Rezension: Comic – Boldly go #7 + #8

In dieser zweiteiligen Geschichte stoßen die aus der Miniserie „Starfleet Academy“ bekannten Kadetten zur Crew der U.S.S. Endeavour. Captain Kirk & Co nehmen an einer Konferenz auf dem Planeten Babel teil, zu der als Reaktion auf die Vorfälle am Beginn der „Boldly go“-Reihe auch eine romulanische Delegation eingeladen wurde.

Unnötig zu erwähnen, dass die diplomatischen Spannungen spürbar sind. Der hitzköpfige andorianische Kadett Shev, der bei einem Empfang einen Streit mit dem romulanischen Botschafter vom Zaun bricht, trägt auch nicht dazu bei, die Stimmung zu verbessern und als der Botschafter kurze Zeit später mitten in seiner Ansprache tot zusammenbricht und Doktor McCoy Gift nachweisen kann, wird aus dem Kadetten sogar ein Mordverdächtiger. Selbstverständlich sind seine Freunde – einschließlich Jaylah, die erst seit kurzem die Akademie besucht – von Shevs Unschuld überzeugt und auch Captain Kirk folgt einer anderen Spur, nämlich einem mit hoher Geschwindigkeit von Babel flüchtendem Raumschiff, das sich von der Endeavour in einem Asteroidengürtel versteckt.

Fazit: Die Geschichte bezieht ihre Inspiration vor allem aus der klassischen Star Trek-Folge „Reise nach Babel“ und auch ein wenig aus dem 6. Kinofilm „Das unentdeckte Land„. Auch im 7. und 8. Band der „Boldly go“-Reihe wird der Versuch unternommen, eine diplomatische Einigungen durch einen Mordanschlag zu sabotieren und unsere Helden sind gefordert, ein Krimi-Rätsel zu lösen und den wahren Verantwortlichen ausfindig zu machen. Dieses Schema ist sicher nicht das originellste, aber sehr gut geeignet, eine spannende Geschichte zu erzählen und nicht umsonst zählen die erwähnte Folge und der erwähnte Film zu den Favoriten der Fans.

Noch eine weitere Parallele zu „Reise nach Babel“ gibt es im Comic: Auch hier treffen wir einen Botschafter, der nicht gerade begeistert von der Berufswahl seines Sohnes ist. Wenn ihr dachtet, die Beziehung zwischen Spock und Sarek in „Reise nach Babel“ sei zerüttet gewesen, dann solltet ihr mal sehen, wie hart der andorianische Botschaft mit seinem Sohn Shev ins Gericht geht. Ansonsten kann man sagen, dass die Charaktere sehr gut getroffen wurden, in der zweiten Hälfte gibt es auch ein paar gelungene humorvolle Einlagen. Jedoch stehen nur wenige Charaktere im Vordergrund. Die Kadetten plus Neuzugang Jaylah, die Endeavour-Crew rund um Kirk sowie Spock und Uhura, die Sarek zur Konferenz begleitet haben … Sie nehmen sich gegenseitig Platz weg. So taucht Scotty, der die Kadetten als Ausbilder nach Babel begleitet, zwar ganz am Anfang auf, ist später aber gar nicht mehr zu sehen. Auch Uhura hat nicht viel zu tun. Jaylah darf sich auch nur einmal richtig in Szene setzen – wobei es gefällt, dass die Autoren Johnson und Parrot ihren Faible für Holo-Technik gut untergebracht haben. Ansonsten ist die Geschichte aber mit Figuren überladen und ein weiteres Manko bildet auch die Auflösung des Kriminalfalls. Diese fällt zwar überraschend aus, nicht so wie ich erwartet hatte, aber doch nicht zufriedenstellend. Ich erkenne ehrlich gesagt keine Möglichkeit, wie man als Leser die Identität des Mörders vor der Auflösung herausfinden könnte.

Die Zeichnungen dieser beiden Ausgaben stammen von Megan Levens. Wie Chris Mooneyham in der Ausgabe #6 feiert sie ein Star Trek-Debüt und ihr Stil gefällt mir bedeutend besser als jener von Mooneyham, stellt eigentlich fast das Gegenteil davon dar. Levens Stil zeichnet sich durch sehr klare Linien aus, die Koloration durch Sarah Stern ist kräftig, ebenfalls schön abgegrenzt. Die Klarheit des Stils erinnert vielleicht bewusst an die „Starfleet Academy“-Miniserie, Levens‘ Figuren wirken aber stärker „verniedlicht“. Ein Stil, wie man ihn eher in Comics für eine jüngere Zielgruppe findet. Nichtsdestotrotz ist es ein effektiver Stil, der nie Zweifel aufkommen lässt, welche Charaktere man gerade sieht.

Bewertung: Die Bewertung ist in diesem Fall etwas schwierig. Eigentlich wurde ich durchgehend gut unterhalten, aber die Auflösung ist bei einem Krimi natürlich sehr wichtig und hierbei überzeugt die Geschichte leider nicht. Was die Überfrachtung mit Personen angeht, hätte eine Verlängerung auf eine dritte Ausgabe der Story gut getan. Aber dafür, dass die Figuren bei ihren teilweise sehr kurzen Auftritten so gut getroffen wurden und weil mich die Gags im zweiten Teil der Geschichte sehr amüsiert haben, gebe ich doch noch eine leicht überdurchschnittliche Wertung: 4 von 6 Sterne!

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Mein neuer Blog zu Eaglemoss‘ Raumschiffsammlung

Wie bereits meinen kürzlich veröffentlichten Rezensionen zu den „Designing Starships“-Büchern zu entnehmen war, habe ich mir auch einige Ausgaben von Eaglemoss‘ offizieller Raumschiffsammlung zugelegt. Im Grunde habe ich mich in den vergangenen Monaten mit allen Modellen eingedeckt, die mich besonders interessieren und mit dem Gedanken gespielt, diese hier im Blog wie die Bücher oder die „Mega Kits“ von Running Press vorzustellen.

Da jedoch meine Sammlung inzwischen gar nicht mehr so klein ist, kam ich zu dem Schluss, dass so viele Artikel, in denen es vorwiegend um Raumschiffminiaturen geht, den Rumschreiber-Blog vereinnahmen würden. Daher habe ich nun einen neuen Blog erschaffen, auf dem ich nach und nach die Modelle von Eagelmoss vorstellen werde:

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Unter raumschiffsammlung.wordpress.com findet ihr bereits jetzt eine kleine Einleitung zu Eaglemoss‘ Raumschiffsammlung und hoffentlich schon bald das erste Review. Damit ihr nicht ständig auf zwei Blogs nachsehen müsst, ob es etwas Neues gibt, werde ich auf aktuelle Artikel zur Raumschiffsammlung hier im Rumschreiber-Blog in der rechten Spalte hinweisen und einen Link zum Artikel setzen.

Ich hoffe, euch werden meine Raumschiff-Artikel gefallen, in denen ich nicht nur auf die Verarbeitung der Modelle eingehen werde, sondern auch jeweils kurz festhalten werde, warum es das jeweilige Schiff in meine Sammlung geschafft hat.

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Einige Miniaturen von Eaglemoss.

 

Rezension: „Star Trek – Designing Starships – Volume Two“

Das zweite „Designing Starships“-Buch von Eaglemoss setzt fort, was das erste begonnen hat und erweitert die Sammlung an Artikeln aus deren Heften, in denen es um den Entstehungsprozess der Raumschiffe geht, die wir aus den Star Trek-Serien und Filmen kennen.

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Insgesamt 33 Raumschiffe werden auch diesmal wieder auf 160 Seiten vorgestellt. Wie bei „Volume One“ handelt es sich auch diesmal wieder um ein schönes, umfangreich illustriertes Hardcover-Buch in englischer Sprache mit Schutzumschlag. Das Layout des Buchrückens ist dabei identisch mit dem des ersten Buches, nebeneinander im Regal stehend machen die beiden Bücher einen sehr schönen Eindruck. (Ich erwähne dies nur, weil es weniger selbstverständlich ist, als man meinen würde.) Natürlich ist auch die Gestaltung im Inneren vergleichbar mit dem ersten Buch bzw. mit der Gestaltung der Artikel, wie sie in den Heften von Eaglemoss dargeboten wurden. Hierbei gefällt, dass die Design-Artikel keinem zu strengen Schema folgen, die Anordnung und Auswahl von Bildern und die Textplatzierung von Artikel zu Artikel variiert und trotzdem ein zusammenhängender Look erhalten bleibt. Im Gegensatz zum ersten Buch fiel mir diesmal jedoch auf, dass der Text auf den linken aufgeschlagenen Seiten oft etwas zu nahe am Bund steht und man daher das Buch ganz schön weit öffnen muss, um alles lesen zu können.

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Soviel zur Optik des Buches, kommen wir nun aber zum Wichtigsten: dem Inhalt. Wie das Titelbild schon vermuten lässt, wird in diesem Buch der U.S.S. Voyager einige Beachtung geschenkt und dies geschieht durchaus exklusiv! Denn während im dem Eaglemoss-Modell beiliegenden Heft das Design-Kapitel nur 4 Seiten umfasst, sind der Entstehung dieses Schiffes im Buch volle 18 Seiten gewidmet! Von den ersten Skizzen und detaillierten Plänen Rick Sternbachs, alternativen CG-Entwürfen von Doug Drexler, gewagten Alternativen von Jim Martin bis hin zu Fotos eines vorläufigen Modells – dessen Design beinahe wirklich zur U.S.S. Voyager geworden wäre – findet man jede Menge Aspekte dieses Designprozesses. Und direkt auf diesen langen Artikel folgen passend auch jene zum Delta Flyer, zu Neelix‘ talaxianischen Shuttle, zur S.S. Raven, zur U.S.S. Prometheus (inklusive umfangreiche Ansichten zu allen drei separaten Einheiten wie auch zur Gesamtheit des Schiffes), zur U.S.S. Equinox und zum in der Serie nie gezeigten Aero-Shuttle, dessen Unterseite man sieben Staffeln lang nur an der Untertassensektion der Voyager erahnten konnte.

