 3 Sterne verleihe.

3stars

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Rezension: VOY – „Architects of Infinity“

Kirsten Beyer ist momentan sehr beschäftigt, ist sie doch auch Teil des Drehbuchautorenteams der neuesten Star Trek-TV-Serie „Discovery„. Aus diesem Grund dauerte es auch zwei Jahre, ehe ihr neuer „Voyager“-Roman erschien und gerade dieser lange Zeitraum, der seit „A Pocket full of Lies“ vergangen ist, ist so ziemlich der größte Feind von „Architects of Infinity“.

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„Architects of Infinity“ beginnt mit einem Subraumfunk-Gespräch zwischen Admiral Janeway und ihrer Vorgesetzten im Sternenflotten-Hauptquartier, in dessen Rahmen nochmals die Ereignisse des vorangegangenen Romans zusammengefasst werden. Womöglich, weil die kommenden Ereignisse darauf aufbauen werden? Weit gefehlt: Nachdem die Sache an das Amt für Temporale Ermittlungen weitergegeben wurde, stellt sich diese dem Leser nochmals ausführlich dargelegte Zusammenfassung als bedeutungslos für „Architects of Infinity“ heraus. Stattdessen konzentriert sich die Handlung auf eine gemeinsame Forschungsmission der Full Circle-Flotte.

Seven of Nine spürt mit den Sensoren der Voyager auf einem unbewohnten Planeten mit der Bezeichnung DK-1116 ein neues Element auf, das scherzhaft den inoffiziellen Namen „Sevenofninonium“ erhält. Doch dieses neue Element ist nicht die einzige Auffälligkeit von DK-1116: Der unwirtliche Planet, der sich in einem binären Sonnensystem befindet und als einziger einen rätselhaften Kataklysmus überstanden hat, der alle weiteren Planeten des Systems vor langer Zeit in Asteroidengürtel verwandelte, weist tatsächlich einige bewohnbare Gebiete auf. Vor Tausenden von Jahren hat jemand eine Reihe von Kraftfeldkuppeln auf der Oberfläche des Planeten verteilt errichtet, unter denen atembare Atmosphären und verschiedene Ökosysteme konserviert wurden. Um die Technologie, die diese Kuppeln aufrecht erhält, sowie die vielfältige Flora zu untersuchen, schlägt Captain Chakotay Admiral Janeway vor, alle vier Schiffe der Full Circle-Flotte für diese Erkundungsmission und gemischte Außenteams einsetzen. Eine Art Forschungsurlaub mit Teambuilding-Komponente schwebt ihm vor und auch wenn Admiral Janeway von Umfang und Langfristigkeit dieser simpel erscheinenden Mission nicht unbedingt begeistert ist, sieht sie doch ein, dass den Besatzungen der vier Schiffen etwas Abwechslung gut tun würde.

Und so werden verschiedene Expertenteams zusammengestellt, die DK-1116s Kuppeln untersuchen. Den erstaunlichsten Fund macht dabei wenig überraschend jenes Team, das aus den leitenden Wissenschaftsoffizieren besteht. Unter der Wasseroberfläche eines Sees machen die vier Wissenschaftler eine ähnliche Entdeckung wie Seven of Nine und Ensign Aytar Gwyn bei einem Shuttle-Flug zum inneren Asteroidengürtel des Binärsystems: Weder der sonderbare Kataklysmus noch DK-1116 sind völlig natürlich entstanden!

Fazit: Da „A Pocket full of Lies“ eine abgeschlossene Geschichte erzählte, irritiert am Beginn von „Architects of Infinity“ die erstaunlich ausführliche Zusammenfassung der Geschehnisse des Vorgängerromans. Sie ist im Grunde unnötig und weckt eine falsche Erwartungshaltung an den Rest des Romans. Viel notwendiger wäre es meiner Meinung nach gewesen, die handelnden Personen früh einzuführen und zu beschreiben. Janeway, Chakotay, Paris, Torres, Seven, Kim u.s.w. benötigen für die Leser dieser Romanreihe klarerweise keine weitere Vorstellung mehr. Ebenso wenig die vordergründig agierenden neuen Besatzungsmitglieder wie Doktor Sharak und Chefingenieurin Nancy Conlon. Doch das Problem der gemischten Außenteams, die DK-1116 untersuchen, besteht darin, dass an ihnen auch sehr viele Offiziere der vier Schiffe teilnehmen, zu denen man als Leser bislang wenig Bezug hatte, die zumeist in zweiter Reihe standen oder noch gar nicht vorgekommen sind.

Ich rechne es der Autorin zwar hoch an, dass sie es sogar ganz direkt thematisiert, dass sich einige der Neuzugänge auf der Voyager nicht ganz wohl dabei fühlen, im Schatten so vieler Berühmtheiten zu stehen. Aber das bringt uns eigentlich nur Lieutenant Devi Patel näher, die Wissenschaftsoffizierin, die sich abgemeldet fühlt seitdem sich Seven of Nine der Flotte angeschlossen hat. Mit ihr kann man durchaus mitfiebern, aber bei zumindest zwei weiteren Mitgliedern des von ihr geführten Außenteams hatte ich mitunter sogar Probleme, mir ihr Geschlecht zu merken. Da wollte sich einfach vor meinem inneren Auge kein Bild manifestieren, das ich wann immer die Handlung an diesen Schauplatz zurückkehrte mit den Namen assoziieren konnte. Umso tragischer ist dies, da es sich bei diesem Schauplatz um den wichtigsten im Roman handelt.

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Nicht alle von ihnen dienen in der Full Circle-Flotte, aber wer von der ersten Reise der Voyager durch den Delta-Quadranten noch dabei ist, genießt einen Legendenstatus.

Abgesehen von der Erkundungsmission gibt es noch eine Reihe weiterer Handlungsstränge, die aber meistens nur persönliche Interaktionen betreffen und wenig bis nichts mit dem eigentlichen Rätsel, das DK-1116 umgibt, zu tun hat. Icheb kommt hierbei sehr sympathisch rüber und mir gefiel sogar, wie sein persönliches Problem mit jenem von Ensign Gwyn verknüpft wird, das wiederum gelöst wird, indem es mit dem Handlungsstrang rund um Nancy Conlons schwerer Erkrankung aus dem Roman zuvor verbunden wird. Also die Nebenhandlungsstränge hängen auf elegante Weise schön zusammen, tragen aber nichts zur Lösung des Rätsels bei. Ohne allzu viel zu verraten kann ich aber doch sagen, dass man als Leser sowieso ohne echte Auflösung zurückgelassen wird.

