Rezension: DS9 – „Mission Gamma 1: Zwielicht”

„Zwielicht“ beginnt gleich mal mit einer ausgedehnten  Action-Sequenz, die auch mehr oder weniger unmittelbar an den Vorgängerroman anschließt. In „Dämonen der Luft und Finsternis“ war es auch einer meiner Kritikpunkte, dass aus der Jarada-Nebenhandlung eigentlich nicht viel gemacht wurde. Gleich am Beginn von „Zwielicht“ zeigen die Jarada aber gleich ihr Temperament, was beinahe zur Vernichtung der Defiant führt und gleichzeitig auch ihren Kommandanten – Commander Vaughn – als erfahrenen und zurückblickenden Mann charakterisiert, der in seiner 80jährigen Karriere schon viele Krisen durchgemacht hat.

Allgemein geht der Autor bei Vaughn – aber auch bei der Darstellung anderer Charaktere – in diesem Buch sehr in die Tiefe und betrachtet so ziemlich jede nur mögliche Facette seiner Persönlichkeit. Und von denen gibt es bei einem über 100 Jahre alten Mann mehr als genug. Da finden sowohl seine frühere Karriere und sein Karrierewechsel (siehe den Romanzweiteiler „Offenbarung“) wie auch seine sich leicht verbessernde Beziehung zu seiner Tochter Prynn Platz. Beides sind Elemente, die für Commander Vaughn wichtig im Verlauf dieser Geschichte wichtig werden, steht die Defiant doch nach der Umrüstung zu einem „halben“ Wissenschaftsschiff kurz davor, eine dreimonatige Forschungsmission im Gamma-Quadranten durchzuführen – unter Vaughns Kommando und mit Prynn als Steuerfrau. Ich finde es allerdings seltsam, dass die Defiant durch den Umbau ihren Shuttlehangar samt Shuttles verliert. Das widerspricht doch eigentlich der Erfahrung, die die Sternenflotte in 200 Jahren mit der Zuverlässigkeit des Beamens gemacht hat. ;-) Mysteriöserweise ist besagter Hangar samt Shuttles später jedoch wieder vorhanden, als sie praktischerweise während einer Mission gebraucht werden. ;-)

Abgesehen von diesem Kontinuitätsfehler halte ich den Aufwand, aus der Defiant ein typisches Starfleet-Allround-Schiff zu machen für unwirtschaftlich, wenn die Flotte bereits genug Schiffe im Dienst hat, die vom Stapellauf weg solche Allround-Schiffe sind.

Während die Defiant umgerüstet wird, geht auch auf der Raumstation und auf Bajor etwas vor sich. Vorbereitungen für einen erneuten Versuch, Bajor in die Föderation aufzunehmen, werden vorangetrieben. Als vorderste Repräsentaten der Föderation treten hierbei Shars Mutter in ihrer Funktion als Mitglied des Föderationsrats auf, wie auch Admiral Akaar (der auch in der „Titan“-Reihe und „Destiny“ eine Rolle spielt) von der Sternenflotte, der auch ein alter Freund von Commander Vaughn ist und dem ersten Eindruck nach gewisse Vorbehalte gegen Colonel Kira zu hegen scheint. Auch dieser Teil der Handlung stellt wieder die Charaktere stark in den Vordergrund und analysiert ihre Motivationen und ihre Handlungen in der Vergangenheit sehr stark. Die Geschichte kommt dadurch allerdings nicht wirklich voran, was für den einleitenden Beginn eines Romans aber durchaus entschuldbar ist. Aufgrund der ausgedehnten Exposition, die der Autor hier betreibt, würde ich sogar behaupten, dass man mit dem Relaunch von DS9 sogar relativ problemlos mit „Zwielicht“ beginnen kann, ohne die vorherigen 4 Romane lesen zu müssen. Fast alle Hintergründe zu den Veränderungen, die es seit dem Ende der TV-Serie gegeben hat, werden nochmals erläutert.

Die wirklich sehr ausgedehnte Einleitung des Romans endet mit dem Aufbruch der Defiant in den Gamma-Quadranten und ihrer ersten Mission, der friedlichen Kontaktaufnahme mit einem Volk namens Vahni Valthupali. Ich finde es interessant, dass es sich hierbei um ein Volk handelt, das non-verbal kommuniziert. Denn der handlungsvorantreibende Dialog zwischen Personen scheint Autor David R. George III nicht besonders zu liegen, weshalb er ihn auch durch Kreation eines solchen Volkes zu umgehen scheint.

Jedenfalls läuft die erste Mission der Defiant reibungslos ab – bis kurz vor Schluss. Denn aus unerklärlichen Gründen wird der Planet der Vahni von schweren Erdbeben erschüttert und zeitglich explodiert der Mond des Planeten. In der folgenden Rettungsaktion kann die Defiant (auch dank des Vorhandenseins ihrer Shuttles ;-) ) das Schlimmste verhindern, doch schnell wird klar, dass dies nur der Anfang vom Ende war. Der Planet und sein Mond wurden von einem unbekannten Energieimpuls getroffen. Nicht zum ersten Mal, wie die Vahni gestehen. Und bereits der nächste Impuls könnte das Ende des Planeten bedeuten. Um diesen zu verhindern oder zumindest abzulenken folgt die Defiant dem Weg des Energieimpulses und findet dort einen unwirtlichen Planeten vor, auf den sich Vaughn, Shar und Prynn mit einem Shuttle begeben um Nachforschungen anzustellen.

David R. George III schreibt durchwegs sehr detailliert und ausführlich, er geht sehr genau auf die beschriebenen Personen ein und blickt gut in sie hinein. Allerdings führt das auch immer wieder mal zu etwas langatmigen Passagen, die sich auch leicht hätten vermeiden lassen, wäre der Autor nicht ganz so weit abgeschweift. Nicht unbedingt sinnloses Geschwafel, aber dennoch hätte es mir gefallen, wenn George sich etwas öfter an die Devise „Weniger ist mehr“ orientiert hätte. Die Charaktere und ihre Motivationen hätte man sicher auch kompakter beschreiben können und gelegentlich wirken Passagen so, als seien sie nur dazu da, das Vergehen der Zeit darzustellen. Wenn z.B. einmal Kasidy Yates‘ Haus einmal im Spätherbst und einmal im Winter von verschiedenen Besuchern aufgesucht wird. Da beide Passagen – wie leider die meisten in diesem Buch – eigentlich nichts dazu beisteuern, die Handlung voranzutreiben, wäre es sinnvoller gewesen, den Inhalt dieser beiden Passagen in nur einer einzigen zusammenzufassen.

Allgemein ist der Punkt „Handlung“ ein Problem dieses Romans. Es passiert nämlich relativ wenig. Für ein so umfangreiches Werk wie „Zwielicht“ (fast 600 Seiten) für meinen persönlichen Geschmack sogar mehr als eindeutig zu wenig. Die Exposition liest sich noch mit Interesse und der Hoffnung, dass diese nur die Einleitung für eine umfangreiche und interessante Geschichte darstellt. Doch eigentlich ist die Einleitung noch das Beste am Roman. Vielleicht mit Ausnahme der Szenen mit Taran’atar auf DS9 und auch die Szenen mit Quark, Ro und Treir sind noch recht unterhaltsam. Die Story um Taran’atar wird ab einem gewissen Punkt aber einfach nicht mehr fortgeführt. Und schließlich wird erst über einen simplen Catering-Auftrag an Quark wieder eine Verbindung zu Bajors Föderationsbeitritt generieret, der zwischendurch auch mal mehrere Hundert Seiten nicht mehr thematisiert wurde. Dies empfand ich als etwas seltsamen „Erzählweg“. Begrüßenswert – wenngleich auch sehr untypisch im Vergleich zum restlichen Roman – war hingegen, dass sich zumindest in dieser Nebenhandlung etwas tut. Dass das Gipfeltreffen an Bord der Raumstation tatsächlich so schnell Früchte trägt, war angesichts des gemächlichen Tempos des restlichen Romans fast nicht zu erwarten. Hier wissen die letzten rund 60 Seiten durchaus zu überraschen.

Aber allgemein in der 2. Hälfte des Romans betreibt David R. George III auch wieder sehr viel Charakterdarstellung was mal abgesehen von diesen letzten Seiten auf Kosten der Handlung geht. Jene Handlung im Gamma-Quadranten – die eigentlich prädestiniert wäre, um dem Buch auch einen Spannungsbogen zu geben – ist zwar inhaltlich okay, hätte aber eindeutig spannender sein können. Da der Autor nämlich die Gedanken der Charaktere deutlich mehr Bedeutung beimisst als dem Dialog oder der Aktion, ist man als Leser fast auf jede „überraschende“ Wendung in der Handlung vorbereitet, da sich einer der Charaktere eine solche Möglichkeit ohnehin schon mal so oder so ähnlich gedacht. Dieser Stil – den man durchaus als „totale Enthüllung“ beschreiben kann – eignet sich wahrscheinlich auch schwer für Mystery-Handlungen, in denen der Leser eigentlich mitfiebern und miträtseln sollte.

Was mir ebenfalls negativ auffiel, waren die oftmals recht ausführlichen Ortsbeschreibungen. Der Autor beschreibt die Bewegungen seiner Charaktere sehr detailliert, immer wieder wird darauf hingewiesen, in welchem Korridor jemand den Turbolift verlässt, wo er sich gerade befindet, wie viele Decks er gerade zurückgelegt hat, auf welchem Deck er gerade ist und in welche Richtung er abbiegt. Ich schätze, dass dieses Verlangen, die Charaktere herumwandern zu lassen, auch der Grund ist, warum die winzigen Shuttles der Defiant (das Shuttle Chaffee kennen wir aus der Serie) jede Menge Raum für drei Personen lassen, um hin und her zu gehen, Kisten von A nach B zu tragen und sogar ein hinteres Abteil aufzusuchen. Die Dinger müssen wahre Platzwunder sein!