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Ebenfalls ein Objekt namens „Voyager“ steht ganz im Mittelpunkt zweier weiterer exklusiver Extras, die eigentlich bereits im Jahre 2001 für das offizielle Star Trek-Magazin erstellt wurden. Auf zusammen 18 Seiten erfährt man viel über das Design von „V’Ger“, jenem monströsen Raumschiff, zu dem die alte NASA-Raumsonde „Voyager 6“ auf ihrer Heimreise zur Erde wurde. Zu jenem Schiff aus dem ersten Star Trek-Kinofilm, dessen Erscheinungsbild wahrlich einzigartig ist, gibt es leider bislang noch kein Modell von Eaglemoss und daher ist es besonders erfreulich, dass diese beiden Artikel, die einst zur Veröffentlichung des „Director’s Cut“ des ersten Films verfasst wurden, in diesem Buch erneut nach so langer Zeit abgedruckt wurden. Syd Mead, der das Äußere von V’Ger gestaltete, und Robert McCall, der das noch fantastischere Innere erschuf, erzählen über ihre Inspiration, welchen Vorgaben sie folgen, welche Vorarbeiten getan wurden, ehe sie zum Projekt stießen usw. Über 30 Bilder – viele davon wunderschöne Gemälde, die hier großformatig abgebildet sind – ergänzen die Worte der Designer.

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Ein weiteres Thema dieses Buches sind die Raumschiffe der Romulaner, die beiden Warbirds des 24. Jahrhunderts und ihr Schiff aus dem 22. Jahrhundert. Die Ära vor der Föderation ist ebenfalls stark vertreten mit Artikeln zur Phoenix, dem NX-Alpha-Prototypen, der Intrepid, dem Frachtschiff Horizon, Xindi-Schiffen und vielen weiteren. Ein exklusiver Inhalt des Buchs geht auf die Inspektionsfähre ein, die mehrmals in „Enterprise“ zu sehen war, u.a. im Pilotfilm.

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Bekanntlich wurden die Folgen der klassischen Star Trek-Serie zwischen 2006 und 2008 einem Remastering unterzogen. Neben der Verbesserung der Bildqualität wurden auch neue Effekte erstellt, was es den Produzenten gestattete, auch neue Raumschiffe einzufügen. Zu diesen Schiffen zählen der Frachter Antares – der auf einem Design aus der 70er-Jahre-Zeichentrickserie basiert – sowie die Schiffe der Medusen und Gorn, die in diesem Buch ebenfalls vorgestellt werden.

Auch die Klingonen lassen in dieser Buchreihe erstmals ein wenig hinter ihren Tarnschirm blicken: Der Bird of Prey, der im 3. Kinofilm sein Debut feierte und seither zu den beliebtesten Raumschiffen überhaupt zählt, zeigt sich u.a. in Form eines frühen Testmodells.

Fazit: „Volume Two“ weist dieselben Stärken sowie die wenigen Schwächen des ersten Bands auf. Es ist erneut ein toll gestaltetes Buch, das informativ ist und zugleich auch einfach mal so durchgeblättert werden kann auch einige Raritäten enthält, wie die Bilder in den V’Ger-Artikeln. Zu den Schwächen: Wie schon in „Volume One“ gibt es ein paar Artikel, in denen Bilder des Endprodukts fehlen, was sich natürlich aus der Auskoppelung aus den Heften der „Offiziellen Raumschiffsammlung“ ergibt. Selten aber doch wiederholen sich Inhalte und Innendesigns werden wieder einmal kaum behandelt, nur dann, wenn die Arbeit der Set-Designer Einfluss auf das Äußere des Schiffes hatte.

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Bewertung: Erneut kann ich für ein Buch dieser Reihe 5 von 6 Sterne vergeben. Abgesehen von dem erwähnten näher an den Bund heranreichenden Text auf einigen Seiten gibt es in Sachen Gestaltung und Aufbereitung von Inhalten keine Abweichung zum ersten Buch. Diese kleine Unstimmigkeit, der wahrscheinlich am Zuschnitt der Seiten liegt, ist aber doch so gering, dass ich deshalb keinen weiteren Stern abziehen möchte. Der Text mag auf manchen Seiten dadurch schwerer lesbar sein, aber grundsätzlich ist er lesbar.

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Anmerkungen:

In keinem der beiden bisher erschienenen Büchern sind Inhalte aus den „Special Edition“-Ausgaben von Eaglemoss‘ Raumschiffsammlung enthalten. Diese Modelle sind deutlich größer, ca. 20 statt 13 Zentimeter lang und das beiliegende Heft ist ebenfalls umfangreicher. Gewöhnlich sind in diesen Heften rund 15 Seiten allein dem Design des jeweiligen Schiffes gewidmet – mitunter auch mit der Gestaltung des Inneren. Gut möglich, dass diese Inhalte aus den „Special Editions“ auch in künftigen Büchern aufgrund des Umfangs unberücksichtigt bleiben werden.

Rezension: „Star Trek – Designing Starships – Volume One“

Seit ein paar Jahren veröffentlicht der Eaglemoss-Verlag regelmäßig Raumschiff-Miniaturen im Rahmen der „Official Starships Collection“. Die aus Metall und Kunststoff hergestellten Modelle sind sehr detailliert, im Durchschnitt ca. 13 Zentimeter lang und werden zusammen mit einem Begleitheft geliefert. In jedem dieser Hefte gibt es auch zumindest einen Artikel, der sich mit der Erschaffung des Schiffsdesigns beschäftigt und diese Artikel fasst Eaglemoss nun auch in Hardcover-Büchern zusammen, die aber auch neue Inhalte aufweisen, die in den Begleitheften nicht enthalten sind.

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Das erste von bislang zwei derartigen Büchern erschien im Herbst 2016. Während die Hefte sowohl auf Englisch als auch Deutsch herausgebracht werden, erscheinen diese Hardcover-Bücher nur in englischer Sprache und sind meines Wissens auch ausschließlich über die Online-Shops von Eaglemoss erhältlich. An dieser Stelle möchte ich „Volume One“ präsentieren, das auf 160 Seiten Licht auf den Entstehungsprozess von über 30 Raumschiffmodellen – sowohl physische Filmmodelle als auch computergenerierte Modelle – wirft.

Das Buch ist vollgestopft mit Entwurfsskizzen, Fotos, Renderings und Screenshots, die gemeinsam mit dem Text, in dem die Designer zu Wort kommen, einen tollen Blick hinter die Kulissen und in die Art Departments ermöglichen. Nahezu aus erster Hand erfährt man die Gedanken der Designer, was sie inspiriert hat, diesem oder jenem Schiff diese besondere Form zu geben, welche Vorgaben sie hatte, welche Elemente von den Effektstudios ergänzt wurden etc. Das Buch enthält Werke und Erläuterungen von Matt Jeffries, Andy Probert, John Eaves, Alex Jaeger, Bill George, Nilo Rodis, Dan Curry, Herman Zimmerman, Rick Sternbach, Rob Bochune, Doug Drexler und vielen weiteren Personen, die an der Umsetzung der Schiffe für die Serien und Filme gearbeitet haben und ihre Kreativität einfließen ließen.

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Zu den mehr als 30 Schiffen in „Volume One“ gehören ausführliche und stark illustrierte Artikel zu allen prominenten Schiffen namens Enterprise (außer Enterprise-J, die in „Volume Two“ behandelt wird). Weitere bekannte und beliebte Schiffe wie die Reliant, die Excelsior, die Stargazer, die Akira, die Centaur wie auch Schiffe der Borg und der Vulkanier werden erläutert. Botany Bay, ECS Fortunate, bajoranischer Solarsegler, die Dauntless, Schiffe der Krenim, Malon, Spezies 8472 (besonders ausführlich!!!) und Hirogen … sie alle und noch viel mehr findet man in diesem Buch.

Zu den exklusiven Inhalten, die man nicht in den Heften findet, gehören Artikel zu drei Shuttles sowie zu zwei Enterprise-Schiffen, die es nicht auf die Leinwand oder den TV-Schirm geschafft haben, denn in den 1970ern wurden weder der Film „Planet of the Titans“ noch die Serie „Phase II“ umgesetzt.

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Fazit: Obwohl es sich bei diesem schön gestalteten Hardcover-Buch mit Hochglanzumschlag „nur“ um eine Sammlung von Artikeln aus mehreren Heften und einigen exklusiven Extras handelt, merkt man dies beim Lesen kaum. Bei Vergleichen zwischen Designs kann es schon mal vorkommen, dass eine Anekdote mehr als einmal erzählt wird, aber sowas ist wirklich nur die Ausnahme und keinesfalls die Regel.

Generell lässt sich sagen, dass „Designing Starships“ im selben Stil gehalten ist, wie andere Design-Bücher zum Thema „Star Trek“, wenngleich der Fokus allein auf Raumschiffe schon etwas Besonderes ist. Bücher wie „Star Trek Design“ oder das TNG-Movie-Sketchbook und TOS-Skizzenbuch behandeln zwar ebenfalls Raumschiffe, aber auch Requisiten, Sets und Kostüme. Stichwort Sets: Wenn etwas in „Designing Starships“ zu kurz kommt, dann das Innere der Schiffe. Dieses Thema wurde weitestgehend ausgespart. Ebenfalls bei manchen Artikeln ein Manko ist das Fehlen eines Bildes des finalen Designs des Schiffes. In den Heften gibt es eigene Seiten, die das fertige Schiff aus verschiedenen Perspektiven zeigen. Manchmal wäre es ganz schön gewesen, im Buch zwischen Entwurf um Umsetzung direkt vergleichen zu könne. Diese Seiten hätte man vielleicht auch noch ins Buch aufnehmen können. Es sind aber sicher weit weniger als ein Viertel der Artikel, denen ein Bild des fertigen Schiffes fehlt.