Des Rätsels Lösung wird wohl in einem der zukünftigen „Voyager“-Romane verpackt sein, auf den wir aufgrund von Kirsten Beyers Verpflichtungen im Autorenstab von „Discovery“ aber vermutlich noch eine Weile warten müssen. Ich habe wirklich nichts dagegen, wenn die Protagonisten eines Science-Fiction-Romans mit etwas konfrontiert werden, das zu verstehen sie (noch) nicht in der Lage sind. Das Weltall wäre ein langweiliger Ort, wenn wir dort nicht auf manch Wundersames und Unerklärliches treffen würden. Aber Kirsten Beyer bleibt für meinen Geschmack zu abstrakt. Sie verzichtet nämlich meiner Ansicht nach nicht nur auf die Erklärung eines Phänomens, sondern auch darauf zu erklären, warum es für die Protagonisten unerklärlich ist. Klar, der Anblick der sich ihnen am Schluss bietet, ist beeindruckend, atemberaubend. Aber Personen, die tagtäglich Replikatoren, Transporter und Traktorstrahlen bedienen wie wir Lichtschalter, sollten vielleicht nicht derart erstaunt sein.

Bewertung: Kirsten Beyers Romane sind nicht immer ganz treffsicher geschrieben. Manchmal verzettelt sie sich in zu detaillierten Erklärungsversuchen, die mehr Fragen aufwerfen als sie beantworten. Manchmal findet sie die perfekte Balance. Aber in „Architects of Infinity“ pendelt sie zum anderen Extrem und lässt ihre Protagonisten zum Showdown einfach nur staunen, was irgendwie völlig untypisch und konträr zu Beyers bisherigen Romanen wirkt. Aufgrund des offenen Endes (das übrigens einen gewaltigen Cliffhanger nachahmt, an den sich Leser von Peter Davids „New Frontier“ bestimmt noch erinnern), kann mit Erklärungsversuchen im nächsten Band gerechnet werden. Wahrscheinlich aber erneut erst in zwei Jahren und ich hoffe, dass dort weniger Charaktere im Vordergrund stehen und die wenigen dann dafür etwas erinnerungswürdiger dargestellt werden. (Meine Entschuldigung schon jetzt an Elkins, Benoit, Omar, Vincent, Jepel, Roach und einige weitere: Ich werde mich in zwei Jahren nicht mehr an euch erinnern können.)

Vielleicht hat man als Leser von „Architects of Infinity“ mehr Freude mit dem Roman, wenn man von Anfang an erst gar nicht versucht, sich die vielen Protagonisten merken zu wollen und ihnen einfach von einer Situation zur nächsten folgt. Dann bekommt man wenigstens einen unterhaltsamen Abenteuerroman serviert, dem ich zwar 3 von 6 Sterne gebe, der aber an einer Ausgangssituation leidet, die zu viele Charaktere in zu kurzer Zeit zusammenführt.

3stars

Rezension: Comic – Star Trek Discovery – Annual 2018

Zur jüngsten Star Trek-Serie „Discovery“, die im vergangenen Herbst startete, existieren bereits zwei laufende Comic-Miniserien. Um auch Geschichten außerhalb dieser Mehrteiler erzählen zu können, bedient sich der Verlag IDW dem Mittel des sogenannten „Annuals“. Diese einmal jährlich geplante Veröffentlichung beschränkt sich auf eine abgeschlossene Geschichte mit einer Länge von ungefähr zwei regulären Comic-Ausgaben. Discoverys „Annual 2018“ erzählt hierbei ein Prequel zur TV-Serie und konzentriert sich dabei ganz auf Paul Stamets und seine Forschung, die schließlich zur Entwicklung des Sporen-Antriebs der U.S.S. Discovery führen sollte.

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Mit dieser Einleitung ist die Geschichte auch schon gut zusammengefasst. Der Comic erzählt chronologisch die über mehrere Jahre stattfindende Entwicklung hin zur Ausgangssituation, wie man sie dann ab Folge 3 der TV-Serie sieht. Alles beginnt mit einem ungewöhnlichen Fund, den ein Außenteam der U.S.S. Somerville in einem Asteroidenfeld macht: Prototaxites Stellaviatori – kurz „Stella“ genannt – ist eine ungewöhnliche Pilzart, die dem zivilen Mykologen-Team bestehend aus Paul Stamets und Justin Straal zur weiteren Erforschung übergeben wird. Eigentlich mit einem langjährigen Terraforming-Projekt ausgelastet, gewinnt „Stella“ den Großteil ihrer Aufmerksamkeit, als die beiden Forscher Hinweise auf ein unsichtbares Sporennetzwerk entdecken, das auch räumlich getrennte Exemplare dieses Pilzes verbindet. Rasch wird ihnen klar, dass dies die Grundlage für eine neues Transportsystem sein könnte. Ihre Hypothese wird auf einem Mykologen-Kongress von ihren Kollegen eher belächelt, doch die Sternenflotten-Physiker werden auf Stamets und Straals Arbeit aufmerksam …

Fazit: Das „Annual 2018“ ist im Grunde einer Chronik. Die wichtigsten Ereignisse in Bezug auf Stamets und seine Forschung in den Jahren bevor die TV-Serie ansetzt werden erzählt, wobei es dazwischen immer wieder zu großen Zeitsprüngen kommt. Insgesamt wird wohl ein Zeitraum von rund 4 Jahren abgedeckt.

 

Dabei ist die Geschichte gleichermaßen handlungs- wie auch charakterorientiert. Ja, man erfährt viel über das Sporennetzwerk und sein Potenzial (aber nicht unbedingt mehr als in der Serie, aber in Form dieser Geschichte schön kompakt zusammengefasst) und wie Stamets und Straal Fortschritte machen. Aus einer Theorie wird langsam eine praktische Anwendung und zugleich geht nebenbei Straals Ehe in die Brüche (wie auch seine Beteiligung am Terraforming-Projekt) während Stamets das Interesse der Sternenflotte misstrauisch macht, er aber zugleich eine Beziehung mit einem gewissen Sternenflotten-Mediziner eingeht.

