Rezension: „Star Trek – Die Welten der Föderation“

Im vergangenen Herbst habe ich einen Reiseführer zum Planeten Vulkan rezensiert und da ich nun kurz davor stehe, das im selben Stil verfasste Buch zum Klingonischen Imperium zu lesen, wurde mein Interesse geweckt, nach langer Zeit wieder einmal ein sehr altes Buch aus dem Regal zu holen, das sich ebenfalls mit der Präsentation von besonderen Planeten im Star Trek-Universum beschäftigt: Shane Johnsons „Die Welten der Föderation“.

weltenderfoederation_cover

Um den Inhalt des Buches richtig einordnen zu können, ist es wichtig, sich seines Erscheinungsdatums bewusst zu werden. In den USA erschien es unter dem Originaltitel „The Worlds of the Federation“ im Jahre 1989, während es der Heel-Verlag auf Deutsch erst 1996 herausbrachte und damals einige Informationen aus dem Buch bereits veraltet waren. Denn während 1996 das Star Trek-Franchise bereits sein 30jähriges Jubiläum feierte (was vermutlich Anlass für die nachträgliche deutsche Veröffentlichung war) und nach dem Ende von „The Next Generation“ bereits „Deep Space Nine“ und „Voyager“ seit mehreren Jahren im TV liefen, war das fiktive Star Trek-Universum im Jahre 1989 noch ein ganzes Stück kleiner. Es bestand lediglich aus 3 Staffeln der klassischen Serie, der kurzlebigen Zeichentrickserie, fünf Kinofilmen und wahrscheinlich noch nicht mal aus zwei vollständigen Staffeln von „The Next Generation“ als dieses Buch geschrieben wurde.

Schon 1996 waren einige der im Buch enthaltenen Informationen nicht mehr aktuell und aus heutiger Sicht würde der Uneingeweihte vermuten, der Autor habe keine Ahnung von „Star Trek“ gehabt. Doch tatsächlich arbeitete Shane Johnson lediglich mit dem Wenigen, das schon vorhanden war , füllte Lücken mit seiner eigenen Fantasie und bediente sich auch aus anderen Quellen, die er in seiner Danksagung nennt. Darunter die „Space Flight Chronology“, „Star Trek Maps“ und „Spocks Welt“. Dieses Sachbuch genießt man heutzutage also besser als Zeitreise, die einen zurück in einen weit weniger vollgepackten Kanon des Star Trek-Universums entführt.

Ich hatte zuvor zwar die aktuellen Star Trek-Reiseführer erwähnt, aber mit Dayton Wards Büchern hat „Die Welten der Föderation“ abgesehen vom Thema „Fremde Welten und neue Zivilisationen“ nichts gemein. Shane Johnsons Buch ist mehr eine sachlich verfasste Enzyklopädie … und zwar verfasst von niemand Geringerem als Lieutenant Commander Data von der U.S.S. Enterprise-D. Diese besondere Perspektive ist insofern interessant, weil viele der insgesamt 66 (!) vorgestellten Welten im Buch uns nur aus den Abenteuern von Kirk & Co bekannt waren. Data liefert hier nicht nur Zusammenfassungen dessen, was man in den Serien und Filmen sah – mit natürlich einigen Ergänzungen – sondern gibt „historische“ Informationen, wie sich das Leben in den folgenden 100 Jahren auf einigen der Planeten weiterentwickelt hat. Shane Johnson hat sich hier eine große Bandbreite an Schicksalen ausgedacht. Humorvolles wie im Falle von Sigma Iotia (siehe TOS-Folge „Epigonen“), die sich nach dem Bandenwesen in Chicago die Enterprise-Offiziere zum Imitieren ausgesucht haben. Aber auch Tragisches ist dabei, wie die „erfolgreiche“ Reduzierung der Überbevölkerung von Gideon (TOS-Folge „Fast unsterblich“).

Das Buch selbst ist klar strukturiert in drei Kapitel: Föderationswelten, neutrale Welten und feindlich gesinnte Völker. Jedem vorgestellten Volk wird eine Doppelseite gewidmet, die zuerst die geläufigen Namen des Sonnensystems benennt, dann folgt ein Text, der die Beschaffenheit des Systems, seiner Bewohner und ihre Geschichte erläutert und lokale Besonderheit erwähnt. Darunter gibt es dann grafische Darstellungen des Sonnensystems sowie des Hauptplanten im System. Komplettiert wird die Doppelseite mit einer Darstellung der dominanten Lebensform. Nur in wenigen Fällen variiert die Zusammenstellung der Doppelseite und es wird statt der dominanten eine ungewöhnliche Spezies genauer gezeigt, manchmal auch ein besonderes Bauwerk auf dem Planeten oder eine Sternenkarte, die ein besonderes historisches Ereignis beschreibt. Und wenn über einen Planeten nur sehr wenig bekannt ist, dann kann es auch vorkommen, dass stattdessen ein Raumschiff des dort beheimateten Volkes dargestellt wird, mit dem die Föderation in Kontakt kam.

098

Dies ist ein Foto der amerikanischen Ausgabe. Die deutsche Ausgabe verzichtet auf den farbigen Rahmen auf diesen Doppelseiten und ist – abgesehen von den Bildern auf den Mittelseiten – in Schwarz-Weiß gehalten.

Fazit: 1989 stammten die Klingonen noch von Klinzhai (oder Kling) und nicht von Kronos. Die Heimatwelt der Ferengi wird in diesem Buch als Ferengal bezeichnet und die Föderation wurde im 21. Jahrhundert gegründet. Die Andorianer haben es gerne warm und Romulus war schon vor Suraks Zeit eine vulkanische Kolonie, die dann in Vergessenheit geriet. Dies sind nur ein paar der auffälligeren Abweichungen zum später etablierten Kanon. Aber als Fehler vorwerfen darf man diese Abweichungen dem Buch und seinem Autor natürlich nicht, denn Shane Johnson hat damals auch nichts anderes getan als es heutige Star Trek-Autoren machen: Sie schließen Lücken, beantworten offene Fragen und leben mit dem Risiko, dass diese Fragen später vielleicht ganz anders beantwortet werden. Und auch wenn natürlich gerade die „Fakten“ zu den besonders häufig vorkommenden Welten und Völkern heute ganz andere sind als 1989, so enthält das Buch doch auch viele unwidersprochene Ideen und kann durchaus eine Inspirationsquelle für Fan-Fiction-Autoren sein, die nach ungewöhnlichen Schauplätzen Ausschau halten, um ihre eigenen Geschichten zu bereichern.

Das heimliche Highlight des Buches ist völlig vom Alter unabhängig: Es sind die 8 farbigen Innenseiten, die vom leider bereits verstorbenen Science-Fiction-Illustrator Don Ivan Punchatz gestaltet wurden. In einem besonderen, malerischen Stil stellte er für diese Seiten einige ausgewählte Spezies dar, vornehmlich Nicht-Humanoide aber auch Vertreter der Flora und Fauna einiger im Buch erwähnter Welten. Als Fan der meiner Meinung nach unterschätzten Star Trek-Zeichentrick-Serie freut es mich besonders, auf diesen Seiten auch Phylosianer, Le-Matya oder die capellanische Energiekatze vorzufinden. Ich kann mich noch erinnern in den 90er-Jahren gerätselt zu haben, woher diese fantastischen Spezies denn stammen mögen. Erst viele Jahre nachdem ich das Buch zum ersten Mal gelesen hatte fand ich es heraus.

Bewertung: Als Nachschlagewerk ist „Die Welten der Föderation“ heutzutage natürlich nicht mehr zu empfehlen, falls man sich gezielt auf die Suche nach Kanon-Informationen zu „Star Trek“ begibt. Aber wie erwähnt enthält das Buch auch einige inspirierende Ideen und ich denke wenn man sich bewusst ist, dass man hier keine aktuelle Informationensammlung vor sich hat, kann man als Leser – und vielleicht sogar als Star Trek-Autor – einiges daraus mitnehmen. Okay, der Text ist manchmal etwas trocken formuliert, was der Fantasieanregung wenig dienlich ist – dies ist sicher dem fiktiven Verfasser des Buches geschuldet. Aber in kaum einem anderen Buch wird man die Besonderheit von 66 fremden Welten und ihren Bewohnern so kompakt und großzügig illustriert vorfinden wie hier. Daher gebe ich 4 von 6 Sterne – nicht für ein Sachbuch, sondern für eine interessante Ideensammlung.

4stars

Anmerkungen:

Die deutsche Ausgabe enthält nicht nur vorne und hinten ein paar Seiten Werbung, ihr lag auch ein kleiner Prospekt des Heel-Verlags bei, der Science-Fiction-Fanartikel verschiedenster Art zum Kauf anbot.

Shane Johnson – der inzwischen unter dem Namen Lora Johnson firmiert – erfreut sich vor allem in der englischsprachigen Fanszene dank „Mr. Scotts Guide to the Enterprise“ großer Anerkennung. Im Gegensatz zu „Die Welten der Föderation“ wird dieses technische Handbuch (das meines Wissens nach nie auf Deutsch erschien) in Konversationen z.B. bei TrekBBS.com  auch heutzutage noch oft referenziert.

Advertisements

Bewegte Bilder

In San Diego ist wieder einmal Comic Con-Zeit und im Rahmen dieses Events wurde ein neuer Trailer zu „Star Trek Discovery“ veröffentlicht. Wie bereits berichtet wird die Serie hierzulande ab 25. September 2017 über Netflix zu sehen sein. (Ab 24. September bereits in den USA auf CBS All Access.)