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Bewertung: Ich finde, der Inhalt dieses Buches ist sehr gut zusammengestellt, gut aufeinander abgestimmt, so dass es sich sowohl in einem durch lesen lässt, aber auch als Nachschlagewerk dienen kann. Die Artikel sind informativ und wenn sogar jemand wie ich – der seit Jahrzehnten jede Skizze und jeden Design-Entwurf zu Star Trek studiert, der mir unterkommt – noch neues Bildmaterial findet, dann sagt das sehr viel über dieses Buch aus. Wie erwähnt hat es kleinere Mankos aufgrund der Tatsache, dass es sich eigentlich um eine Artikelsammlung handelt, aber die exklusiven Inhalte zu den Shuttles, „Phase II“ und „Planet of the Titans“ gleichen diese sehr gut aus, wenn auch nicht ganz. Eine etwas nähere Beleuchtung des Innendesigns jener Schiffe, von denen man das Innere kennt, wäre wirklich eine notwendige Ergänzung gewesen. Daher gibt es „nur“ 5 von 6 Sterne. (Auch weil das Buch für die überschaubare Seitenzahl ein bisschen teuer ist.)

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Anmerkungen:

In keinem der beiden bisher erschienenen Büchern sind Inhalte aus den „Special Edition“-Ausgaben enthalten.  Diese Modelle sind deutlich größer, ca. 20 Zentimeter lang und das Heft ist ebenfalls umfangreicher. Gewöhnlich sind in diesen Heften rund 15 Seiten allein dem Design des jeweiligen Schiffes gewidmet – mitunter auch mit der Gestaltung des Inneren. Gut möglich, dass diese Inhalte aus den „Special Editions“ auch in künftigen Büchern aufgrund des Umfangs unberücksichtigt bleiben werden.

Dass es zumindest noch ein drittes Buch geben wird, halte ich für wahrscheinlich, denn auffallend in den ersten beiden Büchern ist das Fehlen von fast allen klingonischen Schiffen (Ausnahme: der Bird of Prey in Volume Two). Diese dürften wohl als Aufhänger für ein drittes Buch dienen, das vielleicht im Herbst 2017 erscheint, wenn man weiterhin halbjährlich ein Buch veröffentlichen will. Inhalte gibt es genug, denn bis zum Herbst wird Eaglemoss zumindest in Großbritannien bereits über 100 Schiffe herausgebracht haben.

Ich selbst stelle mir gerade eine eigene kleine Sammlung zusammen und werde diese Schiffe zukünftig auch auf meinem Blog rezensieren.

Rezension: „Prince of Fools“

Vor etwas mehr als zwei Jahren las ich Mark Lawrences Trilogie „Broken Empire“ (beginnend mit „Prince of Thorns“). Ebenfalls in dieser lose auf realer Geographie basierenden Fantasy-Welt ist auch die nachfolgende Trilogie namens „The Red Queen’s War“ angesiedelt, die wiederum einen Prinzen in den Mittelpunkt des Geschehens stellt, der charakterlich aber ganz anders gestrickt ist als der „Dornenprinz“.

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In einer mittelalterlichen Fantasy-Welt (deren Entstehungsgeschichte ich an dieser Stelle nicht verraten werde) ist Europa in viele kleine Königreiche aufgeteilt. Eines davon ist der „Red March“, in dessen Hauptstadt Vermillion die Rote Königin regiert, die die zunehmende Bedrohung durch magische Einflüsse und eine mögliche Entfesselung des Totenreiches befürchtet. Eine ernstzunehmende Angelegenheit … an der der Hauptcharakter dieses Romans allerdings überhaupt nicht interessiert ist. Prinz Jalan Kendeth – kurz Jal genannt – ist ein Enkel der Roten Königin, ziemlich weit hinten in der Thronfolge und nur darauf bedacht, sich ein gutes Leben mit Wein, Weib und Gesang zu machen. Er ist ein Spieler, ein Schürzenjäger und allen voran ein ziemlicher Feigling. Bereits die einleitenden Worte des Romans charakterisieren ihn perfekt:

„Ich bin ein Lügner, ein Betrüger und ein Feigling, aber ich werde nie und nimmer einen Freund im Stich lassen. Es sei denn, ihm beizustehen würde verlangen, ehrlich, fair oder mutig zu sein.“

Eine Aussage, die kein soziales Problem für ihn darstellt, denn wirklich enge Freunde hat Jal ja nicht – bis ihm das Schicksal einen an die Seite stellt.

In ihren Bemühungen mehr über die Entwicklungen im Norden des zerbrochenen Imperiums herauszufinden, lässt die Rote Königin einen versklavten Wikinger an den Hof holen. Der riesige Kerl namens Snorri ver Snagason berichtet von Horden auferstandener Toter, ähnlichen Kreaturen, Inselbewohnern und selbst abtrünnigen Nordmännern, die auf dem Weg in Richtung Ewiges Eis sein Dorf verwüstet und den Großteil der Bewohner – darunter Snorris Ehefrau und Kinder – entführt haben. Jal ist sofort fasziniert von Snorri. Aber nicht weil ihn dessen tragische Geschichte so berührt, sondern weil er in dem Muskelmann den perfekten Preisboxer sieht und einen Weg, seine Schulden loszuwerden. Doch Snorri nutzt den Kampf in der Arena zur Flucht und als Jal schon denkt, den Wikinger nie wieder zu sehen, läuft er diesem im sonderbarsten Moment seines Lebens in die Arme.

Eine Verkettung unglücklicher Umstände führt dazu, dass Jal eine Zauberbeschwörung – ausgesprochen von der „Silent Sister“, sozusagen der Hofmagierin der Roten Königin – unterbricht. Anstatt auf ein Gebäude richtet sich die explosive Vereinigung eines Licht- und Dunkelheitszaubers auf Jal, verfolgt ihn quer durch die Stadt und gerade als der Zauber ihn erreicht und auszulöschen droht, prallt er zufällig gegen Snorri. Anstatt die beiden umzubringen, teilt sich der Zauber auf, die Dunkelheit fährt in den wackeren, gutherzigen Wikinger und das Licht in den immer nur auf den eigenen Vorteil bedachten, feigen Jal. Die Freude darüber nicht tot zu sein währt zumindest bei Jal nur kurz, denn es stellt sich heraus, dass Jal und Snorri nun aneinander gebunden sind, sich nicht ohne Nebenwirkungen weit voneinander entfernen können. Das stellt vor allem für Jal ein Problem dar, denn Snorri ist fest entschlossen in den Norden zurückzukehren, seine Frau und Kinder zu befreien und Rache am Anführer der abtrünnigen Nordmänner  zu nehmen. Jal hat keine andere Wahl, als Snorri zu folgen – auch weil ihm daheim Ungemach von einem Gläubiger droht, der sich von Jals königlicher Abstammung nicht beeindrucken lässt …

Fazit: Dies ist der Beginn einer sonderbaren aber wirklich amüsanten Buddy-Actionkomödie im Fantasy-Gewand. Jal und Snorri sind unterschiedlich wie Tag und Nacht und es ist schon ironisch, dass ausgerechnet Jal nach seiner Verzauberung regelmäßig von einem gutmütigen und tugendhaften Engel heimgesucht wird und Heilkräfte entwickelt, während in Snorri von Zeit zu Zeit die Dunkelheit Macht ergreift und er zu einem nahezu unbesiegbaren Berserker wird. Diese neuen Fähigkeiten helfen ihnen auf ihrer langen Reise aus der einen oder anderen Klemme, es gibt in diesem Roman einige Abenteuer für die „Helden“ zu bestehen, aber das Herzstück, die Seele der Geschichte bilden die Dialoge zwischen Jal und Snorri. Das Geschehen wird dabei durchgängig aus Jals Perspektive geschildert, was selbst in den düstersten Situationen für Auflockerung sorgt.

Verglichen mit den Romanen der „Broken Empire“-Trilogie – die auch stellenweise durchaus humorvoll sein konnten – ist „Prince of Fools“ dank des Hauptcharakters mit all seinen Schwächen und Fehlern deutlich unbeschwerter. Der Humor von Prinz Jorg war trocken und schwarz, jener von Prinz Jal ist ein wenig naiver, auf Schlagfertigkeit ausgelegt – mutig mit dem Wort, aber nicht mit der Tat. Auch bei den Kampf- und Schlachtszenen hat sich Mark Lawrence diesmal meinem Empfinden nach mit unschönen Details zurückgehalten. Vielleicht auch, weil Jal ein Erzähler ist, der nicht so genau hinsehen will, wenn sich vor seinen Augen etwas Grausiges ereignet. 😀 Dennoch spritzt das Blut in nicht geringem Maße – vor allem als Snorri auf einem Gebirgspass zum Berserker mutiert und beim Endkampf, in den Wikinger mit einigen weiteren Überlebenden aus seinem Dorf zieht (deren Gruppendynamik ein ganz kleines Bisschen an die Zwerge aus „Der Hobbit“ erinnert 😉 ). Die düsteren Kreaturen namens „Ungeborene“ werden in ihrer Deformation und Unheimlichkeit eingehender beschrieben und auf die Stimmung schlägt vor allem das, was Snorri über das tragische Schicksal seiner entführten Familie nach und nach offenbart. Also trotz der Heiterkeit in vielen Passagen ist „Prince of Fools“ kein echter Wohlfühl-Roman.