Nach einer Staffel „Discovery“ bin ich mit den Charakteren noch nicht sonderlich warm geworden, aber am sympathischsten fand ich gewiss Stamets und seinen Freund Hugh Culber (und auch Kadett Tilly, die ebenfalls einen kurzen Auftritt im Comic absolviert). Wie dieses Pärchen zusammenfindet erzählt dieser Comic, wenngleich ihre persönlichen Begegnungen sehr kurz sind. Über Jahre hinweg scheinen sie nur eine Freundschaft über Subraumfunk zu pflegen. Culbers Rolle im „Annual 2018“ ist also etwas gering, dennoch denke ich, dass die Charaktere gut getroffen sind. Und das konnte man auch durchaus erwarten, denn verfasst wurde die Geschichte nicht nur von IDWs langjährigem Star Trek-Autor Mike Johnson, sondern auch von Kirsten Beyer, die schon mehrerer Voyager-Romane geschrieben hat und auch im Team der Drehbuchautoren von „Star Trek Discovery“ sitzt.

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Die erste Begegnung von Stamets und Culber.

Die visuelle Umsetzung stammt von Angel Hernandez, der erst seit kurzer Zeit für Star Trek-Comics den Zeichenstift schwing. Erst vor wenigen Wochen habe ich mit „Boldly go #16“ eines seiner Werke rezensiert. Auch diesmal gefiel mir der Detailgrad der Zeichnungen sehr, der durchaus an Tony Shasteen erinnert und diesmal auch in „Nahaufnahmen“ toll aussieht. Ich denke, Kolorist Mark Roberts hat diesmal generell die Schatten auf den Gesichtern der Charaktere anders betont. So eine Kleinigkeit macht gleich einen deutlichen Unterschied aus. Die Arbeit von Hernandez und Roberts ist jedenfalls toll gelungen. (Vielleicht mit Ausnahme von Captain Lorca, der in diesem Comic nicht sehr viel Ähnlichkeit mit seinem Darsteller Jason Isaacs aufweist.)

Interessant ist, dass sich zwei Designs aus der Kelvin-Zeitlinie der neuen Kinofilme eingeschlichen haben (ein Shuttle und einer Sternenbasis). Am Beginn neuer Comic-Reihen bedienen sich die Zeichner mangels ausreichendem Referenzmaterial gerne bei vorangegangenen Produktionen (was auch bei der „Ongoing“-Reihe anfangs sehr auffällig war), hier fällt es aber nicht sonderlich ins Gewicht. Einerseits, da die Kelvin-Zeitlinie sowieso eine Abzweigung des Prime-Universums darstellt und anderseits, weil „Discovery“ es mit dem Prime-Universum-Design der TOS-Ära sowieso nicht sehr genau nimmt. 😉

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Bekannte Designs aus dem 11. Kinofilm „Star Trek„.

Bewertung: Die Geschichte wird episodenhaft erzählt, aber die verstreichenden Zeiträume dazwischen fallen gar nicht besonders auf, weshalb der Band eine Geschichte erzählt, der man von Anfang bis Ende gerne folgt und die Entwicklung der wissenschaftlichen Erkenntnisse als auch private Beziehungen der Protagonisten gleichermaßen beleuchtet werden. Allerdings muss man auch sagen, dass sich der Comic wirklich auf Ereignisse beschränkt, deren Ausgang mit dem Vorwissen aus der TV-Serie vorhersehbar sind. Die größten Überraschungen liefern eigentlich schon die ersten drei oder vier Seiten, danach ist es ein unterhaltsames aber doch vorhersehbares Voranarbeiten bis hin zum Status Quo kurz vor der 3. Folge der TV-Serie. Obwohl der Comic an keiner Stelle langatmig war, kann ich daher trotzdem „nur“ solide 4 von 6 Sterne vergeben. Die Geschichte hätte gerne etwas ausschweifen und mehr Unerwartetes einführen dürfen. Gerade im Rahmen eines für sich stehenden „Annual“-Bandes hätte sich etwas in der Art angeboten.

4stars

Rezension: ETP – „Rise of the Federation: Patterns of Interference“

In seinem mittlerweile fünften Roman, der die Ereignisse der Serie „Enterprise“ fortführt, stellt Autor Christopher L. Bennett einmal mehr unter Beweis, dass er ein gutes Händchen für die ehemalige Crew des Raumschiffes Enterprise hat und langfristig aufgebaute Handlungsstränge erfolgreich aufrechterhalten und hier nun zu einem zwischenzeitlichen Höhepunkt verknüpfen kann.

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Bennetts erster „Enterprise“-Roman war noch 2162 angesiedelt – rund ein Jahr nach der Gründung der Vereinigten Föderation der Planeten – und seither hat er mit jedem Roman den steinigen Weg dieser Organisation in ihren Anfangsjahren konsequent weitergeführt. Hinter vielen Problemen der Föderationen standen dabei vor allem zwei Drahtzieher, die ständig ihre Finger im Spiel zu haben schienen: Zum einen das Orion-Syndikat, das von den ruchlosen Drei Schwestern angeführt wird. Und zum anderen Sektion 31, eine illegale Geheimdienstgruppe, die ihre eigenen Vorstellungen davon hat, was gut für die Menschen und ihre engsten Verbündeten ist.

Der Großteil der Handlung von „Patterns of Interference“ ist nun Anfang 2166 angesiedelt. Gerade während einer Zeit, als Admiral Archer nach dem verheerenden „Ware“-Zwischenfall („Live by the Code„) für die Installierung einer Nichteinmischungs-Direktive eintritt, treffen Nachrichten vom Planeten Sauria ein: Der diktatorische Machthaber Maltuvis (der insgeheim von den Orionern unterstützt wird) begeht ein schreckliches Massaker an der Zivilbevölkerung und die Föderation – die jahrelang von Maltuvis Dilithium kaufte und so indirekt seinen erfolgreichen Eroberungsfeldzug gegen die anderen Staaten auf Sauria finanzierte – sieht sich gezwungen, dezent aber doch einzugreifen, um einen Fehler der Vergangenheit wiedergutzumachen. Ein Einsatzteam von der U.S.S. Essex wird nach Sauria entsandt, um zusammen mit dem in den Untergrund getriebenen Rest der einstigen saurianischen Weltregierung einen Sabotageakt gegen eine von Maltuvis Schiffswerften auszuführen.

