Rezension: “The Art of Star Trek – The Kelvin Timeline“

Wieder einmal vereinen sich meine Interessen „Star Trek“ und „Design“ in einem Buch, was „The Art of Star Trek – The Kelvin Timeline“ für mich natürlich zu einem absoluten Pflichtkauf gemacht hat. Auf fast 200 Seiten befasst sich Autor Jeff Bond mit der Design-Arbeit zu den drei neuesten Kinofilmen „Star Trek„, „Star Trek Into Darkness“ und „Star Trek Beyond„.

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Dieses sehr schön gestaltete Hardcover-Buch im 31 x 28 Zentimeter großen Querformat befasst sich Querbeet mit so ziemlich allen nur denkbaren Design-Handwerksrichtungen, die für Kinofilmproduktionen vonnöten sind. Von den Sets über visuelle Effekte bis hin zu Kostümen, Masken und Requisiten. Jeff Bond hat Interviews mit den Kreativen Ryan Church, James Clyne, Sanya Hays, Scott Chambliss, John Eaves, Peter Chiang und vielen anderen geführt und die Sammlung aus Hunderten Skizzen, Zeichnungen, Computermodellen und Fotos mit informativen Text ergänzt.

Allerdings bei diesem Umfang an geführten Interviews, für die sich der Autor im Nachwort bedankt (das Vorwort liefert „Beyond“-Regisseur Justin Lin), hätte ich mir doch einen – zumindest etwas – höheren Textanteil gewünscht. Natürlich geht es in solchen Büchern primär um die Planung um Umsetzung und ihre visuelle Darstellung, aber ich hätte mich doch über etwas mehr Hintergrundinformation gefreut.

Das größte Manko dieses Buches ist aber ein anderes Buch, das bereits 2009 erschien: Mark Cotta Vaz‘ großartiges Design-Buch zum elften Kinofim: „Star Trek – The Art of the Film„. Würde dieses Buch nicht existieren, wäre Jeff Bonds neues Buch höher einzuschätzen. Denn nicht nur, dass Bond die Strukturierung der Kapitel abkupfert – in grober chronologischer Reihenfolge sind die Kapitel den Schauplätzen des Films gewidmet. Auch inhaltlich gibt es sehr große Überschneidungen, denn Bond hat rund 90 der 200 Seiten dem elften Kinofilm „Star Trek“ gewidmet, zu dem Mark Cotta Vaz bereits ein 160seitiges-Buch voll mit Design-Arbeiten herausbrachte.

Dennoch will ich hervorheben, dass Bonds Buch auf diesen 90 Seiten zum elften Film auch sehr viel neues Bildmaterial aufzubieten hat. Schätzungsweise hat Bond doch deutlich weniger als die Hälfte des zuvor veröffentlichten Bildmaterials verwendet, aber bei einer solchen Flut an Grafiken ist die reine Anzahl an Bekanntem doch sehr hoch.

Der starke Fokus auf den elften Film gibt „Into Darkness“ und „Beyond“ leider weniger Raum. Natürlich hätte ich es bevorzugt, wenn es auch zu diesen beiden Filmen eigene umfangreiche Design-Bücher gegeben hätte (zu „Beyond“ gab es zumindest ein allgemeines Making-of-Buch und ein Buch über die Masken). Aber dieses Buch ist eben als Sammlung angelegt, ähnlich jenem gemeinsamen Design-Buch zum 7. und 8. Kinofilm oder dem großartigen „Star Trek Design“ vom Autorenduo Reeves-Stevens, in dem auf 300 Seiten Designs zu allen Serien und Kinofilmen der ersten 30 Franchise-Jahre untergebracht sind. Vollständigkeit ist etwas, das man bei Büchern dieser Art nicht erwarten darf und insofern kann man schon froh sein, dass sich Jeff Bond zumindest 50 Seiten lang „Into Darkness“ und 40 Seiten lang „Beyond“ widmet. Aber als „fairer“ hätte ich es empfunden, wenn alle drei Filme ungefähr gleich viele Seite eingeräumt bekommen hätten.

Bewertung: Aufgrund der erwähnten Mankos spielt Jeff Bonds Buch leider nicht in der gleichen Liga wie die Design-Bücher von Mark Cotta Vaz, den Reeves-Stevens oder J.M. Dillard. (Eine Gesamtübersicht der von mir rezensierten Star Trek-Sachbücher findet ihr hier: https://rumschreiber.wordpress.com/star-trek-sachbucher/) Der starke Fokus auf den elften Film rächt sich leider in doppelter Hinsicht, weil es sich mit dem Buch von Mark Cotta Vaz messen will, es aber aufgrund des geringeren Umfangs nicht mit diesem aufnehmen kann (aber teils eine gute Ergänzung dazu darstellt) und Platz flöten geht, den man besser für die anderen beiden neuen Filme verwendet hätte.

Was Jeff Bond zusammengetragen hat, ist dennoch eine große Ansammlung an Entwürfen und umgesetzten Designs, die sehr beachtlich ist und auch für mich, der seit rund zwei Jahrzehnten das Internet nach Star Trek-Design durchsucht, war doch einiges an Neuem dabei. Und auch wenn der Text recht spärlich ausfällt, beinhaltet das Buch eine sehr witzige, mir bislang unbekannte Anekdote zum Langstrecken-Torpedo aus „Into Darkness“. 4 Sterne kann ich bedenkenlos geben. Wer das Buch von Mark Cotta Vaz nicht besitzt, wird aber bestimmt noch mehr Freude daran haben.

4stars

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