Auch neue Promotion-Fotos und ein Postermotiv wurden veröffentlicht:

Die Bilder stammen von trekmovie.com, wo ihr auch einige Artikel mit vielen Fotos der auf der Comic Con ausgestellten Kostüme, Requisiten und Entwürfe findet:

Uniformen und Ausrüstung der Sternenflotte, zuvile Kleidung:
http://trekmovie.com/2017/07/20/sdcc17-see-the-federation-and-starfleet-costumes-and-props-from-star-trek-discovery/

Klingonische Rüstungen und Waffen:
http://trekmovie.com/2017/07/20/sdcc17-star-trek-discovery-klingon-costumes-and-props/

Verschiedene Entwürfe, darunter die U.S.S. Discovery:
http://trekmovie.com/2017/07/20/sdcc17-star-trek-discovery-concept-art-details-klingon-and-federation-ships/

Rezension: Comic – Boldly go #9

Nach den Abenteuern der U.S.S. Endeavour in den vergangenen drei Ausgaben der „Boldly go“-Comicreihe, konzentriert sich Ausagbe #9 nun wieder auf persönliche Erlebnisse bekannter Charaktere. Diesmal im Mittelpunkt stehen Uhura und Spock.

ST_BoldlyGo09-cover

Die Enterprise wird noch auf Stenrnenbasis Yorktown zusammengebaut – ein Vorgang, der laut Information aus diesem Comic noch mehrere Monate andauern wird – und so gönnen sich Uhura und Spock eine Auszeit von der Sternenflotte, die sie auf Neu-Vulkan verbringen. Uhura unterrichtet an der Wissenschaftsakademie irdische Geschichte und Kultur während sich Spock einer Expedition anschließt, die ihn in eine abgelegene Gegend des noch relativ unerforschten Planeten führt. Dort soll eine radioaktive Substanz abgebaut werden, die dabei helfen soll, die neue Heimatwelt der Vulkanier energieautark zu machen.

Während sich Spock weit entfernt von der Hauptstadt aufhält, genießt Uhura ihre neue Aufgabe in der Wissenschaftsakademie, wird von ihren jungen Schülern wie auch ihren vulkanischen Kollegen sehr geschätzt – ebenso von Spocks Vater Sarek, dessen unterschwellige Botschaft, sie und Spock mögen doch auch mal an Heirat denken, ihr nicht entgeht 😀 Ein Subtext, den Spock für gewöhnlich nicht wahrnimmt. 😉

Sareks Andeutungen sind jedoch nicht die einzigen Botschaften, die Uhura auffängt. Plötzlich wird Uhura von sonderbaren, warnenden Visionen geplagt und irgendwie scheinen diese in Zusammenhang mit der Expedition zu stehen, an der Spock teilnimmt …

Fazit: Band #9 erzählt eine abgeschlossene Geschichte, die aufgrund ihrer Kürze die Protagonisten vor kein ausschweifendes Rätsel stellen und auch nicht emotional so mitreißend ist wie die großartige Ausgabe #5 über Jaylah. Aber die Charaktere sind schön getroffen, die Dialoge sehr passend und das Wiedersehen mit Sarek ist höchst erfreulich. In diesem Comic darf er sich wieder von seiner zuvorkommenderen Seite zeigen. Ebenfalls ein Wiedersehen gibt es im Rahmen einer Vision mit Uhuras Eltern und – besonders eindrucksvoll gezeichnet – mit ihrem Onkel Raheem. Sie alle haben wir bereits in Band #18 der „Ongoing“-Reihe kennengelernt, auf dessen Handlung Raheems Erscheinen auch direkt anspielt. (Wenngleich Raheem seit seinem letzten Auftritt ein „e“ abhanden gekommen ist. In diesem Band wird er „Rahem“ genannt.)

Thematisch verbindet die Geschichte sehr gut die Themen von Kommunikation und Emotionen, insofern ist Uhura – als einzige nicht-vulkanische Spezialistin für Kommunikation auf Neu-Vulkan – sehr gut in die Geschichte eingewoben, die Interessantes über die neue vulkanische Heimatwelt offenbart.

 

Visuell hervorragend dargestellt wurde Neu-Vulkan von Tony Shasteen. Nachdem die letzten paar Ausgaben der „Boldly go“-Reihe von neuen Zeichnen illustriert worden waren – mit sehr unterschiedlichem Erfolg meiner Meinung nach – kehrte also diesmal wieder ein Star Trek-Veteran ans Zeichenbrett zurück.  Landschaften stellt Shasteen sehr beeindruckend dar, Charaktere bleiben den Originalen treu und Seite 14 entlockt einem wirklich ein lautes „Wow!“.

Bewertung: Eine nette kleine Geschichte, die thematisch sehr gut konstruiert ist und mit einem unaufgeregtem Finale aufwartet sowie einigen schönen Charaktermomenten. Ich weiß, dass nicht jeder ein Fan der Uhura/Spock-Beziehung ist, die im elften Kinofilm eingeführt wurde. Ich selbst fand es aber absolut legitim, dass die Drehbuchschreiber hier subtile Andeutungen aus den frühen Folgen der klassischen Serie aufgenommen haben (aus „Das Letzte seiner Art“ und „Der Fall Charlie“), die die Zuneigung der beiden zueinander andeuten. Eigentlich ein ideales Thema, um in einer neuen, abweichenden Zeitlinie behandelt zu werden und „Boldly go“-Ausgabe #9 geht das Thema noch dazu ohne Kitsch an. Diese Ausgabe liefert damit eine gute Geschichte für Zwischendurch, der ich 4  von 6 Sterne geben kann.

4stars

Rezension: “Batmobile – The Complete History”

Wir erleben gerade eine Zeit, in der uns die Unterhaltungsindustrie inflationär mit Superhelden-Abenteuern und Comic-Verfilmungen „beglückt“. Mein persönliches Interesse an solchen Geschichten ist inzwischen eher gering, doch es gibt zumindest eine große Ausnahme: Kommt ein neues Batman-Abenteuer ins Kino oder ist eine Serie in Gotham City angesiedelt, so ist das genau nach meinem Geschmack – wenngleich dieser dunkle Ritter über die Jahrzehnte einige Veränderungen durchgemacht hat. Und was auf Batman zutrifft, trifft auch auf seinen fahrbaren Untersatz zu, dem sich Mark Cotta Vaz‘ Making-of- und Design-Buch „Batmobile“ widmet.

batmobile_cover

Der Autor geht wirklich an den Anfang zurück, zu den Comics der 1930er-Jahre. Anfänglich verfügte Batman noch über kein eigenes Fahrzeug, sondern fuhr in einer schlichten roten Limousine herum. Erst im Laufe der Zeit erhielt Batmans Auto den Hauch des Besonderen – den die erste reale Variante dieses Gefährts, das in den 1949er-Schwarz-Weiß-Serials zu sehen war (ein einfaches Mercury Cabrio) – wiederum völlig vermissen ließ. Als etwas Besonderes aber alles andere als subtil zeigte sich das Batmobil in der oft kuriosen aber doch enorm beliebten 1960er-Serie mit Adam West. Der umgebaute, schwarze Lincoln Futura mit allen nur denkbaren und undenkbaren „Bat-Extras“ machte seinem Namen alle Ehre und ist auch heute noch das vielleicht ikonischte Batmobile.

Kapitel für Kapitel beschäftigt sich der Autor mit der Entstehungsgeschichte der real umgesetzten Fahrzeuge und ihren Designs. So folgen auf das Fahrzeug aus der Serie die Batmobile aus den Kinofilmen. Nicht weniger berühmt als der Mercury Futura ist das Batmobil im 1989er-Film „Batman“ und im Nachfolger „Batmans Rückkehr“ von Tim Burton. Das durchaus ein bisschen an einen Le Mans-Prototypen erinnernde Fahrzeug ist bei weitem nicht so extravagant wie die Nachfolger aus „Batman Forever“ und „Batman & Robin“, die für sich allein aber auch interessante Designs darstellen und man kann durchaus sagen, dass sich die Fahrzeuge immer auch mehr als nur ein bisschen der durch den jeweiligen Film vermittelte Stimmung – und der Interpretation von Batman – angepasst haben .

Am besten trifft dies aber wohl auf den „Tumbler“ zu. Dies ist jenes Batmobil, das in Christopher Nolans Trilogie („Batman Begins“/“The Dark Knight“/“The Dark Knight Rises“) bleibenden Eindruck hinterließ – beim Zuseher und auf so manchem Auto, das dem Tumbler – einer faszinierenden Mischung aus Sportwagen und Panzer – im Weg stand.

Fazit: Wie bereits das Titelbild erahnen lässt, bekommt der Tumbler die größte Aufmerksamkeit in diesem Buch zugesprochen. Denn das Buch entstand zu einer Zeit, als Christopher Nolan das Finale seiner Batman-Trilogie produzierte und man merkt den erläuternden Texten sehr an, dass deren Informationsgehalt am höchsten ist. Die Texte zu den anderen Batmobilen sind zwar auch umfangreich, aber ich hatte oft das Gefühl, dass die lange Zeit, die seit deren Herstellung vergangen ist, die Erinnerungen der Beteiligten etwas getrübt hat. Dass der technische Aspekt in den Hintergrund rückt, hat mich persönlich dabei nicht gestört, aber auch die Design-Aspekte, die Gedanken und Motivationen, die zur besonderen Gestaltung der einzelnen Fahrzeuge führten, sind mit Ausnahme des Tumblers und vielleicht dem 1989er-Batmobile recht knapp.

