Rezension: TOS – „Foul Deeds will rise“

Man darf Autor Greg Cox durchaus als den Spezialisten für die Classic-Serie bezeichnen. Jedes Jahr erscheint ein Roman von ihm zu dieser Epoche und wenngleich seine letzten Romane nicht die Klasse früherer Werke von ihm aufweisen, sind sie meistens doch recht solide erzählt und das trifft auch auf „Foul Deeds will rise“ zu, das mit einer mysteriösen und action-reichen Handlung zu unterhalten versteht. Als Besonderheit ist der Roman zeitlich nicht innerhalb der 5-Jahresmission angesiedelt, sondern 20 Jahre später, in der Zeit zwischen dem 5. und 6. Kinofilm.

fouldeeds_CoverDie Story ist eigentlich recht typisches Star Trek: Die Sternenflotte vermittelt diplomatisch in einem Konflikt und die Enterprise-A dient als neutraler Verhandlungsort. Föderationsbotschafter Riley (der frühere Lieutenant aus „Implusion in der Spirale“ und „Kodos der Henker“, der auch schon im Roman „Die Sonde“ als Botschafter tätig war) soll den Frieden zwischen den Pavakianern und den Oyolo aushandeln, deren Planeten sich im selben Sonnensystem befinden und einen langen, erbitterten Krieg geführt haben. Während in Vorfeld der Verhandlungen Mister Spock und Scotty nach Pavak reisen, um dort die Abrüstung von Massenvernichtungswaffen zu beaufsichtigen, bringen Captain Kirk und Doktor McCoy mit einem Shuttle Vorräte nach Oyolo, wo ein Hilfstrupp der Föderation bereits seit längerer Zeit humanitäre Unterstützung bietet. Rein zufällig begegnen sie im Hilfscamp einer alten Bekannten. Sie nennt sich Lyla Kassidy, doch Kirk und McCoy ist sie unter einem anderen Namen bekannt: Lenore Karidian! Die Tochter von Kodos dem Henker, die selbst einige Morde in der Vergangenheit begangen hatte, um ihren Vater zu schützen, den sie vor 20 Jahren selbst aus Versehen getötet hatte. Nach fast zwei Jahrzehnten Therapie will sie sich nun rehabilitieren und für einen guten Zweck arbeiten.

Um ihr den Weg zurück in die Gesellschaft zu erleichtern – und weil die romantischen Gefühle, die er Lenore einst entgegengebracht hat noch nicht vergessen sind – lädt Captain Kirk sie ein, ihn zu einem diplomatischen Empfang auf die Enterprise zu begleiten. Hätte er gewusst, dass Lenores Ankunft zwei offenbar perfekte Morde, Geiselnahmen und der Diebstahl eines Protomaterie-Sprengkopfes folgen sollten, hätte Kirk auf diese Einladung sicher verzichtet …

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Alte Bekannte: Captain Kirk und Lenore Karidian

Fazit: Auch wenn die Story in der Movie-Ära angesiedelt ist, spielt mit Lenore Karidian ein in TOS eingeführter Charakter einer Hauptrolle in diesem Roman wobei es interessant ist zu erfahren, was aus ihr geworden ist, seit sie am Ende von „Kodos, der Henker“ ihren eigenen Vater erschoss. (Es war reiner Zufall, dass ich am Tag, als ich begann den Roman zu lesen, diese Star Trek-Folge gesehen hatte.) Und auch was die Auflösung der Morde angeht, greift Cox auf eine technologische Lösung zurück, die bereits in der klassischen Serie zur Anwendung kam. Natürlich verrate ich diese Auflösung an dieser Stelle nicht, nur so viel: Mir selbst gefiel sie schon in der damaligen Folge nicht besonders und für die Geschichte von „Foul Deeds will rise“ hätte ich mir daher gewünscht, Cox hätte nicht darauf zurückgegriffen.

Ansonsten kann ich sagen, dass der Konflikt zwischen den Oyolo und Pavakianern hier wirklich eskaliert, bevor zu viele – der Tendenz nach meistens langatmige – Konferenzraumszenen vorangehen. Dass sich beide Parteien noch immer nicht ausgesöhnt haben und ein weiter Weg vor ihnen liegt ist klar, auch die Schrecken des Krieges werden von Cox sehr gut vermittelt. (Allerdings ist dazu in der heutigen Zeit nicht viel nötig, wir haben wohl alle die aktuellen Bilder aus den derzeitigen Krisenregionen der Erde vor Augen.)

Bewertung: Wieder ein unterhaltsamer Roman von Greg Cox. Er nimmt zwar wieder Anleihen an Geschehnissen der Original-Serie, entwickelt sie aber gekonnt weiter, so dass „Foul Dees will rise“ nicht wie ein „Best-of“ wirkt. Der Kriminalfall, der schließlich von Chekov und McCoy aufgeklärt werden kann, ist interessant, wenngleich ich mir eine andere Vorgehensweise des Mörders gewünscht hätte, aber das ist reine Geschmackssache. Unterm Strich weiß auch Cox‘ neuester Roman zu überzeugen, absolut solide und die wie eigentlich immer bei ihm sind die Charaktere sehr gut getroffen. Diesmal nicht nur die Hauptcharaktere aus der Serie, sondern auch Lenore Karidian, was sicher nicht die leichteste Übung war. Der Roman erhält von mir gute 4 von 6 Sterne.

4stars

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