Fazit: Die negativen Aspekte überwiegen in „Zwielicht“ leider deutlich. So gut David R. George III auch die Charaktere beschreibt, umso größere Defizite hat der – wirklich lange – Roman mit der Handlung und dem Spannungsaufbau. Für fiktive Biografien der DS9-Charaktere wäre dieser Stil zwar ideal, aber „Zwielicht“ ist nun einmal kein Sachbuch, sondern ein Roman. Und für fast 600 Seiten beinhaltet dieser für mich zu wenig Handlung. Das, was an Handlung vorhanden ist, ist entweder nicht besonders spannend beschrieben (Gamma-Quadrant-Handlung) oder geschieht so plötzlich, dass keine Zeit bleibt, Spannung aufzubauen (Bajor/DS9-Handlung).

Eine ziemlich spannungsarme Angelegenheit also, für die ich selbst gemessen am Umfang relativ lang gebraucht habe, um das ganze Buch zu lesen. Obwohl die Geschichte im Gamma-Quadranten durchaus Mystery-Charakter hat – was mir eigentlich sehr zusagt – verspürte ich wenig Ambition, ständig weiterlesen zu wollen um herauszufinden, was dahinter steckt. An sich ist die Geschichte inhaltlich zwar solide und würde 3 Sterne schon verdienen. Nur kommt der Inhalt mit zu viel störendem und unhandlichem Verpackungsmaterial daher, weshalb es nur für 2 von 6 Sternen reicht.

 Anmerkung:

Natürlich setzt sich die bereits in den vorangegangenen DS9-Relaunch-Romanen Beschreibung der Andorianer fort, was sich natürlich mit dem später produzierten „Enterprise“ beißt. Andorianer mögen es in den Romanen demnach weiterhin gerne warm. Und auch der Heimatplanet wird als „Andor“ und nicht „Andoria“ bezeichnet. Das ist besonders interessant, da gerade die TV-Serie „Deep Space Nine“ damit begann, den Namen „Andor“ (bis einschl. TNG verwendet) durch „Andoria“ zu ersetzen. Nun, zumindest das Autoren-Duo Judith und Garfield Reeves-Stevens, die in der 4. Staffel auch zum Autorenstab von „Enterprise“ gehörten, lieferten in einem Interview eine Erklärung hierfür, demnach „Andor“ der Name des Planeten (ein unbewohnbarer Gasriese) und „Andoria“ der Name eines Mondes sei, auf dem die Andorianer leben. Dargestellt wurde dies auch in der „Enterprise“-Episode „Die Aenar“. Eine Erklärung für das bevorzugt warme Klima der Buch-Andorianer ist das aber natürlich nicht. ;-)

 

Rezension: “Star Trek – The Next Generation Sketchbook – The Movies – Generations & First Contact”

Die Autorin J.M. Dillard, die auch mehrere Star Trek-Romane verfasst hat, präsentiert in diesem Sachbuch größtenteils Entwürfe von John Eaves, einem langjährigen Designer, der seit dem 7. Kinofilm am Star Trek-Franchise arbeitet und vor allem auch den Serien “Deep Space Nine”, “Voyager” und “Enterprise” seinen Stempel aufgedrückt hat. In diesem “Sketchbook” geht es aber vor allem (aber nicht ausschließlich) um Eaves’ Zeichnungen zum 7. und 8. Kinofilm.

Das “Sketchbook” ist leider nur in englischer Sprache erschienen, aber natürlich stehen bei dieser Art von Büchern natürlich die Bilder im Vordergrund. Wer der englischen Sprache mächtig ist, erfährt aber zu den einzelnen Designobjekten noch zusätzliche Informationen, wie Inspirationsquellen, Gedanken zu alternativen Ansätzen und die Beschreibung des Wegs, den ein Objekt vom Papier zum fertigen Endprodukt gemacht hat. Diese Passagen sind angenehm zu lesen, denn sie wirken fast so, als würde Dillard ein Interview mit John Eaves führen. Die Verwendung der direkten Rede gibt einem als Leser auch einen besseren Draht zum Künstler und es gibt ihm die Möglichkeit, gelegentlich kleine Anekdoten zu erzählen. Wie z.B. dass eine seiner ersten Arbeiten für den 7. Kinofilm “Treffen der Generationen” die Aufgabe war, einen neuen Kommunikator für die Sternenflotte zu entwerfen. Eaves gibt zu, damals lediglich mit der Originalserie, aber nicht mit “The next Generation” vertraut gewesen zu sein und legte als ersten Entwurf eine Skizze eines aufklappbaren Kommunikators vor, wie er von Captain Kirk & Co verwendet worden war.

Gleich mitgeliefert zu dieser Anekdote werden natürlich auch die Bilder von Eaves folgenden Kommunikatoren, die nach eine Belehrung durch Produktionsdesigner Herman Zimmerman die Form von Uniformabzeichen hatten, wie für die TNG-Ära typisch.

Das Buch liefert so ziemlich Einblick in die Entstehung von allen möglichen Sets, Modellen und Schiffen. Beginnend vom Re-Design der Excelsior-Klasse für die Enterprise-B über der Überarbeitung der Brücke der Enterprise-D, Guinans Quartier oder der Champagner-Flasche, mit der die Schiffstaufe am Beginn des 7. Kinofilms vorgenommen wurde. Wirklich sehr umfangreich, obwohl jener Abschnitt, der sich mit dem. 7. Kinofilm beschäftigt, nicht mal ein Drittel des Buchs ausmacht.

Dem 8. Kinofilm “Der Erste Kontakt” wird weit mehr Raum gegeben. Das liegt natürlich auch daran, dass für diesen Film sehr viel neu erschaffen werden musste, während man bei “Treffen der Generationen” auf viel Vertrautes aus der TV-Serie und den vorangegangenen Kinofilmen zurückgreifen konnte. Für “Der Erste Kontakt hatte Eaves weit mehr zu tun, allen voran die Erschaffung einer neuen Enterprise. Auch hier ist es sehr interessant, verschiedenste Varianten für das neue Flaggschiff zu sehen. Neben der von Eaves entworfenen Enterprise wurden für den Film von ILM aber auch andere Sternenflottenschiffe erstellt. In diesem Abschnitt des Buchs werden also auch die Arbeiten anderer Designer umfangreich präsentiert. Auch der Prozess, wie bei ILM aus ein paar Plastikformen eine neue Enterprise entstanden ist, wird dokumentiert. Auch Kostüme – entworfen von Deborah Everton und Gina Flanagan – dürfen nicht fehlen genausowenig wie Phoenix-Missionsabzeichen von Doug Drexler.

Mein Lieblingsabschnitt des Buchs betrifft aber wieder Designs, die es nicht in den fertigen Film geschafft haben: Die Borg von Ricardo Delgado! Für den Kinofilm benötigten die kybernetischen Bösewichter natürlich ein Upgrade und Delgados Entwürfe sind wohl am besten als “abstoßend elegant” zu bezeichnen. Zu seinem Borg gehörten transparente Oberflächen, die Gewebe und entblößte Wirbelsäulen und Schädeldecken gehörten. Delgados Borg-Königin erhielt einen spinnenarige, düstere Eleganz. Die Entwürfe erinnern nicht nur ein wenig an jene von HR Giger (“Alien”) und Delgado erschuf bereits zuvor viele Sets für die Raumstation Deep Space Nine, dessen cardassianische Architektur ja auch bereits stark vom vertrauten Star Trek-Look abwich. Mit Delgados Borg hätte der 8. Kinofilm sicher einen ebenfalls sehr ungewöhnlichen Look erhalten.

Alles in allem ist auch dieses “Sketchbook” mit dem etwas holprig langen Titel eine zu 100 % empfehlenswerte Lektüre für alle, die sich für die Produktion und vor allem die Designaspekte der Star Trek-Filme 7 und 8 interessieren. 6 von 6 Sternen. Einziger Kritikpunkt ist, dass es sich nicht um ein Hardcover handelt. Die Klebebindung ist leider nicht ganz ideal, wodurch sich leider im Lauf der Zeit durch häufiges Blättern schon ein paar Seiten gelöst haben.Hier ist also Vorsicht angeraten, wenngleich ein Buch mit rund 1000 Illustrationen natürlich dazu einlädt, immer wieder mal aus dem Regal genommen und einfach mal so aus purer Lust an der Kunst des Produktionsdesigns durchgeblättert zu werden.

Rezension: “Star Trek Design”

Des Autoren-Duo Judith und Garfield Reeves-Stevens hat nicht nur spannende Romane verfasst, sondern im Jahr 1995 auch ein ganz besonderes Sachbuch herausgebracht, das im Original den Titel “The Art of Star Trek” trägt. Im Jahr 1997 erschien dieses Buch als sehr schöne Hardcover-Version mit Umschlag beim Heyne-Verlag unter dem Namen “Star Trek Design”.

 

 

Das Buch ist eine wahre Goldgrube für jeden, der sich für das Themen “Produktionsdesign” und “Star Trek” interessiert. Eingeteilt ist das Buch in einzelne Kapitel, die jeweils eine Inkarnation des Star Trek-Franchise beinhaltet. Beginnend mit den TOS-Pilotfilmen über die regulären Serien und die Kinofilmen bis hin sogar zu der in den 70ern geplanten oder nie realisierten TV-Serie “Star Trek – Phase II”. (Die Vorproduktion der Serie wurde eingestellt zugunsten des 1. Kinofilms.)