Das 140 Seiten starke Hardcover-Buch ist reichlich gefüllt mit professionellen Fotos, viele im Rahmen einer Dokumentation aufgenommen, die all die real gebauten Batmobile an einen Ort zusammenbrachte. Der detaillierte Blick auf die Fahrzeuge ist schon eine tolle Sache, aber mir gingen Skizzen und alternative, nie umgesetzte Designs ab. Auch werden einige Begebenheiten im Text sehr ausführlich beschrieben, aber es fehlt an entsprechendem Foto. So wie ein besonders gelobtes Comic-Cover, das im Buch einfach nicht zu finden ist. Oder die „Bat-Missile“ aus „Batmans Rückkehr“. (Während im Vergleich der artverwandte „Bat-Pod“ aus den neuen Filmen etwas mehr Beachtung findet.)

Auch auch wenn „Batman Forever“ und „Batman & Robin“ alles andere als die populärsten Filme des Franchise sind, so hätte ich mir beim Kapitel zu deren Fahrzeugen doch etwas mehr Sorgfalt gewünscht. An mehreren Stellen vermischen sich die Beschreibungen der beiden eigentlich sehr unterschiedlichen Fahrzeuge und im Text scheint es fast ausschließlich um das „Batman & Robin“-Fahrzeug zu gehen, während das Kapitel fast nur Bilder des „Forever“-Fahrzeugs enthält.

batmobile_p2

Eines von sehr vielen im Buch enthaltenen Fotos des „Forever“-Batmobils.

Bewertung: Allein aufgrund der Fotos kann ich dem Buch schon mal keine schlechte Bewertung geben. Es ist ein toller Bildband für Batman-Fans, aber liest man den Text, beschleicht einem das Gefühl, dass Mark Cotta Vaz eigentlich nur ausreichend Informationen zum Tumbler hatte und die restlichen Fahrzeuge nur reingenommen hat, um das Buch voll zu bekommen. Die damals zeitgleich entstandene Dokumentation (sie ist übrigens Teil der Bonus-Disc der „The Dark Knight Rises“-Blu-ray) bot dem Autor wohl eine gute Gelegenheit, Inhalte daraus ins Buch zu nehmen und tolle Fotos aufnehmen zu lassen. (Das Highlight ist sicher ein ausklappbares Großformatfoto mit allen fünf Autos nebeneinander.) Wobei ich sagen muss, dass der Informationsgehalt speziell zu den Fahrzeugen in der rund einstündigen Doku insgesamt höher ist als im Text des Buches, der Seiten auch mit generellen Infos zum Batman-Universum füllt, die nichts mit dem Batmobil zu tun haben.

Also wer die Filme daheim hat und das Bonusmaterial zu den Batmobilen schon kennt, der wird vom die Fotos begleitenden Text vermutlich alles andere als beeindruckt sein. Und bewegte Bilder sind wohl auch etwas geeigneter, um Fahrzeuge gut in Szene zu setzen. Daher reicht es für dieses Buch nur für 3 von 6 Sterne. Ein bisschen mehr Faszination hätte ich mir von diesem Buch schon erwartet.

3stars

Anmerkung: Aufgrund des Entstehungsjahres ist das neueste Batmobil aus „Batman v. Superman“ nicht im Buch berücksichtigt.

Rezension: „The Liar’s Key“

Das zweite Buch der „The Red Queen’s War“-Trilogie von Mark Lawrence ist das umfangreichste der Saga rund um den Feigling Prinz Jal und den tapferen Wikinger Snorri. Ich mag zwar eine ganze Weile benötigt haben um es durchzulesen, aber auch das zweite Abenteuer dieses ungleichen Paares hat mich sehr gut unterhalten, auch wenn sich die Reisegemeinschaft im Verlauf der Geschichte deutlich vergrößert. Da das Buch ziemlich direkt an den Vorgänger anschließt, muss ich in der folgenden Rezension wichtige Ereignisse aus dem ersten Buch der Trilogie verraten.

cover_theliarskey

Die Ausgangslage: Jal und Snorri haben sich im ersten Buch in den hohen Norden durchgekämpft, wo der Wikinger zwar mit Erfolg Rache an einer Horde abtrünniger Nordmänner und Untoter genommen hat, die sein Dorf verwüsteten. Aber er konnte niemanden retten, vor allem nicht seine Familie, die wie die anderen überlebenden Dorfbewohner verschleppt worden waren, um im Ewigen Eis nach dem sagenumwobenen Schlüssel von Loki zu graben. Nach dem Sieg über die Horde fiel der Schlüssel, der alle Türen zu öffnen vermag, in Snorris und Jals Besitz, was den Wikinger zu einem äußerst düsteren Plan motiviert.

Snorri plant, mit Lokis Schlüssel die Tür zum Totenreich zu öffnen und seine Frau und Kinder daraus zu befreien. Ein Plan, den Jal nicht unterstützen will, denn gerade das Öffnen der Tür – um die Toten in die Welt der Lebenden zu lassen – ist das Ziel, des mysteriösen „Totenkönigs“, eines Nekromanten mit der Macht über die Toten zu befehlen. Würde Snorri die Tür öffnen, könnte dies dem Totenkönig in die Hände spielen, der mit einer riesigen Armee aus Wiederauferstandenen das Zerbrochene Imperium mit unbarmherziger Gewalt einen würde. Jedoch mangelt es Jal an Durchsetzungskraft, Snorris Vorhaben zu unterbinden und die Umstände – wie so oft in Jals Fall handelt es sich dabei um höchst unbedachte amouröse Verstrickungen – zwingen ihn, zusammen mit dem Wikinger und dessen Freund Tuttugu in den Süden zurückzukehren. Während ihrer Reise schließt sich ihnen Kara an – eine Auszubildende der Hexe Skilfar, die Snorri Hinweise auf die Lage der Tür zum Totenreich gibt – sowie der Waisenjunge Hennan, dessen Vater tragischerweise den Verfolgern von Snorri und Jal in die Quere kommt und dabei getötet wird. Anführer dieser Verfolger, die ebenfalls im Dienste des Totenkönigs stehen, ist Edris Dean, der Snorri und Jal schon seit Beginn ihrer Reise im ersten Buch nach dem Leben trachtet und der – wie Jal dank von Kara initiierter Visionen erfährt – schon sehr lange das Schicksal seiner Familie beeinflusst. Aber nicht nur er will in den Besitz des Schlüssels gelangen …

Fazit: „The Liar’s Key“ beinhaltet eigentlich zwei Geschichten in einem Band. Zum einen ist da die große Rahmenhandlung rund um die Reise in den Süden. Snorri und seine Begleiter aus dem Norden machen sich in die Toskana auf, um dort einen Magier ausfindig zu machen, der ihnen die Tür zum Totenreich zeigen kann. Jal will da nicht mitmachen und daher trennen sich die Wege der Reisegemeinschaft an der Grenze zum „Red March“ (ungefähr die heutige Piemont-Region), Jals Heimat. Jal, aus dessen Perspektive auch dieses Buch fast ausschließlich erzählt wird, kehrt in seine Heimatstadt Vermillion zurück und diese Rückkehr verläuft ganz anders als er es sich vorgestellt hätte. So richtig vermisst hat ihn nämlich keiner und das Interesse zu erfahren, welche Heldentaten er im Norden vollbracht hat, ist ebenfalls sehr gering. Zudem hat jede seine Liebschaften in der Zwischenzeit geheiratet und mindest zwei Männer sind mächtig sauer auf Jal und trachten ihm nach dem Leben.

In dieser längeren Passage, die sozusagen ein „Buch im Buch“ ist, kann einem Jal schon richtig leid tun, aber sie ist auch sehr amüsant zu lesen und in den Szenen mit der Roten Königin und ihrer schweigsamen Schwester wird er große Plan, der hinter Jals gar nicht so zufälliger Reise in den Norden steckte, sehr gut dem Leser erläutert. Und auch, was auf dem Spiel steht. Die ominöse „Lady Blue“, die bereits in Mark Lawrence erster „Broken Empire“-Trilogie erwähnt worden war aber bislang nur als Gegenspielerin der Roten Königin bezeichnet wurde, erhält in diesem Buch nun erstmals einen echten Namen und Beweggründe und wird als jene Person identifiziert, die hinter dem Totenkönig steht und die Fäden zieht.

Erneut gelingt es dem Autor, die düstere Handlung mit Humor aufzulockern, was sehr an Jals besonderen Charakterschwächen liegt. Wenn es ihn später in der Handlung nach Florenz verschlägt – dem wichtigsten Handelsplatz der bekannten Welt – so ist es schon amüsant, wie er glaubt, Gewinn machen zu können, indem er einfach seine Flucht plant bevor gewaltige Verbindlichkeiten fällig werden. 😀 Auch zu diesem Buch lässt sich sagen, dass es gewisse Härten zwar nicht komplett ausklammert, aber nicht so im Detail wiedergibt wie noch in Lawrences erster Trilogie. Zu dieser finden sich nun auch weniger Anspielungen. Es gibt zwar so einige, aber der inzwischen zum König von Renar aufgestiegene Jorg und Prinz Jal laufen sich jetzt nicht gefühlt alle paar Stunden über den Weg. Auch die Nekromantin Chella, die in der ersten Trilogie eine große Rolle spielte, wird gut aus der Handlung rausgenommen und durch einen anderen Charaktere sozusagen „ersetzt“, was für einen interessanten Aha-Effekt sorgt.

