Rezension: “The Art of Star Trek – The Kelvin Timeline“

Wieder einmal vereinen sich meine Interessen „Star Trek“ und „Design“ in einem Buch, was „The Art of Star Trek – The Kelvin Timeline“ für mich natürlich zu einem absoluten Pflichtkauf gemacht hat. Auf fast 200 Seiten befasst sich Autor Jeff Bond mit der Design-Arbeit zu den drei neuesten Kinofilmen „Star Trek„, „Star Trek Into Darkness“ und „Star Trek Beyond„.

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Dieses sehr schön gestaltete Hardcover-Buch im 31 x 28 Zentimeter großen Querformat befasst sich Querbeet mit so ziemlich allen nur denkbaren Design-Handwerksrichtungen, die für Kinofilmproduktionen vonnöten sind. Von den Sets über visuelle Effekte bis hin zu Kostümen, Masken und Requisiten. Jeff Bond hat Interviews mit den Kreativen Ryan Church, James Clyne, Sanya Hays, Scott Chambliss, John Eaves, Peter Chiang und vielen anderen geführt und die Sammlung aus Hunderten Skizzen, Zeichnungen, Computermodellen und Fotos mit informativen Text ergänzt.

Allerdings bei diesem Umfang an geführten Interviews, für die sich der Autor im Nachwort bedankt (das Vorwort liefert „Beyond“-Regisseur Justin Lin), hätte ich mir doch einen – zumindest etwas – höheren Textanteil gewünscht. Natürlich geht es in solchen Büchern primär um die Planung um Umsetzung und ihre visuelle Darstellung, aber ich hätte mich doch über etwas mehr Hintergrundinformation gefreut.

Das größte Manko dieses Buches ist aber ein anderes Buch, das bereits 2009 erschien: Mark Cotta Vaz‘ großartiges Design-Buch zum elften Kinofim: „Star Trek – The Art of the Film„. Würde dieses Buch nicht existieren, wäre Jeff Bonds neues Buch höher einzuschätzen. Denn nicht nur, dass Bond die Strukturierung der Kapitel abkupfert – in grober chronologischer Reihenfolge sind die Kapitel den Schauplätzen des Films gewidmet. Auch inhaltlich gibt es sehr große Überschneidungen, denn Bond hat rund 90 der 200 Seiten dem elften Kinofilm „Star Trek“ gewidmet, zu dem Mark Cotta Vaz bereits ein 160seitiges-Buch voll mit Design-Arbeiten herausbrachte.

Dennoch will ich hervorheben, dass Bonds Buch auf diesen 90 Seiten zum elften Film auch sehr viel neues Bildmaterial aufzubieten hat. Schätzungsweise hat Bond doch deutlich weniger als die Hälfte des zuvor veröffentlichten Bildmaterials verwendet, aber bei einer solchen Flut an Grafiken ist die reine Anzahl an Bekanntem doch sehr hoch.

Der starke Fokus auf den elften Film gibt „Into Darkness“ und „Beyond“ leider weniger Raum. Natürlich hätte ich es bevorzugt, wenn es auch zu diesen beiden Filmen eigene umfangreiche Design-Bücher gegeben hätte (zu „Beyond“ gab es zumindest ein allgemeines Making-of-Buch und ein Buch über die Masken). Aber dieses Buch ist eben als Sammlung angelegt, ähnlich jenem gemeinsamen Design-Buch zum 7. und 8. Kinofilm oder dem großartigen „Star Trek Design“ vom Autorenduo Reeves-Stevens, in dem auf 300 Seiten Designs zu allen Serien und Kinofilmen der ersten 30 Franchise-Jahre untergebracht sind. Vollständigkeit ist etwas, das man bei Büchern dieser Art nicht erwarten darf und insofern kann man schon froh sein, dass sich Jeff Bond zumindest 50 Seiten lang „Into Darkness“ und 40 Seiten lang „Beyond“ widmet. Aber als „fairer“ hätte ich es empfunden, wenn alle drei Filme ungefähr gleich viele Seite eingeräumt bekommen hätten.

Bewertung: Aufgrund der erwähnten Mankos spielt Jeff Bonds Buch leider nicht in der gleichen Liga wie die Design-Bücher von Mark Cotta Vaz, den Reeves-Stevens oder J.M. Dillard. (Eine Gesamtübersicht der von mir rezensierten Star Trek-Sachbücher findet ihr hier: https://rumschreiber.wordpress.com/star-trek-sachbucher/) Der starke Fokus auf den elften Film rächt sich leider in doppelter Hinsicht, weil es sich mit dem Buch von Mark Cotta Vaz messen will, es aber aufgrund des geringeren Umfangs nicht mit diesem aufnehmen kann (aber teils eine gute Ergänzung dazu darstellt) und Platz flöten geht, den man besser für die anderen beiden neuen Filme verwendet hätte.

Was Jeff Bond zusammengetragen hat, ist dennoch eine große Ansammlung an Entwürfen und umgesetzten Designs, die sehr beachtlich ist und auch für mich, der seit rund zwei Jahrzehnten das Internet nach Star Trek-Design durchsucht, war doch einiges an Neuem dabei. Und auch wenn der Text recht spärlich ausfällt, beinhaltet das Buch eine sehr witzige, mir bislang unbekannte Anekdote zum Langstrecken-Torpedo aus „Into Darkness“. 4 Sterne kann ich bedenkenlos geben. Wer das Buch von Mark Cotta Vaz nicht besitzt, wird aber bestimmt noch mehr Freude daran haben.

4stars

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Rezension: Comic – Boldly go #13 „I.D.I.C. Part 1“

Eine über ein halbes Jahr verteilt erscheinende 6-teilige Story hat mich einst aus der „Ongoing“-Comicreihe rausgerissen. Damit mir dies nicht auch bei der „Boldly go“-Reihe passiert, habe ich beschlossen, den 6-Teiler „I.D.I.C.“ Ausgabe für Ausgabe zu rezensieren. Abgesehen von der Aufrechterhaltung meiner Aufmerksamkeitsspanne ( 😉 ) gibt es noch zwei weitere gute Gründe, warum man die sechs Teile von „I.D.I.C.“ einzeln rezensieren sollte.

IDW Star Trek Boldly Go #13 IDIC part 1 cover A

Einerseits legt die Story an sich diese Herangehensweise nahe. Die Abkürzung „I.D.I.C.“ (zu Deutsch auch oft „U.M.U.K.“ genannt), beschreibt das vulkanische Prinzip von unendlicher Mannigfaltigkeit in unendlichen Kombinationen und dieses Prinzip erforscht die Geschichte in Form verschiedenster Paralleluniversum, die aufeinander treffen.

Teil 1 der Geschichte beginnt ganz normal in der Kelvin-Zeitlinie, zu einem Zeitpunkt, als Captain Kirk und Lieutenant Sulu noch an Bord der U.S.S. Endeavour dienen, aber die Fertigstellung der Enterprise-A bereits nahe rückt. Spocks und Uhuras Urlaub auf Neu-Vulkan neigt sich daher dem Ende zu und während Spock über mögliche Entwicklungen in anderen Universen aufgrund unterschiedlicher Entwicklungen philosophiert, macht sich die Endeavour auf zur Untersuchung einer Anomalie. Und in einem von unendlich vielen Paralleluniversen spielt sich etwas ganz anderes ab!