Doch genau damit haben die Orioner gerechnet, als sie Maltuvis zu dem Massaker überredet haben. Sie planen, den Sabotageakt der Föderation selbst zu sabotieren und ihr die Schuld am Tod von Millionen saurianischen Zivilisten in die Schuhe zu schieben. Damit will das Orion-Syndikat bewirken, dass Archers angedachte Nichteinmischungs-Direktive derart scharf beschlossen wird, dass sich die Föderation damit selbst in die Isolation treibt und das Syndikat weiter ungestört seinen zwielichtigen Geschäften nachgehen kann.

Sektion 31 bekommt zwar Wind von dieser Absicht, doch deren Anführer – Agent Harris – ist durchaus ein Befürworter einer eher passiv ausgerichteten Föderation und will lieber die Hände in den Schoss legen und die sich anbahnende Katastrophe geschehen lassen, anstatt die Föderation zu warnen. Der Tropfen, der für Commander Charles Tucker – der seit Ausbruch des Romulanischen Krieges vor rund zehn Jahren als Geheimagent für Sektion 31 gearbeitet hat – das Fass zum Überlaufen bringt. Er konspiriert mit Archer, T’Pol und Reed, um nicht nur die Pläne der Orioner zu vereiteln, sondern ebenfalls um Sektion 31 endgültig auffliegen zu lassen. Dafür muss er jedoch nach Sauria und mit der orionischen Agentin Devna, von der er weiß, dass ihre Loyalität zu den Drei Schwestern nicht uneingeschränkt ist, eine gefährliche Allianz eingehen …

Fazit: Meine Zusammenfassung bezieht sich nur auf den Haupthandlungsstrang des Romans, aber wie in allen seinen vorangegangenen „Enterprise“-Romanen bekommen bei Christopher L. Bennett auch die Crews der Endeavour rund um T’Pol und Hoshi Sato und der Pioneer unter Malcolm Reed und Travis Mayweather etwas zu tun. So erforscht die Endeavour zusammen mit einer etwas widerspenstigen Frachter-Crew einen fremden Planeten, der ausschließlich von pflanzlichen Lebewesen bewohnt ist und auf dem nicht nur ein exotisches Ambiente herrscht, sondern auch Hoshi Sato vor eine sehr persönliche Herausforderung gestellt wird. Die Crew der Pioneer hält sich hingegen die meiste Zeit im Raumdock auf, wodurch sich überraschenderweise für Malcolm Reed die Gelegenheit ergibt, einer Kollegin äußerst nahe zu kommen.

Doch diese Nebenhandlungen müssen sich in „Patterns of Interference“ klar dem orionischen Komplott rund um den Anschlag auf Sauria unterordnen. Die heikle politische Situation und Rolle der Föderation zusammen mit einer klassischen Agentenstory rund um Verrat und Täuschung ist von Anfang bis Ende enorm spannend. Bennett versteht es, die Handlung trotz der Komplexität, die durch die vielen beteiligten Parteien und Interessen entsteht, zügig und temporeich voranzutreiben. Bennett ist bekannt dafür, sehr detailverliebt zu schreiben, was manchmal ausufert. Diesmal hat er dies meinem Empfinden nach ein wenig zurückgeschraubt bzw. auf Nebenhandlungen ausgelagert, was für das Erzähltempo und die Spannung aber absolut von Vorteil ist.

Ebenfalls hervorragend und für Kenner der Materie äußerst unterhaltsam sind die kleinen Anspielungen auf andere Star Trek-Inkarnationen, mit denen Bennet die „Enterprise“-Ära mit den anderen Serien und Filmen verknüpft. So erklärt er ganz nebenbei die Uniformen der U.S.S. Franklin aus „Star Trek Beyond“ und unterstreicht, dass es sich bei der orionischen Agentin Devna um jene Orionerin handelt, die wir auch in der Star Trek-Zeichentrickserie in der Folge „Die Zeitfalle“ sehen. Und sogar das sogenannte „Ringschiff“, das Matt Jeffries einst entwarf und von dem Zeichnungen und Modelle seit dem ersten Kinofilm so manche Sets der Serien und Filme dekorierte, wird zu einem Schauplatz in diesem Roman.

Obwohl mir „Patterns of Interference“ wirklich hervorragend gefallen hat, gibt es aber doch noch ein paar Kritikpunkte, von denen zwei direkt an Admiral Archers Assistenten Captain Williams festzumachen sind. Zum einen gibt es da ein paar eher schmalzige und langatmige Passagen mit ihm, seiner Tochter und seinem Schwiegersohn in spe Samuel Abraham Kirk. Diese Szenen sollen am Ende einen ziemlich plötzlichen Sinneswandel erklären, der für mich aber trotzdem wie aus dem Hut gezaubert wirkt und für Admiral Archer etwas zu praktisch ausfällt. (Aber das sei dem Admiral gegönnt, denn Archer ist in diesem Roman ansonsten nicht gerade vom Glück verfolgt und muss sich zudem in einer sehr traurigen Passage endgültig von einem langjährigen Weggefährten verabschieden.)

Und dann wäre da natürlich wieder einmal der Ballast, den Bennett vom Autorenduo Mangels & Martin geerbt hat. Wieder einmal versucht sich Bennett daran, die Absurdität, die Tuckers Weiterarbeit für Sektion 31 nach dem Ende des Romulanischen Krieges umgibt, zu plausibilisieren, was aber auch nur halb funktioniert bzw. Bennett ebenfalls wie eine nachträgliche Interpretation gegen Ende des Romans unterbringt.

Bewertung: Zusammengefasst ist „Patterns of Interference“ eine wirklich tolle Agentenstory mit komplexer Ausgangssituation, die sehr viel Unsicherheit für die Protagonisten beinhaltet, was die Spannung konstant hoch hält. Dass sich der Fokus hin und wieder auf andere Schauplätze und weniger dramatische Ereignisse verlagert, ist aber auch kein Nachteil, denn dies sorgt für einige Entlastungsmomente, die auch mal gut tun. Mal abgesehen von den bereits erwähnten Schwächen entpuppte sich „Patterns of Interference“ als tolles Lesevergnügen, was auch auf die „Rise of the Federation“-Reihe von Christopher L. Bennett als Gesamtes bisher zutrifft und die ich allen Fans der Serie „Enterprise“ wärmstens an Herz legen möchte. Der fünfte Roman der Reihe toppt die Vorgänger nochmal und so gebe ich erstmals – wenn auch nur knapp – die Höchstnote für diese Romanreihe: 6 von 6 Sterne!