Bewertung: Ich gebe dem Auftakt der neuen Trilogie 5 von 6 Sterne. Die Reiseerzählung kommt nicht ganz ohne die eine oder andere Länge aus – immerhin sind Snorri und Jal monatelang unterwegs – und ich bin mir nicht ganz sicher, was ich von den Überschneidungen zu „Prince of Thorns“ halten soll. Die Geschichten spielen parallel und die Wege von Prinz Jal und Prinz Jorg und dessen Weggefährten kreuzen sich in „Prince of Fools“ und um so manche Anspielung rein zu bringen, schreibt der Autor Snorri manchmal einen unglaubwürdigen Umfang an Wissen zu. Zuerst dachte ich, dies  würde eine besondere, eventuell magische Fähigkeit des Wikingers andeuten, aber schlussendlich dürfte es sich hier doch nur um Gags handeln, um beide Trilogien miteinander zu verbinden. Zwei, drei Anspielungen weniger wären ganz gut gewesen, denn „Prince of Fools“ wäre auch ohne diese ein sehr guter Roman, der einen Abschluss hat, aber vorbereitet, worum es in der Fortsetzung gehen wird.

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Anmerkung: Wie auch schon bei den ersten drei Romanen gibt es auch in diesem eine Karte des „Broken Empire“. Diesmal sehen wir erstmals die skandinavischen Gefilde.

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Bewegte Bilder

Es gibt wieder einmal Neuigkeiten zu „Discovery“, der neuen Star Trek-Serie, die im Herbst in den USA auf CBS All Access und hierzulande auf Netflix starten soll. Gestern haben beide Streaming-Anbieter jeweils einen Trailer veröffentlicht (mit beinahe identischem Bildmaterial, aber anderem Schnitt und anderer Musikuntermalung).

Link: Trailer-Variante mit deutschen Texteinblendungen und Untertiteln

Interessanterweise ist das titelgebende Raumschiff U.S.S. Discovery in den Trailern überhaupt nicht zu sehen, jedoch ganz klein auf einem Postermotiv, das neben einigen Promotion-Bildern ebenfalls gestern veröffentlicht wurde. Bei dem Schiff im Trailer handelt es sich um das Raumschiff U.S.S. Shenzhou von Captain Philippa Georgiou (Michelle Yeoh).

Mein vorläufiger Eindruck von der Serie hat sich seit dem Blick hinter die Kulissen im Februar auch mit Sichtung der Trailer nicht geändert: Noch immer bin ich außerordentlich ratlos, warum es sich die Produzenten so schwer gemacht und ihre Serie im alten „Prime-Universum“ – nur 10 Jahre vor den Ereignissen der klassischen Star Trek-Serie – angesiedelt haben, aber dabei keinerlei Retro-Charme auszumachen ist.

Inhaltlich will man sich an die Vorgaben des Prime-Universums halten, aber visuell ist das ein kompletter Reboot der klassischen Star Trek-Ära (deren Look bisher auch von Folgen der Serien „The Next Generation“, „Deep Space Nine“ und „Enterprise“ immer bestätigt wurde) mit einigen Stilelementen der neuen Kinofilme, wenn auch etwas „billiger“ wirkend (aber nur in normalem Ausmaß wie eigentlich immer, wenn man TV- und Kino-Produktionen eines Franchise vergleicht). Weniger retro und ein bisschen biederer in Szene gesetzt. So kommen mir viele Aufnahmen zu statisch vor, ohne Dynamik. Echte Aufbruchstimmung oder gar Spaßfaktor werden in den Trailern auch nicht so recht vermittelt. Aber das muss ja nicht für die Serie gelten, deren Folgenanzahl in der 1. Staffel von 13 auf 15 Folgen erhöht wurde. Somit heißt es, weiter abzuwarten, wie die Serie im Endeffekt tatsächlich wirken wird.

Rezension: Comic – „Starfleet Academy“

Die Abenteuer der Kadetten der Sternenflottenakademie werden schon über lange Zeit regelmäßig in der Star Trek-Literatur thematisiert. Vor allem in den 90er-Jahren gab es so einige Spin-Offs mit dem Titel „Starfleet Academy“, zum Beispiel eine dreiteilige Romanreihe über SpockMcCoy und Kirk und auch über die TNG-Ära-Charaktere. Auch Comics von Marvel und DC beschäftigten sich mit den Kadetten der Sternenflotte. William Shatner und das Autorenduo Reeves-Stevens verfassten ebenfalls den (leider nie fortgesetzten) Beginn einer neuen Romanreihe namens „Academy“. Infolge des 11. Kinofilms von 2009 erschienen dann weitere vier „Starfleet Academy“-Romane. Und schließlich Ende 2015/Anfang 2016 nahm sich auch der aktuelle Star Trek-Comicverlag IDW dieses Themas an und veröffentlichte eine neue, fünfteilige Miniserie namens „Starfleet Academy“, deren Handlung ebenfalls in der neuen Zeitlinie angesiedelt ist.

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Abwechselnd erzählt die Miniserie von Erlebnissen zweier Gruppen von Kadetten. 2258 möchte Kadettin Nyota Uhura zu einem sonderbaren Signal Nachforschungen betreiben, das sie während ihrer Studien im Langstreckenkommunikationslabor der Akademie auffängt. Doch die Weigerung ihrer Vorgesetzten – drunter Ausbilder Spock – sie dabei zu unterstützten, lässt sie auf eigene Faust handeln. Doch dazu benötigt sie die Hilfe durch weitere Kadetten. Kadett Chekov gelingt es, den Ausgangspunkt des Signals herauszufinden: das Sonnensystem Wagner-219. Doch um die aus unerklärlichen Gründen als geheim eingestuften Informationen über dieses System abzurufen, benötigt Uhura die Hilfe eines anderen Kadetten, der es mit den Vorschriften etwas weniger genau nimmt als Chekov …

2261 steht das 100-Jahr-Jubiläum der Akademiegründung an, was für die vulkanische Kadettin T’Laan jedoch von keinem großen Interesse ist, hat sie doch entschieden, ihr Studium abzubrechen und nach Neu-Vulkan zu gehen, um dabei zu helfen, die neue Kolonie aufzubauen. Einer ihrer Professoren überredet T’Laan jedoch dazu, ihre Entscheidung noch etwas aufzuschieben und an einem zum Jubiläum ausgetragenen Wettbewerb teilzunehmen, an dem Studenten verschiedenster Schulen der Föderation teilnehmen. Der Professor hofft, dass T’Laan vom Teamgeist angesteckt wird und einige neue, interessanten Facetten des Akademielebens kennen lernt. Tatsächlich verläuft der Wettbewerb sehr abwechslungsreich und mit einigen Überraschungen, wofür auch T’Laans Teamkameraden sorgen: das wandelnde Lexikon Lucia Gonzales, der andorianische Heißsporn Shev, die Pilotin Grace Chen und der Medizinstudent Vel K’Bentayr vom Planeten Monchezke. Aus dem Wettbewerb wird jedoch ein Ernstfall, als das Team mit einem Shuttle in den Randbereich des Sonnensystem Wagner-219 gerät und dort das selbe Signal auffängt, wie einst Kadettin Uhura …

Fazit: Die Miniserie überzeugt mit zwei sehr interessanten, zeitlich getrennten aber parallel erzählten Handlungssträngen, wenngleich das „Geheimnis“, was es mit dem Signal auf sich hat und wohin die Geschichte schließlich führen wird, schon sehr früh gelüftet wird. Das hätte man geschickter verstecken können. Dennoch ist auch der Weg hin zum Ziel die Lektüre wert. Die Charaktere – von denen es nicht gerade wenige gibt – sind mehr als ausreichend bis sehr gut definiert. Vor allem T’Laan und Lucia kommen sehr sympathisch  rüber und die Canon-Charaktere im 2258er-Handlungsstrang sind durch die Bank hervorragend getroffen. Durch die ganze Geschichte zieht sich ein toller Wortwitz, die Dialoge zwischen Kirk und Uhura folgen ganz dem Stil ihrer verbalen Auseinandersetzungen im Kinofilm. Auch Vel K’Bentayr sorgt für viel Humor mit seiner Eigenart, Offensichtliches auszusprechen, da verbale Kommunikation für ihn noch neu ist. Inhaltlich ist mir sonst nur ein kleiner – aber unwesentlicher Fehler – aufgefallen: Eine bestimmte Zeitspanne wird einmal mit 47 Tagen angegeben, etwas später mit 61 Tagen.

Die Zeichnungen von Derek Charm sind sehr interessant. Vorweg sei festgehalten, dass Charm zuvor noch keinen Star Trek-Comic illustriert hatte, nur eine handvoll alternative Cover für die „Ongoing„-Reihe beigesteuert hat. Sein Stil ist also für den Star Trek-Comic-Leser etwas Neues, aber man gewöhnt sich schnell daran. Ich kann auch nicht genau sagen, woran es liegt, aber seine Zeichnungen vermitteln zur selben Zeit den Eindruck, „einfach“ gehalten zu sein, aber sind doch vollgestopft mit Details. Ich glaube, er legt einfach sehr bewusst den Fokus auf das Vordergründige und belässt es bei Hintergründen oft bei Formen, Farben und einigen besonderen Highlights. Ein interessanter Stil, der aber das Wiedererkennen von Personen und Schauplätzen in keinster Weise behindert. Im Gegenteil erkennt man sofort jeden Charakter, jede Spezies und jeden Schauplatz aus den Star Trek-Serien und -Filmen sofort wieder, trotz mancher Vereinfachung. Die gewählten Motive sind in der gesamten Miniserie sehr stimmig gewählt, ich konnte hier – anders als bei einigen der frühen „Ongoing“-Comics – kein „Entleihen“ von unpassenden Elementen erkennen.