Die neu eingeführten Charaktere sind sehr gut in die Handlung eingebunden. Der Junge namens Hennan hat zwar nicht allzu viel zu sagen, aber erfüllt im Lauf der Handlung seinen Zweck. Und Kara gefiel mir sehr gut und hat eine andere Entwicklung genommen, als ich es ursprünglich vermutet hatte. Und Tuttugu war bereits aus dem ersten Buch bekannt. Wie Snorri, der sich auf eine höchst düsteren Mission begibt, was auf denne Gemüt schlägt, trägt aber auch dieser Wikinger diesmal zum Humorgehalt wenig bei. Sehr gut gefallen haben mir die Rückblicke in Form der Visionen, die Jal heimsuchen. Eigentlich war er ja nur auf der Suche nach der Wahrheit, was den Tod seiner Mutter anging. Aber die Visionen reichen noch weiter zurück, bis in eine Zeit, als die Rote Königin und ihre Geschwister noch Kinder waren. Das Buch nutzt seinen Umfang sehr gut aus, um der Welt des Zerbrochenen Imperiums zu erweitern, vor allem das kosmopolitische Florenz hilft dem Leser sehr, einen Eindruck von der Größe der Welt zu dieser Zeit zu bekommen. Dazu werden auch ein paar Elemente und Völker aus der vorherigen Trilogie wieder aufgegriffen und noch genauer erläutert.

Bewertung: Die Geschichte rund um Lokis Schlüssel ist schon wirklich eine äußerst lange, aber sie war doch stets so interessant, dass ich immer wissen wollte, wie es weitergeht. Ein wenig schwächer als Band 1 der „The Red Queen’s War“-Trilogie würde ich „The Liar’s Key“ aber dennoch einschätzen, was daran liegt, dass Snorri und Jal als ungleiches Duo nicht mehr so gut funktionieren, was aber auch am Konflikt liegt, den Snorris Absichten auslösen. Insofern war es vielleicht wirklich eine sehr gute Idee des Autors, die Wikinger für eine Weile auszuklammern und Jal sein eigenes Abenteuer  in Vermillion und Florenz erleben zu lassen, das zweifellos gute Unterhaltung ist, aber eben nicht zu der Höhe des ersten Romans gelangt. Daher vergebe ich an „The Liar’s Key“ nur gute 4 von 6 Sterne.

4stars

Anmerkung: Auch diesmal enthält das Buch wieder eine Karte des Zerbrochenen Imperiums, sie ist aber identisch mit jener aus dem vorherigen Buch.

princeoffools map

Rezension: “Die klingonische Kunst des Krieges”

„Uralte Grundsätze gnadenloser Ehre“ verspricht uns dieses Buch, das aus der inneren Perspektive des Star Trek-Universums verfasst wurde. Und es verspricht dabei nicht zu viel! Das qeS’a – was wörtlich aus dem Klingonischen übersetzt soviel heißt wie „Der unentbehrliche Ratschlag“ – ist ein Leitfaden, der klingonischen Kriegern erklärt, was ehrenvolles Verhalten ist und was dazu führt, dass sie Schande auf sich laden.

kunstdeskrieges_cover

In der Einleitung des im 24. Jahrhundert lebenden klingonischen Schriftstellers K’Ratak (er wurde einmal in „The Next Generation“ und einmal in „Voyager“ erwähnt) erfahren wir, dass es sich bei dem qeS’a um einen viele Jahrhunderte alten Text eines anonymen Autors handelt, der ungefähr zu jener Zeit gelebt haben muss, als die Klingonen erstmals begannen, ins Weltall vorzudringen. Diese Ausgabe des qeS’a beinhaltet nicht nur die ursprünglichen Erzählungen zu den 10 Leitsprüchen, sondern zusätzlich jeweils K’Rataks Erläuterungen und Erweiterungen. Die 10 Kapitel sind nach den Leitsprüchen benannt und die Titel gewähren einen ziemlich guten Ausblick auf das, was den Leser erwartet:

  1. Wähle deine Feinde sorgfältig aus.
  2. Schlage schnell zu oder gar nicht.
  3. Blicke deinem Feind immer ins Auge.
  4. Stelle dich dem Unglück.
  5. Offenbare dein wahres Ich im Kampf.
  6. Zerstöre die Schwäche.
  7. Verschiebe nichts auf morgen.
  8. Wähle lieber den Tod als die Gefangenschaft.
  9. Stirb aufrecht.
  10. Erhebe die Ehre über alles.

Die Kapitel beginnen jeweils mit dem ursprünglichen Inhalt des qeS’a, einer kurzen theoretischen Einleitung und danach folgen Parabeln, die praktische Beispiele für die Anwendung des jeweiligen Leitspruchs vermitteln. Dies geschieht anhand historischer Begebenheiten, Überlieferungen und Legenden. K’Ratak fügt danach seine persönlichen Anmerkungen an und ergänzt weitere Beispiele in Form nicht so lange zurückliegender Geschichten – die Star Trek-Fans manchmal aus den Serien kennen oder aus den Romanen, die in den letzten paar Jahren erschienen sind.

Denn hinter K’Ratak steckt niemand anders als Keith R.A. DeCandido, den man durchaus als Klingonen-Experten bezeichnen kann, immerhin stammen aus seiner Feder einige Star Trek-Romane, die dieses Volk in den Mittelpunkt stellen. So wie die „I.K.S. Gorkon-Reihe“ und ihre Ableger. Wenig überraschend tauchen in K’Rataks Ergänzungen auch einige jener Charaktere auf, die in DeCandidos Romanen wichtige Rollen spielen. Das Buch „Die Klingonische Kunst des Krieges“ ist somit eine direkte Ergänzung seiner Romane bzw. sind die darin enthaltenen Geschichten somit auch Teil der Kontinuität, die die Romane der letzten rund 15 Jahre miteinander teilen.

Fazit: Dass dieses Buch Teil der offiziellen Roman-Kontinuität ist hat mich auch eine Weile davon abgehalten, es zu lesen. Ich hatte es mir schon kurz nach Erscheinen gekauft, Ende 2014 oder Anfang 2015, doch damals arbeitete ich schon an meinem Fan-Roman „Sailing on Forbidden Seas„, der sich nicht an der in den offiziellen Romanen etablierten Kontinuität orientiert und sich ebenfalls sehr stark mit der klingonischen Kultur und Geschichte beschäftigt. Um mich nicht beeinflussen zu lassen, blieb „Die klingonische Kunst des Krieges“ – das sich natürlich unverkennbar an Sun Tzus „Die Kunst des Krieges“ orientiert – also eine Weile im Regal, doch in den vergangenen Wochen habe ich mir Grundsatz für Grundsatz vorgenommen und fand vor allem die Geschichten sehr unterhaltsam und interessant. Querbeet enthält das Buch Erzählungen von Begebenheiten aus der klingonischen Mythologie, von Kahless, den Regentschaften verschiedener Imperatoren und Kanzler, aber auch Geschichten über einfache Leute.

Während mir die abwechslungsreichen Geschichten gefallen haben, die auch sehr gut geschrieben waren (man denke sich beispielsweise die tiefe Erzählstimme des Kahless-Klons aus „The Next Generation“ dazu) konnte ich mit der eher philosophisch angehauchten Theorie weniger anfangen. Zum einen war sie mühsamer zu lesen und erschien mir repetitiv. Zum anderen muss man als Mensch schon ein wenig den Kopf schütteln über den Irrsinn, nach dem die Klingonen leben. 😀 Auf den Punkt gebracht: Der Ehrenkodex zwingt dich dazu zu handeln, immer und immer wieder und dabei ständig die vorher verdiente Ehre aufs Spiel zu setzen, während dich der geringste Fehltritt für den Rest deines Lebens entehrt, auch wenn er gar nicht wirklich deine Schuld war. (Zum Glück scheint die Akzeptanz des Schicksals Teil ihrer Psyche zu sein, ansonsten wären die Klingonen wohl ein Volk von Burn-out-Patienten, die unter dem ständigen Leistungsdruck zusammenbrechen. 😉 ) Die klingonische Ehre erweist sich wie im Subtitel des Buches versprochen tatsächlich als gnadenlos.

Als Lebensratgeber finde ich das Buch also eher bedenklich. Auch der Versuch, hin und wieder die Anwendbarkeit der Grundsätze auf das Zivilleben umzulegen, ist etwas holprig, könnte man als Versuch von Propaganda durch die Kriegerkaste aber satirisch betrachten.

Zur Gestaltung: Es handelt sich um ein 17,5 mal 25 Zentimeter großes Hardcover-Buch mit rund 160 Seiten und ich kann durchaus nachvollziehen, warum sich der Verlag für diese Gestaltungsvariante entschieden hat. Man wollte das Buch edel erscheinen lassen aber auch ein wenig „alt“. So ist der Text nicht auf sauberem Weiß gedruckt, sondern auf einer Textur, die das Papier etwas vergilbt darstellen soll. Weiters gibt es zu jedem Kapitel eine einleitende Illustration. Diese sind schön gezeichnet, aber enthalten manchmal mit Photoshop eingefügte Gesichter von Klingonen, die man den Star Trek-Serien sah. Dies wurde trotz Einsatz von Stilisierung nicht immer ganz perfekt kaschiert.