In diesem Paralleluniversum wird die Enterprise nämlich von Captain Christopher Pike kommandiert. Sein aufmüpfiger Erster Offizier heißt Simon Grayson … und ist der Sohn des Vulkaniers Sarek und von Amanda Grayson. Simon fällt bei Pike in Ungnade, als dieser ihn unter Missachtung der Obersten Direktive von Nibiru mittels Shuttle retten lässt (siehe Prolog-Sequenz von „Star Trek Into Darkness„) und muss sich von seinem besten Freund Dr. McCoy (und einem Drink) darüber und über den Tod seiner Ehefrau Nyota hinweghelfen lassen.

Tja, wenn Simon Grayson in diesem Universum McCoys bester Freund ist, stellt sich die Frage: Was ist aus James T. Kirk geworden? Ganz einfach: Nach der Vernichtung der U.S.S. Kelvin wurde das Shuttle, in dem Kirk geboren wurde, von Klingonen aufgebracht und er als Klingone erzogen. Im Lauf der Jahre wurde aus ihm ein geachteter Krieger (schlicht genannt „Die Waise“), der aber einen Groll gegen Simon Grayson zu hegen scheint. In der Nähe einer Anomalie kommt es zur Begegnung zwischen Kirks Schlachtkreuzer und der von Pike kommandierten Enterprise …

Fazit: „Star Trek“ und speziell die Comics beschäftigen sich nicht zum ersten Mal mit alternativen Zeitlinien, Paralleluniversum und deren Aufeinandertreffen. Teil 1 von „I.D.I.C.“ fängt eine derartige Geschichte sehr geordnet hat. Sie ist nicht gleich von Anfang an ein „Über-Drüber-Abenteuer“, in dem alles möglich ist, sondern bleibt zuerst verwurzelt in der Kontinuität der bisherigen „Boldly go“-Comics. Mike Johnson stellt uns die baldige Wiedervereinigung der Enterprise-Crew in Aussicht, schickt die Endeavour auf den Weg und lässt Spock dem Leser erklären, was es mit dem vulkanischen I.D.I.C.-Prinzip auf sich hat. Das ist einer sehr gute Überleitung, denn direkt im Anschluss wechselt der Rest der Story zu Geschehnissen in einem Paralleluniversum, in dem es schön ist, Captain Pike in Aktion zu sehen.

Johnson hat sich hier einige interessante, abweichende Schicksalpfade für die Hauptcharaktere überlegt. Vor allem Simon Grayson wirkt nach einigen Seiten gar nicht mehr so unwahrscheinlich wie es noch am Beginn den Anschein hat. Und Kirk spielt den Vollstrecker des klingonischen Hohen Rates erschreckend, was dem Leser auch bildlich vor Augen geführt wird. Weiters werden einige Andeutungen eingestreut, die wohl erst in den kommenden Ausgaben ausgeführt werden. Wie der Schluss von Teil 1 schon zeigt, wird es darin dann auch um Paralleluniversen gehen, die sich noch deutlicher von der Kelvin-Zeitlinie unterscheiden werden.

Die Zeichnungen sind ein weiterer Grund, warum es sich anbietet, die einzelnen Teile von „I.D.I.C.“ einzeln zu rezensieren. Ganz dem vulkanischen Prinzip folgend wird jeder Teil von einem anderen Künstler illustriert. Zu Teil 1 steuert Josh Hood die Zeichnungen bei. Soweit ich weiß, hat Hood in letzter Zeit schon ein paar andere „Star Trek“-Comics des IDW-Verlags gezeichnet, aber noch keine der „Ongoing“- oder „Boldly go“-Reihe, weshalb mir sein Stil bislang unbekannt war. Wobei dieser nicht allzu gewöhnungsbedürftig ist. Hoods Zeichnungen sind näher an jenen von Veteran Tony Shasteen als an jenen von Megan Levens – um jene beiden Zeichner zu erwähnen, die zuletzt am häufigsten zum Einsatz kamen. Mehr als ausreichend detailliert und sehr gut akzentuiert und stimmungsvoll. Betreffend Charaktere denke ich, dass er vor allem Zachary Quinto – als Spock wie auch als Simon Grayson – sehr gut trifft und genauso Bruce Greenwoods Captain Pike. Chris Pines Kirk trifft er aber nur ausreichend, der Wiedererkennungswert der restlichen Charaktere liegt irgendwo dazwischen.

Bewertung: Ein sehr gelungener, geordneter Start für eine Geschichte mit dem Potenzial, regelrecht auszuarten. Teil 1 legt einen guten, unterhaltsamen Grundstein, fokussiert sich schön auf zwei Universen und reizt das Multiversum damit nicht gleich von Beginn an aus. Zugleich gibt es einen Cliffhanger, der an eine alternative Realität erinnert, auf die die Crew der Enterprise bereits in der „Ongoing“-Reihe (#29 und #30) traf. Als Leser bleibt man gespannt darauf, was noch kommt und damit erfüllt der Auftakt seinen Zweck perfekt, ohne schon einen ganz großen Paukenschlag zu setzen. Daher erhält „I.D.I.C. Teil 1“ von mir 5 von 6 Sterne.

5stars

Anmerkung: „Boldly go“ wird übrigens nach „I.D.I.C.“ bzw. Ausgabe #18 enden. Mit der Fertigstellung der Enterprise-A soll eine neue Reihe starten (Details wurden von Autor Mike Johnson noch nicht veröffentlicht.) Neustarts mit #1 sind im Comic-Business ja gerne gesehen, aber ich finde es doch schade, dass schon so rasch Schluss ist, auch wenn ich es natürlich auch begrüße, in Zukunft wieder über Abenteuer der auf der Enterprise wiedervereinten Crew zu lesen. Aber nachdem die vorangegangene Reihe „Ongoing“ mit 60 Ausgaben einen Rekord aufstellte und die am längsten ununterbrochen laufende Comicreihe des Star Trek-Franchise war, hatte ich doch gehofft, „Boldly go“ würde etwas länger andauern.

Rezension: „The Autobiography of Jean-Luc Picard“

Schon 2015 erschien die von Autor David A. Goodman verfasste Biographie von James T. Kirk, des „größten Captains, den die Sternenflotte jemals hatte“. Wie ließe sich sowas noch toppen? Nun, der Untertitel von Goodmans Biographie von Jean-Luc Picard klingt auf jeden Fall etwas bescheidener: Er wird lediglich als „einer der inspirierendsten Captains der Sternenflotte“ bezeichnet, was seine Lebensgeschichte aber nicht weniger interessant macht.

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David A. Goodman beschäftigt sich in seinen Büchern schon längere Zeit damit, offene Fragen des Star Trek-Universums zu klären, Querverbindungen herzustellen und zeitliche Lücken zu füllen (sehr gelungen v.a. im Buch „Federation: The First 150 Years„). In seiner Biographie über James T. Kirk erfuhren wir sehr viel Neues über dessen jungen Jahre, die bis dahin noch erforscht waren. Im Falle von Jean-Luc Picard wissen Kenner der Serie „The Next Generation“ aber doch schon so manches über dessen Kindheit und Jugend.