Inhaltlich ist wirklich alles stimmig, eindeutig ein Spin-Off zum neuen Star Trek-Universum und doch gibt es viele Elemente in diesem Comic, die aus den anderen Serien und Filmen stammen und doch einfach perfekt in die Szenerie passen. Ich würde sogar so weit gehen und den Comic „Starfleet Academy“ als Suchbildrätsel für langjährige Trekkies bezeichnen. Als solcher findet man jede Menge kleine Gimmicks: Kadett Kirk trägt beispielsweise in der Trainingshalle am Handgelenk ein Gerät, das genauso aussieht wie die Handgelenkskommunikatoren in „Star Trek – Der Film“. Ebenfalls aus dem ersten Film stammen die „Rüstungen“ der Sicherheitswächter. In seiner Freizeit trägt Kirk dieselbe Jacke wie sein Prime-Universum-Gegenstück in „Star Trek III – Auf der Suche nach Mister Spock“. Viele außerirdische Spezies aus den diversen Star Trek-Filmen säumen den Campus der Akademie und in einer Bar – wo sonst? – sehen wir einen Lurianer sitzen, womöglich ein Vorfahre von Morn aus „Deep Space Nine“.  Und sogar Phylosianer und Kzinti aus der Zeichentrickserie treten in Erscheinung. Aus „Enteprise“ sehen wir ebenfalls einige Spezies – Denobulaner, Rigelianer, Coridaniten etc. – und ab einem Rückblick in die Anfangszeit der Sternenflotte stellt Zeichner Derek Charm die von mir auch optisch sehr gemochte „Enterprise“-Ära umfassend dar. Hier fällt jedoch ein Zeichenfehler auf: Die Crew des NX-Klasse-Schiffs Slayton hat auf ihren Overalls dort, wo das Schiffsabzeichen sein sollten, nur einen weißen Kreis. Als ob diese Stelle freigehalten worden wäre, um ein Abzeichen einzufügen, dies aber vergessen worden wäre.

Bewertung: Was Geschichten über die Kadetten der Sternenflotteakademie angeht, war ich sehr lange Zeit skeptisch, konnte mir nicht vorstellen, dass so etwas interessant wäre. Geprägt wurde meine Einstellung bestimmt durch zwei enorm schwache TNG-Kadetten-Romane, die ich den 90er-Jahren gelesen habe. Doch seit dem Kinofilm von 2009 ist das ganz anders und genau hier setzt auch die Comic-Miniserie an. Visuell wie auch von der vermittelten Stimmung her. Dass auch die „Enteprise“-Ära in die Story verwoben wurde, ist ein zusätzlicher Pluspunkt. „Starfleet Academy“ unterhielt mich wirklich hervorragend, vor allem dank des hohen Humorgehalts, aber auch mit einer klassischen Abenteuerstory, deren Offenbarung aber ein wenig zu früh vorweg genommen wurde. An den Zeichenstil gewöhnt man sich wie gesagt schnell und die vielen keinen und großen visuellen Anspielungen sind eine tolle Sache für Fans. Ich geben der Miniserie gute 5 von 6 Sterne! 

5stars

Rezension: „Star Trek Kostüme“

„Star Trek“ und „Design“! Wann immer sich diese beiden Themen in einem Buch vereinen, ist mein Interesse geweckt. Das Star Trek-Franchise hat in Sachen Design ja auch jede Menge zu bieten mit über 700 Folgen und inzwischen 13 Kinofilmen und Hunderten Leuten, die ihre kreative Kraft in deren Erschaffung gesteckt haben. Ich selbst habe mich schon immer sehr für die Miniaturen, die Sets und Requisiten interessiert. Aber auf das Kostümdesign habe ich meine Aufmerksamkeit bislang nur in geringem Maße gerichtet. Das mag damit zusammenhängen, dass mir das Handwerk zur Herstellung von Bekleidung nicht allzu gut geläufig ist. Materialien und Techniken sind mir nicht sehr vertraut, doch dank dem Buch „Star Trek Kostüme“ kann ich nun auch die Textilarbeit in den Star Trek-Filmen und -Serien so richtig wertschätzen!

STKostueme_Cover

Meinen anfänglichen Vorbehalten gegen das Thema „Kostüme“ ist es geschuldet, dass ich eine Weile gewartet habe, ehe ich mir das Buch zugelegt habe. Die englische Originalfassung von Paula M. Block und Terry J. Erdmann – die bereits einige andere Star Trek-Sachbücher verfasst haben wie beispielsweise die 365-Seiten-Bücher zu TOS und TNG – erschien im Jahr 2015. Erst kürzlich habe ich jedoch positiv überrascht festgestellt, dass ein Jahr später eine deutsche Übersetzung erschien und zwar vom mir bislang völlig unbekannten Verlag „Zauberfeder“. Dem Programm nach bislang auf Fantasy- und Rollenspiel-Literatur spezialisiert, scheint sich dieser Verlag in jüngster Zeit auch Sachbüchern zu TV- und Kino-Produktionen zu widmen. Lange sind die Zeiten vorbei, in denen uns der Heel-Verlag verlässlich mit deutschen Übersetzungen von Star Trek-Sachbüchern versorgte, insofern ist es wirklich schön, dass „Zauberfeder“ sich entschieden hat, dieses hochwertige Hardcover-Buch auch hierzulande herauszubringen.

Im Hardcover befinden sich über 250 dicke Seiten, vollflächig bedruckt mit Hunderten Fotos von Kostümen, Behind-the-Scenes-Fotos, einigen Screenshots aus den Serien und Filmen sowie vielen Entwurfsskizzen. Die Masse an Bildmaterial ist absolut beeindruckend! Vor allem wenn man bedenkt, dass daneben auch noch genau das richtige Maß an erläuterndem Text enthalten ist. Nicht zu wenig und damit zu oberflächlich, aber auch nicht zu viel, um in einer Wüste aus Fachbegriffen zu Enden. Für mich als Laien auf dem Gebiet der Textilverarbeitung waren die Texte sehr gut verständlich und mit interessanten Erklärungen zu den verwendeten Stoffen, Schnitten und Accessoires versehen. Und als jemand, der allgemein in Sachen Design doch ein gewisses Grundwissen hat, fand ich die Texte ebenfalls sehr spannend zu lesen. Der Text ist eine Mischung aus allgemeiner Einleitung zu jedem Themenschwerpunkt und direkter Rede. Alle leitenden Kostümdesigner der Serien- und Filme kommen zu Wort, beschreiben ihre Herangehensweisen, ihre Vorlieben, welchen Vorgaben sie folgten, welche neuen Entwicklungen es zur damaligen Zeit gab, was sie bis zu ihrem Star Trek-Engagement geprägt hat etc.

Nach einem Vorwort von Robert Blackman – der so lange wie kein anderer für Star Trek-Produktionen in der Kostümabteilung gearbeitet hat – gliedert sich das Buch folgendermaßen nach Serien und Filmen:

The Original Series: Natürlich geht es um die klassischen Uniformen, aber klarerweise auch um die berühmten sexy Outfits, die William Ware Theiss für die Darsteller entworfen hat. Neben Theiss kommen auch diese zu Wort, wie Michael Forest (Apoll), Barbara Luna (Marlena aus dem Spiegeluniversum), Tanya Lemani (Bauchtänzerin aus „Der Wolf im Schafspelz“) und erzählen, wie es war, diese Kostüme zu tragen. 30 Seiten des Buches sind der klassischen Serie gewidmet.

Die Kinofilme zur Original Series: Auf den folgenden 54 Seiten geht es um die ersten sechs Kinofilme und vorrangig die Arbeit von Robert Fletcher, der eigentlich Theaterkostüme erstellte, nur einen einzigen Kinofilm in seinem Lebenslauf hatte ehe er angeheuert wurde, für den ersten Star Trek-Kinofilm die Kostüme zu erstellen – wie auch für die folgenden drei. 10 Seiten sind allein dem ersten Kinofilm gewidmet, der ja visuell einiges zu bieten hatte und mit vielen neuen Kostümen und Ideen aufwartet. Der darauffolgenden „Trilogie“ werden dann weitere 28 Seiten eingeräumt, wobei „Zurück in die Gegenwart“ etwas kurz kommt, allerdings durch das zeitliche Setting auch weniger ausgefallene Mode bedurfte. Nach Fletcher übernahmen Nilo Rodis-Jamero und Dodie Shepard für die nächsten beiden Filme. Rodis-Jamero liefert dabei einen interessanten Einblick, wie eine allgemeine Design-Ausbildung zur Beschäftigung in vielen unterschiedlichen Sparten führen kann – auch abseits des Filmgeschäfts.

Das nächste Jahrhundert: „The Next Generation“ hatte im Laufe der Zeit mehrere Designer. William Ware Theiss kehrte für die erste Staffel zum Franchise zurück, entwarf die berühmt-berüchtigten Spandex-Uniformen, die eine Herausforderung für die Darstellerriege waren, wie sich u.a. Jonathan Frakes (Commander Riker) erinnert. Durinda Rice Wood übernahm dann die zweite Staffel und erschuf dabei einige Desgins, die länger Bestand haben sollten als Theiss‘ TNG-Arbeit. Zwar durfte sie die im Jahr davor teuer erstellten Sternenflotten-Uniformen nicht verändern (sie hätten Wesley Crushers Kadettenuniform der 2. Staffel geähnelt), aber sie entwarf u.a. Guinans Kleidung samt Riesenhut, die Borg-Anzüge, Trois verbesserten Einteiler und Worfs neue Schärpe – aus Teilen, die sie im Baumarkt gekauft hatte. Der Beginn der 3. Staffel läutete dann Robert Blackmans Ära ein, der dem Franchise bis zum Ende von „Enterprise“ erhalten bleiben sollte und der verantwortlicher Kostümdesigner für 23 Serienstaffeln werden sollte. Blackman durfte etwas bequemere Uniformen entwerfen und auch enorm aufwändige Kostüme für Gastdarsteller wie die Outfits von Famke Janssen (Kamala in „Eine hoffnungslose Romanze“) oder die abwechslungsreichen Kleider von Majel Barrett (Lwaxana Troi). Dies alles wird präsentiert auf 24 Seiten.