Obwohl das Layout sehr hübsch ist, muss ich doch gestehen, dass ich mir beim Kauf ein stärker illustriertes Buch erwartet habe. Von allen Büchern zum Star Trek-Universum, die ich bislang rezensiert habe, ist dieses visuell am magersten ausgestattet. Zehn Bilder und ein paar schwarze Silhouetten von Waffen sind doch etwas wenig und meiner Meinung nach wäre nicht viel Wirkung verloren gegangen, wäre das Buch als Softcover erschienen. Inhaltlich ist es nämlich vorrangig „nur“ eine Geschichtensammlung und wenngleich ich den Preis eines Buch normalerweise nicht in meine Rezension einfließen lasse, finde ich € 24,90 etwas übertrieben. Denn runtergerechnet auf ein Taschenbuch hat man einen rund 250seitigen Roman vor sich. Also mein Fazit hierzu: Die Aufmachung rechtfertigt den Preis. Aber der Inhalt rechtfertigt die Aufmachung nur bedingt.

Bewertung: In meine Bewertung lasse ich den Preis aber nicht einfließen. Vorrangig geht es mir hier um den Unterhaltungswert und der war durchaus gegeben. Die Anekdoten und Geschichten nehmen den Großteil des Buches ein und waren sehr stimmungsvoll geschrieben. Aber als Ratgeber ist das Buch für Nicht-Klingonen eher weniger interessant. Außer man ist wirklich ein fanatischer Anhänger dieser Lebensweise. Ich gebe der „Klingonischen Kunst des Krieges“ 4 von 6 Sterne.

4stars

Bewegte Bilder (Update 23.6.2017)

Vor einem Monat wurden uns die ersten richtigen Trailer zur neuen Star Trek-Serie „Discovery“ präsentiert. Im Zusammenhang mit der Ankündigung des Starttermins (bzw. der Starttermine) gibt es nun neues Werbematerial, wenngleich ohne neues Bildmaterial aus der Serie selbst. (Update 23.6.2017: Neues Foto in der Bildergalerie!)

In den USA startet „Discovery“ am 24. September 2017 auf dem Sender CBS bzw. auf dem Streaming-Dienst „CBS All Access“. Zum Start werden die ersten beiden Episoden veröffentlicht, jeden Sonntag folgt dann eine weitere.

Fast überall außerhalb der USA wird die Serie auf Netflix gezeigt und das jeweils nur einen Tag nach der amerikanischen Veröffentlichung. Demnach startet die Serie bei uns am Montag, dem 25. September 2017 mit ebenfalls wöchentlich einer weiteren neuen Folge.

 

Bis Anfang November werden die ersten 8 Episoden der Staffel veröffentlicht. Die restlichen 7 folgen dann im Jänner 2018.

Und hier nochmals die ersten beiden CBS- und Netflix-Trailer sowie eine aktualisierte Bildergalerie mit einem neuen Poster-Motiv.

Link: Trailer-Variante mit deutschen Texteinblendungen und Untertiteln

Anmerkung zum neuen Poster: Derzeit ist nicht bekannt, ob es die endgültige Variante der U.S.S. Discovery zeigt oder die Werbeabteilung einfach auf ein älteres Bild zurückgegriffen hat. (Ein Beispiel: Die Poster zur „Star Trek Beyond“ zeigten noch die alte Variante der Enterprise, obwohl sie im Film mit einigen Änderungen zu sehen war.) Zwei langjährigen User des Forums Trek BBS meinen, eine andere offizielle Version des Schiffes gesehen zu haben. Natürlich kann sich das Design seither aber auch wieder geändert haben.

Die letzte Grenze …

Stephen-Furst-1955-2017

Stephen Furst

1955 – 2017

Einmal mehr müssen wir uns von einem Darsteller der Serie „Babylon 5“ viel zu früh verabschieden. Stephen Furst, der in der Serie den Botschafter-Assistenten und späteren Centauri-Imperator Vir Cotto verkörperte, starb am 16. Juni 2017 im Alter von 63 Jahren an den Folgen seiner Diabetes-Erkrankung.

Auch von anderen Helden meiner Kindheit hieß es in den vergangenen Wochen Abschied nehmen. Sie mögen zwar nicht im Besonderen für ihre Beteiligung in Science-Fiction-Produktionen bekannt gewesen sein, aber „007“-Darsteller Roger Moore und „Batman“ Adam West standen für mich schon in frühen Jahren für tolle TV- und Filmunterhaltung.

Pilotfilm-Review: „Star Trek : The Next Generation – Der Mächtige/Mission Farpoint“

Im neuesten Teil meiner Review-Reihe zu den Star Trek-Pilotfilmen steht jener im Fokus, dessen Erstausstrahlung sich Ende September zum 30. Mal jähren wird. Bevor „The Next Generation“ startete, bestand das Star Trek-Universum lediglich aus Abenteuern der klassischen Crew, die bereits den Sprung ins Kino geschafft und 1986 mit „Zurück in die Gegenwart“ einen echten Überraschungshit gelandet hatte. So verwundert es nicht, dass man das Franchise so schnell wie möglich auch wieder auf die TV-Schirme zurückbringen wollte. Jedoch mit einem anderen zeitlichen Ansatz, der noch folgende 21 Serienstaffeln und vier Kinofilme prägen sollte …

Handlung: „Encounter at Farpoint“ – so der englische Titel des Pilotfilms – setzt rund ein Jahrhundert nach der klassischen Star Trek-Serie an und gewährt dem Zuseher erstmals einen Blick auf die fernere Zukunft dieses fiktiven Universums. Wenngleich nicht alles daran komplett anders ist: So steht auch hier ein Raumschiff namens Enterprise im Mittelpunkt. Die brandneue Enterprise 1701-D, die unter dem Kommando von Captain Jean-Luc Picard nach Deneb IV unterwegs ist, um einerseits weitere Crew-Mitglieder an Bord zu nehmen und anderseits mit den auf Deneb beheimateten Bandi eine Einigung zur dauerhaften Nutzung von Farpoint Station zu erzielen. Die rasche Entstehung des neuen Raumhafens gibt der Sternenflotte einige Fragen auf, die zu klären es gilt. Doch noch bevor die Enterprise ihr Ziel erreicht, wird sie von einem gigantischen Hindernis aufgehalten und die Crew macht Bekanntschaft mit dem mächtigen Wesen namens Q. Dieses Wesen wirft der Menschheit pauschal vor, sich schon weit genug ins Weltall vorgewagt und sich trotz ihrer technischen Fortschritte charakterlich nicht weiterentwickelt zu haben. Sie sei noch immer eine wilde, barbarische Spezies.

farpoint_hd_302

In einer von Q (John DeLancie) geschaffenen Realität macht das mächtige Wesen Captain Picard (Patrick Stewart) den Prozess. Auf dieser Szene wird sieben Jahre später das Serienfinale aufbauen.

Als sich Captain Picard weigert Qs Forderung nach einem Rückzug zur Erde nachzukommen, stellt Q ihn und die Führungsoffiziere in einer Scheinrealität vor Gericht und klagt sie stellvertretend für die Verbrechen der Menschheit an. Doch Q lässt sich von Picard dazu überreden, erst zu testen, ob sich die Menschheit nicht doch weiterentwickelt habe und er deutet an, dass bereits die bevorstehende Mission auf Farpoint Station ein hervorragender Test wäre. Auf Deneb IV haben in der Zwischenzeit Commander Riker und Doktor Crusher Mysteriöses beobachtet, das die Frage aufkommen lässt, ob alles auf Farpoint Station das ist, was es zu sein scheint …

Fazit: Vorweg möchte ich gleich gestehen, dass ich geneigt bin, „Encounter at Farpoint“ allein aus nostalgischen Gründen etwas gnädiger zu beurteilen als viele andere Kritiker. Denn wenngleich ich in meiner Kindheit bereits die klassische Star Trek-Serie gemocht hatte, war es doch die Erstausstrahlung des Pilotfilms von „The Next Generation“ (bzw. „Das nächste Jahrhundert“) im deutschen Privatfernsehen 1993, die mich so richtig zum Star Trek-Fan machte. Meine Begeisterung für den Pilotfilm hat sich aber dennoch im Lauf der Zeit deutlich reduziert, die Schwächen und Merkwürdigkeiten des Films treten inzwischen doch etwas deutlicher zutage, denn der Film ist sehr geprägt von der futuristisch-humanistischen Einstellung, die sich Star Trek-Erschaffer Gene Roddenberry in den 70ern und 80ern angeeignet hatte. Qs Test der zukünftigen Menschheit ist ein Beispiel dafür und vor allem seine einleitende Kritik am menschlichen Fehlverhalten der Vergangenheit bzw. damaligen Gegenwart. Wie öfters in der ersten Staffel der Serie trägt auch der Pilotfilm Gegenwartskritik sehr plakativ und oberlehrerhaft vor. Solche Themen kann man auch wesentlich harmonischer und unterhaltsamer in einer Story verarbeiten.

farpoint_hd_162

Vor 100 Jahren noch mit der Föderation verfeindet, sind die Klingonen inzwischen Alliierte und mit Lieutenant Worf  (Michael Dorn) dient einer von ihnen auch in der Sternenflotte. In dieser Einstellung sieht man auch, dass glänzende Touchscreens und eine sanfte, helle Farbpalette die Einrichtung der Enterprise-D prägen.