Es gibt ein allgemeines Vorwort von Produktionsdesigner Herman Zimmerman und zu jedem Kapitel ein wenig einführenden Text der Reeves-Stevens, die einen Blick zurück in die jeweilige Zeit werfen und die Produktionsumstände der einzelnen Serien und Filme erläutern. Aber sehr lobenswert ist, dass trotz dieser vermittelten Informationen das allerwichtigste bei einem Design-Buch nicht zu kurz kommt: die Bilder! Auf den über 300 Seiten dieses schönen Buchs gibt es unglaublich viele Bilder: Behind-the-Scenes-Fotos, Skizzen, Modelle und Poster-Designs. Alle Bereiche werden abgedeckt: Schiffsmodelle, Requisiten, Sets und auch Kostüme. Und so gut wie kein Bild bleibt unkommentiert, wodurch die Autoren nebenbei auch viel Wissenswertes und amüsante Anekdoten vermitteln. “Star Trek Design” ist ein Sachbuch, dass Informationen nicht trocken vermittelt sondern leicht und locker.

Besonders interessant fand ich das Kapitel über die bereits zuvor erwähnte “Phase II”-Serie bzw. des schon zuvor geplanten Films “Planets of Titans”. Die Entwürfe von Ralph McQuarrie (der später “Star Wars” seinen Stempel aufdrücken sollte) sind erstaunlich. Das gilt aber natürlich auch für die Entwürfe der anderen Designer wie Matt Jeffries, Andrew Probert, Jim Martin, John Eaves, den Leuten von ILM, etc. Denn zweifellos am interessantesten fand ich all jene Entwürfe, die nicht umgesetzt wurden. Entweder weil sie zu aufwändig und teuer oder weil solche Sets und Modelle unpraktisch zum Filmen gewesen wären. Oder einfach nur, weil sie besonders gewagt und untypisch gewirkt hätten. Aber gerade die Bilder dieser Designs machen den besonderen Reiz des Buchs aus. Es dokumentiert auch Wege, die nicht eingeschlagen worden sind bzw. zeigt den Weg auf, den ein Designelement nimmt: Beginnend von der ersten groben Skizze, über Testmodelle bis hin zum fertigen Produkt. So werden auch alternative Geschichten erzählt. Viele Skizzen geben Auskunft über frühe Drehbuchentwürfe und Szenen, die es schließlich nicht die Endfassung der Filme und Episoden geschafft haben. So wie die Felskreaturen im 5. Film oder fleischfressende Wesen auf dem Genesis-Planeten im 3. Film, die das klingonische Außenteam dezimiert hätten … Bis in einem späteren Drehbuchentwurf beschlossen wurde, dass die Klingonen die gefährlichsten Geschöpfe auf dem Planeten sein sollten. :-D Und wer hat schon gewusst, dass bereits Kirks Enterprise im 1. Kinofilm eine Untertassenabtrennung hätte durchführen sollen?

Ein wunderschönes und informatives Sachbuch also, das sicher jedem gefallen wird, der sich für das Produktionsdesign von “Star Trek” und von TV-Serien und Kinofilmen im Allgemeinen interessiert. Höchstnote! 6 von 6 Sternen!

Einziger Kritikpunkt, der eigentlich keiner ist, ist der Zeitpunkt, an dem das Buch ursprünglich erschienen ist. Da es 1995 erschien, ist das Kapitel “Voyager” ziemlich klein und “Enterprise” existierte damals noch gar nicht. Ebensowenig die Kinofilme nach “Treffen der Generationen”. Glücklicherweise gibt es zu einigen der späteren Kinofilme aber andere Design-Bücher, die ich hier im Blog auch noch vorstellen werde.

 

Rezension: Comic – Ongoing #7 + #8 “Vulcan’s Vengeance”

Nachdem die ersten 6 Ausgaben der neuen Ongoing-Comics 3 Geschichten aus der alten Zeitlinie in neuer Form erzählten (und dabei nach und nach immer stärker von den Vorlagen abwichen), finden wir in den Ausgaben #7 und #8 das erste komplett eigenständige Abenteuer der neuen Enterprise-Crew. Und dieses Abenteuer hat es in sich!

Ausgabe #7

Ausgabe #8

Dabei beginnt die Geschichte gleich im ersten Panel und im ersten Textfeld mit einem sehr ärgerlichen Fehler: Die Handlung wird dort in eine Taverne auf einem abgelegenen Planeten im Delta-Quadranten angesiedelt. Da stellt sich die Frage, warum so viele Alpha/Beta-Quadrant-Spezies dort herumlaufen, wie Andorianer, Tellariten und natürlich Quocch. Diesen dreigesichtigen Kerl kennen wir ja schon aus dem Comic „Nero“ bzw. aus den geschnittenen Szenen zum 11. Kinofilm. Quocch half damals Nero bei seiner Flucht von Rura Penthe. Jetzt macht Quocch Geschäfte mit Neros Vermächtnis. Drei vermummten Gestalten erzählt Quocch von seiner Flucht vor den Klingonen und dass er dabei deren Sensoraufzeichnungen über Neros Raumschiff – die Narada – mitgehen hat lassen. Aufzeichnungen, die er nur zu gerne an die gut zahlende Kundschaft verkauft.

In der Zwischenzeit fliegt die Enterprise entlang der romulanischen Neutralen Zone. Die Entdeckung eines mutwillig zerstörten Subraum-Relais unterbricht Kirks und Spocks Schachspiel, und sorgt für Spekulationen, ob die Romulaner den Vertrag über die Neutrale Zone gebrochen haben. Und schon kurze Zeit später entdeckt die Enterprise einen Angriff auf ein vulkanisches Raumschiff … das von einem anderen vulkanischen Schiff attackiert wird! Das Außenteam der Enterprise (mit gleich 2 weiblichen Sicherheitsoffizieren an Kirks Seite) kann den feindlichen Entertrupp zwar zurückschlagen, doch gelingt es den Angreifern noch, die wertvolle Fracht zu stehlen: Die letzten Überbleibsel roter Materie!

Die Geschichte überzeugt in weiterer Folge durch einige überraschende Wendungen. Wenngleich sie sich alle fast schon irgendwie angedeutet habe, gelingt es ihnen doch effektiv, wirkungsvoll zu überraschen. Und wenn der weitere Verlauf der Geschichte Kirk und eine Shuttlecrew sogar nach Romulus verschlägt,  dann erhält sie sogar einen ziemlich politischen Aspekt.

Die Zeichnungen von Joe Phillips können sich wie immer absolut sehen lassen. Immer wieder schön, wenn er bekannte Designs einbindet. Ein paar der offensichtlicheren Beispiele:

  • Quocch Kleidung entspricht jener des Schmugglers Cyrano Jones in der TOS-Folge „Kennen Sie Tribbles“ und auch jener von Odo und Worf in DS9s „Immer die Last mit den Tribbles“.
  • Das Subraum-Relais ähnelt stark der Subraum-Relaisstation 47 aus der TNG-Folge „Aquiel“.
  • Die vulkanischen Schiffe sind aus der Serie „Enterprise“ bekannt. Beim angreifenden Schiff handelt es sich um ein vulkanisches Runabout, beim geenterten Schiff um eines vom D’kyr-Typ. Allerdings ist die D’kyr doch etwas mickrig geraten im Vergleich zum Runabout und der vergleichsweise gigantischen Enterprise.
  • Die romulanischen Schiffe sehen etwas anders aus als in TOS oder ETP, folgen aber dem dort etablierten allgemeinen Aufbau. Dafür sehen die romulanischen Uniformen samt Helme und auch die Handfeuerwaffen fast exakt so auch wie in der Classic-Serie. Und auch die Senatshalle auf Romulus entspricht dem Design, das bereits aus „Nemesis“ bekannt ist.
  • Der in diesem Comic gezeigte Konferenzraum ähnelt extrem stark jenem, den man in TOS auf der Enterprise gesehen hat und weniger der Lounge-artigen Version, die im ersten Comic der Ongoing-Reihe zu sehen war.

Fazit: Eine Geschichte, die bis zum Schluss spannend und interessant bleibt und mit dem Besuch von Romulus ein echtes Highlight darstellt. Ebenfalls gefiel mir, dass der Schluss kein eindeutiges Happy End ist, sondern durchaus Möglichkeiten für indirekte Fortsetzungen liefern könnte. „Vulcan’s Vengeance“ ist auf jeden Fall ein Kandidat für die Höchstwertung! 6 von 6 Sternen!

Rezension: TOS – „Das Zentralgehirn

Ich bin eine großer Fan der Romane des Autoren-Duos Judith und Garfield Reeves-Stevens, die unter eigenem Namen wie auch als Ghostwriter für William Shatner erstklassige Star Trek-Romane wie „Die Föderation“, „Die Rückkehr“, „Die Erste Direktive“, „Collision Course“ oder die DS9-Trilogie „Millennium“ geschrieben haben. Lediglich ihr Erstlingswerk aus dem Jahr 1988, „Das Zentralgehirn“ (Originaltitel „Memory Prime“) kannte ich bislang noch nicht und ich war schon gespannt darauf, ob sich auch dieser Roman schon durch jene Elemente auszeichnete, die ihre späteren Werke zu wahren „Pageturner“ machten.

Und tatsächlich führen die Autoren den Leser gleich am Beginn an einen unbekannten, zwielichtigen Ort und in eine Handlung, die dem Leser zuerst noch schleierhaft ist: Ein angeblicher Vulkanier trifft sich mit einem angeblichen Klingonen auf einer abgelegenen, trostlosen Welt, um sich als Auftragsmörder anheuern zu lassen.