Das nächste Jahrhundert – Die Spielfilme: Auf 30 Seiten werden die nächsten vier Kinofilme behandelt. Für „Treffen der Generationen“ – das in Sachen Kostüme sicher durch die Marineuniformen und die offenherzigen Rüstungen der weiblichen Klingonen besticht – steuerte Blackman ebenfalls Designs bei. Jedoch nicht für neue Sternenflotten-Uniformen, die entworfen und abgesegnet waren, an deren Umsetzung er aber scheiterte. Blackmann entwarf hingegen die Uniformen, die von „Der Erste Kontakt“ an bis „Nemesis“ getragen wurden – einschließlich die weißen Galauniformen. Im achten Film übernahm die Hauptarbeit aber Deborah Everton, die nicht nur die Borg massiv überarbeitete (ihr schwebten offenbar noch weitere Änderungen vor, was Ricardo Delgados Herangehensweise ähnelte), sondern auch Raumanzüge und die Mode des 21. Jahrhunderts entwarf – mit dem interessanten Aspekt, dass die Kleidung des Enterprise-Außenteams auf der Erde der Vergangenheit etwas anders aussah – und Kostüme für ein Dixon Hill-Holodeck-Abenteuer. Auch den vulkanischen Roben gab Everton einen neuen Twist, auch wenn davon nicht alles auf der Leinwand zu sehen war. Die Kostüme in „Der Aufstand“ wurden von Sanja Milkovic Hays entworfen (die später zu Regisseur Justin Lins bevorzugter Kostümdesignerin werden und somit auch die Darsteller in „Star Trek Beyond“ einkleiden sollte). Wieder gab es Zivilkleidung zu entwerfen wie auch die Kleidung der Son’a und den von ihnen unterworfenen Spezies. Bob Ringwood steuerte dann für „Nemesis“ das düstere und zugleich schillernde Outfit der Remaner bei wie auch Deanna Trois Hochzeitskleid und er ließ die Romulaner sich von den grauenvollen „Schulterpolstern auf Steroiden“ verabschieden und gab der romulanischen Flotte etwas retro angehauchte Uniformen.

Die Spin-Off-Serien: Der vielleicht größte Kritikpunkt an diesem Buch: „Deep Space Nine“, „Voyager“ und „Enterprise“ müssen sich 48 Seiten teilen, von denen sich allein DS9 stolze 22 krallt, für VOY bleiben nur 8 übrig (die u.a. aber zumindest Sevens spektakulären Silber-Catsuit behandeln). Der Rest entfällt auf ETP bzw. Allgemeines. Gerade zu ETP – das die Designsprache gegenüber den vorherigen Serien ja radikal änderte – hätte ich mir deutlich mehr gewünscht, aber zumindest wird das Redesign-Thema gut im Text behandelt, die neuen Uniformen sind sehr ausführlich beschrieben und es ist erstaunlich, wie der Stoff für die Suliban-Uniformen hergestellt wurde.

Der Neubeginn: Und abgeschlossen wird das Buch mit Michael Kaplans Arbeiten zu „Star Trek“ und „Star Trek Into Darkness“. („Beyond“ befand sich noch in Produktion als das Buch in den USA erschien und „Discovery“ wurde überhaupt erst danach angekündigt.) Auf 28 Seiten bekommen wir einen Einblick in den Design- und Produktionsprozess von Kaplans Kostümen. Man erfährt viel über Kaplans Herangehensweise, die ikonischen Designs für die große Leinwand zu adaptieren, neue Richtungen einzuschlagen, seine Vorliebe für Texturen etc. Ergänzt wird dieses Kapitel wie alle anderen durch jede Menge Detailaufnahmen und Skizzen, u.a. auch von Kaplans Lieblingsdesign: die Winterkleidung des alten Spock mit der Kugelförmigen Kapuze, die mittels Magneten zusammengehalten wurde und sich zu einem Pelzkragen öffnen ließ.

STKostueme_BackBewertung: Ich bin von diesem Buch absolut begeistert! Auf den über 250 Seiten taucht man in die Welt der Star Trek-Kostümdesigner ein, erfährt sehr unterschiedliche persönliche Ansätze, lernt ein bisschen was über Materialien (manche von denen gibt es gar nicht mehr oder wurden in einem aufwändigen Verfahren extra hergestellt) und erfährt die Meinungen von Regisseuren und Darstellern der Serien und Filme. Die Bilder sind hervorragend ausgewählt und sehr gut beschrieben, passen immer zum Thema des Fließtextes, der durch den Wechsel zwischen direkter und indirekter Rede sehr flüssig zu lesen ist und auch sehr gut ins Deutsche übersetzt wurde. Der einzige Layout-Fauxpas ist aber ausgerechnet auf der Rückseite des Buches passiert: Dem verwendeten Schriftsatz fehlten ein korrektes „ß“ und „ö“. Aber wer achtet schon auf den Werbetext wenn direkt daneben Leslie Parrish ihre „futuristisch-antike“ Robe präsentiert. 😉

Wer sich für die Themen „Star Trek“ und „Design“ genauso sehr interessiert wie ich, der sollte sich dieses Buch unbedingt besorgen! Es reiht sich perfekt in die Riege früherer großartiger Design-Bücher ein und verdient wie diese locker 6 Sterne. Auch wenn wie gesagt zu den Spin-Off-Serien etwas mehr Material hätte enthalten sein dürfen.

6stars

Hier eine Auflistung der weiteren von mir rezensierten Star Trek-Design-Bücher:

Und Making-of-Bücher, die auch Design-Themen behandeln:

Auch das Making-of-Buch zu „Der Erste Kontakt“ ist sehr empfehlenswert, jenes zu „Der Aufstand“ etwas weniger.

„Rückblog“ Jänner – April 2017

Ich entschuldige mich gleich mal für die Wortkreation in der Überschrift, die mir wirklich ganz spontan eingefallen ist und der ich nicht widerstehen konnte. 😉 Worum geht es in diesem Artikel? Nun, in den ersten vier Monaten dieses Jahres sind auf diesem Blog in verhältnismäßig kurzer Zeit ganz schön viele Artikel zusammengekommen und damit keiner übersehen wird, möchte ich diese für meine Leser nochmal nach Themen sortiert zusammenfassen.

cover_sailing_on_forbidden_seasMein neuer Roman | Im vergangenen Jahr habe ich mit „Sailing on Forbidden Seas“ einen neuen Enterprise-Roman verfasst, dessen Endfassung ich nach Überarbeitung im Februar 2017 veröffentlicht habe. Den Roman könnt ihr in den gängigen ebook-Formaten herunterladen. Und wie zu allen meinen Romanen habe ich auch wieder eine kleine Taschenbuchauflage drucken lassen. Mein nächster Roman ist übrigens auch bereits im Entstehen, allerdings wird es wohl noch eine Weile dauern bis zur Fertigstellung.

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sf3dff.de-Forum | Als User in diesem Forum, das sich auf FanFiction- und Grafikerstellungen zu Star Trek und Science-Fiction spezialisiert hat, habe ich mich an zwei Projekten beteiligt. Zum einen habe ich eine Fotomontage zu einem Bildband anlässlich des „1701 Days“ beigetragen. Zum anderen verfasste ich zwei Kurzgeschichten für den FanFiction-Sammelband anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums von Star Trek. Diesen Sammelband habe ich auch gelayoutet und ebook-Formate erstellt.

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Star Trek-Pilotfilm-Reviews | In diesem Jahr soll mit „Discovery“ eine neue Star Trek-Serie starten. Dies habe ich zum Anlass genommen, die Pilotfilme/Pilotfolgen der bisherigen Serien zu rezensieren, ähnlich wie ich es 2013 mit den Kinofilmen getan habe. Bis jetzt habe ich auf „Aufbruch ins Unbekannte“ (ETP), „Der Käfig“ und „Spitze des Eisbergs“ (TOS) einen genauen Blick geworfen.

the-face-of-the-unknownStar Trek-Roman-Rezensionen | 2017 habe ich auch  bereits zwei Romane zu klassischen Star Trek-Serie rezensiert. Zum einen den brandneuen Roman von Christopher L. Bennett „The Face of the Unknown“, der auf den Geschehnissen der TOS-Folge „Pokerspiele“ aufbaut und die Story rund um die Erste Föderation enorm erweitert. Außerdem las ich „Mord an der Vulkan-Akademie“, einen Roman aus den 80er-Jahren von Jean Lorrah, der eine frühe Interpretation der Vulkanier und ihres Planeten liefert.

stbeyond_makingof_collectorStar Trek-Sachbuch-Rezensionen | Schon länger lag „The official Guide to our Universe“ bei mir rum und kürzlich fand ich endlich Zeit, dieses Buch zu lesen. Interessanter fand ich den Blick hinter die Kulissen des neueste Films. „Star Trek Beyond – Collector’s Edition“ ist ein sehr gutes Making-of-Buch. Und ein kleines Büchlein von „Running Press“ mit einer Miniatur des klassischen Kommunikators habe ich mir ebenfalls zugelegt und beides rezensiert.

Boldly_Go_5Star Trek-Comic-Rezensionen | Zwar habe ich einige Ausgaben der „Ongoing“-Reihe übersprungen, aber mit der Nachfolgeserie „Boldly go“ (setzt inhaltlich nach dem Hauptereignissen von „Beyond“ an) habe ich erneut damit begonnen, auch Comics zu rezensieren. Bislang habe ich den eröffnenden Vierteiler, sowie die One-Shot-Veröffentlichungen einer großartigen Jaylah-Story und einer schwächeren Sulu-Story gelesen. Bevor ich weitermache, möchte ich demnächst die fünfteilige Miniserie „Starfleet Academy“ nachholen.

reacher_personalJack Reacher-Roman-Rezensionen | Da mir der erste Jack-Reacher-Film sehr gut gefallen hatte, habe ich Anfang 2014 damit begonnen, sämtliche Romane von Lee Child über diesen Charakter zu lesen und dieses Ziel 2017 erreicht. Seit Jänner habe ich den 19. Roman („Personal“), den 20. Roman („Make me“) und den 21. Roman („Night School“) gelesen. Da diese Romanreihe inzwischen deutlich schwächelt, bin ich doch erleichtert, endlich mit den Geschichten durch zu sein.