6stars

Rezension: “Star Trek TNG – Light-and-Sound Tricorder“

Der Verlag „Running Press“ bringt rund alle zwei Jahre jeweils ein Paar Miniaturen inklusive Begleitbüchlein zum Thema „Star Trek“ heraus. Nachdem bislang die Ära der klassischen Serie bedient wurde, veröffentlicht „Running Press“ im Jahr 2018 in ihrer dritten „Star Trek“-Tranche erstmals ein Raumschiff und einen Ausrüstungsgegenstand aus der Serie „The Next Generation“.

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Die beleuchteten Raumschiffminiaturen von „Running Press“ waren für mich schon immer interessant, denn für recht schmales Geld bekommt man hier schöne Deko-Stücke. Die Ausrüstungsgegenstände sind da schon ein anderes Thema: Obwohl ebenfalls für unter 10 Euro erhältlich, finde ich z.B. den Pistolen-förmige Phaser aus der klassischen Serie als Miniatur uninteressant, da er viel zu klein ist, um wie das Originalrequisit gehalten werden zu können. Anderseits fiel der klassische Kommunikator wiederum lediglich um rund 20 % kleiner als das Original aus und lässt sich sehr schön halten und ist eingeschränkt durchaus Cosplay-tauglich. Gleiches erhoffte ich mir vom Tricoder aus „The Next Generation“, zumal der zusammengeklappte Tricorder im Original nur wenig größer ist als es die einheitlich großen Schachteln der „Deluxe Mega Kits“ sind und „Running Press“ in der Vergangenheit die Schachteln gut ausgefüllt hat.

Dies ist beim Tricorder leider nicht der Fall. Mit einer Breite von 6 cm hat „Running Press“ bei diesem Ausrüstungsgegenstand locker einen Zentimeter liegen gelassen, weshalb der Tricorder statt lediglich 20 % eher 35 % kleiner als das Original ausfällt. Das 50seitige Mini-Buch sowie die Aufkleber, die selbst anzubringen sind, hätten auch noch Platz gehabt, hätte die Miniatur die Breite der Schachtel ausgefüllt.

Dennoch muss ich festhalten, dass es sich trotz Kleinformat um einen handlichen Gegenstand handelt. In seiner aufgeklappten Form hat der Tricorder eine Höhe von 12,5 cm und liegt gut in der Hand. Für Außenstehende mag er in der Hand verschwinden, aber für den Anwender selbst, entfaltet das kleine Gerät seine Magie, wenn man es aufklappt und es sofort beginnt loszuzwitschern zu zu blinken. Dies war ein Manko des TOS-Kommunikators: Das Aufklappen hat nichts bewirkt, man musste erst die Tasten drücken, damit er einen von zwei Tönen von sich gab. In Sachen Soundkulisse ist der Tricorder wiederum etwas reduzierter, er kann nur einen 20sekündigen Scanner-Sound von sich geben. Es wäre ganz nett gewesen, hätte er noch eine Taste für einen kurzen Piep-Ton verpasst bekommen, den man selbst noch zwischendurch einstreuen könnte.

Interessantes: Diese Miniatur basiert auf jener Requisite, die in den ersten beiden Staffel von „The Next Generation“ Verwendung fand. Dieses Modell wies einige Unterschiede zu den späteren Tricorder-Requisiten auf. Die Miniatur berücksichtigt sowohl die etwas rundere Gehäuseform, das blaue Display, die dargestellte Grafik wie auch den Scanner an der Stirnseite (der bei der Miniatur aber nicht entnehmbar ist).

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Ein mitgenommen aussehender Tricorder in der Staffel 2-Folge „Die Iconia-Sonden“.

Wie schon im Rahmen meiner Rezension des „Running Press“-Kommunikators möchte ich auch den Tricorder mit einer anderen Nachbildung dieses Ausrüstungsgegenstands vergleichen. Jedoch besaß ich bislang keinen Standard-Tricorder der TNG-Ära, weshalb ich die neue Miniatur für die folgenden Fotos neben den medizinischen Tricorder von „Playmates“ gelegt habe. Aufgrund des Aufsatzes für den medizinischen Scanner wirkt das Spielzeug von „Playmates“ (das vermutlich der Größe der Originalrequisite ziemlich gut entspricht) ein ganzes Stück größer und lässt die „Running Press“-Version nochmal deutlich kleiner aussehen.

Im Gegensatz zum „Running Press“-Modell wird der „Playmates“-Tricorder nicht von drei Knopfzellen, sondern von zwei AA-Batterien betrieben. Sein Leistungsumfang ist dabei aber gar nicht so viel größer. Er verfügt sogar über zwei Ein- und Ausschalter (einen versteckte und einen offensichtlichen), die das Display anschalten und es ermöglichen, per Tastendruck drei unterschiedliche, ca. 3 bis 5 Sekunden lange Töne abzuspielen. Das war’s dann auch schon mit der Elektronik, die soweit mir bekannt beim Standard-Tricorder von „Playmates“ ident ist. Abgesehen von der Größe schneidet die Miniatur von „Running Press“ also gar nicht schlecht ab. Ich würde sogar soweit gehen und behaupten, dass die Sound- und Lichteffekte bei der Miniatur deutlicher dynamischer rüberkommen.

Und was den Preis angeht, ist „Running Press“ sowieso kaum zu schlagen. Für 10 Euro bekommt man zwar etwas nur kleines, aber doch sehr feines, während man für einen TNG-Tricorder in Originalgröße heutzutage das Zehnfache zahlen muss. (Im Gegensatz zu den ikonischen Requisiten der TOS-Ära sind jene aus TNG bei weitem nicht so oft und von so vielen Herstellern aufgelegt worden.)

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Diese vier „Deluxe Mega Kits“ habe ich mir bis jetzt angeschafft.