Insofern überraschen die Passagen wenig, die beschreiben, wie der junge Jean-Luc mit einem ihm feindselig eingestellten älteren Bruder und einem distanzierten Vater aufwuchs und seine engste Bezugsperson seine Mutter war, die die einzige in der Familie war, die Jean-Luc dazu ermutigte, zur Sternenflotte zu gehen. Auch wenn man als Seher der Serie gut vertraut mit den wichtigsten Ereignissen dieser jungen Jahre des späteren Enterprise-Captains ist, gelingt es Goodman wirklich sehr gut, dies alles in Zusammenhang miteinander zu bringen. So wird diesen Jahren sehr Platz im Buch eingeräumt, sie werden vertiefend dargestellt und es gefiel mir sehr, wie oft Goodman auch später wieder auf diese Ereignisse Bezug nimmt und damit aufzeigt, was Picards typisches Verhalten ursprünglich geprägt hat.

Im Laufe von 7 Serienstaffeln begegnete Picard auch vielen Personen aus seinen Vergangenheit. Natürlich allen voran Beverly Crusher – seine verdrängte Liebe zu ihr ist ebenfalls ein immer wiederkehrendes Handlungsmotiv – aber auch mit vielen Captains und Admirälen ist Jean-Luc Picard per Du und diese Autobiographie erklärt sehr stimmig, wie er sein persönliches Netzwerk über die Zeit gesponnen hat. Und natürlich erklärt das Buch auch, wie Picard mit seiner späteren Führungscrew Bekanntschaft schloss.

An dieser Stelle will ich darauf hinweisen, dass Goodmans Bücher eine eigene Kontinuität aufweisen, die nicht kompatibel mit den aktuellen Romanen ist. In der Kontinuität der Romane hat bereits Christopher L. Bennett vor einigen Jahren in „The Buried Age“ erzählt, was Picard nach dem Verlust seines ersten Kommandos über die Stargazer und vor der Übernahme der Enterprise-D so angestellt hat. Die beiden Versionen sind inkompatibel miteinander, aber natürlich basieren beide auf den selben Kanon-Informationen aus der Serie.

Allerdings: Sowohl Goodman als auch Bennett streichen die Wichtigkeit Guinans als Ratgeberin für Picard hervor und in beiden Varianten lernt Picard sie bereits auf der Stargazer kennen. Obwohl die El-Aurianerin eindeutig sagt, sie habe Picard erst auf der Enterprise erstmals angetroffen! Was aus ihrer Perspektive dank Zeit-Paradoxon natürlich nicht stimmt, aber zum damaligen Zeitpunkt wohl aus Picards Perspektive so zutraf. Es gibt keinen Grund anzunehmen, dass Guinan unter Berücksichtigung der temporalen Kontinuität gelogen hat. Und auch in eine andere Information aus der Serie hat Goodman leider übersehen, womit wir zur Auflistung einiger Auffälligkeiten bzw. Unstimmigkeiten (die man aber sicher erklären könnte) gelangen:

Ja, das Set der Bar „10 Vorne“ wurde erst für die zweite Staffel von „The Next Generation“ gebaut. Aber einer Aussage von Deanna Troi zufolge hat die Bar bereits existiert, als Picard erstmals an Bord kam.

À propos „erstmals an Bord kommen“: In der gleichen Folge in der Deanna Troi ihre Aussage tätigt, sage Picard, er habe vor seinem Kommandoantritt noch nie ein Schiff der Galaxy-Klasse betreten. Goodman hat sich zwar daran gehalten, aber es ein wenig ungeschickt verpackt in einer Passage, die durchaus entbehrlich gewesen wäre.

Und auch wenn es schön war, Doktor Phlox zu begegnen, so schwingt bei der Szene doch ein bisschen wieder die Absicht von Goodman mit, etwas „wegerklären“ zu wollen, obwohl es gar nicht nötig wäre. Wie häufig bei Spezies, die man in der Serie „Enteprise“ erstmals sah, gab es eine kleine aber laute Kritikerfraktionen unter den Fans die fragten: „Warum hat man die später nicht mehr gesehen?“ Eine Frage, die meiner Meinung nach nicht wirklich einer Antwort würdig ist, aber dennoch hat sich Goodman dazu hinreißen lassen und erklärt, warum man in der Ära ab „The Next Generation“ keine Denobulaner mehr zu sehen bekam. (Warum sie in der Ära der „Originalserie“ nicht zu sehen waren, kann er aber damit nicht erklären. Warum die Antwort „Sie waren da, man hat sie aber nicht gesehen“ für TOS funktionieren soll aber nicht für TNG … Das weiß wohl nur Goodman.)

Soweit mal die negativsten Auffälligkeiten, zu denen ich aber auch festhalten will, dass Goodman in keinem Fall so sehr ins Fettnäpfchen getreten ist wie mit seinem Umgang des fünfen Star Trek-Kinofilms in Kirks Autobiographie. Das ist schon mal eine großer Pluspunkt des Buches, das ebenfalls von Goodmans Schreibstil profitiert. Der Text ist im Grundton überraschend heiter für etwas, das von Jean-Luc Picard geschrieben worden sein soll, aber er trifft auch immer dann den ernsteren, nachdenklichen Tonfall des Captains, wenn es die beschriebene Situation erfordert. Und an seinem Umgang mit Picards Lebensgeschichte gibt es abgesehen von den erwähnten kleinen Unstimmigkeiten im Buch nicht viel auszusetzen. Goodman beschreibt die Geschichte anders als Bennett, aber ist mindestens genauso gut darin, Begebenheiten aus der Serie mit Picards frühen Erlebnissen zu verknüpfen. Dass der Captain seine Probleme mit Kindern an Bord von Raumschiffen hat, kann man ihm nach Lesen dieses Buches wahrlich nicht vorwerfen. 😉

Bewertung: Also 5 Sterne vergebe ich gerne an dieses Buch und damit einen mehr als  die Kirk-Autobiographie  von mir erhalten hat. Jene litt wahrlich unter Goodmans Umgang mit den fünften Film und dem Umstand, dass die Mitte des Buches – Kirks erste 5-Jahres-Mission – wie ein unvollständiger Episoden-Guide wirkte. Im Falle der Picard-Biographie ist es von großem Vorteil, dass man schon drei Viertel des Buches lang Picards noch nicht derart ausführlich dargestellte Geschichte liest, ehe man zu den bekannteren Geschehnissen der TV-Serie aufschließt. Das letzte Viertel ist ein wenig fragmentiert verfasst und es gibt auch nur wenige Informationen über Picards Leben nach den Geschehnissen von „Nemesis„. Goodman hat sich vor allem bei Ideen aus den Zukunftsvisionen der letzten TNG-Folge und dem „Countdown“-Comic zum elften Kinofilm bedient. Diesen Lebensabschnitt von Picard hätte ich gerne noch ein wenig ausführlicher geschildert vorgefunden. Aber alles in allem ist die Biographie eine angenehm zu lesende Lektüre, die ich Picard-Fans ans Herz legen möchte.

5stars

Anmerkungen:

Wie schon die Kirk-Biographie enthält auch dieses Buch ein bisschen Bildmaterial, darunter Fotomontagen aus Bildern des jungen Patrick Stewart.