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Die letzte Grenze | Leider hat auch die Rubrik „Die letzte Grenze …“ in diesem Jahr eine Ergänzung erhalten: Science-Fiction-Fans war Schauspieler Richard Hatch vor allem durch seine Rollen in den beiden Galactica-Serien bekannt (als Viper-Piloten Apollo und in der Neuinterpretation als Tom Zarek). Am 7. Februar 2017 verstarb Richard Hatch an den Folgen einer Krebserkrankung.

Rezension: Star Trek – The official Guide to our Universe

„Die echte Wissenschaft hinter den Raumschiff-Reisen“ verspricht dieses sehr schön gestaltete Hardcover-Sachbuch der bekannten National Geographic-Gesellschaft. Wissenschaftskolumnist Andrew Fazekas stellt hier das in „Star Trek“ gezeigte mit der Realität oder zumindest dem derzeitigen Wissenstand über Planeten, Nebel, Galaxien, Quasare usw. gegenüber. William Shatner (Captain Kirk) steuert ein kurzes Vorwort bei.

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Das Buch ist in fünf große Kapitel unterteilt. Kapitel 1 widmet sich dem irdischen Sonnensystem, seinen Planeten, ihren Umlaufbahnen um die Sonne, Monden und Kometen. In Kapitel 2 geht es vorrangig um Planeten außerhalb unseres Sonnensystems und um die Möglichkeit fremden Lebens. Kapitel 3 widmet sich dem Sternenhimmel, den verschiedenen Arten von Sonnen und ihren Lebensphasen. Regelmäßig durchfliegen Raumschiffe in „Star Trek“ verschiedenste Nebel und um dieses Phänomen dreht sich alles im 4. Kapitel, ehe es zum Schluss noch um die verschiedenen Arten von Galaxien und Sternencluster geht.

Der Aufbau des Buches ist recht geschickt, so beginnt jedes Kapitel mit einer generellen Einleitung und geht dann nach und nach auf z.B. Mars, Jupitermonde, Rote Riesen, Supernovae, Emissionsnebel etc. ein, indem zuerst Abenteuer aus den Star Trek-Serien oder  -Filme genauer beschrieben wird, welche Rolle das jeweilige kosmische Objekt darin gespielt hat und welche Eigenschaften ihm zugeschrieben wurde. Auf den folgenden Seiten wird dann wiedergegeben, was die Wissenschaft aktuell darüber weiß. Das ganze Buch ist dabei reich illustriert mit Bildern aus den Serien und Filmen als auch Aufnahmen von Weltraumteleskopen, künstlerischen Interpretationen und aufwändig gestalteten Grafiken zu den verschiedenen Themenbereichen. Eine Sternenkarte nach jedem Abschnitt zeigt, wo Interessierte das beschriebene Objekt oder Vergleichbares am Nachthimmel entdecken können.

Vielleicht als Auflockerung gedacht werden auch immer wieder mal weitere Informationen zum „Star Trek“-Universum eingestreut. Manchmal in Form kleiner Info-Kästen, die die fiktiven Entwicklungen wie den Universalübersetzer, Daten-PADDs, das Beamen, künstliche Intelligenz, Holodecks – mit dem aktuellen Stand der Technik vergleichen und bewerten, wie nahe wir gegenwärtig schon dran sind. Dabei empfand ich den Maßstab, der zu den jeweiligen Einschätzungen führt, allerdings nicht sehr konsistent. Manchmal wurden vage Ähnlichkeiten heutiger Technologie erwähnt, aber als nicht vergleichbar betrachtet, in anderen Fällen als sehr nah dran an dem, was „Star Trek“ gezeigt hat.

Ohne im Zusammenhang mit den eigentlichen Kapitel zu stehen, gibt es auch immer wieder mal Doppelseiten zum „Star Trek“-Universum, die stark bebildert ausgesuchte Raumschiffe, Raumstationen, Außerirdische, Waffensysteme, Kommunikatoren und weiteres kurz vorstellen. Nichts, was einem Fan der Serien und Filme nicht schon bekannt wäre, aber hin und wieder ist mal ein neues hochauflösendes Foto eines Requisits, eines Modells oder einer Maske dabei, das man noch nicht gekannt hat.

Fazit: Nun, an der Aufmachung des Buches gibt es nichts zu bemängeln, es ist gut strukturiert, die erwähnten Einstreuungen von zusätzlichen Infos sind zwar etwas sonderbar platziert, lenken aber nie vom eigentlichen Thema das jeweiligen Kapitels ab, in denen Andrew Fazekas uns das Weltall näher bringt. Doch muss ich gestehen, dass das Buch nicht ganz meine Erwartungen erfüllt hat. Ich habe natürlich nicht erwartet, dass mir als langjähriger Fan etwas Neues über die im Buch erwähnten Filme und Serien erzählt wird. Allerdings hatte ich mir doch ein bisschen Inspiration durch die realwissenschaftlichen Beiträge im Buch erhofft. Diese ist aber weitestgehend ausgeblieben, der Text ist doch sehr nüchtern verfasst und transportiert nicht so recht die Faszination für die Tiefen des Weltraums. Klar, der Informationsgehalt ist durchaus hoch – aber auch hier kommt es auf die Zielgruppe an. Denn hat man einmal drei oder vier Weltraum-Dokumentationen gesehen, erzählt einem das Buch nicht viel Neues.

Zugutehalten kann man dem „Official Guide to our Universe“ jedenfalls, dass er sehr verständlich geschrieben ist. Das Buch ist bislang nur auf Englisch erschienen und wenngleich ich diese Sprache ganz gut beherrsche, ist es doch eine Fremdsprache für mich und vor allem Fachbegriffe – egal aus welcher Fachrichtung – können Text leicht mal unverständlich machen. Das blieb jedoch aus, der Text war mit meinen Englischkenntnissen gut verständlich, ist absolut für Laien geeignet. Aber ob sich ein Laie durch die zwar einfach formulierte aber sehr sachliche Beschreibung unseres Universums faszinieren lässt, ist wiederum eine andere Frage.

Bewertung: Wie es aussieht, muss ich mir auch in Zukunft die exotischen Schauplätze in meinen FanFiction-Romanen selbst ausdenken. 😉 Fazekas Buch hat leider nicht sonderlich viel dazu beigetragen, meine Fantasie anzuregen. Allerdings will ich das Buch deshalb nicht generell schlecht reden: Es ist informativ und wenn man das „Star Trek“-Universum nicht in- und auswendig kennt, noch sich bislang viel mit dem Thema Weltraum an sich auseinandergesetzt hat, bekommt man hier einen Crash-Kurs serviert, der einen an beide Themenbereiche heranführt. Ich kann nicht einschätzen, ob diese relevante Zielgruppe groß ist, daher bewerte ich das Buch hier nur für mich selbst und gebe ihm 3 von 6 Sterne.

3stars

Rezension: Comic – Boldly go #6

Konzentrierte sich die 5. Ausgabe der „Boldly go“-Reihe ganz auf Jaylahs Werdegang, richtet sich der Fokus der Handlung nun wieder auf die Abenteuer von Captain Kirk an Bord der U.S.S. Endeavour. Nach den Ereignissen des vierteiligen Auftakts der Reihe, muss Captain Kirk Ersatz für seine Erste Offizierin Valas finden und bietet Sulu den Posten an, der diesen akzeptiert.

Boldlygo6

Einen Monat später hat sich Sulu bereits an Bord eingelebt und die Endeavour nimmt die Erkundung einer bislang nur als theoretisch angenommen Raumanomalie – eines „weißen Loches“ – vor. Die Crew ist fasziniert von den Möglichkeiten, mehr darüber herauszufinden und bereitet eine Raumsonde vor. Die Vorbereitungen werden jedoch abrupt unterbrochen, als ein Mitglied der Crew – eine Andorianerin namens Hila – Sabotage betreibt. Nach ihrer Gefangennahme behauptet sie lediglich, zum Wohle der Crew gehandelt zu haben, die sich der Gefahr der Anomalie nicht bewusst sei. Da sie nicht preisgeben will, woher sie ihre Informationen hat, beschließt Kirk die Erforschung fortzusetzen, doch schon bald beginnt das Weiße Loch Aktivität zu entfalten, die zwar anfangs nicht gefährlich wirkt, aber angesichts von Hilas Behauptungen doch für Beunruhigung sorgt …

Fazit: Nach dem sehr guten Auftakt-Vierteiler und der meiner Meinung nach großartigen Jaylah-Story liefert die neue „Boldy go“-Reihe in der sechsten Ausgabe die erste deutlich schlechtere Geschichte ab. Die Intention mag zwar gut gemeint gewesen sein: Immerhin werden Kirk & Co hier erstmals „Opfer“ einer Art Obersten Direktive, die sie selbst gegenüber anderen schon angewendet haben. Die Ironie kommt aber nicht so recht zu tragen, was wohl daran liegt, dass der Crew der Endeavour Informationen vorenthalten werden und sie im Grunde nur Beobachter sind, wenn sich Hila auf eigene Faust aufmacht, gegen die durch die Anomalie auftretende Gefahr vorzugehen. In dieser Geschichte agiert Kirk für meinen Geschmack auch etwas zu naiv. Klar, von ihm stammen die Worte „Risiko ist unser Geschäft“, aber nach den ersten Auffälligkeiten wäre ein Rückzug auf eine etwas sicherere Distanz zum Weißen Loch doch angebracht gewesen, wenn man ohnehin eine Sonde hineinschicken will. Dramaturgisch gelingt es nicht so recht, die Bedrohlichkeit der Anomalie darzustellen. Tatsächlich ist es so, dass eigentlich die wahre Gefahr eingedämmt wird, kaum dass sie auftritt.