Fällt der Tricorder etwas kleiner aus als erwartet, so ist das Begleitbüchlein im Format 6,5 x 7,5 cm mit 50 Seiten sogar etwas dicker als gewöhnlich. Autor Chip Carter erläutert alles Wissenswerte über den Tricorder, von der klassischen Serie über „The Next Generation“ bis hin zu den danach spielenden Serien. Die Herkunft technischer Angaben verschweigt Carter wieder einmal. Da sie in den TV-Serien nie derart detailliert genannt wurden, dürften sie aus dem an einer Stelle im Büchlein erwähnten Technischen Handbuch von Mike Okuda und einem für Darstellerin Gates McFadden (Beverly Crusher) erstellten Benutzer-Guide von Rick Sternbach stammen. Jedenfalls war es interessant zu sehen, welche fiktiven Funktionen sich hinter den vielen Abkürzungen und Begriffen verbergen, die auf oder neben der Tasten und Blinklichter des Tricorders stehen.

Chip Carters Text beinhaltet diesmal nichts Kontroverses oder Widersprüchliches, weshalb das Büchlein als kurze begleitende Lektüre zur Tricorder-Miniatur absolut empfehlenswert ist. Sogar der Großteil der verwendeten Bilder passt einigermaßen gut zum Text.

Bewertung: Manche wollen es vielleicht nicht hören, aber ja, es kommt auch auf die Größe an. 😀 Dass der Tricorder hier nicht ganz mit dem TOS-Kommunikator von „Running Press“ mithalten kann, ist wirklich schade, denn eine Miniatur in 80 % der Originalgröße wäre locker im Rahmen der „Deluxe Mini Kit“-Reihe möglich gewesen.

Und dennoch gebe ich dem Tricorder gute 4 von 6 Sterne. Für Cosplay-Anwendung ist er vielleicht doch eine Spur zu klein geraten, aber das ist für mich selbst nicht unbedingt ein Kriterium. Alles in allem ist es eine nette Nachahmung eines TNG-Requisits, mit detaillierten Aufklebern und einer hübschen Licht- und Sound-Show zu einem unschlagbaren Preis. (Die in meiner Rezension erwähnten 10 Euro sind grober ein Richtpreis, ich selbst habe den Tricorder für 7,50 Euro ergattert.)

4stars

Anmerkungen: 

611VpnsisGLDie zweite Miniatur, die „Running Press“ in diesem Jahr veröffentlicht, ist der Borg-Kubus, der ebenfalls mit Licht- und Soundeffekten ausgestattet ist. Ich weiß noch nicht, ob ich ihn mir anschaffen werde. Falls er nicht (wie z.B. die U.S.S. Enterprise) zum Zusammenbauen ist, hat ein Kubus nicht gerade das ideale Format für eine „Deluxe Mini Kit“-Schachtel.

„Mini Kits“ wie zu „Star Trek“ bringt „Running Press“ auch zu vielen anderen Franchises heraus. Von „Batman“, über „Harry Potter“ bis hin zu „Game of Thrones“.

616hBkWnsjLUnd auch zu „Alien“ erschien bereits eine Miniatur, die ich im vergangenen Jahr einem Freund zum Geburtstag geschenkt habe. Ich selbst bin kein Fan des „Alien“-Franchise, aber ich muss schon sagen, dass ich diese kleine „Alien-Büste“ wirklich toll fand! Eine große Empfehlung für alle Fans dieses Monsters, denn die Büste füllt die Schachtel wirklich gut, ist erstaunlich groß und der gruselige Effekt wird über einen sehr gut im Design versteckten Schalter ausgelöst.

 

 

Rezension: Comic – Boldly go #18 „I.D.I.C. Part 6“

Das Grande Finale der „I.D.I.C.“-Miniserie und der „Boldly go“-Reihe (und zumindest vorläufig der Kelvin-Universum-Comics) ist erreicht! Doch bereits die vorangegangene Ausgabe hat offenbart, was hinter den sich multiversial überschneidenden Abenteuern verschiedener Varianten der Enterprise-Crew steckt, weshalb auch dieses Review wieder Spoiler zu den früheren Ereignissen der Miniserie enthält.

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In Ausgabe #17 erfuhren wir, dass sich Gary Mitchell nach seinem durch Kirk herbeigeführten Tod in „Ongoing“-Ausgabe #1 zu einem allmächtigen Wesen entwickelt hat und er nun mit seinem einstigen Freund groß abzurechnen gedenkt. Zuerst indem er unendlich viele Versionen von Kirk mit No-Win-Szenarien konfrontierte, was aber nur ein Vorspiel zur völligen Ausrottung aller Kirks im Multiversum darstellen soll. So will er jenen Charakter ausmerzen, der ihm seine einzige Niederlage zugefügt hat.

Doch während Mitchell dafür gesorgt hat, dass Kirks typische Charaktereigenschaften zu dessen Scheitern in den No-Win-Szenarien führte, lässt Mitchell in seiner Selbstüberschätzung zu, dass Kirk ihn auf Augenhöhe herausfordert. Und so überträgt Mitchell einen Teil seiner Kräfte an seinen Widersacher. An einem Schachbrett, das symbolhaft für die Vorgänge in den No-Win-Szenarien steht, versucht Kirk daraufhin mit geschickten Zügen das Blatt zu wenden, indem er beispielsweise seinen McCoy von einem Szenario ins andere transferiert, wo dieser einer bereits tot geglaubten Kirk-Version das Leben rettet. Ähnliche Schachzüge scheinen die Zerstörung oder die Unterwerfung von Planeten durch böse Kräfte aufzuhalten. Doch Mitchell war Kirk im Schach schon immer überlegen …

Fazit: Am Finale überraschte mich besonders, dass nochmals auf die Ereignisse in den drei Universen Bezug genommen wurde, die in Teil 4 von „I.D.I.C.“ einen tragischen Ausgang für drei der Kirks genommen haben. Dies lässt die Miniserie am Schluss nochmals sehr rund erscheinen … und führt den Leser und vor allem Gary Mitchell auf eine falsche Fährte.

Über den Ausgang der Geschichte will ich an dieser Stelle keine Details verraten, nur so viel dass es mich sehr zu überraschen vermochte, wie Kirk hier mit unendlich vielen No-Win-Szenarien umgeht und welchen Schluss er daraus zieht, mit dem er schließlich die Oberhand gewinnt. Sein Einsatz ist dann doch etwas hoch, muss ich sagen. Meiner Meinung nach lag in seiner Lösung doch sehr viel Ungewissheit. Anderseits galt dies auch für das tolle Finale von „The Next Generation“, an das ich mich am Schluss des Comics durchaus erinnert fühlte. Wie dort erfolgt eine gewisse Art von Aussöhnung zwischen einem übermächtigen Wesen und einem Sternenflotten-Captain und wie Picard erhielt auch Kirk während dieses Abenteuers einen kleinen Einblick in andere Möglichkeiten der Existenz.