Picard begegnet viel Prominenz des Star Trek-Universums, darunter auch dem vulkanischen Botschafter Sarek. Während Picard in der Biographie von seiner Wahrnehmung der Gedankenverschmelzung berichtet, die er mit dem Botschafter teilt, beschreibt er auch eine Erinnerung, die eine Anspielung auf die neue Serie „Star Trek Discovery“ sein dürfte, in der Sarek ja auch eine nicht unwichtige Rolle spielt. Genauer gesagt scheint Picard vage eine Szene zu beschreiben, die im ersten Roman zur Serie, „Desperate Hours„, ausführlicher beschrieben wurde: Sareks Fau Amanda, die ihren Ehemann dazu drängt, mit der schwerst verletzten Michael Burnham eine rettende Gedankenverschmelzung durchzuführen. (Dies ist zumindest meine Interpretation der Stelle in der Biographie. Es fehlt allen von Picards Wahrnehmungen während der Verschmelzung der Kontext, aber mir fällt ansonsten kein Kanon-Ereignis ein, das dieser Erinnerung entspricht.)

Rezension: DSC – “Desperate Hours”

Pünktlich zum Start der jüngsten Star Trek-Serie „Discovery“ im September erschien auch der erste Roman einer dazugehörenden Reihe. Die frühen Romane der bisherigen Star Trek-Serien waren meist ein wenig problembehaftet, da sie – wie auch „Desperate Hours“ – geschrieben wurden lange bevor die jeweilige Serie ausgestrahlt wurde und die Romanautoren manchmal nur mit groben Konzepten, wenigen oder gar verworfenen Details arbeiten konnten. Bei „Discovery“ sollte dies dank engerer Abstimmung zwischen den Serienproduzenten und Autor David Mack ganz anders sein. Aber nicht nur deshalb allein kommt „Desperate Hours“ ohne typische „Kinderkrankheiten“ einer neuen Romanreihe zu einer aktuell laufenden Fernsehserie aus.

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Es liegt vor allem auch daran, dass die Geschichte ein volles Jahr vor den Ereignissen des Pilotfilms ansetzt (und somit ein Jahr nach den Ereignissen der ersten TOS-Pilotfolge „Der Käfig“). Lieutenant Michael Burnham ist noch an Bord der U.S.S. Shenzhou unter dem Kommando von Captain Philippa Georgiou, wo sie als Taktische Offizierin dient. Als die bisherigen Ersten und Zweiten Offiziere andere Posten übernehmen, wird Burnham zu ihrer eigenen Überraschung provisorisch von Admiral Anderson zu Georgious Stellvertreterin ernannt – womit der Wissenschaftsoffizier Lieutenant Saru übergangen wird.

Obwohl weder Georgiou noch Saru glücklich mit der Entscheidung sind, darf sich Burnham kurze Zeit später bei einer ersten Krisensituation beweisen: Auf einem Ozean der relativ neuen Koloniewelt Sirsa III sinkt eine Bohrinsel infolge des unerwarteten Auftauchens eines gigantischen, außerirdischen Raumschiffes, das auf dem Meeresboden gelegen hatte. Offenbar von der plötzlichen Aktivität auf dem Ozean erweckt entsendet das Schiff eine bewaffnete Drohne, die die Hauptstadt der Kolonie angreift. Da die Kolonie zwar von Menschen gegründet wurde aber an sich von der Föderation unabhängig ist, zögern die politischen Entscheidungsträger auf Sirsa III lange, ehe sie um Unterstützung bitte, die in Form der Shenzhou schließlich auftaucht. Es gelingt die Drohne auszuschalten und man beginnt mit der Erforschung des im Ozean treibenden Schiffes, das von einer hochentwickelten Kultur erbaut wurde.

Die Situation auf dem Planeten scheint vorerst unter Kontrolle, bis mit der U.S.S. Enterprise unter Captain Christopher Pike ein weiters Schiff im Orbit auftaucht, das Befehle von Admiral Anderson mitbringt, die im Widerspruch stehen mit den Absichten von Captain Georgiou. Anstatt „abtrünnige“ Kolonisten zu beschützen ist es der Sternenflotte wichtiger, dass benachbarte Föderationswelten nicht von dem Schiff bedroht werden, das besorgniserregend hohe Energiewerte abstrahlt und einmal gestartet ein enormes Zerstörungspotenzial freisetzen könnte. Es soll daher noch auf Sirsa III vernichtet werden – auch wenn dies die Vernichtung der dortigen Kolonie bedeutet und die Kolonisten eine Evakuierung ablehnen.

Es kommt zu einem aufreibenden Streitgespräch zwischen den beiden Captain, einem Feilschen um Kompromisse, den Burnham schließlich erzielt, indem sie gegen Georgious ausdrücklichen Befehl mit der Enterprise kommuniziert – genauer gesagt mit dem Wissenschaftsoffizier Spock, einem Mann, den sie seit Kindertagen nicht mehr gesehen hat und dessen Platz sie als Mündel von Spocks Vater Sarek mehr oder weniger in dessen Familie eingenommen hat. Auch wenn Georgiou alles andere als begeistert von der eigenmächtigen Handlung ihres provisorischen Ersten Offiziers ist, stimmt sie zu, dass Burnham und Spock gemeinsam versuchen sollen, ins Innere des fremden Schiffes vorzudringen und es abzuschalten, ehe es genügend Energie aufgebaut hat um entweder die Kolonie zu zerstören, oder zu einem anderen Planeten zu fliegen. Ein Unterfangen, das sich nicht als einfach erweist, denn die Zeit drängt und wie sich herausstellt, harmonieren Burnham und Spock nicht gerade gut miteinander.

Fazit: Dass Autor David Mack bereits die Drehbücher der ersten sieben oder acht Folgen kannte, als er „Desperate Hours“ verfasste, erweist sich absolut als Vorteil. Er hakt bei einigen späteren Ereignissen ein, etabliert sehr schön den Ausgangspunkt für die bereits im Pilotfilm herrschende Antipathie zwischen Burnham und Saru. Letzteren beschreibt er übrigens interessant, die kelpianischen Eigenschaften werden in der Serie ja zumeist sehr plakativ nach außen hin gezeigt, aber hier gibt uns Mack ein wenig Einblick in die Psyche dieser Beutespezies. Irgendwie schade, dass Saru in der Serie so rasch in die zweiten Reihe verschwindet.

Wie erwähnt hatten die frühen Romane zu anderen Star Trek TV-Serien noch mit manchen Problemen zu kämpfen, die sie zur eigentlichen Serie nicht so recht passen ließen. Beginnend von der Charakterisierung, der Verwendung gewisser Dinge und Ausdrücken oder sogar von Namen! (Berühmtestes Beispiel ist „Doktor Zimmerman“ als Name für den holographischen Doktor in den ersten paar „Voyager“-Romanen, während es speziell in den ersten beiden Staffeln der TV-Serie ein wiederkehrendes Dilemma für den Doktor war, keinen Namen zu haben und sich einen aussuchen zu müssen.) „Desperate Hours“ profitiert wie erwähnt von Macks Kenntnis der ersten paar Drehbücher. Aber es ist natürlich auch hilfreich, dass nur Georgiou, Burnham und Saru im Pilotfilm im Vordergrund stehen, über Georgiou und den Schauplatz Shenzhou nach dem Pilotfilm auch nichts mehr Nennenswertes hinzugefügt wird. Ansonsten konnte sich Mack bei der Charakterisierung der (übrigens sehr unsympathischen und sich wenig rettungswert benehmenden) Kolonisten austoben oder auf die etablierten Charaktere Pike, Spock und Una („Nummer Eins“) zurückgreifen.