Geschmackssache ist bestimmt der Zeichenstil von Chris Mooneyham. Ich glaube, „Boldly go #6“ ist sein erster Star Trek-Comic, den er illustrierte und wenngleich er sich bei seinen Interpretationen der Umgebungen nicht sehr weit von den restlichen neueren Star Trek-Comics der neuen Zeitlinie entfernt, sind die Personen doch ein wenig … sonderbar dargestellt. Es hat eine Weile gedauert, bis ich Captain Kirk erkannt habe. 😀

Die Figuren wirken … voluminös, mit breiten Oberkörpern, sehr kräftig. Konturen und Schatten werden durch eine enorm auffällige Schraffur hervorgehoben, das ganze Bild wirkt ein wenig schmutzig. Das ganze erinnert etwas an Frank Millers Batman. Nicht falsch verstehen: Ich liebe Millers „Die Rückkehr des Dunklen Ritters“, aber diesen Stil in einem Star Trek-Comic zu sehen … ist etwas sonderbar. Vor allem da die Star Trek-Charaktere keine Superheldenkostüme tragen und dadurch leicht erkennbar wären. À propos Superhelden: Wenn ich so an den Ausgang der Story denke und wie die Ereignisse illustriert werden, dann hat diese Geschichte doch ein bisschen was von einem Superhelden-Comic. Schwer zu sagen, ob Chris Mooneyham deshalb einen solchen Stil verwendet hat oder ob dies generell seine Art ist. Ich persönlich war mit dem Stil von Tony Shashteen sehr zufrieden, der auch für Ausgabe #7 der Reihe leider nicht zum Zug kam.

Mal sehen, wie sich Megan Levens schlägt, die ebenfalls noch keinen Star Trek-Comic gezeichnet hat und die Zeichnungen zur 7. Ausgabe beisteuern wird. Wie der Epilog von #6 andeutet, scheint in #7 eine Rückkehr nach Romulus bevorzustehen.

Bewertung: Mike Johnson hat uns schon mal aufregendere Abenteuer spendiert. Die Story wirkt ein bisschen wie aus dem Baukasten, ein typisches „Anomalie-der-Woche“-Phänomen, das auch daran leidet, dass die Hauptcharaktere aus der Problemlösung am Schluss mehr oder weniger herausgehalten werden. Im Grunde reduziert es sich darauf, dass Kirk Sulu am Schluss so viel Vertrauen entgegenbringt, in einer kritischen Situation auf ihn zu hören und trotz der Gefahr die Schutzschilde zu senken. Auf dieses persönliche Vertrauen hätte Johnson besser den Fokus der Story gelegt. Die Sache mit der auf die Endeavour-Crew angewendete Oberste Direktive fand ich zu weit hergeholt. Der von diesem Abenteuer unabhängige Epilog macht aber zumindest Lust auf die nächste Ausgabe, deren Zeichnungen mir vielleicht wieder etwas mehr zusagen werden. Für die #6 von „Boldly go“ gebe ich aber nur 2 von 6 Sterne.

2stars

Anmerkung: Das Titelbild von #6 hat nichts mit dem Inhalt der Geschichte zu tun. Eine solche Szene gibt es im Inneren nicht und Dr. McCoy spielt nur eine Nebenrolle.

Rezension: TOS – “Mord an der Vulkan-Akademie”

Wieder mal etwas aus der Klassiker-Kategorie: Jean Lorrahs Roman „Mord an der Vulkan-Akademie“ stammt aus dem Jahre 1984, aber im Gegensatz zu vielen Star Trek-Romanen der 80er-Jahre, war mir dieser bis vor kurzem noch unbekannt und vor allem weil mir der doch sehr plakative Titel aufgefallen war, habe ich ihn nun nachgeholt.

 

Die Geschichte beginnt im Grunde weit entfernt von der im Titel erwähnten Heimatwelt der Vulkanier: Bei einem Geplänkel zwischen der Enterprise und einem klingonischen Schlachtkreuzer wird ein Besatzungsmitglied – Carl Remington – schwer verletzt, er erleidet neurale Schäden, die ihn in einen komatösen Zustand versetzen ohne Aussicht auf Besserung. Während Dr. McCoy ratlos ist, was er noch tun könnte, schlägt ausgerechnet Spock eine neue Stasis-Therapie vor, die an der vulkanischen Akademie der Wissenschaften erstmals an Patienten getestet wird. Spock weiß im Gegensatz zu McCoy von dieser experimentellen und sehr gefährlichen Vorgehensweise, da sie an seiner eigenen Mutter Amanda erstmals angewendet wird.

Da diese Therapie die einzige Chance für Remington ist, wieder ein normales Leben führen zu können, lässt Captain Kirk Kurs auf Vulkan setzen, wo auch die Gefechtsschäden der Enterprise repariert werden können und Kirk, Spock und McCoy die Gastfreundschaft von Amandas Mann Sarek genießen können. Der Urlaub wird jedoch abrupt unterbrochen, als eine von drei in Betrieb befindlichen Stasis-Kammer ausfällt, was den sofortigen Tod der darin behandelten Vulkanierin zufolge hat, die die Ehefrau eines der Wissenschaftler war, der die Therapie zusammen mit einem irdischen Arzt entwickelt hatte. Da allen das Risiko der neuen Behandlungsmethode bewusst war, entsteht erst ein gezielter Mordverdacht, als auch eine zweite Stasis-Kammer ausfällt …

Fazit: Es ist immer interessant, mal zurückzublicken, wie sich Autoren das Star Trek-Universum vorgestellt haben, noch bevor weitere Kinofilme und Hunderte TV-Episoden produziert wurden und neues Canon-Material geliefert haben. „Mord an der Vulkan-Akademie“ bezieht sich dennoch sehr stark auf das, was zum damaligen Zeitpunkt etabliert war. Vor allem natürlich auf die Folgen der klassischen Serie „Weltraumfieber“ und „Reise nach Babel“, auf die Zeichentrickfolge „Das Zeitportal“ als auch auf den damals bereits existierenden erste Star Trek-Kinofilm. Die Autorin zeichnet ein sehr interessantes Bild des Planeten Vulkan und setzt die einzelnen Puzzleteile aus den genannten Referenzwerken sehr gut zu einem atmosphärischen Bild einer fremden Welt zusammen und bei diesem Roman dürfte es sich um den ersten handeln, der die vulkanischen Namen der Planeten dieses Sonnensystems nutzt (die davor in Fan-Kreisen aber schon kursierten).

 

Geht man weiter ins Detail, erscheint einem manches an Vulkan wie hier beschrieben doch etwas sonderbar. Eines vor allem: Es gibt offenbar keinerlei Sicherheits- und Ermittlungbehörden auf Vulkan, denn Vulkanier sind ja so friedlich. Richtig erraten: Das ist der Aufhänger, warum kein vulkanischer Kriminalbeamter den Ausfällen der Stasis-Kammern nachgeht, sondern Captain Kirk die Ermittlungen führt. 😉 Hier wird ein bisschen getrickst, allerdings nicht besonders gut. Zum einen wird aus der Geschichte erst zur Mitte des Romans ein Krimi. Es dauert erstaunlich lange, bis jemand auf die Idee kommt, bei den Ausfällen der Kammern könnte es sich um Sabotage handeln. Als Leser, der den Titel der Geschichte kennt, ist man hier den Charakteren gegenüber recht deutlich im Vorteil. 😀 Zum anderen nutzen Kirk & Co nicht die Ressourcen der Enterprise, die im Orbit über ihnen schwebt. Es scheint, als hätten sie nicht einmal Kommunikatoren mitgenommen oder Zugriff auf andere Mittel und Personal, die bei den Ermittlungen helfen können. Das ist eine recht konträre Darstellung im Vergleich zu so mancher TV-Folge. (Siehe z.B. TOS „Der Wolf im Schafspelz“.) Ich verstehe, dass dadurch versucht wird, etwas Spannung reinzubringen, die Helden von der Enterprise mit Personen allein zu lassen, von denen jeder ein Mörder sein könnte.

Wobei so ganz stimmt das auch nicht: Im Grunde ist Captain Kirks Ermittlung recht unspannend. Er schreibt zwar so ziemlich jede im Roman vorkommende Person auf seine Verdächtigenliste, aber echte Motive kann er nicht zutage fördern. Als Leser ist man entweder auf die Auflösung durch die Autorin angewiesen, oder man folgt dem allerersten Verdachtsmoment, der meiner Meinung nach zwar nicht sehr gut verdeckt wird, aber durchaus überlesen werden könnte.

Bewertung: Als Kriminalgeschichte ist „Mord an der Vulkan-Akademie“ eine etwas öde Angelegenheit. Zudem gibt es eine romantische Nebenhandlung, die mich nicht sonderlich angesprochen hat. Punkten kann der Roman dennoch über die Schilderung der vulkanischen Kultur und des Planeten Vulkan und einige alternative Entwicklungen, die sich mit den späteren Serien und Filmen nicht mehr vereinbaren lassen, aber interessante Ideen beinhalten, wie die Charakterisierung von Sarek, das Schicksal von Amanda und die Macht der vulkanischen Telepathie. Unterm Strich kommt ein sehr durchschnittlicher Roman heraus, der Krimi-Fans nicht sehr zusagen wird, aber vielleicht Star Trek-Fans, die mehr über (ein alternatives) Vulkan und seine Bewohner herausfinden möchten. Von meiner Seite gibt es 3 von 6 Sterne für diesen Roman.

3stars

Die Screenshots stammen von trekcore.com.