In der Zwischenzeit wird die U.S.S. Enterprise unter Captain Kirks Kommando als eines jener Schiffe ausgewählt, die die namhaftesten Wissenschaftler der Föderation zur Verleihung der Nobel- und Zee-Magnees-Preise zum zentralen Datenarchiv „Memory Prime“ bringen soll. Kirks Freude darüber hält sich in Grenzen, bedeutet dies für sein Schiff doch, wieder zu den Zentralwelten der Föderation zurückzukehren. Spock hingegen ist – für vulkanische Verhältnisse – regelrecht aus dem Häuschen und freut sich wie der Großteil der Crew darüber, sich mit den Wissenschaftlern auszutauschen. Doch Spocks Freude währt nur kurz. Beim letzten Zwischenstopp auf Starbase 4 kommen Soldaten unter der Führung von Commodore Wolfe an Bord, die keine Erklärung abliefern und Spock ohne Begründung in seinem Quartier unter Arrest stellen. Wie Kirk herausfindet, scheint die Sternenflotte zu befürchten, Spock würde ein Attentat auf einen oder alle Wissenschaftler an Bord der Enterprise vorbereiten. Ein Verdacht der sich erhärtet, als ein Sabotageakt entdeckt wird.

Doch auch auf Memory Prime geht seltsames vor. Die dort heimischen künstlichen Intelligenzen – als „Wegfinder“ bezeichnet – verhalten sich recht sonderbar und scheinen etwas zu verheimlichen. Gleichzeitig wird das Militärkontingent auf dem Stützpunkt in den Kriegszustand versetzt und weitere vulkanische Forscher inhaftiert.

Dies allein sind die Ereignisse der ersten rund 120 Seiten und in dieser Art geht es auch weiter. Wie auch die späteren Romane der Reeves-Stevens ist auch „Das Zentralgehirn“ eine extrem handlungsorientierte Geschichte, die mit einigen überraschenden Wendungen aufwarten kann. Dabei kommen allerdings die Charaktere etwas zu kurz. Die bekannten Charaktere von der Enterprise-Besatzung sind zwar gut getroffen, aber so wirklich auf sie eingegangen wird nicht. Auch nicht so recht auf die Nebencharaktere, was allerdings den positiven Nebeneffekt hat, dass die Geschichte durch deren unbekannte Motivationen fast bis zur letzten Seite mysteriös und spannend bleibt. Wenngleich das Spannungslevel nicht ganz so hoch ist wie bei den späteren Romanen der beiden Autoren. Und auch die Auflösung der Geschichte erscheint dann etwas umständlich und vielleicht sogar ein wenig unstimmig. Denn vor allem Commodore Wolfes Verhalten erscheint auch nach der Auflösung sonderbar oder zumindest arg überzeichnet.

Fazit: Die späteren Romane der Reeves-Stevens haben mir zwar besser gefallen, aber trotzdem ist „Das Zentralgehirn” sehr lesenswert und gehört sicher zu den besseren beim Heyne-Verlag erschienenen Romane. Es reicht für solide 4 Sterne.

Anmerkungen:

Da das Buch aus dem Jahre 1988 ist, sind einige Informationen in diesem Roman – vor allem den Warpantrieb betreffend –  durch spätere Canon-Informationen widerlegt worden. So z.B. dass Zefram Cochrane nicht von der Erde stammte, sondern von Alpha Centauri und Alpha Centauri keine irdische Kolonie ist, sondern von einem humanoiden Volk bewohnt wird, das mit den Menschen verwandt ist. Auch die Beschreibung des innere Aufbaus einer Warpgondel entspricht nicht unbedingt dem, was die TNG-Folge „Der Fall Utopia Planita“ zeigte. Sie passt allerdings auch nicht so recht zu dem, was die bereits in den70ern ausgestrahlte TAS-Episode „Die gefährliche Wolke“ zeigte.

Allerdings bietet der Roman eine weitere interessante Betrachtung des Romulanischen Krieges. Zusammen mit meinem eigenen Fan-Ficition-Roman die zumindest vierte, die ich kenne.

Rezension: VAN – „Storming Heaven“

„I was there until the end, mate. The bitter, bloody end.“

„Storming Heaven“ ist das von Beginn der Romanreihe an geplante große Finale der Vanguard-Saga, die meiner Meinung nach die beste Reihe repräsentiert, die jemals unter dem Titel „Star Trek“ in Romanform erschienen ist. „Vanguard“ – dem Uneingeweihten wohl am besten zu beschreiben als eine Mischung aus „Deep Space Nine“, „Babylon 5“, „The Original Series“ und einer Portion „Alias“ – behandelte vom Start weg die Erforschung der Geheimnisse der Taurus-Ausdehnung, den Konflikt zwischen Föderation, Tholianern und Klingonen sowie das Neuerwachen der einst so mächtigen Shedai, die nach ihrem langen Schlaf mit einer völlig neuen Machtsituation in ihrem früheren Herrschaftsgebiet und Verrat in ihren eigenen Reihen zurechtkommen müssen. „Storming Heaven“ bringt die – vor allem im Vorgängerroman etablierten – offenen Handlungsbögen zu ihrem Ende, die Lage eskaliert, die Shedai ziehen in den Krieg gegen Starbase 47. Besser bekannt als Vanguard.

 

Der Roman davor – „What Judgments come“ – formte bereits die Rahmenhandlung, die auch „Storming Heaven“ übernimmt: Tim Pennington besucht Ex-Commodore Diego Reyes auf Caldos II. Während in „What Judgments come“ noch Reyes erzählte, wie es ihn nach Caldos verschlagen hat, ist in „Storming Heaven“ nun Pennington dran zu erzählen, was nach dessen Abreise auf der Raumstation und in der Taurus-Ausdehnung geschehen ist. Denn schon am Ende des Vorgängerromans machte Pennington klar: Er war bis zum Ende dort. Bis zum bitteren, blutigen Ende.

Der Roman ist in drei Teile gesplittet, wobei der erste Teil noch Vorbereitungscharakter hat. Die Mission der Sagittarius nach Eremar – wo die die Orioner eine Tkon-Waffe gefunden haben, die Shedai immobilisieren kann – wird akribisch geplant, um die Klingonen und die verbündeten Romulaner von den wahren Absichten der Crew des Aufklärungsschiffs abzulenken. Gleichzeitig nimmt auf Vanguard Dr. Fisher seine Hut und beschließt in Rente zu gehen, wird jedoch zuvor noch von Dr. Mbenga besucht, der mit der Enterprise gerade an die Station angedockt hat. Auch Spock nützt diese Möglichkeit, das Gespräch mit T’Prynn fortzusetzen, das er drei Jahre zuvor (siehe Buch 1 „Harbinger“) begonnen hatte. Der Auftritt der Enterprise-Recken schließt den Kreis zum ersten Buch sehr schön und Kirks Worte, als er das Gespräch mit Captain Khatami beendet, beschreiben Kirks Charakter in einem Satz, ohne dass ihm im Roman als Gastprotagonist viel Raum gegeben wird. ;-)

In Teil 2 machen die Tholianer ernst, die gar nicht erfreut darüber sind, dass die Sagittarius Tkon-Artefakte von Eremar entwendet hat. Es wirkt auf mich aber wie ein Logikfehler, dass die Tholianer die Beute der Sagittarius vernichten wollen, anstatt sie selbst in Besitz zu nehmen. An Stelle der Tholianer wäre ich zumindest froh, wenn zumindest irgendjemand in der Nähe eine brauchbare „Waffe“ gegen die Shedai besitzt. Anderseits sind die Tholianer auch in sehr fanatischer Stimmung.

Eine Parallelhandlung spielt wie in „What Judgments come“ auf Nimbus III, wo sich Botschafter Jetanien über inoffizielle Kanäle mit seinem klingonischen Kollegen austauscht, der zu gerne wissen möchte, über welches Mitglied des Hohen Rates die neuen romulanischen Verbündeten Einfluss im Klingonischen Reich gewinnen wollen. Diese Parallelhandlung hat im Grunde nicht viel mit den Ereignissen in der Taurus-Ausdehnung zu tun, hat aber im Finale der Romanreihe sicher ihre Berechtigung, da Jetanien auf Vanguard von Beginn an eine wichtige Rolle gespielt hat. Diese Handlung involviert schließlich auch Tim Pennington, der somit auch mehr zu tun hat, als Ausschau zu halten, wo Cervantes Quinn in betrunkenem Zustand Ärger macht. Allerdings ist es schade, dass man Pennington nicht in die A-Story involvieren konnte. Quinn hatte dort hingegen schon seinen Anteil.

Und gerade als man denkt, dass sich dank Quinn alles noch zum Guten gewendet hat und sich der Leser wundert, was auf den nächsten 100 Seiten wohl noch passieren mag, bekommen wir es mit einem altbekannten Story-Twist zu tun: Man ist es von „Star Trek“ allgemein zwar gewöhnt, aber in diesem Roman übertrumpfen sich die Vorgesetzten im Sternenflotten-Hauptquartier wirklich mit sonderbaren bis unklugen Befehlen, die der Crew auf der Raumstation natürlich gar nicht gefallen und ihnen zumindest in einem Fall einen Strich durch das gerade erlangte Erfolgserlebnis machen. Und so nehmen die Dinge ihren Lauf, was zu einer gewaltigen Belagerungsschlacht gegen Starbase 47 „Vanguard“ führt, in der David Mack wieder voll in seinem Element ist. ;-)

Fazit zum Roman: „Storming Heaven“ ist ganz sicher ein würdiges Finale der Romanreihe, wenngleich auch nicht der beste Roman der Reihe. Bedenkt man, dass schon 7 vorangegangenen Bücher erschienen sind, muss „Storming Heaven“ immer noch viel Vorarbeit leisten. Dies ist ein erwähnenswerter Unterschied zu David Macks Finale zu „The 4400“, das zu zwei Drittel fast nur aus Showdown und Eskalation besteht. Zwar erreicht auch „Storming Heaven“ einen vergleichbaren Höhepunkt, aber erst sehr viel später. Das ist per se natürlich nichts Negatives, aber die Geschichte ist dadurch auch nicht so schön auf Zug erzählt und die B-Story um Jetanien nimmt doch etwas viel Raum ein und hätte vielleicht schon im Vorgängerroman beendet werden sollen.