Und damit – es lässt sich nicht vermeiden – stößt auch „Desperate Hours“ auf das Problem, das die ganze Serie hat: Sie funktioniert nicht so recht als Prequel zur klassischen Serie oder gar parallel zur Pike-Ära. Autor David Mack beschreibt Schiffe, Technologie und Crew so, wie man sie in „Der Käfig“ bzw. im Pilotfilm von „Discovery“ sah. Zwar versucht er ein paar Erklärungen unterzubringen, wie z.B. dass nur Crews der modernen Schiffe der Constitution-Klasse die neuen, farbigen Uniformen bekommen oder das Schiffsdesign der Föderation dem flexiblen ästhetischen Geschmack der Menschen unterworfen ist. Aber als jemand, der Gelesenes visualisiert, ist dieses Crossover zwischen TOS und DSC einfach zu holprig, passt einfach in dieser beschriebenen, beinahe gleichgültigen Art nicht zusammen. Auf charakterlicher Ebene funktioniert das Treffen von Burnham und Spock besser, aber im Detail muss man sich auch fragen, wie es sein konnte, dass sich die beiden offenbar selbst als Kinder im gemeinsamen Haushalt so gut wie nie begegnet sind.

Hundertprozentig rund läuft auch die Story selbst nicht. So erscheinen mir die Photonen-Torpedos in diesem Roman übertrieben stark dargestellt. Das Feuer auf ein weit vor der Küste liegendes Schiff zu eröffnen, soll einen ganzen Planeten unbewohnbar machen? Zumal die Vernichtung des fremden Schiffes während es auf dem Planeten ist ohnehin nicht wirklich nötig erscheint. Niemand kann sagen, wohin es fliegt, sollte es abheben und es gibt keinen Hinweis darauf, dass man es nicht auch im All abfangen und vernichten könnte. Das Bedrohungspotenzial, das den Streit zwischen zwei Raumschiffcrews und widerspenstigen Kolonisten anheizt, wirkt etwas zu zweckdienlich beschrieben.

Bewertung: Trotz erwähnter negativer Auffälligkeiten halte ich „Desperate Hours“ aber dennoch für einen guten, unterhaltsamen Roman. Die Charakterbeschreibung ist sehr stimmig mit dem, was man in der Serie bis jetzt sah und man bekommt einige Hintergrundinformationen vor allem zu Saru und zu der gar nicht so engen Mentor-Schüler-Beziehung zwischen Georgiou und Burnham. Insgesamt beschreibt der Roman eine interessante und – wie man es von David Mack gewohnt ist – zuweilen sehr actionreiche Abenteuergeschichte, die auch ein paar vertraut Elemente enthält, vor allem aus zwei TNG-Folgen. Ich wurde jedenfalls gut unterhalten und gebe dem Roman solide 4 von 6 Sterne ohne Tendenz nach oben oder unten.

4stars

Anmerkung: Unter dem Titel „Gegen die Zeit“ ist der Roman auch schon auf Deutsch beim Cross Cult-Verlag erschienen.

Rezension: „Star Trek Beyond – The Makeup Artistry of Joel Harlow“

Es geht wieder einmal um die Themen „Design“ und „Star Trek“ und so ist auch dieses Buch kurz nach Erscheinen in meine Sammlung gewandert … wenngleich ich zu Make-up- und Masken-Design wahrscheinlich noch weniger persönlichen Bezug habe als zur Herstellung von Kostümen. Doch da mir das vor gar nicht so langer Zeit gelesene Buch „Star Trek Kostüme“ bereits diesen Teilbereich erfolgreich näher gebracht hat, habe ich nicht davor zurückgescheut, mir auch die Werke von Joel Harlow und seinem Team für den im letzten Jahr im Kino gelaufenen Film „Star Trek Beyond“ mithilfe dieses Sachbuchs genauer anzusehen.

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Zu Beginn ein paar Worte zur Gestaltung des Buches selbst: Es handelt sich um ein Hardcover mit Schutzumschlag, das knapp über 200 Seiten auf sehr festem Papier umfasst. Mit über 26 x 31 cm ist es nach Länge und Höhe gemessen das größte Star Trek-Buch das ich besitze und bedenkt man den unglaublichen Umfang an enthaltenen Fotos – von denen viele ganzseitig sind – ist dieses große Format nur von Vorteil, um all die Details wiederzugeben. Es gibt im Innern keine Doppelseite ohne Bildmaterial. Gezeigt werden die fertigen Masken an den Schauspielern, Fotos von der Arbeit der Make-up Artists, die Skulpturen, die im Vorfeld hergestellt wurden und natürlich jede Menge Entwurfsskizzen.

Auch wenn Joel Harlows Name auf dem Umschlag steht, machen die einleitenden Worte von ihm und Regisseur Justin Lin schnell klar, was für ein gewaltiger schöpferischer Aufwand von einem großen Team in Kalifornien, in Kanada und in Dubai nötig war, um dem 50-Jahr-Jubiläum von „Star Trek“ Rechnung zu tragen und mindestens 50 außerirdische Spezies in „Star Trek Beyond“ zu zeigen. (Schlussendlich wurden 56 erstellt, von denen aber nicht alle im Film zu sehen waren.)

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Nach den bereits erwähnten Vorworten des Regisseurs und von Harlow selbst, wird der Werdegang und die bisherige Arbeit des Abteilungsleiters vorgestellt, worunter sich auch der elfte „Star Trek“-Film befindet, für den Harlow mit dem Oscar ausgezeichnet wurde. (Anmerkung: „Star Trek Beyond“ war ebenfalls nominiert für einen Oscar.) So bekommt man einen sehr guten Eindruck davon, welche Gedanken die Designentscheidungen und den allgemeinen Stil seiner Arbeit prägen. Danach geht es aber schon los mit den Kreationen: 50 Arbeiten werden in diesem Buch mittels Fotos und natürlich auch mittels begleitendem Text vorgestellt. Unterteilt sind sie in 5 Kapitel:

In Kapitel 1 geht es um die Hauptcharaktere. Allen voran um Jaylah, mit ihrem beeindruckend gezeichneten, an ein Raubtier erinnerndes Gesicht, wie auch um die drei Antagonisten Krall (in vier Verwandlungsstufen), Manas und Kalara, die sehr unterschiedlich sind, aber doch auch mit gutem Grund viele Gemeinsamkeiten aufweisen. Der Entstehungsprozess und die Entwicklung dieser Designs wird besonders ausführlich geschildert und dieses erste Kapitel beschreibt sehr viele Techniken und Herangehensweisen, die auch für viele andere Masken angewendet wurden. Ein wirklich sehr gutes Einleitungskapitel. Jaylah-Darstellerin Sofia Boutella liefert übrigens auch das Schlusswort des Buches.

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Kapitel 2 widmet sich den Aliens am Schauplatz Enterprise. Neben dem bereits bekannten Keenser aus dem Maschinenraum wird die Erschaffung der – übrigens von HR Giger inspirierten – Ensign Syl gezeigt. Eines der einfacheren Make-ups war jenes des orionischen Crewmitglieds, während Ty Vana nicht nur umfangreiche Prothesen trug, sondern auch wunderschöne „Haut“-Muster.

Kapitel 3 besucht Altamid, wo wir einen genaueren Blick auf die Masken der drei Schläger werfen können, die Scotty auflauern. (Von denen in einem früheren Drehbuchentwurf einer ein Klingone hätte sein sollen.) Ebenfalls werden die Designs einiger weiterer Enterprise-Crewmitglieder näher gezeigt, die auf Altmid von Krall gefangen gehalten werden.