Was ebenfalls sehr plakativ rüberkommt ist die Vorstellung der Charaktere und ich übertreibe nicht wenn ich sage, dass sich in „Encounter at Farpoint“ die Charaktere vor die Kamera stellen und relativ unmotiviert sich und ihre Eigenschaften vorstellen. So mutet es schon seltsam an, wenn sich der Zweite Offizier Data oder der Klingone Worf in Szene setzen, indem sie plötzlich von ihren Sesseln aufspringen und einen Vortrag halten. Oder Sicherheitschefin Tasha Yar sich während einer Krisensituation durch die halbe Brücke bewegt und betont „in ihrer Funktion als Sicherheitschefin“ das Wort ergreift. Ebenfalls mitten in einer Krise verlässt Picard für einen Plausch mit Doktor Crusher die Brücke. Jene Doktor Crusher, die kurze Zeit davor eine Szene mit dem blinden Steuermann Geordi LaForge hatte, die nichts zur Story beiträgt, lediglich erklärt, warum der Mann eine Haarspange vor den Augen trägt. Aber natürlich ist es nicht so leicht, ein so großes Ensemble in nur 90 Minuten vorzustellen und eine passende Story rundherum zu schreiben. Wenngleich mancher Superhelden-Film durchaus ein gutes Beispiel wäre.

Und tatsächlich ist der Mix der neuen Enterprise-Crew durchaus sehr vielfältig und nicht unähnlich einer Superheldentruppe. Wir haben einen ernsten, autoritären Anführer, einen strebsamen jungen Stellvertreter, einen klugen aber naiven Androiden, einen mutigen Krieger, eine Empathin und einen Blinden, der dank Technologie mehr wahrnehmen kann als jeder andere. Die Story gönnt jedem der Hauptcharaktere seinen definierenden Moment, auch wenn dieser nicht viel zu selbiger beiträgt. Generell ist die Geschichte rund um Qs Test und das Geheimnis von Farpoint Station eher ein Vehikel zur Vorstellung einer bestimmten Philosophie, eines neuen Hauptschauplatzes im 24. Jahrhundert und der Figuren, die sich darin bewegen. Es ist keine große Abenteuerstory, aber doch mit nicht gerade wenig „Sense of Wonder“ ausgestattet.

farpoint_hd_490

Die Enterprise-D im Orbit von Deneb IV. Neben ihr fliegt die U.S.S. Hood, eine Wiederverwendung des Excelsior-Modells aus dem dritten Kinofilm „Auf der Suche nach Mr. Spock.“ Genau wir beim Film war für die Effekte des Pilotfilms das erstklassige Studio ILM verantwortlich.

Die Enterprise selbst ist bereits ein neuer, erkundenswerter Schauplatz. Sie ähnelt äußerlich nur vage Kirks Enterprise, ist deutlich größer, ihre Grundform fließender und weniger modular. Das Innere bedient sich teilweise veränderter Sets aus den Kinofilmen (Korridore, Transporterraum), ergänzt aber auch jede Menge neue Sets, die gut dazu passen, was für das hochwertige Produktionsdesign spricht. Dennoch ist die Designsprache deutlich anders als in den Kinofilmen der damaligen Zeit, die die Sternenflotte ein Jahrhundert zuvor militärischer anlegen. Auf der Enterprise-D zeigt man dem Zuseher die angenehmere, hübschere Seite der Flotte, gut aussehende, vitale Offiziere in enganliegenden Spandex-Uniformen (die bei den Darstellern sehr unbeliebt waren) in einer gemütlich gestalteten Atmosphäre an Bord eines Schiffes voller Annehmlichkeiten wie dem Holodeck. Die Sets abseits des Schiffes sind ebenfalls interessant und vor allem weitläufig. Das gilt für die „Einkaufspassage“ von Farpoint genauso wie für Qs Gerichtssaal. Den unterirdischen Gängen und der Bandi-Stadt auf Deneb IV verleiht der Einsatz von Gemälden und Miniaturen Weite.

Man sieht an der Ausstattung des Pilotfilms meiner Meinung nach sehr gut den Versuch, sich visuell von der klassischen Serie und den damals aktuellen Kinofilmen abzuheben und dabei doch eine professionelle Optik zu erhalten, was besonders in Sachen Effekte auch absolut gelingt. Immerhin stammen diese von George Lucas‘ renommierten Effektstudio ILM und werden im Pilotfilm alles andere als sparsam eingesetzt. In diesem Zusammenhang möchte ich auch auf das Remastering der Serie hinweisen, das in den Jahren 2012 bis 2014 stattfand. Im Gegensatz zum Remastering der klassischen Serie wurde für „The Next Generation“ das ursprüngliche, unbearbeitete Filmmaterial in hoher Auflösung neu gescannt und die Folgen komplett neu zusammengeschnitten. Das Originalmodell der Enterprise-D ist nun in voller Pracht zu sehen genauso wie die anderen physischen Elemente der Serie, die einst auf hochauflösendem Filmmaterial aufgenommen wurden. Wer die Serie bislang nur auf DVD oder vor 2012 im TV gesehen hat, wird sicher vom scharfen, farbintensiven HD-Bild der Remastered-Fassung angetan sein. Zur Veranschaulichung folgend der Trailer zur ersten Staffel von „The Next Generation“ auf Blu-ray:

Ich will nicht behaupten, dass die 80er-Jahre-Herkunft des Pilotfilms durch das Remastering weniger offensichtlich wird – der Look dieser Ära ist in vielen Design-Entscheidungen erkennbar – aber die Serie wirkt in HD-Qualität visuell auf jeden Fall sehr viel frischer. Zumal Regisseur Corey Allen die Szenen in unterschiedlichen, abwechslungsreichen Einstellungen drehte und die Crew der Enterprise mitunter sehr heroisch in Szene setzte. Wenn beispielsweise Data in einer Szene eine Tür mittels Phaser aufschießt, glimmt noch der Strahl in der Luft während Commander Riker entschlossen nach vorne stürmt. Oder wenn die beiden loslaufen auf eine Stadt zu, die gerade aus dem Orbit bombardiert wird. Mitunter posieren die Charaktere regelrecht vor der Kamera und strahlen in ihrem Tun eine ungeheure Souveränität aus. Das kann man sowohl positiv als auch negativ sehen. Positiv, weil sie ein anzustrebendes Ideal verkörpern. Negativ, weil dadurch doch eine gewisse Distanz zum Publikum entsteht und nie der Anschein erweckt wird, sie wären tatsächlich in einer aussichtslosen Situation.

Betreffend Musikuntermalung fällt auf, dass diese sehr viel vordergründiger ist als später in der Serie oder den folgenden Star Trek-Serien. Sogar die Titelmelodie, die ursprünglich von Jerry Goldsmith für den ersten Kinofilm komponiert wurde – darf in einem besonders glorreichen Moment – der Abtrennung der Untertassensektion – mitten in der Folge lautstark erklingen. So etwas ist selten, erinnert aber an den Pilotfilm „Der Käfig“ in dem es ebenfalls eine vergleichbare Sequenz gab. Dennis McCarthys Musik untermalt „Encounter at Farpoint“ sehr gut mit einer großen Bandbreite an Klängen, die von hell bis pompös reichen und er spielt immer wieder einmal die klassische Fanfare an.

farpoint_hd_205

Ursprünglich als regelmäßiges Manöver geplant kam die Untertassenabtrennung nach dem Pilotfilm nur noch zweimal in der Serie und dann im 7. Kinofilm „Treffen der Generationen“ vor. Dieses Manöver hätte bereits an Kirks Enterprise im ersten Kinofilm 1979 gezeigt werden sollen. Eine alternative Version von Kirks Schiff führt die Abtrennung in „Star Trek Beyond“ aus.

Ansonsten halten sich Anspielungen auf die klassische Serie sehr in Grenzen, lediglich DeForest Kelley darf den Staffelstab überreichen. Allerdings wird dieser Gastauftritt dadurch getrübt, dass Kelley unter all dem Make-up kaum erkennbar ist und er nicht einmal „McCoy“ genannt, sondern nur als „der Admiral“ bezeichnet wird. In dieser Szene glimmt auch ein bisschen Humor auf, aber in dieser Hinsicht hat „Encounter at Farpoint“ sonst nicht viel zu bieten. Die Stimmung ist oft heiter, aber zum Lachen fordert das Geschehen den Zuseher nicht auf. (Eher sind manche Szenen unfreiwillig komisch, wie z.B. die erwähnten Charaktervorstellungen.) Der später als Synonym für humorvolle Folgen stehende Q kommt im Pilotfilm auch deutlich härter und skrupelloser rüber, was ihm meiner Meinung nach aber ganz gut zu Gesicht steht.

farpoint_hd_485

DeForest Kelley hat eine gemeinsame Szene mit Brent Spiner. Dem Dialog zufolge, der auf Spock anspielt, gibt es natürlich keinen Zweifel, dass es sich bei seiner Rolle um Dr. Leonard McCoy handelt, doch erwähnt wird der Name weder im Pilotfilm noch auf der Besetzungsliste, denn man wollte Kelleys Gastauftritt bis zur Ausstrahlung der Folge geheim halten.