Mein Favorit der Vanguard-Sage bleibt wohl „Reap the Whirlwind“, aber auch „Storming Heaven“ ist im direkten Vergleich nicht viel schlechter und bekommt von mir gute 5 von 6 Sternen.

Fazit zur Romanreihe: „Vanguard“ ist auch nach diesem Finale meine Lieblingsreihe von „Star Trek“. Sie wirft einen ganz neuen Blick auf die TOS-Ära und erweitert sie dank der vernetzten Story stärker, als dies in den üblichen Stand-alone-Romane geschehen könnte. Es wäre wirklich erfreulich, wenn Pocket Books in absehbarer Zeit eine vergleichbare Reihe starten könnte.

Rezension: “Breaking Dawn”

Mit “Breaking Dawn” (deutscher Titel „Bis(s) zum Ende der Nacht“) findet die „Twilight-Saga“ ihren Höhepunkt. Und das im wahrsten Sinne des Wortes, denn der letzte Roman stellt wirklich ein erstklassiges Finale dar und wartet mit einigen interessanten Story-Twists auf, was ihn positiv von der Geradlinigkeit und Vorhersehbarkeit von „Eclipse“ unterscheidet.

 

Teil 1 des dreigeteilten Romans geht’s noch ruhig an, hat einige nette und auch lustige Passagen drinnen und führt weiter zu den durch “Eclipse” schon angekündigten Ereignissen, konkret Hochzeitsfeier, Flitterwochen und was halt dazu gehört. Die überraschende Offenbarung, dass Bella schwanger ist, hätte man sicher etwas effektiver präsentieren können, wenn man das Thema “Baby” nicht bereits einige Seiten vorher im Zuge des Themas “Untote Kinder” und Bellas dazugehörenden Träumen aufgebracht hätte. Dieses Thema wird aber in weiterer Folge noch wichtig werde und ist direkter Ausgangspunkt für den starken 2. Teil der Geschichte.

Teil 2 – aus Sicht von Jacob erzählt – fand ich wirklich stark geschrieben. Der Fokus lag hier für die beschriebenen Ereignisse genau auf der richtigen Person. Nach Jacobs Abrutschen in meiner Beliebtheitsskala in “Eclipse” kann man dank diesem Teil von “Breaking Dawn” schön miterleben, wie Jacob endlich zu jener Erkenntnis kommt, die der Leser seit „Twilight“ hat, nämlich dass nicht alle Vampire prinzipiell böse sind.

Einen größeren Kritikpunkt gibt es aber in Teil 2 schon, nämlich Sams sonderbare Wandlung. Anfangs sah der Alpha des Rudels noch kein Problem darin, eine direkte und eindeutige Verletzung des Vertrags (Bellas Umwandlung) zu ignorieren. Als er dann von von Jacob erfährt, dass Bella schwanger ist und zumindest einen Halbvampir gebären wird, ist er sofort auf dem Kriegspfad. Ich weiß nicht, warum Sam den Cullens soweit vertraut, Bella als neugeborene Vampirin in Schach zu halten, aber nicht mit einem tatsächlich Neugeborenen fertig zu werden. Das hätte man leicht umgehen können, indem man das Rudel ganz aus der Story rausgelassen hätte, ehe Jacob die Entdeckung von Bellas Schwangerschaft macht. Trotzdem hat mir der Machtkampf von Jake und Sam und die Spaltung in zwei separate Rudel sehr gut gefallen. So hat sich eine interessante neue Personenkonstellation ergeben und natürlich Jakes Wandlung als Leser sehr gut verfolgen lassen.

Ebenfalls gut rübergebracht wurden seine Sorgen betreffend Bella. Nachdem man als Leser jetzt erstmals so wirklich Bella nur von außen beobachten kann, stellt man sich natürlich die gleichen Fragen wie Jacob und fiebert mit ihm vor und während der – sehr blutigen und regelrecht brutalen – Geburt schön mit. Der Perspektivenwechsel macht sich wirklich auf sehr vielen Erzählebenen bezahlt.

Teil 3 von „Breaking Dawn“ kehrt dann wieder zur Geschichte aus Sicht von Bella zurück. Obwohl Bella dem Leser der Saga bereits mehr als vertraut war, war vor allem der Beginn des dritten Teils sehr interessant. Denn nach ihrer Umwandlung zum Vampir muss sich Bella im Grunde selbst neu kennenlernen und lernen, mit ihren neuen Fähigkeiten und Eigenschaften umzugehen. Zusammen mit dem Kennenlernen von Renesmee und Jacobs Prägung auf sie ist also gleich am Beginn dieses Teils schon viel los und es hat mich als Fan von Charlie auch sehr gefreut,  dass Bellas Vater noch Teil der Handlung ist.

Der entscheidende Story-Twist, der dann zum großen Finale führt, passiert dann, als die Volturi von Renesmee erfahren und die Möglichkeit nutzen wollen, den Cullen-Clan auszulöschen um sich die „Kronjuwelen“ des Clans (jene Mitglieder mit nutzbaren Fähigkeiten) unter den Nagel zu reißen. Als Gegenreaktion auf das Anrücken der Volturi versammelt die Cullens eine große Anzahl verbündeter Vampire.

Fazit: Ein gelungener und spannender Abschluss der Saga, der auch wirklich als Finale und Schlussstrich zu erkennen ist. Alles in allem machen die vier Romane (und die Bree Tanner-Novelle) einen sehr geschlossenen und zusammenhängenden Eindruck und Stephenie Meyer hat hier eine schöne, mitunter auch sehr epische Fantasy-Geschichte abgeliefert. Vielleicht war es von Vorteil, dass mich das Thema “Vampire” bisher nie wirklich interessiert hat, wodurch ich noch keine so festgefahrenen Vorstellungen davon hatte, wie ein Vampir “zu sein hat” (offenbar Hauptkritikpunkt der Twilight-Kritiker) und ich so offen für Meyers Interpretation war. „Breaking Dawn“ war jedenfalls eindeutig der beste Roman der Saga und erhält von mir die Höchstnote: 6 Sterne!

Allgemein war die Saga aufgrund der weit verbreiteten Kritik eine positive Überraschung für mich.


Anmerkung:

Die Verfilmung von „Breaking Dawn“ ist zweigeteilt. Der erste Film zum Finale beinhaltet hierbei die Handlung aus dem ersten und zweiten Teil des Romans.

Rezension: “The Short Second Life of Bree Tanner”

„The Short Second Life of Bree Tanner“ (deutscher Titel „Bis(s) zum ersten Sonnenstrahl“) wird auf dem Buchumschlag des englischen Originals berechtigt als „Eclipse Novella“ bezeichnet und erzählt eine Geschichte, die außerhalb der „Bella-Reihe“ steht. Während die bisherigen Romane der Saga Bella, Edward und Jacob in den Mittelpunkt stellten, erzählt diese Novelle (ein tatsächlich sehr kurzer Roman auch im Vergleich zu den anderen Romanen von Stephenie Meyer) eine Parallelhandlung zu „Eclipse“. Die Geschichte wird aus der Sicht einer Jugendlichen namens Bree Tanner erzählt, die Teil von Victorias Neugeborenen-Armee ist und in Seattle auf den bevorstehenden Kampf vorbereitet wird.

Bree als neue Fokusperson funktioniert zwar nicht schlecht und die Geschichte ist unterhaltsam geschrieben. Trotzdem vermittelt die Novelle keine wirklich neuen Informationen. Vieles, was die Neugeborenen Diego und Bree entdecken ist dem Leser ja schon aus den vorangegangenen drei Romanen bekannt. Und auch am Schluss, als Bree Informationen über die Involvierung der Volturi per Gedanken an Edward weitergibt, ändert sich am Ende von “Eclipse” nicht wirklich was. Edward weiß jetzt einfach nur mit 100 % Sicherheit das, was er vorher vermutet hat aber sich auch zuvor schon zu 99 % sicher sein konnte. ;-) Aber gut eingebaut in den Schluss des Romans war diese Novelle durchaus. Am besten gefiel mir die neue Deutung von Edwards Rat an Bella, den sich hier Bree zu Herzen nimmt. Der Ausgang der Geschichte – obwohl durch „Eclipse“ bereits vorweggenommen – stimmt einen schon sehr wehmütig.

Allerdings wäre Brees Schicksal durchaus vermeidbar gewesen und steht handlungslogisch auf ziemlich schwachen Beinen. Da sie eigentlich nicht zusammen mit der Armee gekämpft hat, hat sie genau genommen keine der Volturi-Regeln gebrochen.

Auch muss ich anmerken, dass – wenn „Eclipse“ nicht wie die Vorgängerromane aus der Ich-Perspektive erzählt worden wäre – im Roman selbst wohl selbst Platz genug gewesen wäre, um auch die Nebenhandlung rund um Bree unterzubringen.

Fazit: Eine solide, unterhaltsame Novelle, wenngleich sie als Begleitung des vorher erschienenen Romans keine echten Offenbarungen nachliefert. 4 von 6 Sternen!