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Das kurze Kapitel 4 stellt die Bewohner von Teenaxia dar. Diese kleinwüchsige Spezies wurde zwar rein mittels CG-Technik verwirklicht, aber von der Make-up-Abteilung entworfen und ursprünglich hätte sogar ein Darsteller im Kostüm den Teenaxi Kevin spielen sollen, der in der Nachbearbeitung verkleiner in den Film eingefügt worden wäre. Aufgrund des Zeitdrucks überließ Harlows Team es aber gerne der CG-Abteilung, die Teenaxi umzusetzen. Interessant ist hier, dass die Teenaxi ursprünglich etwas anders hätten aussehen sollen, der ursprüngliche Entwurf aber für eine Spezies schließlich Verwendung fand, die man dann auf der Starbase Yorktown sah.

Und genau dorthin führt uns Kapitel 5. 28 Außerirdische finden wir hier vor, darunter „Natalia“, die nicht zu unrecht das Cover des Buches ziert, handelte es sich dabei doch um eines der aufwändigsten Designs, das man sich im Film bis ganz zum Schluss aufgehoben hat. Interessant war zu erfahren, dass die Make-up-Abteilung bei der Entscheidungsfindung eingebunden war, welcher „Hintergrund-Alien“ wann in welcher Szene zu sehen sein sollte. Ebenfalls interessant sind die Informationen zum Charakter „Boltan“, der als Hauptbösewicht in jenem Drehbuch gedacht war, das schließlich verworfen wurde. Bis heute weiß man recht wenig über die ursprünglich angedachte Story, für die die Vorproduktion bereits gelaufen war. Aber Harlow und sein Team machen in diesem Buch hin und wieder eine interessante Erwähnung zum nicht verwirklichten Star Trek-Film.

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Fazit: Was mir an diesem Buch sofort auffiel, war die verhältnismäßig große Schrift. Nicht dass dies grundsätzlich ein Problem darstellen würde, ganz im Gegenteil werden es sicher viele Leser auch zu schätzen wissen. Aber man bekommt den falschen Eindruck, der Informationsgehalt wäre sehr gering. Doch nun, während ich diese Rezension verfasse, fallen mir so viele Dinge aus diesem Buch ein, die ich gerne noch hier unterbringen würde, aber die den Rahmen dieses Artikels wahrlich sprengen würden. Und neben dem Informationsgehalt vermitteln die zu Wort kommenden Künstler auch einen ansteckenden Enthusiasmus für ihre Arbeit, die gespickt ist von interessanten Ideen und manchmal verblüffenden Inspirationsquellen.

Eine solche Quelle ist das Buch durchaus selbst, auch wenn ich mir in der Hinsicht vielleicht eine Spur mehr gewünscht hätte. Bei einigen Spezies werden zwar die Ideen erwähnt, auf welcher Art von Welten sie heimisch sind, warum sie welches körperliche Merkmal aufweisen etc. Aber da wäre noch mehr drinnen gewesen – vor allem auch ein paar Speziesbezeichnugen mehr. Ein paar wenige Charaktere werden mit ihrer Spezies identifiziert, aber zur Unterscheidung der Designs haben die Künstler ihnen hauptsächlich die Namen von Individuen gegeben. Aber allein das Erscheinungsbild der verschiedenen Spezies regt die eigene Fantasie an und als Verfasser von Fan-Fiction hat mich dieses Buch auf einige Ideen für meine kommenden Romane gebracht. Und wenn ich mir das nächste Mal „Star Trek Beyond“ ansehe, werden mir sicher spontan die Namen einiger Designs einfallen, wenn die Träger der jeweiligen Masken im Hintergrund durchs Bild spazieren.

Bewertung: Masken zwecks einer solch drastischen Veränderung des Erscheinungsbildes sind natürlich etwas, zu dem die wenigstens einen echte, persönlichen Bezug haben. Aber dieses Buch schafft es mühelos und ohne dabei zu sehr ins technische Detail zu gehen (wobei es schon interessant ist, welche Wirkung Kerosin auf Silikon hat), dem Leser dieses Thema näher zu bringen. Natürlich schadet es nicht, bereits einen Faible für Science Fiction- und Fantasy-Designs zu haben. Filmmasken und -Make-up bleiben dennoch für mich doch ein eher exotisches Thema, auch wenn das Buch wirklich sehr gelungen ist. Was ich daran beanstanden würde, sind ein paar fehlende Querverweise. Hin und wieder werden verworfene Designideen erwähnt, von denen ich dann schade fand, dass man keine Bilder dazu sah … nur um sie einige Seiten später zu finden, wenn ein anderer Alien vorgestellt wird, der auf der verworfenen Idee basiert. Es wäre auch interessant gewesen, Kostümdesignerin Sanja Hays zu Wort kommen zu lassen. Die von ihr gestaltete Bekleidung für die außerirdischen Charaktere wird gelegentlich erwähnt, aber zumindest kurze Infos zu den Kostümen wären eine nicht zu abwegige Ergänzung zu den Artikeln über die einzelnen Außerirdischen gewesen.

Und das größte Manko ist natürlich unvermeidlich bei derart gestalteten Design-Büchern: Am Ende angekommen würde man sich immer noch mehr Fotos und Zeichnungen wünschen, die man studieren kann. 😉 Ich bewerte das Buch mit soliden 5 Sternen.

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Rezension: Comic – Boldly go #11 + #12

Schon die Comics der „Ongoing“-Reihe griffen – vor allem in ihren ersten Geschichten – hin und wieder auf Abenteuer aus der klassischen Star Trek-Serie zurück und Autor Mike Johnson adaptierte sie dann in neuer Form für die Kelvin-Zeitlinie. Auch die „Ongoing“-Nachfolgeserie „Boldly go“ tat dies bereits einmal mit der TOS-Folge „Reise nach Babel“ in den Ausgaben #7 und #8 und erneut ist es diesmal eine zweiteilige Story, die ihre Wurzeln ganz klar in der klassischen Star Trek-Serie hat.

In der Folge „Wen die Götter zerstören“ aus der dritten Staffel der klassischen Serie haben wir Captain Garth von Izar kennengelernt, einen einst gefeierten aber mittlerweile in Ungnade gefallenen Sternenflottenoffizier. „Boldly go #11“ erzählt uns in Episoden Garth‘ Vorgeschichte: Es beginnt damit, dass er zehn Jahre vor den aktuellen Ereignissen als Kommandant der U.S.S. Heisenberg im Orbit des Planeten Axanar durch ein herausragendes Manöver einen klingonischen Schlachtkreuzer vernichten kann. Drei Jahre später referiert er über die Schlacht und darüber, dass ihr glücklicherweise kein Krieg gefolgt ist. Bei dieser Gelegenheit wird Garth von Captain Pike ein Kadett namens James T. Kirk vorgestellt. Weitere vier Jahre später ist die U.S.S. Heisenberg im Orbit des Planeten Antos IV und da es die Bewohner nur einem einzigen Repräsentanten der Föderation gestatten, ihren Planeten zu betreten, beamt Captain Garth alleine hinunter. Und so geschieht das, was das Schicksal wohl in jeder Zeitlinie für Garth vorgesehen hat: Es kommt zu einer schrecklichen Transporter-Fehlfunktion und der deformierte, leblose Körper des Captains materialisiert auf dem Planeten.

