Rezension: Comic – Boldly go #15 „I.D.I.C. Part 3“

Die 15. Ausgabe der „Boldly go“-Reihe ist zugleich der 3. Teil der „I.D.I.C.“-Miniserie, in der es um sich überschneidende Paralleluniversen voller überraschender alternativer Entwicklungen geht. Wer sich die bisherigen Überraschungen nicht verderben lassen möchte, sollte die folgende Rezension daher besser meiden.

STAR-TREK-BOLDLY-GO-15_Cover

Auch wenn das Cover-Bild etwas anderes impliziert: Im 3. Teil von „I.D.I.C.“ geht es nicht vorrangig um die Crew der Androiden-Enterprise, die wir bereits im 2. Teil kennengelernt haben. Quasi ganz im Gegenteil beginnt die Story mit der Geschichte eines pflanzlichen James T. Kirk! Dessen Werdegang unterschiedet sich aber dennoch nicht nennenswert von der seines Pendants in der Kelvin-Zeitlinie, weshalb es auch ihn samt Enterprise-Crew in eine chronotronische Anomalie verschlägt, wo er aber nur kurz mit unzähligen weiteren Varianten seines Schiffes konfrontiert wird. Eine plötzliche Energieentladung verschlägt den pflanzlichen Kirk auf einen im ersten Moment unbekannt wirkenden Planeten, wo er auf Vertreter anderer Enterprise-Crews aus den Paralleluniversen trifft.

Die Handlung springt zwischen drei Schauplätzen hin und her, in denen verschieden gemischte Gruppen herauszufinden versuchen, wie sie dorthin gekommen sind und wie sie auf ihre Schiffe und in ihre Universen zurückkehren können.

  • Wie sich schließlich herausstellt verschlägt es den pflanzlichen Kirk zusammen mit einer männlichen Uhura (bzw. hier Uhuro), einer weiblichen Captain Spock und einem gasförmigen Scotty … nach Risa, der berühmten Urlaubswelt! Eine Umgebung, die angenehm wirkt, aber in der sich eine versteckte Gefahr zu verbergen scheint.
  • Captain Kirk aus der Kelvin-Zeitlinie verschlug es bereits in Teil 2 zusammen mit Simon Grayson (einen menschlich erzogenen Spock), Androiden-Sulu und Pavlovna Chekov in einen irdischen Dschungel – in das Reich von Khan! Auf dieser Erde wurden die genetisch verbesserten Augments nie besiegt und eine Nachfahrin von Khan herrscht mittels barbarischer Methoden.
  • Und ebenfalls schon in Teil 2 verschlug es den uns bekannten Dr. McCoy zusammen mit Jane Kirk und Androiden-Uhura nach Vulkan, das – im Gegensatz zur Erde – in dieser Realität nie von Nero vernichtet wurde.

Fazit: Angesichts unzähliger Enterprises im Inneren der Anomalie war zu erwarten, dass die Story von „I.D.I.C.“ im weiteren Verlauf immer wildere Ausmaße annehmen würde. Wenn ich mich nicht verzählt habe, spielen jetzt schon Protagonisten aus neun Universen an drei Schauplätzen eine Rolle und müssen sich sowohl mit den lokalen Gegebenheiten zurechtfinden, als auch herausfinden, was mit ihnen geschehen ist.

Eine Antwort bleibt die Story noch schuldig, aber es gibt erneut eine Andeutung und im Besonderen scheinen die James/Jane Kirk-Charaktere eine Rolle bei der ganzen Sache zu spielen. Ich bin gespannt, wohin die Story den Leser noch führen wird. Eines ist sie auf jeden Fall schon jetzt: extrem abwechslungsreich! Während es auf der von Augments beherrschten Erde und auf Vulkan dramatisch zugeht, streuen die Ereignisse auf Risa – wo der Mix der Enterprise-Crewmitglieder besonders exotisch ausfällt – etwas Humor bei. Aber vollkommen ernst geht es zumindest für den Leser auch auf den anderen beiden Schauplätzen nicht zu, was vor allem Dr. McCoys Zynismus zu verdanken ist, wie auch der großspurig auftretenden Khan.

Für den dritten Teil von „I.D.I.C.“ kam auch der dritte Zeichner zum Zug. Diesmal handelte es sich um Tana Ford, die offenbar zuvor noch keinen Star Trek-Comic illustriert hat. Habe ich bereits Megan Levens mehrfach unterstellt, ihre Charkatere zu „verniedlichen“, geht Ford meiner Meinung nach sogar noch stärker hin in Richtung Funny-Stil. Einerseits muss man sagen, dass diese Stilrichtung bei Wesen wie dem Pflanzen-Kirk durchaus gut funktioniert, allerdings wäre ein realistischerer Stil auch nicht ganz verkehrt gewesen, der zudem auch mehr meinem persönlichen Geschmack entsprochen hätte. Anderseits überrascht Ford mit einigen tollen Effekten in so manchen Panels.

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Das bereits in meiner Rezension zum 2. Teil gelobte Textdesign bei den Androiden-Charakteren wurde auch in Teil 3 beibehalten. Ich hätte es aber auch sehr schön gefunden, hätte man sich für die pflanzlichen bzw. gas-basierten Lebensformen ebenfalls etwas einfallen lassen.

Bewertung: Teil 2 wird konsequent fortgeführt, indem noch weitere exotische Enterprise-Crewmitglieder ins Geschehen eingreifen und sich an unterschiedlichen Schauplätzen zusammenraufen müssen, um hinter das Geheimnis zu kommen, das sie hierher verschlug. Dass eine bewusste Absicht dahinter steckt, scheint nun klar, aber dennoch bleibt die Geschichte mysteriös und daher spannend. Ich würde mir nur wünschen, dass die abschließenden drei Comics etwas zielstrebiger voranschreiten, allerdings ist das etwas reduzierte Tempo wohl dem Umstand geschuldet, dass es derart viele Hauptcharaktere gibt und Autor Mike Johnson um Übersichtlichkeit bemüht ist. Bis jetzt gelingt ihm das sehr gut und auf unterhaltsame Art und Weise, weshalb Teil 3 von mir gute 4 Sterne erhält, was auch meiner „Halbzeitbewertung“ der Miniserie entspricht.

4stars

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