Rezension: “Eclipse”

Die „Twilight-Saga“ wird fortgesetzt mit Band 3, “Eclipse” (Deutscher Titel: „Bis(s) zum Abendrot“. Vorweg: Nachdem mir “New Moon” eigentlich sehr gut gefallen hat, fand ich “Eclipse” jetzt nicht mehr so prickelnd. Das liegt vor allem an der Darstellung der drei Hauptcharaktere, die in diesem Roman von Stephenie Meyer sehr unsympathisch beschrieben wurden und alle ziemlich Kredit bei mir verspielen. Daher beginne ich diese Rezension mal nicht mit der Geschichte selbst, sondern mit den Charakteren.

 

Allen voran sei hier Jacob erwähnt, der sich extrem unreif benimmt, indem er eine intime Beziehung zu Bella regelrecht erzwingen will. Meyer beschreibt seine erzwungen Küsse ziemlich gut, da kommt wirklich nicht auch der Hauch von Zärtlichkeit oder Romantik rüber. Der erste Kuss zwischen den beiden ist regelrecht abstoßend und schon wie eine Vergewaltigung beschrieben. Hinzu kommt dann noch Jacobs völlige Ignoranz von Bellas Reaktion. Klar tut ihm Erwiderung – ein Faustschlag – nicht weh, aber der Gedanke dahinter sollte ihm nicht entgangen sein. Auch der zweite Kuss ist nicht viel besser, kommt noch dazu daher mit einer Drohung, sich sonst in dem bevorstehenden Kampf umbringen zu lassen.

Bella ist aber auch nicht besser. Jacob gibt ihr eigentlich jeden Grund, um den engen Kontakt mit ihm total abzubrechen. Dass sie ihm dauernd so schnell vergibt und am Schluss sich sogar eingesteht, dass sie mehr als nur freundschaftliche Liebe für ihn empfindet, kommt mir schon ziemlich absurd vor. Es wirkt irgendwie so, als ob die Jacob sicherheitshalber auf der “Ersatzbank” behalten möchte, falls es mit Edward doch nicht klappt. :-D Also auch wenn es nicht angesprochen wird, scheint sie Angst zu haben, am Ende allein dazustehen. Positiv aber: Am Schluss sieht Bella ein, dass sie ziemlichen Mist gebaut hat.

Edward kommt eigentlich noch am besten weg, wenn Bella auch wieder mal ein ziemlich idealisiertes Bild von ihm zeichnet und sich im Vergleich ständig einzureden versucht, wie schlecht sie selbst doch eigentlich ist. Auch macht es ihm Jacob auch ziemlich leicht, im direkten Vergleich gut auszusehen. Aber sein “Sex-Ultimatum” kommt natürlich ziemlich altbacken daher. Es wird zwar verschleiert durch die Forderung “Sex erst kurz vor der Umwandlung zum Vampir”, da die Umwandlung aber wiederum an die Heirat verbunden wird, wird da automatisch das prüde “Sex erst nach der Hochzeit” daraus. Hier kann ich die Kritik vieler an der Prüderie der Romanreihe schon nachvollziehen.

Soweit mal zu den Hauptcharakteren, jetzt mal zur Handlung: Die war ziemlich geradlinig. Während “Twilight” und “New Moon” eigentlich tolle Story-Twists hatte, ist bei “Eclipse” der Handlungsverlauf von Beginn an klar. Die Herausforderung wird früh erkannt, man sieht viel Vorbereitung und am Ende kommt der Kampf gegen die von Victoria angeführte Armee neuer Vampire, die sie gegen die Cullens ins Feld führt, um für James‘ Tod im ersten Roman Rache zu nehmen. Ziemlich simpel, aber mal ehrlich, ein Klassiker wie “Rocky” läuft auch nicht anders ab. :-D Aber es ist halt hier schon störend, dass der “große” Kampf von den Cullens immer als ziemlich easy dargestellt wird und dieser es auch am Ende war. Dass es einen “Überraschungsangriff” auf Edward, Bella und Seth geben wird, war eigentlich schon früh offensichtlich. Victoria schneidet in diesem Kampf aber jetzt auch nicht sonderlich gut ab und beweist auch, mit einer Neugeborenen-Armee nichts anfangen zu können. Vor allem da zuerst gesagt wird, sie wäre nur zufällig auf die Fährte von Edward gestoßen, lässt sie recht unfähig aussehen. Anderseits wird später dann wieder gesagt, sie hätte bewusst die Armee als Ablenkung benutzt, was allerdings Alice dank ihrer Fähigkeit wiederum hätte voraussehen müssen.

Die Kritik klingt jetzt natürlich ziemlich vernichtend, trotzdem ist “Eclipse” alles andere als ein schlechter Roman. Meyers Schreibstil gefällt mir inzwischen ziemlich gut, wenngleich es in „Eclipse“ wieder den Nachteil gibt, immer nur einen Schauplatz zu haben und so zwangsläufig den Endkampf zu Bellas Aufenthaltsort zu verlegen. Dennoch war Edwards Schlachtfeldbericht doch sehr gut und der Endkampf beim Zelt ziemlich spannend, wobei hier der Teil “Seth versus Riley” besser war, weil deutlich ausgeglichener.

Auch die Erzählungen der Vergangenheit sind sehr gut, endlich bekommt auch Jasper einen Hintergrund. Seine Erzählung über den Vampierkrieg im Süden war ziemlich mitreißend und wie Edward dann vom ersten Aufeinandertreffen der Cullens mit Alice und Jasper erzählte, war echt witzig. Highlight des Romans sind aber wohl die Indianergeschichten am Lagerfeuer.

Fazit: “Eclipse” würde ich als den bisher schwächsten Band beurteilen. Er liest sich zwar sehr flüssig, aber inhaltlich gibt es doch einige Kritikpunkte, die ich aber nicht zwangsläufig an den Charakteren festmachen will. Die Schattenseiten ihrer Persönlichkeit mal so deutlich herauszustreichen ist unterm Strich keine schlechte Idee. Aber zumindest einen Sympathieträger hätte Meyer schon noch übrig lassen können. Mit Charlie, der sich auf Jacobs Seite schlägt, und einer depressiven Alice fallen noch dazu zwei weitere programmierte Sympathieträger total weg. Hat mich aber am Schluss für Alice gefreut, wie sie beinahe auf einem Trip war. :-D Dennoch erhält „Ecplise“ nur schwache 4 von 6 Sterne.

Anmerkung:

Die Verfilmung des Romans schneidet übrigens innerhalb der Reihe besser ab als die Vorlage. Da das Buch beinahe schon wie ein Kinofilm beschrieben ist (siehe hierzu meinen „Rocky“-Vergleich) funktioniert die Geschichte auf der Leinwand bzw. auf dem Bildschirm besser. Es ist auch von Vorteil, dass die Cullens im Film den Kampf gegen Victorias Armee nicht so sehr auf die leichte Schulter nehmen wie es im Roman rüberkommt.

Rezension: “New Moon”

Der zweite Teil der „Twilight-Saga“ namens „New Moon“ (deutsch „Bis(s) zur Mittagsstunde“) hat mir sogar noch besser gefallen, als der  Auftakt der Reihe und beginnt gleich mit einem ordentlichen Schock-Effekt, werden die Cullens doch hier erstmals auch klar von ihrer Schattenseite gezeigt und dass ihr Verlangen nach menschlichem Blut bei ihnen (Ausnahme Carlisle) noch immer vorhanden ist. Das ist schon eine ziemlich dramatische Passage, die umso wuchtiger wirkt, weil sie eigentlich aus dem Nichts kommt. Sich ungeschickterweise an Papier zu schneiden kann selbst in der Nähe zivilisierterer Vampire schreckliche Konsequenzen haben.

 

Dem beinahe Desaster folgt die Trennung von Bella und Edward. Ich war selbst überrascht, dass mir dieser Teil der Geschichte größtenteils sogar sehr gut gefallen hat. Ich konnte Bella und ihre Veränderung – zuerst der Fall ins Apathische und dann die Wandlung zum Adrenalin-Junky – eigentlich sehr gut nachvollziehen. Ein Balanceakt, den Autoren Stephenie Meyer sehr gut hinbekommen hat. Zudem kommt hier dann auch erstmals Jacob groß raus. Die Beziehung zwischen ihm und Bella funktioniert eindeutig besser als jene zwischen Bella und Edward. Die Jacob-Beziehung erscheint im Vergleich viel plausibler und natürlicher “gewachsen”. Jacob wirkt auch wesentlich sympathischer als es Edward im ersten Buch war.

Die dramaturgische Wende im Buch kommt dann in Form von Victoria bzw. ihres Vorboten Laurent und dem ersten Kontakt mit den Werwölfen. Leider wird nicht wirklich auf die Werwolf-Werdung eingegangen, was doch einige Fragen offen lässt. Warum verwandelte sich Sam zuerst vor einem Jahr und die anderen später? Durch James’ Auftauchen?

Wie im ersten Roman gibt es dann aber noch eine ziemlich extreme Wende in der Handlung. Die Reise nach Volterra kommt ziemlich plötzlich und verändert die Szenerie ziemlich stark. Trotzdem ist das wohl der beste Part dieses Romans. Spannend geschrieben – obwohl es eigentlich nur darum geht, Edward am entscheidenden Schritt ins Sonnenlicht zu hindern – ist Bellas Lauf durch die Altstadt und über den großen Platz. Und auch die folgende Begegnung mit den Volturi ist sehr atmosphärisch, die drei Oberhäupter ziemlich differenziert beschrieben. Der Höhepunkt ist dann natürlich, als Heidi mit dem “Futter” ankommt. ;-)

Dem stärkste Part des Romans folgt leider dann auch der schwächste. Nach der Rückkehr aus Italien hängt die Handlung doch und ist das Süßholzraspeln wieder zu penetrant und wirkt zu aufgesetzt. Zum Glück ist dieser schwache Part aber verglichen mit dem Mittelpart von Buch 1 (der vergleiche Schwächen aufwies) aber relativ kurz und geht dann über zur Abstimmung über Bellas Zukunft (auch wenn ich Rosalie hier mit ihrer Begründung etwas out-of-character finde). Und auch der Epilog ist sehr effektiv, als Jacob erklärt, dass Bellas Umwandlung durch einen der Cullens zu einem ganz anderen Problem führen könnte.