Zeitsprung in die Gegenwart: Nach ihrem Abstecher nach Babel hat die U.S.S. Endeavour unter Captain Kirks Kommando ihre Forschungsmission wieder aufgenommen – die jedoch abrupt gestört wird, als sich ein kleines Raumschiff nähert, das von einem Kind namens Thalia gesteuert wird und Kirk nur allzu gut bekannt ist. Denn in einem früheren Abenteuer („Ongoing“-Ausgaben #43 bis #45) war Kirk ihrer Mutter – der Weltraumpiratin Eurydice – begegnet. Eurydice ist auf dem Planeten Antos IV spurlos verschwunden und so ist Thalia ihren Anweisungen für einen solchen Fall gefolgt und bittet Captain Kirk um Hilfe. Da er und Eurydice damals offenbar im Guten auseinander gegangen sind (Anmerkung: Ich selbst habe diese drei „Ongoing“-Comics nicht gelesen, mutmaße hier also nur), lässt Captain Kirk Kurs auf Antos setzen, wo er nach kurzer Verhandlung mit einem Regierungsvertreter erwirkt, zusammen mit Thalia auf den Planeten beamen zu dürfen um nach Eurydice zu suchen.

Erstaunlicherweise finden sie die Piratin beinahe genau an jener Stelle, wo Thalia sie zuletzt gesehen hatte. Kirk ist anfangs zufrieden damit, wie leicht sich dieses Problem lösen ließ, doch anstatt zu ihrer Mutter zu laufen, wendet sich Thalia erschrocken ab mit der Behauptung, dies sei nicht ihre Mutter und rennt fort. Kirk und Eurydice folgen ihr, doch zu Kirks Überraschung führt die Piratin ihn in eine dunkle Gasse, wo sie ihn ohne Vorwarnung niederschießt. Und doch materialisiert der Captain nur kurz darauf im Transporterraum der Endeavour, berichtet von einer reibungslosen Familienzusammenführung und lässt Kurs auf die U.S.S. Heisenberg setzen …

Fazit: Für Kenner der Vorlage ist es natürlich keine große Überraschung, dass sich nicht Captain Kirk zurück auf die Endeavour gebeamt hat, sondern Captain Garth, der dank einer antosianischen Regenerationstherapie nicht nur den Transporterunfall überlebt hat, sondern dank der Therapie auch die Fähigkeit erlangt hat, andere Gestalten anzunehmen. So konnte er zuerst Eurydice und dann Kirk imitieren. Überraschender ist vielleicht, dass trotz des starken Fokus auf Thalia und Eurydice es gar nicht notwendig ist, die zweeinhalb Jahre zuvor erschienenen drei „Ongoing“-Comics über die beiden zu lesen. Ich habe sie wie erwähnt auch noch nicht nachgeholt, aber auch wenn es in diesem „Boldly go“-Zweiteiler keine ausführlichen Information darüber gibt, was damals geschehen ist, ist der Umgang zwischen Kirk, Eurydice und Thalia wirklich selbsterklärend. Eurydice mag ein bisschen ruppig sein, aber Kirk hegt eindeutig große Sympathie für das unabhängige Mutter-Tochter-Gespann. Das wird von Anfang an klar (und somit lange Zeit vor den mehr als eindeutigen letzten Panels des Comics 😉 ) und weckt auch mein Interesse, dies Vorgeschichte demnächst mal zu lesen.

Die vorab durch die TOS-Folge „Wen die Götter zerstören“ bekannten Ereignisse rund um Captain Garth vermeintlichen Tod und seine Umwandlung spielen hingegen eine deutlich vordergründigere Rolle. Zuerst dachte ich ja, die Geschichte des Comics würde wesentlich anders ablaufen als das, was die TOS-Folge implizierte. Immerhin war in der Serie die Rede davon, dass Garth in einem Wahn nach seiner Rettung die Antosianer auslöschen wollte. Im Comic hingegen jagt er zuerst der Crew der Heisenberg hinterher um sich dafür zu rächen, dass man ihn vermeintlich tot auf Antos zurückließ. Anderseits könnte es durchaus sein, dass im Prime-Universum die Geschehnisse gar nicht so anders abgelaufen sind, lediglich die Endeavour  die Rolle der Heisenberg übernommen haben könnte, es sich in der ursprünglichen Zeitlinie somit für Garth erübrigt hätte, der Heisenberg nachzujagen. Aber unabhängig von der Zeitlinie landet Garth am Schluss jedenfalls auf Elba II in einer Einrichtung für geistig abnorme Rechtsbrecher. Zusammen mit Andorianern, Tellariten und einer Orionerin. Die Anspielungen auf die klassische Star Trek-Folge sind erstaunlich vielfältig in diesem Comic. Sogar der Schachzug wird untergebracht.

Es wäre noch sehr interessant gewesen zu erfahren, wie es dazu kam, dass Garth Leichnam auf Antos verblieb und die Antosianer es der Sternenflotten nicht mitteilten, dass sie Garth zu heilen vermochten. Aber ich kann den Zeitsprung nach vorne aus dramaturgischer Sicht ganz gut verstehen. Ich hätte mir die Antosianer allerdings etwas verschlossener vorgestellt und auch wenn sie nur immer einen Vertreter einer außerirdischen Delegation auf ihrem Planeten erlauben, kommt mir ihr Marktplatz etwas zu kosmopolitisch bevölkert vor.

Zeichnerin Megan Levens steuert nach dem Babel-Zweiteiler wieder die Grafiken bei. Ihr Stil wirkt sehr einfach und wie ich schon mal erwähnte „verniedlicht“ sie die Charaktere ein wenig, sie bleiben aber auf jeden Fall absolut erkennbar. Und eine gewisse Niedlichkeit ist vor allem bei Thalia nicht verkehrt. Vor allem wenn die Kleine am Beginn von Ausgabe #12 ihren großen Auftritt hat. 😀 Die U.S.S. Endeavour hätte Levens aber etwas besser treffen können. Man merkt, dass sie sich zu sehr an der Enterprise als Vorlage orientierte, aber die Endeavour unterscheidet sich in mancher Hinsicht doch deutlich von der Enterprise. Das war ein bisschen schlampig. Sogar die Cover der beiden Comics zeigen die Enterprise.

Bewertung: Der Zeitsprung und die folgende Darstellung von Antos wirft ein paar Fragen auf, aber sicher keine unerklärbaren. Ansonsten gefiel mir die Geschichte erstaunlich gut, denn ich war zuerst skeptisch, eine „Fortsetzung“ zu lesen, ohne deren Ursprung zu kennen. Aber zum Glück benötigte zumindest ich keine Vorkenntnisse, um  die beiden Gastcharaktere Eurydice und Thalia zu mögen. Und Captain Garth‘ Vorgeschichte vor seinem Unfall war ganz mitreißend erzählt und bei der Darstellung der Fehlfunktion brilliert auch Zeichnerin Levens, die verdeutlicht, welch Horror Garth erlebt hat. Insgesamt fühlte ich mich gut unterhalten, die Story war zwar teilweise schon bekannt, aber die Anspielungen auf TOS gefielen mir ebenso wie der Humor, den vor allem Thalia reingebracht hat. 5 von 6 Sterne! 