Bewertung: „Encounter at Farpoint“ ist ein erster Schritt, aber noch nicht ganz das, zu dem „The Next Generation“ mit zirka der dritten Staffel wurde, als die Serie zunehmend an Popularität gewann. Die Serie trug später von der Gegenwart inspirierte Themen subtiler vor als im Pilotfilm, auch die Charaktere wurden weniger aufdringlich in ihren Eigenschaften dargestellt, alles wurde ein bisschen gedämpft (in den letzten zwei, drei Staffeln für meinen Geschmack sogar ein bisschen zu viel) und gewisse Konzepte ganz verworfen: So wie Counselor Trois sichtbare Reaktion auf fremde Emotionen, Commander Rikers Diensteifer oder die Idee einer kaum besetzten Kommandobrücke, regelmäßigerer Abtrennung der Untertassensektion … oder dass selbst männliche Offiziere eine Minirock-Uniform tragen sollten. 😀

farpoint_hd_916

Die letzte Szene des Pilotfilms ist die einzige, in der sowohl Tasha Yar (Denise Crosby) als auch Deanna Troi (Marina Sirtis) die Minirock-Uniform tragen. Der sogenannte „Skant“ war als Unisex-Kleidungsstück angelegt und wurde am Beginn der Serie auch von männlichen Statisten getragen. À propos Statisten: Man beachte deren Fehlen an den hinteren Konsolen. Diese Stationen sollten laut anfänglicher Konzeption nur in Ausnahmefällen bemannt werden.

Ausgehend vom Pilotfilm erhielt „The Next Generation“ in den folgenden Jahren so manche Feineinstellung, aber sieht man sich allein die erste Staffel an so merkt man doch, dass auch für diese Folgen „Encounter at Farpoint“ nicht ganz repräsentativ ist. Glücklicherweise besteht die erste Staffel aus etwas zügiger erzählten Abenteuergeschichten und man sollte anmerken, dass die Serie ursprünglich auch nur mit einer 45-Minuten-Folge hätte beginnen sollen. Erst nach Festlegung der 90minütigen Laufzeit wurde die Rahmenhandlung mit Q von D.C. Fontana hinzugeschrieben wie auch so manche Füllszene (z.B. erwähnte Untersuchung von Geordi LaForge auf der Krankenstation) ergänzt.

Will man „Encounter at Farpoint“ als alleinstehenden Film betrachten, so lässt er sich durch diese ganzen Ergänzungen als eine Art „Extended Version“ eines deutlich kürzeren Filmes ansehen. Und wie häufig bei solchen Langfassungen nagt auch am TNG-Pilotfilm das Problem, dass die hinzugefügten Passagen die Erzählung der Geschichte etwas holprig wirken lassen. Okay, vielleicht hätte es ohne die Verlängerung des Films einen populären Charakter wie Q niemals gegeben. Allerdings spielt das eher für die Serie eine Rolle und nicht für den Film selbst, der als eigenständige Produktion mit einem gewissen „Event-Charakter“ eigentlich durchaus funktioniert, aber vor allem dadurch, dass durch das Verwerfen einiger Konzepte rückwirkend etwas eher Untypisches für die spätere Serie entstand, das nur in sehr geringem Maße handlungsorientiert ist.

Wenn ich so überlege, welche Bewertung ich dem Pilotfilm von „The Next Generation“ geben soll, bemerke ich, dass ein Nostalgie-Bonus gar nicht nötig ist. Ich denke, 3 von 6 Punkten sind immer noch absolut vertretbar, vor allem da in Sachen visueller Faszination das HD-Remastering diesen Film wirklich bereichert und die Mühe, die in seine Entstehung gesteckt wurde, besser erkennbar wird. Sicher, an einigen Stellen wird die Moral der Geschichte alles andere als hintergründig transportiert und manche Dialogzeilen machen den Eindruck, als seien sie nur für den Zuseher geschrieben worden um die Figuren vorzustellen. Im Gegenzug steckt (weit) hinter all dem Vordergründigen aber doch ein solides erstes Abenteuer der neuen Enterprise-Crew, die in dieser Frühversion zumindest nicht arm an Eigenschaften ist.

3rolls

Anmerkungen:

Auf Deutsch trägt der Pilotfilm den etwas umständlichen Doppeltitel „Der Mächtige/Mission Farpoint“, was auf den Umstand zurückzuführen ist, dass der Film bei seiner deutschen Erstausstrahlung im Fernsehen als zwei 45-Minuten-Folgen gezeigt wurde. Um zeitlich Platz für je einen zweiten Vor- und Abspann zu schaffen, wurden einige Szenen gekürzt und zumindest eine Szene komplett geschnitten. Auf DVD und Blu-ray ist der Pilotfilm aber in seiner vollständigen 90-Minuten-Fassung zu sehen und die fehlenden Teile wurden nachsynchronisiert – Captain Picard jedoch von einem anderen Sprecher als gewohnt.

Das Thema von Qs Test der Menschheit und seine Fortführung im Serienfinale sind wichtige Ausgangspunkte für meinen FanFiction-Roman „Where the End begins“.

Die in diesem Review verwendeten Bilder und der Trailer stammen von trekcore.com.

Modellbau – U.S.S. Voyager (Mini)

Mein erstes Review zur offiziellen Raumschiffsammlung muss noch ein wenig auf sich warten lassen; das Buch, das ich aktuell lese, ist ein ziemlich dicker Wälzer und wird mich noch eine Weile – hoffentlich – gut unterhalten; und einen aktuellen Comic für Zwischendurch habe ich derzeit nicht auf meiner Leseliste. Also habe ich mich dazu entschlossen, wieder einmal nach einiger Zeit einen Modellbausatz zu präsentieren: die U.S.S. Voyager im Miniformat von Revell!

20170612_110131

Gleich vorweg: Dieses 6 cm lange Modell sollte selbst den ungeschicktesten Modellbauer vor keine größeren Probleme stellen. Wie man auf obigem Foto sieht, besteht das Schiff selbst nur aus 5 Teilen, der Standfuß aus 4 Teilen. Klebstoff ist nicht notwendig, die Teile werden einfach zusammengesteckt. Als einziges Werkzeug ist eine Nagelfeile empfehlenswert, um unschöne Überbleibsel des Herausbrechens der Teile aus dem Gitter zu bearbeiten. Auch ein Bemalen und das Anbringen von Decals ist nicht nötig, denn das Modell hat bereits eine sehr passende Farbe und einige Aufkleber sind schon drauf. Zwar nur wenige, aber passend zum geringen Detailgrad des Modells. Wer sich beim Zusammenbau dennoch auf eine Anleitung verlassen will, findet diese auf der Innenseite der Schachtel aufgedruckt.

Also was den Schwierigkeitsgrad angeht, kann die Mini-Voyager natürlich bei weitem nicht mit anderen von mir gebauten Modellen (Battlestar Galactica, Original-Enterprise, 2009-Enterprise) verglichen werden und wenn ich sie nicht geschenkt bekommen hätte – vielen Dank an Sascha an dieser Stelle 🙂 – wäre die kleine Voyager wohl nie Teil meiner Sammlung geworden … weil ich mir der Existenz dieses Bausatzes bis vor einigen Tagen noch gar nicht bewusst war! Den Hinweisen auf der Schachtel nach zu urteilen, erschien diese Mini-Voyager zusammen mit ebenfalls kleinen Versionen des Maquis-Raiders und des Kazon-Fighters im Jahre 1996. Also zur selben Zeit, als Revell anlässlich des Serienstarts von „Star Trek – Raumschiff Voyager“ auch große Bausätze dieser Schiffe ins Programm nahm. Ich glaube, es gab damals noch ein viertes Modell, den Kazon-Torpedo, der aber laut Schachtel offenbar nicht als Mini-Version erschien. Die große Voyager selbst – mit 67 Teilen – ist auch heute noch bzw. nach einer leichten Überarbeitung wieder Teil des aktuellen Revell-Sortiments.

Was ich leider nicht herausfinden konnte, ist der damalige Neupreis dieser Mini-Modelle. Heutzutage findet man die Voyager sowohl zum schmalen Preis von 2 bis 4 Euro als auch zu „Sammlerpreisen“. Aber der Neupreis wäre schon interessant zu wissen, denn wenn man sich die Bilder des fertig zusammengebauten Modells so ansieht, bieten diese 6 Zentimeter nicht gerade die größte Offenbarung.

Nachträgliche Anmerkung: Inzwischen wurde mir mitgeteilt, dass der Neupreis ca. 8 D-Mark also umgerechnet rund 4 Euro betragen hat. Vielen Dank für die Info! 🙂 

Von unten sollte das Modell besser nicht betrachtet werden, hier fehlen Details als auch Farbe beim Deflektor. Die Oberseite ist definitiv die Schokoladenseite dieses Bausatzes, nur warum Revell den Bereich hinter dem Brückenmodul (noch dazu recht schlampig) beige eingefärbt hat, ist mir ein Rätsel.

 

Bei Gelegenheit werde ich vielleicht mal den Standfuß schwarz lackieren und auch den Deflektor ergänzen.

Dass es Revell – zumindest heutzutage – auch besser kann, demonstrieren die Steckmodelle zu „Star Wars“. Unter dem Titel „eayskit pocket“ bietet Revell einige Star Wars-Raumschiffe im Kleinformat für jeweils ca. 10 Euro an. Es ist zwar auch fraglich, ob sie das wert sind, aber zumindest sind sie ein paar Zentimeter länger als die Voyager, gar nicht so leicht zum Zusammenbauen und weisen ansehnliche Details auf.