Fazit: Meiner Meinung nach ein sehr guter Roman, der 5 von 6 Sternen erhält. Kaum noch zähe Stellen und viel Spannung obwohl es keinen “klassischen” Showdown gibt. Außerdem vermittelt der Roman viele Informationen über die Vampirwelt. Edwards “Selbst”mord-Versuch macht jetzt sogar das im ersten Buch eingeführte Sonnenglitzern für die Handlung dienlich.

Einzig störend an “New Moon” ist, dass gewisse Themen nur rudimentär behandelt wurden. Z.B. Victoria oder die Hintergründe der Werwölfe. Da merkt man schon, dass hier mit Bedacht von Meyer einiges verschwiegen wurde, um dann in den Folgebänden abgehandelt zu werden. Im Grunde nicht so schlimm, aber beim Lesen entsprechender Passagen habe ich schon den Eindruck gewonnen, dass “New Moon” selbst hier nicht weiter auf diese Themen eingehen wird.

Rezension: “Twilight”

Mit den Rezensionen zu den „4400“-Romanen hat dieser Blog ja bereits mal über den „Star Trek“-Tellerrand geblickt. Nun geht’s weiter mit Rezensionen zu einer anderen Romanreihe, die diesmal kein Tie-In zu einer TV-Serie und bei der die Meinungen extrem weit auseinander gehen: Die „Twilight“-Reihe.

Aufmerksam bin ich auf diese Bücher erst durch die Verfilmungen geworden. Genauer gesagt durch Schimpftriaden und vernichtende Kritiken sowohl zu den Filmen als auch zu den Büchern. :-D Also dachte ich mir, dass ich mir da selbst ein Bild davon machen sollte und habe beschlossen, einfach mal die Romane von Stephenie Meyer zu lesen. Begonnen habe ich natürlich mit dem ersten Buch „Twilight“ (deutscher Titel „Bis(s) zum Morgengrauen”).

Anmerkung: Als ich die Romane gelesen habe, hatte ich noch keinen der Filme gesehen, ich ging also völlig unvorbelastet an die Sache heran.


Erster Eindruck: Ich-Erzählform. Tja, ich bin kein Fan der Ich-Erzählung und würde selbst nie etwas in dieser Form schreiben, weil ich die Form zu stark einengend finde, wenn man sich immer nur an einen Charakter – in diesem Fall eine Jugendliche namens Bella – ran hängt. Aber das soll jetzt keine Abwertung vorab sein. Ich habe kurze Zeit vorher “Ghost” von Robert Harris gelesen, der ebenfalls in dieser Form schreibt, und fand das Buch nicht schlecht (und war angesichts der Schluss-Pointe auch notwendig). Und man darf sich als männlicher Leser auch nicht daran stören, dass die Geschichte aus Sicht eines 17jährigen Mädchens geschrieben ist, das zu ihrem Vater in die kleine Stadt Forks (US-Staat Washington, bekannt für das schlechte Wetter) umzieht und sich mit ihrer neuen Umgebung vertraut macht.

Überrascht habe ich dann nach den ersten paar Seiten festgestellt, dass mir die Ich-Form im Englischen gar nicht so ungeschickt und hölzern vorkommt wie im Deutschen. Auch wenn Bella eine sehr Ich-bezogene Person ist. :-D Trotzdem gelingt es im ersten Viertel der Autorin Stephenie Meyer schön, den Ort Forks und die vorherrschende Stimmung einzufangen. Es wird ein sehr düsteres Bild eines Ortes gezeichnet, der an sich aber sehr schön ist und nicht bedrückend wirkt. Die Vorstellung und Einführung der einzelnen Charaktere verläuft auch sehr schön fließend, man bekommt schnell ein Gefühl dafür, welche Personen für die Handlung wichtig werden und welche nicht so sehr. Zudem wird recht früh das Mysterium rund um Edward Cullen – einem neuen Schulkollegen von Bella – etabliert.

Der Einführungsteil ist also wirklich gut gelungen. Der Mittelteil hat dann doch einen gewissen Hänger. Ausgehend von einer sehr bedrohlichen Szene in der Stadt und Bellas Rettung aus dieser brenzligen Situation durch Edward gibt’s darauf folgend die ersten handfesten Informationen zur Auflösung des Mysteriums. Man bekommt eigentlich laufend neue Infos über den Vampirclan, zu dem Edward gehört, und ihre Fähigkeiten präsentiert. Leider vermischt sich der Informationsteil schon stark mit der etwas trägen Love-Story. Ich weiß nicht so recht, vielleicht muss man(n) eher Frau sein (:-D), um das gut zu finden, aber die Ich-Form der Erzählung ist hier wirklich ein Nachteil. Alles was Bella sich so denkt und fühlt wird durch die Ich-Form kommentiert. Es klingt fast so, als ob Bella hier Rechtfertigungen sucht, warum sie sich in Edward verlieben soll. Das gefiel mir nicht besonders und auch nicht, dass es zwischen zwei langen Szenen einen Schauplatzwechsel aber keinen Themenwechsel gab (die Wiese am See -> Bellas Zimmer). Auch fand ich Edward jetzt nicht so wirklich sympathisch beschrieben. Durch die Ich-Form merkt man irgendwie, dass Bella Aussagen von ihm beschönigt, die wie ich finde nicht immer in die Kategorie “liebevolles Necken” fallen.
Außerdem gefiel mir nicht, dass Edward offenbar dem Kreationismus anhängt, das aber nur eine Erwähnung am Rande. ;-)

Und dann kam das Baseballspiel! Ich bin kein besonderer Fan von Baseball, aber das Spiel und sein Verlauf standen auch nicht so im Mittelpunkt. Trotzdem läutet es das “Finale” des Romans ein. Auftritt James, ein weniger netter Vampir, der im Gegensatz zum Cullen-Clan keine Skrupel hat, sein Blut von Menschen zu beschaffen.

Das letzte Viertel des Buches ist dann eine richtig schöne, spannende Thriller-Handlung. Gefiel mir eigentlich durchwegs, wobei es beim Showdown wieder den Nachteil der Ich-Erzählung gibt: Hat Bella ein Blackout, bekommt der Leser wieder nichts mit von der Handlung. Aber zumindest kann man es sich dann aufgrund von Informationsschnippsel zusammenreimen, was aus James geworden ist, was ja auch nicht unspannend ist.

Fazit: Es ist kein erstklassige Buch, dafür zieht es sich in der Mitte einfach zu stark. Aber es ist sicher nicht wirklich schlecht geschrieben (stilistisch halt einfach nicht ganz das, was man hauptsächlich liest). Die Charaktere werden gut bis ausreichend beschrieben, die Hintergründe interessant vorgetragen. Ich würde mir fast wünschen, Meyer schriebe einen Roman nur über Carlisle Cullens Vampir-Werdung.

Der Fantasy-Background dieser Geschichte kann mich also durchaus überzeugen. Ich muss jedoch sagen, dass ich auch allgemein in Sachen Vampir-Geschichten nicht wirklich vorbelastet bin und ich Meyers Adaption der Legenden wahrscheinlich offener gegenüberstehe als viele andere Kritiker, die sich vor allem an der Darstellung der Vampire (vor allem der Cullens) in dieser Romanreihe stoßen.

Der erste Roman der Reihe erhält von mir daher gute 4 von 6 Sternen. Ein guter Start, der Lust auf mehr macht.

Rezension: SFA – „Die Delta-Anomalie“

Während es inzwischen schon einige Comics gibt, die Geschichten rund um die „neue alte“ Crew der Enterprise erzählen, müssen Romanleser leider noch auf weitere Abenteuer die zeitlich nach dem 11. Kinofilm angesiedelt sind warten. Vier Romane wurden zwar schon verfasst, aber deren Erscheinungstermin von PocketBooks auf unbestimmte Zeit nach hinten verschoben. Vermutlich um nicht zu viele Inkonsistenzen zum kommenden 12. Film aufzustellen. Romane – die ja nicht zum Canon zählen – und während einer laufenden Serie oder Spielfilmreihe verfasst werden, sind gerne mal schon nach kurzer Zeit nicht mehr auf dem neuesten Stand oder werden sogar gänzlich widerlegt.

Dennoch gibt es einen kleinen Kompromiss: Die „Starfleet Academy“-Reihe. Unter diesem Namen sind in den USA inzwischen schon mehrere Jugendromane erschienen, die Geschichten rund um Kirk, McCoy, Spock, Uhura und Co. auf der Sternenflottenakademie erzählen. Diese Bücher haben aber nichts zu tun mit der auf noch jüngere Leser zugeschnittenen gleichnamigen Reihe aus den 80ern und 90er (bei Heyne unter dem Namen „Starfleet Kadetten“ erschienen) und auch nicht mit William Shatners höchst empfehlenswerten Roman „Academy: Collision Course“, die alle noch auf dem alten Star Trek-Universum basieren. Im deutschsprachigen Raum bringt nun der Verlag Cross Cult diese Romane heraus, beginnend mit „Die Delta-Anomalie“.