Für das Finale holte sich Autor Mike Johnson erstmals im Rahmen der Miniserie Unterstützung durch Co-Autor Ryan Parrot. Alles in allem kommt die 6-teilige Story aber wie erwähnt trotz so vieler Charaktere aus den unterschiedlichsten Universen sehr rund rüber. Etwas erstaunlich ist jedoch, dass gerade im letzten Teil von „I.D.I.C.“ mit Josh Hood jener Zeichner zum Zuge kam, der bereits Teil 1 illustriert hatte. Bislang war man hier dem vulkanischen Prinzip der „unendlichen Mannigfaltigkeit in unendlichen Kombinationen“ gefolgt. Schon in Teil 1 wussten Hoods Zeichnungen zu gefallen und ich finde, dass er diesmal auch Kirk besser getroffen hat. Ebenfalls sehr gut getroffen hat er den Freizeitraum der Enterprise, in dem Kirk und Mitchell in „Ongoing #1“ Schach gespielt haben. Dazu bot sich Hood die Möglichkeit, einige sehr spektakuläre Panels zu zeichnen. Ein Fehler bei der Kolorierung durch Jason Lewis ist mir aufgefallen: eine der weiblichen Spock-Varianten ist Captain und trug bislang eine goldene Kommandouniform. Lewis zeichnete die Uniform jedoch blau. (Lewis arbeitete wie Hood bislang nur an Teil 1 der Miniserie, wo am Schluss ein anderer weiblicher Spock-Charakter auftrat, der noch Erster Offizier war. Dies könnte eine Erklärung für diesen kleinen Fehler sein.)

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Das vulkanische „Shuttle“ ist natürlich klar inspiriert von der Surak-Klasse aus der Serie „Enterprise“, einem meiner Lieblings-Schiffsdesigns.

Bewertung: Das „I.D.I.C.“-Finale hat mich etwas auf dem falschen Fuße erwischt. Ich hatte erwartet, dass sich Kirk und Mitchell von Panel zu Panel in anderen Zeitlinien und Universen wiederfinden und nur dort Vorhandenes nutzen, um sich irgendwie auszutricksen und ihre Pläne zu unterbinden. Dies geschieht zwar durchaus, aber doch in deutlich anderer Form. Aber dass die beiden metaphorisch über einem Schachbrett brüten und wir vorrangig nur die drei Universen mitbekommen, die bislang im Mittelpunkt standen, war wahrscheinlich der Überschaubarkeit halber sogar eine recht vernünftige Reduzierung. Auch wenn die Geschichte dadurch nicht mit einem so großen, fantasievollen Spektakel endet, wie ich es mir vorgestellt hätte. Dafür ist die letzte Seite ein bittersüßer Rückblick in ein anderes Universum und dem Abschluss einer Comic-Reihe würdig. Da ich aber doch ein bisschen „mehr“ erwartet hätte, gebe ich Teil 6 von „I.D.I.C.“ und auch der Miniserie als Gesamtes 5 von maximal 6 erreichbaren Sternen.

5stars

Anmerkungen: 

ST_BoldlyGo18-coverBMit Ausgabe #18 endet die „Boldly go“-Reihe, in der es um die Abenteuer der Enterprise-Crew vor der Indienststellung der NCC-1701-A ging. Ein alternatives Cover zu dieser Ausgabe zeigt Kirk, Spock und Uhura, wie sie die Fertigstellung ihres neuen Schiffes beobachten (das auf diesem Cover übrigens fälschlicherweise von der ursprünglichen Enterprise gedoubelt wird und auf Kirks PADD ist ebenfalls die stilisierte Silhouette der erste Kelvin-Enterprise nach dem Refit vor „Beyond“ zu sehen.)

Bis die Pläne für einen Fortsetzung des Kelvin-Universums auf der Leinwand konkreter werden, pausiert der Verlag IDW vorerst mit weiteren Comics zu dieser Zeitlinie. Es gibt aber noch ein paar Ausgaben von „Ongoing“, die ich noch nicht gelesen habe wie auch die Miniserie „Manifest Destiny“, die 2016 einen eigenen „Countdown“-Comic zu „Beyond“ ersetzte. Diese Geschichte werde ich im Lauf der Zeit hoffentlich nachholen und hier an dieser Stelle rezensieren können.

Rezension: „Star Trek – Wo bisher noch niemand gewesen ist – Eine Chronik in Bildern “

Ich habe mich kürzlich im Auftrag eines Freundes auf die Suche nach einem antiquarischen Exemplar des „Star Trek Sternen-Atlas“ begeben und wurde zum Glück zu einem halbwegs verschmerzbaren Preis fündig. Da der Händler auch weitere – und wesentlich günstigere – Sachbücher zum Thema „Star Trek“ hatte, habe ich die Gelegenheit genützt und für mich selbst „Eine Chronik in Bildern“ mitbestellt.

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Dieses Buch war bislang an mir vorübergegangen, aber mit einem Erscheinungsdatum im Jahr 1994 (deutsche Veröffentlichung im Heyne-Verlag 1995), ist es auch nicht gerade die aktuellste Quelle an Infos und dies sollte man im Hinterkopf behalten, wenn man dieses Buch liest bzw. durchblättert. Denn zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung existierten gerade einmal die klassische Serie, die Zeichentrickserie, „The Next Generation“ und zwei Staffeln von „Deep Space Nine“ sowie 6 Kinofilme. Das Vorwort von William Shatner nimmt sogar direkt Bezug auf die laufenden Dreharbeiten zum 7. Film „Treffen der Generationen“.

Der Untertitel „Eine Chronik in Bildern“ beschreibt dieses Buch sehr gut, wenn auch nicht vollends. Ja, dieses etwas mehr als 200 Seiten dicke Hardcover-Buch funktioniert als Bildband mit Hunderten Fotos – viele davon hochauflösend und vollflächig abgedruckt – sehr gut. Die Bilder begleiten aber nicht nur einen Text, der den Leser chronologisch durch die Erschaffung der bis dahin existierenden Filme und Serien führt, sondern auch Artikel aus anderen Quellen – vermutlich aus Magazinen, auch wenn die Herkunft auch im Impressum unklar bleibt.