20170613_161434

Die Voyager auf diesem Bild als Sinnbild des Minderwertigkeitskomplexes von „Star Trek“ gegenüber „Star Wars“?

Aber natürlich hat auch „Star Trek“ noch einige weitere kleine Modelle abseits von Revells Mini-Schiffen zu bieten. Auf dem folgenden Bild seht ihr von rechts nach links einen Vergleich zwischen der Original-Enterprise von „Running Press“, der U.S.S. Franklin aus dem Kino, der battle-damaged Enterprise von Hot Wheels und eben Revells kleiner Voyager. In Sachen Größe und Details hat die Voyager erneut das Nachsehen.

20170613_162003

Fazit: Es ist schon erstaunlich, wie ein so kleines Modell einen so langen Blog-Eintrag motivieren kann. 😀 Auch wenn Revells mehr als 20 Jahre alte Mini-Voyager keine Preise abräumt, war sie für mich doch ein besonderes Kuriosum und ihr Anblick lässt mich ein wenig in 90er-Jahre-Nostalgie schwelgen, weckt sie doch Erinnerungen an das von der damals neuesten Star Trek-Serie geprägte Programm von Revell.

Ich weiß nicht, ob ich für die Mini-Voyager eine Kaufempfehlung geben kann. Ich kann lediglich sagen, dass ich es zumindest nicht bereut haben, sie mir schenken zu lassen. 😀 Macht daraus was ihr wollt. 😉 Der große Voyager-Bausatz ist aber auf jeden Fall empfehlenswert, wenn ihr dieses Raumschiff mögt. Seitdem ich ihn gebaut habe sind zwar rund zwei Jahrzehnte vergangen, aber ich habe ihn noch als sehr solide in Erinnerung. Und wenngleich sich dieses Schiff im Laufe der Jahre verändert hat – einen wahrlich goldenen Glanz erhielt, der nicht allein auf einen verblendeten Blick in die Vergangenheit zurückzuführen ist – ist es doch noch immer Teil meiner Sammlung. Zugegeben: Die meiste Zeit staubt die große Voyager heutzutage in einem dunklen Schrank vor sich hin. Aber es ist doch schön, sie zu besonderen Anlässen wieder hervorholen zu können. Zum Beispiel um sie neben der Mini-Voyager zu fotografieren …

20170613_174851

Nach 20 Jahren wieder vereint.

Rezension: Comic – Boldly go #7 + #8

In dieser zweiteiligen Geschichte stoßen die aus der Miniserie „Starfleet Academy“ bekannten Kadetten zur Crew der U.S.S. Endeavour. Captain Kirk & Co nehmen an einer Konferenz auf dem Planeten Babel teil, zu der als Reaktion auf die Vorfälle am Beginn der „Boldly go“-Reihe auch eine romulanische Delegation eingeladen wurde.

Unnötig zu erwähnen, dass die diplomatischen Spannungen spürbar sind. Der hitzköpfige andorianische Kadett Shev, der bei einem Empfang einen Streit mit dem romulanischen Botschafter vom Zaun bricht, trägt auch nicht dazu bei, die Stimmung zu verbessern und als der Botschafter kurze Zeit später mitten in seiner Ansprache tot zusammenbricht und Doktor McCoy Gift nachweisen kann, wird aus dem Kadetten sogar ein Mordverdächtiger. Selbstverständlich sind seine Freunde – einschließlich Jaylah, die erst seit kurzem die Akademie besucht – von Shevs Unschuld überzeugt und auch Captain Kirk folgt einer anderen Spur, nämlich einem mit hoher Geschwindigkeit von Babel flüchtendem Raumschiff, das sich von der Endeavour in einem Asteroidengürtel versteckt.

Fazit: Die Geschichte bezieht ihre Inspiration vor allem aus der klassischen Star Trek-Folge „Reise nach Babel“ und auch ein wenig aus dem 6. Kinofilm „Das unentdeckte Land„. Auch im 7. und 8. Band der „Boldly go“-Reihe wird der Versuch unternommen, eine diplomatische Einigungen durch einen Mordanschlag zu sabotieren und unsere Helden sind gefordert, ein Krimi-Rätsel zu lösen und den wahren Verantwortlichen ausfindig zu machen. Dieses Schema ist sicher nicht das originellste, aber sehr gut geeignet, eine spannende Geschichte zu erzählen und nicht umsonst zählen die erwähnte Folge und der erwähnte Film zu den Favoriten der Fans.

Noch eine weitere Parallele zu „Reise nach Babel“ gibt es im Comic: Auch hier treffen wir einen Botschafter, der nicht gerade begeistert von der Berufswahl seines Sohnes ist. Wenn ihr dachtet, die Beziehung zwischen Spock und Sarek in „Reise nach Babel“ sei zerüttet gewesen, dann solltet ihr mal sehen, wie hart der andorianische Botschaft mit seinem Sohn Shev ins Gericht geht. Ansonsten kann man sagen, dass die Charaktere sehr gut getroffen wurden, in der zweiten Hälfte gibt es auch ein paar gelungene humorvolle Einlagen. Jedoch stehen nur wenige Charaktere im Vordergrund. Die Kadetten plus Neuzugang Jaylah, die Endeavour-Crew rund um Kirk sowie Spock und Uhura, die Sarek zur Konferenz begleitet haben … Sie nehmen sich gegenseitig Platz weg. So taucht Scotty, der die Kadetten als Ausbilder nach Babel begleitet, zwar ganz am Anfang auf, ist später aber gar nicht mehr zu sehen. Auch Uhura hat nicht viel zu tun. Jaylah darf sich auch nur einmal richtig in Szene setzen – wobei es gefällt, dass die Autoren Johnson und Parrot ihren Faible für Holo-Technik gut untergebracht haben. Ansonsten ist die Geschichte aber mit Figuren überladen und ein weiteres Manko bildet auch die Auflösung des Kriminalfalls. Diese fällt zwar überraschend aus, nicht so wie ich erwartet hatte, aber doch nicht zufriedenstellend. Ich erkenne ehrlich gesagt keine Möglichkeit, wie man als Leser die Identität des Mörders vor der Auflösung herausfinden könnte.

Die Zeichnungen dieser beiden Ausgaben stammen von Megan Levens. Wie Chris Mooneyham in der Ausgabe #6 feiert sie ein Star Trek-Debüt und ihr Stil gefällt mir bedeutend besser als jener von Mooneyham, stellt eigentlich fast das Gegenteil davon dar. Levens Stil zeichnet sich durch sehr klare Linien aus, die Koloration durch Sarah Stern ist kräftig, ebenfalls schön abgegrenzt. Die Klarheit des Stils erinnert vielleicht bewusst an die „Starfleet Academy“-Miniserie, Levens‘ Figuren wirken aber stärker „verniedlicht“. Ein Stil, wie man ihn eher in Comics für eine jüngere Zielgruppe findet. Nichtsdestotrotz ist es ein effektiver Stil, der nie Zweifel aufkommen lässt, welche Charaktere man gerade sieht.

Bewertung: Die Bewertung ist in diesem Fall etwas schwierig. Eigentlich wurde ich durchgehend gut unterhalten, aber die Auflösung ist bei einem Krimi natürlich sehr wichtig und hierbei überzeugt die Geschichte leider nicht. Was die Überfrachtung mit Personen angeht, hätte eine Verlängerung auf eine dritte Ausgabe der Story gut getan. Aber dafür, dass die Figuren bei ihren teilweise sehr kurzen Auftritten so gut getroffen wurden und weil mich die Gags im zweiten Teil der Geschichte sehr amüsiert haben, gebe ich doch noch eine leicht überdurchschnittliche Wertung: 4 von 6 Sterne!

4stars

Mein neuer Blog zu Eaglemoss‘ Raumschiffsammlung

Wie bereits meinen kürzlich veröffentlichten Rezensionen zu den „Designing Starships“-Büchern zu entnehmen war, habe ich mir auch einige Ausgaben von Eaglemoss‘ offizieller Raumschiffsammlung zugelegt. Im Grunde habe ich mich in den vergangenen Monaten mit allen Modellen eingedeckt, die mich besonders interessieren und mit dem Gedanken gespielt, diese hier im Blog wie die Bücher oder die „Mega Kits“ von Running Press vorzustellen.

Da jedoch meine Sammlung inzwischen gar nicht mehr so klein ist, kam ich zu dem Schluss, dass so viele Artikel, in denen es vorwiegend um Raumschiffminiaturen geht, den Rumschreiber-Blog vereinnahmen würden. Daher habe ich nun einen neuen Blog erschaffen, auf dem ich nach und nach die Modelle von Eagelmoss vorstellen werde:

sammlung_logo

Unter raumschiffsammlung.wordpress.com findet ihr bereits jetzt eine kleine Einleitung zu Eaglemoss‘ Raumschiffsammlung und hoffentlich schon bald das erste Review. Damit ihr nicht ständig auf zwei Blogs nachsehen müsst, ob es etwas Neues gibt, werde ich auf aktuelle Artikel zur Raumschiffsammlung hier im Rumschreiber-Blog in der rechten Spalte hinweisen und einen Link zum Artikel setzen.

Ich hoffe, euch werden meine Raumschiff-Artikel gefallen, in denen ich nicht nur auf die Verarbeitung der Modelle eingehen werde, sondern auch jeweils kurz festhalten werde, warum es das jeweilige Schiff in meine Sammlung geschafft hat.

Star_Trek_The_Official_Starship_Collection_promo

Einige Miniaturen von Eaglemoss.