Die Erde ist vergleichsweise selten Schauplatz in Star Trek-Romanen und wenn, dann liest man meist nur vom Sternenflottenhauptquartier oder ähnlichen Einrichtungen. Wie der Name der Buchreihe schon verrät, spielt natürlich auch hier die Sternenflottenakademie eine wichtige Rolle, aber gleich am Beginn der Geschichte verlassen wir den Campus zusammen mit Kirk, McCoy und dem Tellariten Glorak um des Nachts durch die Straßen San Franciscos zu streifen um in einem Lokal weitere bekannte Gesichter anzutreffen: Uhura und Gaila. Diese vertrauten Charaktere in einer „realen“ Umgebung (sofern man das San Francisco des 23. Jahrhunderts so nennen kann) gibt dem Buch einen besonderen Charakter, der selten bei Star Trek-Romanen ist und erinnert durchaus auch an William Shatners Ansatz in „Collision Course“.

Die Geschichte selbst dreht sich darum, dass sowohl Gaila, als auch mehrere andere Personen von einem unheimlichen, im Nebel zuschlagenden Mörder attackiert werden. Kirk gelingt es gerade noch, den Angriff auf Gaila zu vereiteln, doch andere Opfer hatten weniger Glück und ihre Leichen werden mit dem besonderen Merkmal dieses unheimlichen Mörders zurückgelassen: Ihnen allen fehlt eines ihrer Organe, das mit erstaunlicher Präzision und ohne Operationsspuren entnommen wurde. Die einzigen Spuren, die auf den Täter hinweisen: eine schwarze, pulverartige Substanz, die unter Doktor McCoys Mikroskop ein seltsames Eigenleben entwickelt, sowie ein paar wenige verzerrte Wortfetzen in einer unbekannten Sprache, mit deren Entschlüsselung Uhura betraut wird.

„Die Delta-Anomalie“ erzählt eine typische Krimi-Geschichte, die es sehr gut schafft, die Fähigkeiten der Hauptprotagonisten Uhura und McCoy sinnvoll einzusetzen. Kirk fungiert im Grunde nur als „Bindeglied“ zwischen den beiden Untersuchungen, während der Leser über ihn hauptsächlich mehr über die Kommandoausbildung an der Akademie erfährt. Dennoch gelingt es Autor Rick Barba gut, diesen anfänglich unabhängig verlaufenden Handlungsstrang gut in die „Auflösung“ der Geschichte einzubauen.

Das Wort „Auflösung“ stelle ich bewusst unter Anführungszeichen, denn was auch sehr interessant ist: Der Leser hat gegenüber den ermittelnden Kadetten und Polizisten bis zum Ende des Romans einen Wissensvorsprung. Als Trekkie, der mit dem weiteren Geschichtsverlauf des alten Universum vertraut ist, hat man schnell eine Ahnung, wer oder was wirklich hinter dem geheimnisvollen Mörder steckt. Trotz dieses Wissensvorsprungs ist die Geschichte allerdings keineswegs langweilig, denn Rick Barba ergänzt das Bekannte mit einem völlig neuen Aspekt, der einige Überraschungen bereit hält. Hinzu kommt, dass auch gezielt Fragen offen bleiben. So zum Beispiel warum der Mörder einen besonderen Bezug zu James T. Kirk zu haben scheint. Ich kann mir gut vorstellen, dass spätere Romane der Reihe hier ansetzen können, vor allem da Rick Barba wohl ein regelmäßiger Autor der Reihe sein dürfte.

Allgemein kann man dem Autor attestieren, seine Hausaufgaben sehr gut gemacht zu haben, was Inhalt und Verwendung von Star Trek-Terminologie betrifft. Rick Barba ist eigentlich ein unbeschriebenes Blatt, sucht man nach seinem Namen im Internet findet man von ihm hauptsächlich Strategie-Guides zu Computerspielen. Doch „Die Delta-Anomalie“ strotzt nur so vor kleinen und größeren Anspielungen auf das bekannte Star Trek-Universum, vor allem natürlich auf TOS. Und der ganze Krimi-Plot an sich ist ja schon eine große Anspielung auf Begebenheiten des 24. Jahrhunderts. Da diese den Protagonisten weitgehend mysteriös bleiben, sehe ich hier auch keine Unvereinbarkeit mit eventuell späteren „kanonischen“ Geschichten zu selben Thema. Bei anderen Anspielungen auf z.B. „The Next Generation“ bin ich jedoch etwas unsicherer. Die Erwähnung des Holodecks oder ziemlich spezifischen Hintergrundwissens zu den Ferengi (bzw. zu deren hupyrianischen Dienern) hätte ich besser weggelassen. (Wenngleich „The Animated Series“ in Form des „Rec Rooms“ bereits einen Holodeck-Vorgänger eingeführt hat. Mich stört vielleicht mehr der Name als die angedeutete Technologie, zumal es im entsprechenden Absatz auch gereicht hätte, von einem „Simulationsraum“ zu sprechen.)

Ansonsten sind die Anspielungen aber wirklich gelungen, man trifft viele bekannte Spezies, findet viele Insider-Gags und orientiert sich an Beschreibungen aus dem 11. Kinofilm. Und vor allem hat Barba die Charaktere sehr gut getroffen. Vor allem McCoy sei hier wieder hervorzuheben, den Karl Urban ja auch im Film hervorragend dargestellt hat. Allgemein hatte ich bei den Dialogen immer wieder auch die „alte“ TOS-Besatzung vor Augen.

Jetzt allerdings auch zum Negativen: Ich weiß nicht genau, welche Parameter der US-Verlag für das Schreiben seiner „Jugendbücher“ im Vergleich mit „Erwachsenenbücher“ aufstellt. Der Schreibtstil von Barba ist weitgehend absolut in Ordnung, aber immer wiedermal tauchen zwischendurch stark vereinfachte Sätze auf, die man ruhig hätte etwas verschachteln sollen. Dies fällt vor allem in den ruhigen Passagen auf. Hingegen bei den handlungsorientierten Stellen ist dies ja allgemein ein beliebter und meiner Meinung nach vernünftiger Stil, um Spannung zu erzeugen und dem Leser die Hektik und den Zeitdruck zu vermitteln. Was jedoch sehr seltsam anmutet: Hin und wieder sind längere Absätze eingefügt, die allgemeine Erklärungen nachliefern und eine laufende Handlung für ein oder zwei Seiten unterbrechen. Normalerweise würden man diese Erklärungen und Erläuterungen in die Handlung einbauen. Allerdings kann ich mir vorstellen, dass diese Passagen für den Neuling im Star Trek-Universum nicht unpraktisch sind, um Hintergründe zu verstehen. Dennoch sind sie ziemlich ungeschickt eingebaut.

Auch erwähnt werden soll die Kürze des Romans. Bereits die Academy-Romane der 80er und 90er waren relativ kurz, wenngleich „Die Delta-Anomalie“ doch noch ein Stück umfangreicher sein dürfte. Trotzdem würde ich nicht sagen, dass es sich hierbei nur um eine Novelle oder gar eine Kurzgeschichte handelt. Die Story ist durchaus wie ein vollwertiger Roman aufgezogen und ist immerhin um ein Drittel länger als die reinen ebook-Geschichten „Distant early Warning“ oder die 5. „Typhon Pact“-Geschichte „The Struggle within“.

Fazit: Solide Krimi/Ermittlungs-Geschichte in einem interessanten Star Trek-Setting und mit einem – ich denke bewussten – offenem Ende. Ich hoffe, Rick Barba liefert uns noch ein wenig mehr zu den offengebliebenen Fragen, für sich allein gebe ich der Delta-Anomalie aber auch gute 4 Sterne. Ich habe schon viele „Star Trek-Romane für Erwachsene“ gelesen, die einen geringeren Unterhaltungswert hatten und schlechter geschrieben waren. Wenngleich als Jugendbuch ausgewiesen braucht sich „Die Delta-Anomalie“ nicht zu verstecken.

Anmerkungen:

Ein paar der Andeutungen zum Star Trek-Universum seien hier noch gesondert angeführt. Wie erwähnt gibt es vertraute Spezies, die man im 11. Kinofilm nicht gesehen hat, die aber natürlich auch im neuen Star Trek-Universum fixer Bestandteil der Zeitlinie sein müssen. So wie die Tellariten oder die Andorianer. Die Hupyrianier und ihre Arbeitgeber natürlich auch. Neben andorianischen Ale ist natürlich auch ein „grünes Getränk“ ohne weiteren bekannten Namen eine Erwähnung wert, das übrigens vom „grünen Mädchen“ Gaila geordert wird. Und auch die Zahl 47 finden wir im Roman neben einer anderen, vierstelligen Zahl, die ich jedoch an dieser Stelle nicht nennen möchte, da sie vielleicht eine Überraschung vorweg nehmen könnte. ;-)

Cross Cult verwendet für die deutsche Veröffentlichung des Romans das Original-Coverbild aus den USA. Grundsätzlich ist es absolut in Ordnung und mit einem schönen Schriftzug versehen, lediglich der sehr offensichtliche Malfilter, der über die Personenfotos gelegt worden ist, sieht nicht besonders hübsch aus. Hier wollte Cross Cult entgegenwirken und schlug einen alternativen fotorealistischen Entwurf vor, der – trotz großer Ähnlichkeit zum Original – leider vom US-Lizenzgeber abgelehnt wurde. Dieser Entwurf hatte auch den Vorteil, dass der Name des Autors auf dem Titel aufscheint, was im Original nicht der Fall ist. (Dies dürfte auch eine Eigenheit des amerikanischen Verlags aufgrund der Klassifizierung als “Jugendbuch” sein.)