5stars

Anmerkungen: 

Die Darstellung der Rückblicke ist wirklich sehr gut gemacht mit großer Rücksicht auf die Designs der jeweiligen Zeit. So trägt die Crew der U.S.S. Heisenberg während der Schlacht von Axanar noch jene blauen Uniformen, die wir von der U.S.S. Kelvin kennen. Ein paar Jahre später auf der Akademie entsprechen die Darstellungen ebenfalls der Zeit mit passenden Unformen und auch Schauplätzen. Mit dem Sprung in die Gegenwart nach „Beyond“ ist dann die Palette der Dienstuniformen der neuen Zeitlinie komplett!

Da „Discovery“ im Prime-Universum angesiedelt ist und nicht in der Kelvin-Zeitlinie, sollte man nicht unbedingt Parallelen nach dem Universumssplit suchen, aber mir fiel doch auf, dass die U.S.S. Heisenberg zumindest an der Oberseite der U.S.S. Europa aus dem „Discovery“-Pilotfilm etwas ähnelt. Vermutlich aber nur ein Zufall.

Ohne das Buch empfehlen zu wollen, möchte ich zumindest darauf hinweisen, dass es auch einen Roman gibt, der die TOS-Folge „Wen die Götter zerstören“ fortsetzt. Im Jahr 2013 habe ich den „Garth of Izar“ rezensiert, der mich allerdings nicht zu beeindrucken vermochte.

Rezension: TOS – “Shadow of the Machine”

Zur Überbrückung der nur noch kurzen Wartezeit auf das Erscheinen eines anderes Buches, habe ich diese kleine Novelle gelesen, die ausschließlich in ebook-Form erschienen ist. Autor Scott Harrison konzentriert sich hierbei vorrangig auf drei Offiziere der Enterprise nur kurze Zeit nach dem V’Ger-Zwischenfall im ersten Star Trek-Kinofilm.

Shadow of the Machine

Zwischen dem Abschluss des Testflugs (zu dem die Enterprise am Ende des Films aufbrach) und dem Beginn der zweiten 5-Jahres-Mission gönnen sich die Brückenoffiziere nochmal Urlaub, der aber nicht für jeden eine Erholung darstellt, sondern auch persönliche Verpflichtungen mit sich bringt. So wird Captain Kirk von seinem Onkel und seiner Tante auf die Familien-Farm gerufen, denn man macht sich dort Sorgen um Peter – den Sohn von Kirks verstorbenen Bruder. Der Junge, der einst so große Ambitionen hatte auf die Sternenflottenakademie zu gehen, wirkt teilnahmslos. Doch Kirk sieht sich selbst recht ungeeignet, um Peters Interesse an der Raumfahrt und im Speziellen einer Offizierskarriere zu fördern, hadert der Captain doch selbst noch mit dem Verlust von Commander Decker und Lieutenant Illia und der Frage, ob er eine solche Verantwortung, die der Job mit sich bringt, noch tragen will.

Mister Spock verbringt seinen Urlaub auf Vulkan, wo er nicht nur seine Eltern trifft, sondern auch in das Kolinahr-Kloster zurückkehrt, um dort zu deklarieren, dass dieses Ritual, durch das man sich sämtlicher Emotionen entledigen kann, nicht für ihn geschaffen ist.

Und schließlich begleitet der Roman auch noch Hikaru Sulu nach San Francisco, wo Monate vor dem eigentlichen Termin bei Sulus Lebensgefährtin die Wehen eingesetzt haben. Dank hochentwickelter medizinischer Technologie geht es Mutter und Tochter zwar nach der Geburt sehr gut, doch Sulu wird auch noch von der Sorge geplagt, welche Art von Vater er sein kann, denn an seiner Beteiligung an der nächsten 5-Jahres-Mission lässt sich nichts ändern. Und es scheint auch niemand Interesse daran zu haben, etwas daran ändern zu wollen.

Fazit: Der Titel „Shadow of the Machine“ bezieht sich nur auf die Zeit, in der dieser Roman angesiedelt ist. Es gab in den letzten Jahren nur sehr wenige Star Trek-Romane, die die TOS-Movie-Ära behandelt haben und kaum welche, die rund um die Ereignisse des allerersten Kinofilms angesiedelt waren. Eine sehr lesenswerte Ausnahme ist der Roman „Ex Machina“ von Christopher L. Bennett. Doch im Gegensatz zu diesem spielen die Besonderheiten dieses Zeitabschnitts in „Shadow of the Machine“ keine Rolle. Vielmehr stehen die Personen im Mittelpunkt und sehr persönliche Fragen, die sie quälen und die Antworten darauf, die sie suchen. Ich nehme nicht so viel vorweg wenn ich bereits verrate, dass sowohl Kirk, Spock als auch Sulu (in etwas geringerem Maße) ihre Antworten finden. Captain Kirk darf dabei sogar ein kleines Abenteuer erleben. Die Kürze der Novelle und die Art der Erzählung bieten nicht viel Raum für Action-Einlagen, aber diese eine lockert doch ganz gut auf, immerhin geschieht nicht allzu viel und auch der Dialoganteil erscheint mir verhältnismäßig gering. Es sind drei sehr introvertierte Geschichten, in denen man den Gedanken der drei Hauptprotagonisten folgt. Wie schon erwähnt sind viele persönliche Sorgen dabei und im Falle von Kirk auch einige Kindheitserinnerungen an seinen Bruder, die von der Rückkehr in sein altes Zuhause geweckt werden.

Während die Urlaubserlebnisse von Kirk und Sulu ungefähr gleich viel Raum erhalten, fand ich es schade, dass ausgerechnet Spocks Reise nach Vulkan etwas weniger Platz erhielt. Vor allem da er sicher an den exotischsten Ort reist und auch eine schöne Erkenntnis am Schluss hat, wenn er meint, er sei aufgrund seiner Abstammung kein halber Vulkanier, sondern mehr als nur Vulkanier.

Bewertung: Das Kurzroman-Format ist für diese Art von Geschichten sehr gut geeignet. Man muss solche persönlichen Lebenskapitel ja nicht immer versuchen, in ein Erlebnis von umfassenderer Wichtigkeit einzubetten. Scott Harrison interessiert sich hier allein für die die Charaktere, die er gut trifft und deren Probleme er mit Fingerspitzengefühl erläutert und dem Leser näher bringt. Kein überragender Roman, aber ideal um mal zwischendurch gelesen zu werden. 4 von 6 Sterne! 

4stars

Anmerkung:

Die_Tochter_des_CaptainWährend Inhalte jüngerer Romane verlagsintern ganz gut aufeinander abgestimmt sind, sind Autoren heutzutage nicht mehr an Geschehnisse gebunden, die in älteren Star Trek-Romanen vor der Jahrtausendwende beschrieben wurden. Bestenfalls gibt es noch kleine Anspielungen und eine solche findet man auch in „Shadow of the Machine“.

Bereits der in den 1990er-Jahren erschienenen Roman „Die Tochter des Captain“ – der übrigens wirklich sehr empfehlenswert ist! – beschäftigte sich intensiv mit Sulus Vaterschaft. „Shadow of the Machine“ ist mit diesem älteren Roman völlig inkompatibel. Dennoch wurde der Name von jener Frau, die Sulus Tochter Demora zur Welt brachte, von Scott Harrison in seine Novelle übernommen.