Zu den Fotos sei gesagt, dass die meisten von ihnen dem geneigten Star Trek-Fan, der beispielsweise die Galerien auf trekcore.com durchstöbert, bereits bekannt sein dürften. Es handelt sich um diverse Publicity-Fotos, aufgenommen während und rund um die Dreharbeiten oder im Rahmen von Shootings explizit für Pressematerial. Und auch wenn viele dieser Fotos seit Anbruch des Internet-Zeitalters bereits online zirkulieren, haben viele von ihnen doch immer noch ihren Ursprung aus diesem Buch. Dem Umschlagtext, dass viele Bilder hierin erstmals veröffentlicht wurden, glaube ich sofort.

Mit sehr wenigen Ausnahmen handelt es sich bei den Fotos um durchwegs hochauflösendes Material, das zusammen mit dem Text einen entspannten, aber nicht sehr tiefgehenden Einblick in die Entstehung der Star Trek-Produktionen gibt, sich verstärkt auf die Entstehung und das Casting der Darsteller konzentriert und weniger auf den langfristigen Verlauf der Serie (was teilweise die Artikel aber übernehmen). Manchmal wird das Franchise auch etwas zu sehr glorifiziert und es sind einstmals als wahr angesehene Binsenweisheiten enthalten, die heutzutage längst widerlegt sind.

Kleine Highlights, über die man im Internet bei weitem nicht so häufig stolpert wie über die Fotos, sind die Artikel, die wie erwähnt aus unbekannter Quelle stammen. Sehr interessant und teils amüsant zu lesen sind zwei Briefe des berühmten SciFi-Autors Isaac Asimov zur klassischen Serie. Weiters beschäftigen sich diese Artikel mit einer Vielfalt von Themen, von den Inhalten einzelner Folgen, die von gesellschaftlichen Themen der damaligen Zeit beeinflusst wurden bis hin zu kleinen Making-of-Auszügen zu technischen, schauspielerischen und Regie-Themen. Aufgrund des Alters dieser Artikel stößt man darin auch auf manches Kuriosum. So wird beispielsweise in einem Artikel über die Effekte überschwänglich gelobt, dass man die Folgen von „The Next Generation“ auf Videoband fertigen würde anstatt auf hochauflösendem Film. Tja, inzwischen wissen wir: Diese revolutionäre Methode, die  damals Zeit und Geld eingespart hat, machte das HD-Remastering von „The Next Generation“ später zu einer kostspieligen Angelegenheit und steht bis heute noch einer vergleichbaren hochauflösenden Auswertung von „Deep Space Nine“ und „Voyager“ im Wege. Zeiten ändern sich und dieses alte Buch unterstreicht dies nochmals deutlich.

Als besonders positiv möchte ich hervorheben, dass sich die Chronik nicht nur auf die eigentliche Produktionsgeschichte der Serien konzentriert, sondern auch in einem Kapitel jene Zeit zwischen dem Ende der klassischen Serie und dem Sprung ins Kino bzw. den Start von „The Next Generation“ behandelt. Die Zeichentrickserie der 70er-Jahre, die Conventions, der nie realisierte „Planet of the Titans“-Kinofilm wie auch die ebenfalls nie realisierte Serie, aus der dann der erste tatsächliche Kinofilm wurde, werden im Buch ebenfalls kurz aber doch behandelt. Auch wenn der begleitende Text nicht gerade der objektivste ist, vermittelt das Buch doch einen ganz guten Gesamteindruck, woraus „Star Trek“ wann bestand und wie die allgemeine Wahrnehmung zu der Zeit war.

Auf sieben Seiten wird sogar die 1994 erst in Entwicklung befindliche Serie „Voyager“ behandelt und aus heutiger Sicht wirkt dieses kurze Kapitel schon etwas kurios. Denn im Gegensatz zu den anderen Kapiteln gibt es hier kaum Bildmaterial, weil ja noch so gut wie nichts existierte. Lediglich zwei Skizzen der geplanten U.S.S. Voyager sind enthalten. Wie wir heute jedoch wissen, wurde dieses Design nach Anfertigung eines Prototyp-Modells abgelehnt.

Rich Sternbach Star Trek Voyager early concept art phase 3
Ungefähr so hätte die U.S.S. Voyager beinahe ausgesehen

Und auch der Text enthält noch Ideen, die entweder sehr vage wirken, oder auch gänzlich verworfen wurden. Besonders interessant war es, dass das Serienkonzept vorsah, dass es sich beim Captain der Voyager um einen Wissenschaftsoffizier handeln sollte. Aber interessanterweise gab es keine Erwähnung, dass es sich dabei explizit um eine Frau handeln sollte. Bedenkt man, wie groß damals vor dem Start der Serie damit geworben wurde, dass endlich eine Frau den Platz des Captains in einer „Star Trek“-Serie übernimmt, verwundert dies schon. (Allerdings halte ich es auch für möglich, dass sich die Produzenten zur Zeit der Entstehung des Buches bereits auf einen weiblichen Captain festgelegt hatten, aber einfach nicht wollten, dass es vor Anlaufen des Marketings der neuen Serie publik wurde.)

Bewertung: Wer einen nostalgischen und reichlich illustrierten Blick zurück in die Vergangenheit von „Star Trek“ werfen möchte und dabei nicht vor einem Bildschirm sitzen möchte, ist mit diesem schön gestalteten Buch sehr gut bedient. Wenn man sich gewisser Dinge im Klaren ist, so kann man auch den nicht immer akkuraten Text verzeihen, den eigentlichen Kaufgrund stellen aber die Fotos und vor allem die Artikel dar. Diese sind ganz klar Kinder ihrer Zeit – was man als Leser keinesfalls vergessen sollte – und gerade deshalb auch heute noch eine interessante Lektüre. Auch wenn man wie bei den Bildern einigem begegnen wird, was seit 30 Jahren bekannt ist.

Dieses Buch ist daher sicher nicht für jeden Fan interessant, aber wenigstens ist es bei weitem nicht so rar wie der eingangs erwähnte „Sternen-Atlas“ und ist für durchschnittlich 5,- Euro problemlos zu finden. Eigentlich ein unfassbares Schnäppchen für so ein schönes Hardcover-Buch.

Ich bewerte „Eine Chronik in Bildern“ unter Berücksichtigung des Alters mit 4 Sternen.

4stars